{"id":47672,"date":"2016-10-29T00:25:34","date_gmt":"2016-10-28T22:25:34","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=47672"},"modified":"2016-10-29T00:25:34","modified_gmt":"2016-10-28T22:25:34","slug":"sprache-der-kraehen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=47672","title":{"rendered":"Sprache der Kr\u00e4hen"},"content":{"rendered":"<p>&#8220;Eine packende Kombination aus Thriller, Liebesgeschichte und Familiendrama&#8221;, steht im Klappentext <a href=\"http:\/\/www.picus.at\/event\/praesentation-georg-elterlein-sprache-der-kraehen\/\">des zweiten Romanes, des 1961 in Wien geborenen Georg Elterlein,<\/a> den mir einmal, glaube ich, Anni B\u00fcrkl auf der &#8220;Buch-Wien&#8221; vorstellte, ich seinen Debutroman &#8220;Der Hungerk\u00fcnstler&#8221; im Schrank gefunden, aber noch nicht gelesen, habe und von dem mir\u00a0 auch Irene Wondratsch erz\u00e4hlte, als sie letzte Woche im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/18\/ruth-aspoecks-poetischer-diskurs\/\">&#8220;Rebulikanischen Club&#8221;<\/a> traf.<\/p>\n<p>Und das stimmt und hat mich Anfangs auch ein wenig verunsichert, weil ich nicht recht wu\u00dfte, ob das jetzt ein Jugend- oder All Age-Buch ist, was ich da lese und mir die Handlung zuerst auch ein wenig zu eindimensional positiv erschien, sp\u00e4ter habe ich erkannt, sie ist genauest konstruiert und diese Mischung wahrscheinlich gekommt eingeplant und insgesamt ist es ein sehr spannendes Buch, das auch sehr viel Stoff zum Nachdenken gab.<\/p>\n<p>Da ist also Leonhard aus der &#8220;Abschaumsiedlung&#8221;, die Mutter hat die Familie verlassen, als er und sein Bruder Kinder waren und, als der Vater dann erschossen wurde, hat das Jugendamt, das inzwischen, glaube ich &#8220;Amt f\u00fcr Familie und Jugend&#8221; hei\u00dft, den kleinen Bruder Max, bei dem noch Hoffnung herrschte, zu Pflegeeltern gegeben, den gr\u00f6\u00dferen ins Heim gesteckt.<\/p>\n<p>Das ist inzwischen lange her, denn Leonhard ist schon Mitte Vierzig, als die Handlung beginnt. Er hat eine getarnte Schlosserei, lebt aber eigentlich von Raub\u00fcberf\u00e4llen, war fr\u00fcher bei der Fremdenlegion und ein Trauma mit einer fr\u00fcheren Freundin, die auch bei einem Raub\u00fcberfall erschossen wurde, gibt es ebenfalls.<\/p>\n<p>Da kommt die Nachricht, der Bruder Max, den er als Kind immer besch\u00fctzte, zu dem er aber den Kontakt verloren hat, hatte mit seiner Frau einen Autounfall, beide tot, nur der zehnj\u00e4hrige Neffe, den er nie gesehen hat, \u00fcberlebte, liegt aber im Spital und spricht nicht mehr und hat au\u00dfer Leonhard auch keine Verwandten.<\/p>\n<p>Das, stellt sich heraus, stimmt nicht ganz, es gibt norwegische Gro\u00dfeltern, denn die Mutter kam aus Norwegen, Leonhard ruft sie auch herbei, aber die wollen mit dem Enkel nichts zu tun haben, denn Tove hat ihnen diesen stets vorenthalten, sie kommen also nur, um die Leiche der Tochter \u00fcberf\u00fchren zu lassen.<\/p>\n<p>So bleibt Leonhard, der eigentlich den n\u00e4chsten Raub\u00fcberfall plant und auch von zwei M\u00e4nner verfolgt wird, nichts anderes \u00fcbrig, als sich um seinen Neffen zu k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Das gelingt ihm auch gut, konstatiert der Sozialarbeiter, der ihm einen Pflegeantrag nahelegen will, doch &#8220;soziale Kompetenz&#8221;.<\/p>\n<p>Erik ist indessen in einer wahrscheinlich psychiatrischen Klinik und kommuniziert mit dem Onkel schriftlich, versucht auch \u00f6fter zu fl\u00fcchten und nur Leonhard kann ihm aus dem Klo oder vom Dach herunterholen, so da\u00df die \u00c4rzte mit ihm kooperieren und er den Neffen probeweise nach Hause holen kann.<\/p>\n<p>Der T\u00fcrke Murat, der im selben Hof, wie Leonhard eine Autowerkstatt betreibt, organisiert die M\u00f6bel f\u00fcr das Kindeszimmer und Leonhard kommt so zu einem Kind, obwohl er gar nicht wei\u00df, ob er das will und er dazu bereit ist.<\/p>\n<p>Es gibt auch eine eher ungute Sozialarbeiterin, die ihm mit einem Fragebogen und einem Pflegeelternkurs schikaniert und die Kr\u00e4hen, als Symbol und Metaphern gibt es auch, denn die haben laut Max oder einen von Leonhards Kunden, zwei Sprachen, eine f\u00fcr die Familie und eine allgemeine und in dem Hof wo Leonhard wohnt und arbeitet gibt es auch eine &#8220;Morgenkr\u00e4he&#8221;.<\/p>\n<p>Erik interessiert sich f\u00fcr sie und an dem Nachmittag, wo er probeweise zu Leonhard darf, wird, die von einer Katze \u00fcberfallen und verletzt, die beiden retten sie und pflegen sie gesund.<\/p>\n<p>Leonhard trifft auch eine Jugenfreunin wieder, mu\u00df aber auch seinen Raub\u00fcberfall planen und zu dem Zeitpunkt, wo er eigentlich ein Schiff \u00fcberfallen soll, ruft die Klinik an, Erik ist verschwunden.<\/p>\n<p>Es kommt zu einem Happyend und Leonhard zieht mit Erik und wahrscheinlich auch mit Tina, nach Frankreich, wo er\u00a0 seit seinen fr\u00fcheren Raub\u00fcberf\u00e4llen ein Haus hat.<\/p>\n<p>Er hat vorher auch seine Hehlerin und die beiden Auftraggeber erschossen. Das war sein letzter Coup, bevor er sich ins Privatleben mit den Neffen, der wahrscheinlich wieder spricht, zur\u00fcckzieht und das ist nat\u00fcrlich auch die Stelle, mit der ich Schwierigkeiten habe.<\/p>\n<p>Denn Gewalt und Raub\u00fcberf\u00e4le mag ich eigentlich nicht und, ob die Mischung zwischen Sozialkompetenz und Fremdenlegion und Raub\u00fcberf\u00e4lle wirklich so realistisch ist, wage ich auch zu bezweifeln.<\/p>\n<p>Es ist aber spannend zu lesen und mal etwas anderes und die Sozialkritik, zum Beispiel, die an den Jugendheimen, wo die Kinder vergewaltigt wurden, wie Leonhard es erlebte, kommt auch vor.<\/p>\n<p>Ob das Jugendamt oder dieses f\u00fcr Familie wirklich einem ehemaligen Heimkind und Fremdenlegion\u00e4r, die Obsorge f\u00fcr einen traumatisierten Zehnj\u00e4hrigen gibt, glaube ich auch nicht wirklich.<\/p>\n<p>Trotzdem erscheint mir das Buch gut recherchiert und es sind auch einige durchaus gegl\u00fcckte Spannungsmomente eingebaut.<\/p>\n<p>Allerdings hoffe ich doch, da\u00df im Alltagsleben nicht so viel geraubt und gemordet wird und, da\u00df die Geschichte gut ausgeht, finde ich auch sehr sch\u00f6n.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Eine packende Kombination aus Thriller, Liebesgeschichte und Familiendrama&#8221;, steht im Klappentext des zweiten Romanes, des 1961 in Wien geborenen Georg Elterlein, den mir einmal, glaube ich, Anni B\u00fcrkl auf der &#8220;Buch-Wien&#8221; vorstellte, ich seinen Debutroman &#8220;Der Hungerk\u00fcnstler&#8221; im Schrank gefunden, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=47672\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1939,2307,3529,590,4555,5782],"class_list":["post-47672","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-familiendrama","tag-georg-elterlein","tag-liebesgeschichte","tag-oesterreichische-gegenwartsliteratur","tag-picus","tag-thriller"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=47672"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/47672\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=47672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=47672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=47672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}