{"id":46936,"date":"2016-09-25T00:27:05","date_gmt":"2016-09-24T22:27:05","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=46936"},"modified":"2016-09-25T00:27:05","modified_gmt":"2016-09-24T22:27:05","slug":"kopfzecke","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=46936","title":{"rendered":"Kopfzecke"},"content":{"rendered":"<p>Auf dem ersten Blick findet man bei dem <a href=\"http:\/\/www.kremayr-scheriau.at\/presse\/neuheiten\/kopfzecke-856\">Debut der 1986 geborenen Filmemacherin Iris Blauensteiner <\/a>zu dem Roman von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/24\/lied-ueber-die-ggeignete-stelle-fuer-eine-notunterkunft\/\">Simone Hirth<\/a>, einige \u00c4hnlichkeiten, obwohl es mehr ins Innere geht und die Sprache\u00a0 poetischer ist.<\/p>\n<p>Es geht aber auch um das Abschiednehmen, das Verlassen des elterlichen Hauses oder Wohnung, das \u00fcber einem zusammenst\u00fcrzt und die Erinnerungen, die darin zur\u00fcckbleiben, bleiben dann unwiderruflich verloren, wenn man sie nicht mehr oder weniger gewaltvoll herauszure\u00dfen versucht und am Schlu\u00df mu\u00df man ein neues Leben beginnen, in einer neuen Wohnung, mit einem neuen Gewerbe oder mit dem Maigl\u00f6ckchenstock am Fensterbrett, den man einmal der Mutter ins Spital brachte, der wieder zu bl\u00fchen beginnt.<\/p>\n<p>&#8220;Kopfzecke&#8221; ist, steht am Buchr\u00fccken &#8220;ein einf\u00fchlsamer Roman \u00fcber den Abschied einer Tochter von ihrer demenzkranken Mutter&#8221; und viele Fragen habe ich nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p>Ursula Ebel hat die Autorin der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/08\/kremayr-scheriau-literaturdebuts\/\">&#8220;Gesellschaft&#8221;<\/a>, laube ich gefragt, ob sie \u00fcber das Thema Demenz recherchierte oder es selbst erlebte.<\/p>\n<p>Die Autorin hat ausweichend geantwortet, da\u00df es mehr um eine Mutter-Tochter Beziehung gehen w\u00fcrde und ich habe mir gedacht, da\u00df man das Thema Demenz wohl bei den eigenen Eltern erlebt, ich bei meinem Vater beziehungsweise Schwiegervater und eine Frage, die ich habe, bezieht sich auf das Alter der handelndenden Personen, beziehungsweise um die, wann das Buch jetzt spielt?<\/p>\n<p>Denn bei dem Buch einer gerade Drei\u00dfigj\u00e4hrigen, denkt man wohl automatisch an eine etwa gleichaltrige Protagonistin, aber Moni, die ihre Mutter Erika in den Tod begleitet, m\u00fc\u00dfte an die Siebzig sein und die Mutter mindestens neunzig, wenn ihr Bruder in den Krieg gezogen ist, und der Nebenmann, der vielleicht Monis Vater ist oder nicht, ein russischer Besatzungssoldat. Da h\u00e4tten wir wieder Beziehungen zu Simone Hirths Tr\u00fcmmern oder Tr\u00fcmmerfrauen und was meine B\u00fccher betrifft zum <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_haus.html\">&#8220;Haus&#8221;<\/a>, beziehungsweise zur <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_vergessen.html\">&#8220;Anna&#8221;<\/a><\/p>\n<p>Die Protagonistin ist vom Beruf Cutterin beim Fernsehen vielleicht,\u00a0 berufst\u00e4tigt, da\u00df sie bald in Pension gehen wird, wird angedeutet und es gibt Handies, Computer etcetera, also kann die Handlung nicht allzu sehr in der Vergangenheit liegen und dann ist es wieder eine Mischung zwischen etwas schon \u00f6fter Gelesenen, das Thema Demenz und Pflege kommen auch kurz vor und das\u00a0 das wird zienmlich kompetent geschildert wird.<\/p>\n<p>Die Kopfzecke krabbelt am Kopf von Erika, die erlebt darauf einen Schw\u00e4cheanfall, kommt ins Krankenhaus und mu\u00df gen\u00e4ht werden.<\/p>\n<p>&#8220;Haben Sie das \u00f6fter und in ihrem Alter mu\u00df man das ernst nehmen!&#8221;, sagt die \u00c4rztin und Moni besucht ihre dementkranke Mutter in ihrer Wohnung, in der sie, wenn ich mich an die &#8220;Gesellschaft&#8221; erinnere, selber aufgewachsen sist, so kommen die Erinnerungen hoch und die Rollen vermischen sich.<\/p>\n<p>Es gibt auch Pfleger und Pflegerinnen, die von Moni bezahlt werden und einmal geht Moni mit der Mutter auf den Friedhof und schieb den Rollstuhl dann an die Stelle, wo das Haus stand, in der die Mutter mit ihrer Schwester Ilse und ihrem Bruder aufgewachsen ist.<\/p>\n<p>Mit Hand von Fotos will sie der Mutter die Erinnerungen entrei\u00dfen, aber wenn die nicht will, stellt sie sich dement. Sie erleidet dann auch eine Panikattacke, es kommt zu einem Sturz und die Mutter mu\u00df ins Krankenhaus,\u00a0 mu\u00df operiert werden, was sie aber nicht will.<\/p>\n<p>Moni unterschreibt f\u00fcr die Mutter die Risiken und am Ende ruft der Pfleger an und keucht &#8220;Rasch zur\u00fcckrufen&#8221;<\/p>\n<p>Er hat die Mutter tot in ihrer Wohnung gefunden. Moni mu\u00df alles zur Beerdigung richten und die Erinnerungen, die sie nicht bergen konnte, zur\u00fccklassen.<\/p>\n<p>Aber doch, es gibt Platten mit <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_paulundpaula.html\">Zarah Leanders<\/a> rollenden &#8220;r&#8221; und alte Kinokarten vom wahrscheinlich Bellaria Kino von dem ich, glaube ich vor kurzem auch in einem der LL B\u00fccher gelesen habe.<\/p>\n<p>Dahin ist die Mutter schon als Pensionistin zwei drei mal in der Woche gegangen. Moni tr\u00e4gt die Partenzettel hin und wei\u00df nicht recht, ob sie willkommen sind?<\/p>\n<p>Die Kassiererin legt sie auch in eine Schublade, denn das Leben geht weiter, die alten Herr- und Frauschaften schauen sich weiter mehrmals in der Woche die alten Moser und Leander Filme an, bis sie dann auf einmal still wegbleiben und keiner wagt zu fragen.<\/p>\n<p>Moni, beziehungsweise Iris Blauensteiner haben es versucht und wenn ihre Mutter oder die Mutter einer Gleichaltrigen sterben wird,\u00a0 werden es wahrscheinlich keine Bellarai Kino Karten und Kriegserinnerungen sein, die zur\u00fcckbleiben, obwohl meine Tochter wurde 1984 geboren und im Bellaria Kiono bin ich als Studentin \u00f6fter gewesen und von meinem Vater gibt es ein Album mit Fotos aus seiner Wehrmachtszeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf dem ersten Blick findet man bei dem Debut der 1986 geborenen Filmemacherin Iris Blauensteiner zu dem Roman von Simone Hirth, einige \u00c4hnlichkeiten, obwohl es mehr ins Innere geht und die Sprache\u00a0 poetischer ist. Es geht aber auch um das &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=46936\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2807,3279,602,4886],"class_list":["post-46936","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-iris-blauensteiner","tag-kremayrscheriau","tag-oesterreichische-neuererscheinungen","tag-roman-debuts"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46936","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=46936"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/46936\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=46936"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=46936"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=46936"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}