{"id":47062,"date":"2016-09-30T23:47:12","date_gmt":"2016-09-30T21:47:12","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=47062"},"modified":"2016-09-30T23:47:12","modified_gmt":"2016-09-30T21:47:12","slug":"enquette-zur-literaturvermittlung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=47062","title":{"rendered":"Enquette zur Literaturvermittlung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/29\/leo-perutz-statt-h-c-artmann-preis\/\">Gestern<\/a> habe ich nicht nur die &#8220;H.C.Artmann-Preisverleihung&#8221; an Anselm Gl\u00fcck, sondern auch die Er\u00f6ffnung der &#8220;Enquette zur Literaturvermittlung&#8221; im Odeon Theater, vers\u00e4umt, die von zehn \u00f6sterreichischen Literaturh\u00e4usern, die schon seit 2004 mit einem &#8220;mit Sprache&#8221; genannten Projekt zusammenarbeiten, veranstaltet wurde und die im vorigen Jahr einen Fragebogen entwickelt haben, in dem sie die Besucher\u00a0 zu ihren Motiven befragten,ein Literaturhaus zu besuchen, ich habe je einen davon in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; und in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, die in Wien neben dem Literaturhaus auch zu den Veranstaltern, geh\u00f6rt ausgef\u00fcllt und bin heute zu der Enquette gegangen, an der sich au\u00dfer dem N\u00d6 Literaturhaus noch die anderen \u00f6sterreichischen Literaturh\u00e4user, das Felder Archiv und das Stifter Haus Linz beteiligt haben.<\/p>\n<p>Gestern wurde auch noch eine Anthologie &#8220;Zwischen Schreiben und Lesen&#8221; vorgestellt, wo <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/14\/acht-korrespondenzen-zur-guten-literatur\/\">wieder <\/a>einige\u00a0 Autoren ausgew\u00e4hlt wurden, dazu ihren Senf abzugeben und heute ging es los mit verschiedenen Themengebieten, die sich mit der Literaturvermittlung befassen.<\/p>\n<p>So gab Michael Wimmer, der einmal das &#8220;Kulturservice&#8221; gegr\u00fcndet hat, einen sehr interessanten Einblick, wie sich die Kulturlandschaft im Laufe der Zeit entwickelt hat. In den f\u00fcnfziger Jahren gab es eine autori\u00e4te Landschaft, dann kamen, die sehr<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/27\/ausflug-in-die-siebzigerjahre\/\"> aufbruchsorientierten Siebzigerjahre<\/a>, wo Kreisky ja mit der Literaturf\u00f6rderung begann, die Literaturh\u00e4user gegr\u00fcndet wurden und jetzt werden die Budgets eingespart und man kann dar\u00fcber diskutieren, ob man \u00fcberhaupt Orte wie Literaturh\u00e4user braucht?<\/p>\n<p>Manfred M\u00fcller, der Leiter der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/28\/schlagabtausch-zwischen-deuticke-und-jung-und-jung\/\">&#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a> brachte dazu eine Studie, die zeigte, da\u00df seit den Neunzigerjahren, die Zahl der Literaturveranstaltungen sehr zugenommen hat, jetzt wird auch in Buchhandlungen, Bibliotheken, Wirtsh\u00e4user und Cafes, etcetera, gelesen.<\/p>\n<p>Aber die Literaturh\u00e4user sind, glaube ich, die Orte, wo die eingeladenen Autoren, alle <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/28\/literaturverhinderungshaus-priessnitzpreis\/\">d\u00fcrfen da ja nicht lesen<\/a>, ein einigerma\u00dfen anst\u00e4ndiges Honorar bekommen, w\u00e4hrend die anderen jetzt wahrscheinlich viel leichter, woanders lesen und auch ihre B\u00fccher selber machen k\u00f6nnen, daf\u00fcr aber nichts oder zwanzig oder drei\u00dfig Euro bekommen.<\/p>\n<p>Dazu gab es auch eine Untersuchung, die zeigte, wie viele Autoren \u00fcberhaupt umsonst lesen und im dritten Block ging es, um die Literaturvermittlung bei Kindern- und Jugendlichen.<\/p>\n<p>Da wurde offenbar schon am Donnerstag vor allem von Jochen Jung beklagt, da\u00df die Leute viel zu wenig lesen, die Kinder lernen es oft in der Schule nicht mehr richtig und da springen dann zum Beispiel &#8220;Institute f\u00fcr Kinder und Jugendliteratur&#8221; ein und machen mit den Kindern Rollenspiele und Schreibwerkst\u00e4tten oder das Literaturhaus K\u00f6ln bietet Fortbildung f\u00fcr Lehrer an, wo die selber schreiben lernen.<\/p>\n<p>Am Nachmittag ging es dann, um die Medien. Da diskutierte Klaus Kastberger mit Peter Klein von \u00d61 und Brigitte Schwens Harrant, die ja nicht nur Jurorin beim \u00f6st.Bp ist, sonder auch die Literaturabteilung der &#8220;Furche&#8221; leitet und er gab auch eine Studie in Auftrag, wieviel die Medien \u00fcber Literaturh\u00e4user berichten und da ist interessant, da\u00df nicht nur die Zeitungen durchforstet wurden, sondern einige Blogs, da fiel zwar \u00f6fter das Wort &#8220;Laienkritik&#8221; und, wie das jetzt mit den E-Books ist, war man sich auf den Podien auch nicht ganz sicher, hat aber einige Litblogs durchforstet und herausbekommen, da\u00df nur ganz wenige \u00f6sterreichische Blog \u00fcber die Literaturh\u00e4user berichten.<\/p>\n<p>Da war der meine h\u00f6chstwahrscheinlich wieder einmal nicht dabei, denn ich tue das ja sehr viel, wohl aber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/page\/3\/\">&#8220;Inad\u00e4quat&#8221;<\/a>, den es\u00a0 nicht der gibt und der &#8220;Duftenden Doppelpunkt&#8221;.<\/p>\n<p>Das Ergebnis war aber, da\u00df sehr wohl \u00fcber Veranstaltungen berichtet wird und dann gings zur Auswertung der Frageb\u00f6gen und da stellte sich auch heraus, das Publikum ist sehr zufrieden, will aber, was mich ein wenig wunderte, gar nicht so sehr mit den Autoren, als \u00fcber die Autoren dieskutieren. Man konnte auch bei dieser Veranstaltung nicht direkt Fragen stellen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/16\/geschlossene-gesellschaft-zur-guten-literatur\/\">sa\u00df zwar im selben Raum<\/a>, aber wenn man Fragen hatten, konnte man die auf einen Zettel schreiben und mit einer Kluppe auf ein W\u00e4scheseil h\u00e4ngen und sie wurden dann in der Schlu\u00dfdiskussion zusammengefa\u00dft, was ich wieder etwas seltsam fand.<\/p>\n<p>Aber erst kamen Markus K\u00f6he und Mieze Medusa an die Reihe, die den ganzen Tag offenbar den Auftrag hatten, bei der Veranstaltung mitzuschreiben und dann eine Performance, beziehungsweise fast einen Poetry Slam aus den mitgeschriebenen S\u00e4tzen machten und bei der Schlu\u00dfdiskussion mit Klaus Kastberger, Doris Moser, Gerhard Rusis, Margit Schreiner, Daniela Strigl und Michael Wimmer, der neue Bundesminister war zwar angefragt, ist aber nicht gekommen, Kristina Pfoser moderierte, ging es wieder kontrovers zu, denn Klaus Kastberger der neue Leiter des &#8220;Grazer Literaturhauses&#8221; stellte die Frage, ob ein Literaturhaus subversiv sein m\u00fcsse und meinte, er h\u00e4tte nur deshalb zu lesen angefangen, weil es zu Hause keine B\u00fccher gegeben h\u00e4tte, h\u00e4tte ihm ein Lehrer beispielsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?s=wunschloses+ungl%C3%BCck\">Handke<\/a> in die Hand gedr\u00fcckt, h\u00e4tte er den h\u00f6chstwahrscheinlich bis heute nicht gelesen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/28\/dichtertreffen\/\">Gerhard Ruiss<\/a> beklagte die Einsparma\u00dfnahmen und die Sch\u00e4den die die Zentralmatura f\u00fcr die Sch\u00fcler und die Studenten hat, die jetzt nur noch Leserbriefe schreiben, aber keine B\u00fccher mehr besprechen w\u00fcrden, wurden auch sehr oft beklagt.<\/p>\n<p>Eine sowohl sehr interessante,\u00a0 als auch wieder sehr<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/07\/klassenliteratur\/\"> elit\u00e4re Veranstaltung,<\/a> wo sich die Vermittler und die Autoren gr\u00fc\u00dften, k\u00fc\u00dften, Kaffee tranken und das Publkum, das ja wie der Fragebogen auch erhob, oft auch aus Autoren bestand, daneben stand und schaute zu.<\/p>\n<p>Aber sehr viel Zeit, das zu bedauern, blieb mir gar nicht, denn die Diskussion war um viertel acht zu Ende und, um dreiviertel sieben hatte im &#8220;Kulturzentrum Siebenstern&#8221;, auch einer von den anderen literarischen Orten, schon die &#8220;Poet Night&#8221; des Wiener Lesetheaters beonnen und da lese ich ja immer mit.<\/p>\n<p>Was ich mir aber mitnehmen kann, ist das wieder selber machen,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/20\/die-sechs-deutschen-shortlistbuecher\/\"> selber lesen<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/26\/romanschrumpfung\/\">selber schreiben,<\/a> auch wenn man damit nicht in den Literaturbetrieb hineinkommt, der ja, wie man sieht sehr abgekapselt ist und das auch immer perfekter praktiziert, zwischen gut und schlecht, h\u00fcben und dr\u00fcben, drau\u00dfen und drinnen zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Die Eigenintiative aber machts, das sagt ja auch Gerhard Ruiss immer, auch wenn ich pers\u00f6nlich offenbar nicht viel weiter komme, sondern manchmal sogar an <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/28\/schlagabtausch-zwischen-deuticke-und-jung-und-jung\/#comments\">Anf\u00fchrungszeichen<\/a> scheitere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern habe ich nicht nur die &#8220;H.C.Artmann-Preisverleihung&#8221; 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