{"id":47425,"date":"2016-10-16T19:17:06","date_gmt":"2016-10-16T17:17:06","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=47425"},"modified":"2016-10-16T19:17:06","modified_gmt":"2016-10-16T17:17:06","slug":"literarische-fernsehformate","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=47425","title":{"rendered":"Literarische Fernsehformate"},"content":{"rendered":"<p>Literatur und Fernsehen, wie geht das zusammen? Gar nicht wahrscheinscheinlich oder so wie Literatur und Internet, aber ich verbringe wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Bloggen, als mit dem Lesen und B\u00fcchersendungen, die den Leuten das Lesen n\u00e4herbringen sollen, gibt es nat\u00fcrlich auch.<\/p>\n<p>Die kenne ich als Nichtfernseherin vom H\u00f6rensagen oder wieder durch das Netz, weil man sie sich dort ja anschauen kann und die legend\u00e4rste und ber\u00fchmteste, war, als es noch kein Netz gab, wohl das &#8220;Literarische Quartett&#8221; mit dem legend\u00e4ren Marcel Reich-Ranicki, dem streitbaren alten Herrn mit dem dramatischen Lebenslauf. Als er gestorben ist, habe ich mir ein paar Tage lang, glaube ich, alle Videos, die es \u00fcber ihm gegeben hat, samt dem ber\u00fchmten Film, im Netz angesehen, der die Faust hochgehoben hat und laut &#8220;Das ist keine Literatur!&#8221;, geschrieen hat.<\/p>\n<p>Er hat, glaube ich, auch, als die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/31\/gefahrliche-geliebte\/\">&#8220;Gef\u00e4hrliche Geliebte&#8221; von Haruki Murakami<\/a> besprochen wurde, seine Mitstreiterin\u00a0 Sigrid L\u00f6ffler bedleidigt und, als einmal einer der Zuh\u00f6rer mitdiskutieren wollte, wurde er autorit\u00e4r des Platzes verwiesen.<\/p>\n<p>Er hat aber auch, als er 2008 oder 2009 einen Fernsehpreis bekommen sollte, diesen abgelehnt, weil die B\u00fcchersendungen im Fernsehen so sp\u00e4t stattfinden, da\u00df die meisten B\u00fccherleser schon schlafen, worauf ihn Elke Heidenreich, auch eine legend\u00e4re B\u00fccherstreiterin unterst\u00fctzte und ihre Fernsehleiste &#8220;Lesen&#8221;, die es dann eine Weile im Internet gab, verlor.<\/p>\n<p>Das &#8220;Literarische Quartett&#8221; gibt es inzwischen mit Maxim Biller, Christine Westermann, moderiert von Volker Weidermann mit jeweils einem Gast, wieder, wo offenbar nach dem ber\u00fchmten Vorbild jeweils vier B\u00fccher besprochen werden und dem 1960 in Prag geborenen Schriftsteller Maxim Biller, von dem ich einmal den Erz\u00e4hlband &#8220;Wenn ich einmal reich und tot bin&#8221; gefunden habe, kommt offenbar die Rolle des Krokodils im Kasperltheater zu, der auftritt und zu dem jeweils zu besprechenden Buch &#8220;Das ist der gr\u00f6\u00dfte Quatsch auf Erden!&#8221;, sagen soll und dabei lausbubenhaft grinst. Da wird er dann meistens von der m\u00fctterlich wirkenden Journalistin Christine Westermann unterbrochen, die soweit sie neben dem energischen Streibaren zu Wort kommt, das Buch verteidigt.<\/p>\n<p>Ein paar dieser Sendungen habe ich mir schon angesehen, im <a href=\"http:\/\/www.literaturcafe.de\/literarisches-quartett-ohne-drogen-fehlt-dir-was\/\">Literaturcafe <\/a>werden sie auch moderiert und den Leuten scheint der streitbare Herr Biller, der offenbar Peep in die Sendungen bringen soll, damit die Leute nicht einschlafen, auch zu gefallen.<\/p>\n<p>Ich war bis jetzt indifferent, habe mir die Sendungen angesehen und die Achseln gezuckt, denn es ja irgendwie auch bei\u00a0 mir so, da\u00df ich f\u00fcr meine B\u00fccherempfehlungen das Fernsehen nicht brauche.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht woher ich sie beziehe, aber ich habe keinen B\u00fcchermangel und bin derzeit sowieso wild beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/20\/die-sechs-deutschen-shortlistbuecher\/\">Buchpreisbloggen<\/a>, das hei\u00dft mit dem deutschen, wo der Preis ja Morgen abend vergeben wird, bin ich schon fast fertig und habe au\u00dfer &#8220;Hool&#8221; und &#8220;M\u00fcnchen&#8221; schon alle B\u00fccher gelesen und habe auch schon meine h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Preisfavoriten, das hei\u00dft eigentlich zwei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/10\/drehtuer\/\">Katja Lange M\u00fcller,<\/a> dicht gefolgt von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/23\/das-pfingstwunder\/\">Sybille Lewitscharoff <\/a>und dann ist ja noch Thomas Melles <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/13\/die-welt-im-ruecken\/\">&#8220;Die Welt im R\u00fccken&#8221;<\/a>\u00a0 im Gespr\u00e4ch, das im Gegensatz zu den beiden anderen B\u00fcchern tats\u00e4chlich auf der Liste steht und obwohl das Buch ja kein Roman ist und den Preis wahrscheinlich bekommen wird.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte ich es mir jedenfalls vorstellen und das meinen auch die meisten anderen B\u00fccherblogger, dann steht noch Andrej Kubiczek mit seinem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/09\/skizze-eines-sommers\/\">DDR-Roman auf der Shortlist<\/a>, der mir\u00a0 auch sehr gut gefallen hat.<\/p>\n<p>Mir haben dann noch die B\u00fccher von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/08\/fremde-seele-dunkler-wald\/\">Reinhard Kaiser M\u00fchlecker<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/12\/weit-ueber-das-land\/\">Peter Stamm <\/a>wenigstens tur H\u00e4lfte so gut gefallen, da\u00df sie auf meiner pers\u00f6nlichen Shortlist w\u00e4ren und einige andere, wie beispielsweise <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/19\/rauschzeit\/\">Arnold Stadlers &#8220;Rauschzeit&#8221;<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/02\/ach-diese-luecke-diese-entsetzliche-luecke\/\">Joachim Meyerhoffs &#8220;Ach diese L\u00fccke, diese entsetztlich L\u00fccke&#8221;<\/a>, eher nicht.<\/p>\n<p>Aber da merke ich mein Mi\u00dffallen an, beispielsweise diese eher schiefe Metapher in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/31\/am-rand\/\">&#8220;Am Rand&#8221;<\/a> und schreie nicht &#8220;So ein Quatsch!&#8221;, denn ich habe es, da ich ja auch nicht so gerne verissen werden, nicht so <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/22\/sommerlocher\/\">mit dem Verrei\u00dfen und denke, das mu\u00df man auch nicht tuin.<\/a><\/p>\n<p>Im Fernsehen aber offenbar schon, obwohl es da auch Gegenbeispiele gibt, auf die ich noch zur\u00fcckkommen werde, aber am Freitag wurde im &#8220;Literarischen Quartett&#8221; mit den drei erw\u00e4hnte n Stammmoderatoren und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/19\/thomas-glavinic\/\">Thomas Glavinic, <\/a>als Gast unter anderen die Buchpreisb\u00fccher von Thomas Melle und Andrej Kubiczek vorgestellt und Maxim Biller ist bei dem Memoir von Thomas Melle, wie schon beschrieben hergegangen und hat &#8220;Ich finde es eineKatastrophe, da\u00df dieses Buch erschienen ist!&#8221;, gesagt und bei dem von Andrej Kubiczek hat er es ein paar Minuten sp\u00e4ter auch getan und hinzugef\u00fcgt, da\u00df man da sieht, da\u00df die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/09\/deutscher-buchpreis\/\">Buchpreise<\/a> ein Quatsch oder Mist w\u00e4ren, wenn solche B\u00fccher darauf k\u00e4men.<\/p>\n<p>Da kam es dann zu einem Streitgespr\u00e4ch und einem mehr oder weniger kurzen Schlagabtausch zwischen Christine Westermann, die sich verteidigend einschaltete und dem Moderatur Weidermann, der glaube ich, den Melle vorgeschlagen hat und ich bin ein paar Minuten lang dagesessen und habe mir &#8220;Ho?&#8221; gedacht.<\/p>\n<p>Denn jenseits aller Kritik, die glaube ich, speziell das &#8220;Literaturcafe&#8221; bez\u00fcglich dieser Sendeleistung hat, habe ich mir schon gedacht, da\u00df das eine qualit\u00e4tsvolle Sendung ist und es interessant ist, der Dikskussion zuzuh\u00f6ren, aber hier kann ich eigentlich auch nur &#8220;So ein Quatsch!&#8221; sagen, denn ein bi\u00dfchen Einwand habe ich ja auch, wenn Thomas Melle, morgen vielleicht den &#8220;Deutschen Buchpreis&#8221; f\u00fcr den besten Roman des Jahres bekommt, denn &#8220;Die Welt im R\u00fccken&#8221; ist kein solcher, sondern ein Bericht \u00fcber seine bipolare Depression und wenn ich dann einen anerkannten Fernsehmoderator sagen h\u00f6re, da\u00df das Buch nicht auf diese Liste soll, weil es etwas f\u00fcr Voyeure ist, dann setze ich aus.<\/p>\n<p>Die ber\u00fchmte Schwiegermutter, die sich f\u00fcr Joachim Meyerhoff interessiert und den toll findet und keinen Sohn und keine Tochter mit Psychoseerfahrung hat, wird zugegebenerweise mit dem Buch vielleicht nichts anfangen k\u00f6nnen, aber sonst finde ich, sehr wohl, da\u00df man \u00fcber diese Krankheitsbilder sprechen soll und wenn das dann noch am letzten wissenschaftlichen Stand und in einer literarischen Sprache passiert, ist es vielleicht nicht nur ein Buch f\u00fcr angehende Psychiater sondern eigentlich eines f\u00fcr alle, die sich f\u00fcr das Leben und seine T\u00fccke interessieren und Thomas Melle ist mit seinen zwei fr\u00fcheren B\u00fcchern <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/28\/3000-euro\/\">&#8220;3000 Euro&#8221;<\/a> und &#8220;Sickster&#8221; schon auf der Long- oder sogar <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/10\/leo-perutz-preis-und-andere-literarische-ereignisse\/\">Shortlist <\/a>gestanden und da ist er um den Brei herumgeschlichen und hat die manisch depressive Krankheit in Romanform beschrieben, also literarisiert und jetzt damit ein &#8220;Memoir&#8221; oder einen &#8220;Personal Essay&#8221; geschrieben.<\/p>\n<p>Wie das geht, kann man im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/22\/zwei-jahre-in-zwei-tagen\/\">&#8220;Writerstudio&#8221;<\/a> lernen, in die Moderatorenwelt scheinen sich diese Begriffe noch nicht herumgesprochen zu haben, so fragte der streitbare Herr Biller, ob er nur den Inhalt oder die literarische form besprechen soll,\u00a0 grinste diabolisch\u00a0 und meinte dann, literarisch ists ein Schmarrn, da haben ihn dann die anderen widersprochen, die fanden, da\u00df die Sprache literarischer, als der leichte lockere Plauderton, des Andrej Kubiczek ist\u00a0 und ich habe von einigen Bloggern geh\u00f6rt, da\u00df das Buch sie langweilen w\u00fcrde, weil da ja immer das gleiche passiert.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, die Manie folgt der Depression und umgekehrt und einen Roman kann ich weglegen und sagen, das will ich nicht lesen!<\/p>\n<p>Wenn ich selbst betroffen bin und die Phasen durchmache, werde ich wahrscheinlich daran scheitern und das ist es wahrscheinlich auch, was das Buch tats\u00e4chlich von einem Roman unterscheidet, weil ich das manisch depressive Krankheitsbild von dem sich die nicht Betroffenen auch gern herumdr\u00fccken, ja nicht wirklich kritisieren kann.<\/p>\n<p>Die vier Kritiker haben es versucht, da\u00df hei\u00dft Weidermann war begeistert, Westermann hat verteidigt und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/14\/beginn-der-oe-toene\/\">Thomas Glavinic <\/a>mit dem ich als Schriftsteller\u00a0 manchmal meine Schwierigkeiten habe, weil zu aggressiv, hat ja, glaube ich, auch einmal gesagt, er w\u00fcrde keine B\u00fccher lesen, weil er sonst nicht zu schreiben kommt.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt man manchmal von Schriftstellern und ist wahrscheinlich legitim, aber dann kamm man wahrscheinlich auch keine kritisieren. Thomas Glavinic hat sich aber trotzdem redlich bem\u00fcht und hat es, glaube ich, gar nicht so schlecht gemacht, obwohl die Kritiker im Netz von einem &#8220;stotternden Glavinic&#8221; sprachen.<\/p>\n<p>Ich meine eher, er hat sich nicht wirklich ausgekannt und nur ein paar Klischees widergegeben, wie das, das ich, glaube ich, einmal von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/19\/f\/\">Daniel Kehlman<\/a>n h\u00f6rte, da\u00df alle Schriftsteller l\u00fcgen w\u00fcrden und da\u00df das Melle Buch daher nat\u00fcrlich ein Roman w\u00e4re.<\/p>\n<p>&#8220;Ist es nicht!&#8221;, w\u00fcrde ich hier wieder antworten, obwohl es nat\u00fcrlich stimmt, da\u00df es wahrscheinlich trotzdem literarisch aufbereitet wurde und, da\u00df das gar nicht anders geht.<\/p>\n<p>Aber ich w\u00fcrde mich nicht dem Satz anschlie\u00dfen, da\u00df die Schriftsteller l\u00fcgen, wenn sie fabulieren und hier geht es, um eine Autobiografie und spannend f\u00fcr mich war, die gro\u00dfen Namen des literarischen Quartett haben das Buch nicht verstanden.<\/p>\n<p>Kann ja sein, aber dann sollen sie nicht dar\u00fcber in diesen Ton reden, auch wenn das Fernsehen vielleicht einen Kasperl oder ein Krokodil haben will, um die Leute an der Stange zu halten, das brav &#8220;So ein Mist!&#8221; schreit&#8221;<\/p>\n<p>Zwei B\u00fccher, die auf der Shortlist des dBp stehen werden das wahrscheinlich nicht sein, denn die Juroren dieses Preises werden sich ja etwas gedacht haben, als sie sie daraufsetzten und weil ich jetzt ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/23\/ueberraschende-longlisttitel\/\">Buchpreis blogge<\/a> habe ich die beiden B\u00fccher gelesen und bin zu einem anderen Urteil gekommen.<\/p>\n<p>Bei Beiden. Beim Melle habe ich gedacht, das ist kein Roman und d\u00fcrfte den Ausschreibungskriterien nach also nicht gewinnen und bei Andrej Kubiczeks DDR-Roman in dem er das Leben mit Sechzehn in einem leichten lockeren Erz\u00e4hlton beschreibt, hat mir auch gefallen.<\/p>\n<p>Auch, da\u00df die Quintessenz ist, da\u00df das Leben, wenn man sechzehn ist, tausend Mark inder Tasche und eine sturmfreie Bude hat, rauchen und trinken und den M\u00e4dchen nachschielen kann, auch in einer Diktarur sehr sch\u00f6n sein kann und ich war im Sommer 1985 mit dem Alfred und der kleinen Anna in der DDR, dort haben wir Alfreds Verwandten besucht, die uns bekochten und die Sehensw\u00fcrdigkeiten zeigten und dabei habe ich sehr wohl die b\u00f6sen Blicke der DDR-B\u00fcrger gesehen, die sie uns zuwarfen, weil wir sch\u00f6ner und bunter angezogen war.<\/p>\n<p>Da\u00df das Buch also ein wenig verkl\u00e4rt ist und\u00a0 Renes Vaters ein Parteifunktion\u00e4r ist, weil er sechs Wochen in die Schweiz reisen darf, habe ich mir\u00a0 auch gedacht, sonst aber sehr wohl Kritik in dem Buch gesehen, Maxims Biller, der wieder losschimpfte, aber nicht und hier wurde er auch von Volker Weidermann, der auch Schriftsteller ist und das\u00a0 Buch &#8220;Ostende&#8221;, wo sich Stefan Zweig und\u00a0 einige andere Emigranten\u00a0 im Sommer 1936 trafen, geschrieben hat, unterst\u00fctzt, der ebenfalls meinte, da\u00df man die DDR nicht verkl\u00e4ren darf.<\/p>\n<p>Warum eigentlich nicht, wenn man es so erlebte? Die realen Fakten kann man ja in anderen B\u00fcchern nachlesen und, da\u00df die Sprache so niedlich und einfach ist, habe ich auch nicht empfunden, wenn es vielleicht auch ein Buch ist, da\u00df sich an Jugendliche richtet und die beiden streitbaren Herren haben und deshalb schreibe ich diesen Artikel, meiner Meinung nach den beiden B\u00fcchern sehr geschadet, denn ich gehe ja davon aus, da\u00df die meisten Zuh\u00f6rer dieser Sendung, die B\u00fccher nicht gelesen haben. Wenn die jetzt das Fernsehen abdrehten und mit der Erkenntnis schlafengingen, da\u00df die beiden Shortlistb\u00fccher Quatsch sind und Buchpreise \u00fcberhaupt das letzte, dann ist,\u00a0 glaube ich, erstens etwas schiefgelaufen und zweitens stimmt es nicht und ich erwarte mir von B\u00fcchersendungen eigentlich qualifizierte Moderatoren, die ihr Gesch\u00e4ft verstehen und mich qualifiziert beraten\u00a0 und nicht von vornherein &#8220;Quatsch und Mist!&#8221;, schreien, damit eine m\u00fctterlich wirkende Frau, die sich meistens nicht durchsetzen kann, die B\u00fccher erfolglos l\u00e4chelnd verteidigen kann.<\/p>\n<p>So nicht, denke ich, die ich ja froh dar\u00fcber ist, da\u00df es keine Literaturkritik a la Reich Ranicki mehr gibt und, da\u00df der auch sehr viel Schaden angerichtet hat, hat ja Michael K\u00f6hlmeier in seiner Rede zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/07\/letztes-bachmannpreiskolloquium\/\">&#8220;Bachmannpreis&#8221;<\/a> vor ein paar Jahren bewiesen.<\/p>\n<p>Eine solche Literaturleiste brauche ich also nicht, es gibt aber noch andere.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich gibt es, glaube ich, die Sendung &#8220;Lesart&#8221; die ich kaum kenne, weil ich kein Fernsehen habe und im Netz auch nicht darauf sto\u00dfe, ich war aber zweimal live dabei, einmal im Literaturhaus als Katja Lange M\u00fcllers &#8220;B\u00f6se Schafe&#8221; vorgestellt wurden und einmal zur <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/16\/staatspreis-und-lesefesteroffnung\/\">Er\u00f6ffnung der Buch-Wien in der &#8220;Gr\u00fcnangergasse&#8221;<\/a>, da wird mit dem Publikum vorher der Applaus einge\u00fcbt und man mu\u00df sonst den Mundhalten und dann gibt es noch den Dennis Scheck mit seinem &#8220;Druckfrisch&#8221;.<\/p>\n<p>Da gibt es eine Leiste, wo er sich an eine Rutsche stellt und die Spiegel-Bestsellerliste entweder hinunterschmei\u00dft oder einbeh\u00e4lt, auch etwas was mir mi\u00dff\u00e4llt und man nicht machen sollte.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/09\/18\/literatursplitter\/\">Wolfgang Herles<\/a> hatte eine solche Sendung, wo er, glaube ich, Ferdinand von Schirach einmal sehr kritisierte, da\u00df ich den Kopf sch\u00fcttelte und es gab noch eine andere mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/07\/12\/vorleser-in-der-sommerfrische\/\">Amelie Fried, <\/a>glaube ich, die inzwischen ebenfalls eingestellt wurde.<\/p>\n<p>In der Schweiz gibt es den &#8220;Literaurclub&#8221; und der gilt, glaube ich, als positives Gegenbeispiel zum &#8220;Literairschen Quartett&#8221;, da wird auch meist sachlicher dikutiert, als aber Elke Heidenreich vor ein paar Jahren, ein falsches Zitat brachte, hat man\u00a0 nicht sie, sondern den Moderator abgesetzt und durch eine h\u00fcbsche blonde Moderatorin ersetzt, was ich seltsam fand, w\u00e4hrend Elke Heidenreich noch immer mitstreitet und das vor letzte Mal, glaube ich, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/30\/mein-vater-war-ein-mann-am-land-und-im-wasser-ein-walfisch\/\">Michelles\u00a0 Steinbeck mit\u00a0 ihrem sehr experimentellen Debutroman,<\/a> mit dem sie inzwischen auch auf der Scheizer Shortlist steht, eine Krankheit diagnostizierte.<\/p>\n<p>So nicht, liebe Kritiker, w\u00fcrde ich da sagen, es geht auch anders, man kann w\u00fcrde ich zumindestens hoffen, auch im Fernsehen B\u00fccher besprechen ohne sie zu verrei\u00dfen und wenn man das schon unbedingt tun will, dann sollte man das differenzierter tun und nicht einen Moderator daf\u00fcr einsetzen, der nur &#8220;Das ist schlecht!&#8221; sagt und die qualfizierte Begr\u00fcndung daf\u00fcr schuldig bleibt!<\/p>\n<p>Es gibt aber wie ich bei den Bloggern lesen kann, auch eine <a href=\"http:\/\/swrmediathek.de\/player.htm?show=b7cab1e4-9095-11e6-8e1e-005056a12b4c\">deutsche Alternative<\/a>, die deutlich besser ist und die ich mir vielleicht einmal ansehen sollte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Literatur und Fernsehen, wie geht das zusammen? 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