{"id":48224,"date":"2016-11-20T22:44:49","date_gmt":"2016-11-20T21:44:49","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=48224"},"modified":"2016-11-20T22:44:49","modified_gmt":"2016-11-20T21:44:49","slug":"echos-aus-japan","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=48224","title":{"rendered":"Echos aus Japan"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, dem Nachfolger der &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221;, das Walter Famler von der &#8220;Alten Schmiede&#8221; seit einigen Jahren im November, meistens mit Literatur aus einem bestimmten Gastland macht.<\/p>\n<p>Weil es zeitlich \u00f6fter mit meinem Geburtstagsfest zusammengefallen ist, habe ich die Veranstaltung einige Jahre lang vers\u00e4umt und bin, glaube ich, erst hingekommen, als Griechenland das Gastland war, dann kam die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/17\/ukrainisches-wochenende\/\"> Ukraine,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/07\/jugoslawija-revisited-ii\/\">Ex-Jugoslawien<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/17\/gender-tun-und-lassen\/\">Angelika Reitzer kuratierte einmal f\u00fcr die Frauen<\/a>, die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/10\/29\/literatur-im-flus\/\">Donau war einmal das Thema<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/22\/stimmen-aus-dem-iran\/\">voriges Jahr der Iran <\/a>und heuer Japan ein interessantes Thema, nur\u00a0 zeitgleich mit dem &#8220;Fried-Festival&#8221;, so da\u00df man sich wieder teilen m\u00fc\u00dfte und weil Japan so weit entfernt ist und wahrscheinlich auch zu teuer Huraki Murakami, dem ewigen Nobelpreiskanditaten einzufliegen, traten diesmal auch eine Reihe von \u00f6sterreichischen Autoren auf, die irgendwie einen japanischen Kontext haben und der ist sehr oft, da\u00df sie dort als Gastlektoren, wie <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/25\/martin-kubaczek-und-leopold-federmair\/\">Leopold Federmair,<\/a> an japanischen Universit\u00e4ten unterrichten.<\/p>\n<p>Begonnen hat es wieder am Freitag und da habe ich es wegen der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/19\/25-jahre-literaturedition-noe-und-25-jahre-hans-weigel-literaturstipendium\/\">&#8220;Literatur aus Nieder\u00f6sterreich&#8221;<\/a> vers\u00e4umt und am Samstag gings los mit einem Film &#8220;Tony Takitani&#8221; nach einer Erz\u00e4hlung von Haruki Murakami und der war sehr meditativ, sehr ruhig und, wie die japanische Literatur vielleicht meistens ist, sehr fremd.<\/p>\n<p>Tony Takitani ist schon einmal wegen seines amerikanischen Vornamens ein Au\u00dfenseiter, dann ist die Mutter bei der Geburt gestorben, der Vater ein Musiker, war meistens auf Konzertreisen, dann hat er eine Frau geheiratet, die obsessiv Designerkleider kaufte und, als er ihr das verbieten wollte, ist sie daran gestorben, das kommt in dem Film nicht sehr deutlich heraus, es tritt nur auf einmal eine andere Frau auf, die er als Sekret\u00e4rin engagiert, sie soll aber die Kleider seiner toten Frau tragen, dann bl\u00e4st er das ab, verkauft die Kleider seiner Frau und die Schallplatten, die er von seinem Vater erbte und bleibt allein.<\/p>\n<p>Im Anschlu\u00df gab es eine Diskussion mit der \u00dcbersetzerin Ursula Gr\u00e4fe, die den Skandal um die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/01\/31\/gefahrliche-geliebte\/\">&#8220;Gef\u00e4hrliche Geliebte&#8221; <\/a>zwischen MRR und Sigrid L\u00f6ffler im damaligen literarischen Quartett in Erinnerung rief.<\/p>\n<p>Die &#8220;Gef\u00e4hrliche Geliebte&#8221; habe ich gelesen, mein einziges Haruki Murakami Buch bisher, obwohl ich einige andere in meinen Regalen habe, dann schwenkte sie zum Namensvetter Ryo Murakami \u00fcber. von dem ich\u00a0<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/09\/07\/das-casting\/\"> &#8220;Das Casting&#8221; <\/a>gelesen habe und es gab eine Lesung aus dem Nachfolgerroman &#8220;Coin Locker Babies&#8221;, wo es um in Schlie\u00dff\u00e4cher weggelegte Kinder geht, beziehungsweise, um eine junge Frau, die mit Siebzehn mit ihrem Krododil, das im elterlichen Haus zu gro\u00df geworden ist, auszieht.<\/p>\n<p>Danach kam, eingeleitet von Leopold Federmair Hitonari Tsuji, der 1959 in Hino geboren wurde, jetzt in Paris lebt, Filme gemacht hat und \u00fcberhaupt, wie Leopold Federmayr erw\u00e4hnte, ein &#8220;Tausendsassa&#8221; ist, er stellte ihm einige Fragen, die der Autor, glaube ich, anders als erw\u00fcnscht, der von der guten \u00f6sterreichischen K\u00fcche, dem Schnitzel und dem Gulasch, schw\u00e4rmte, beantwortete.<\/p>\n<p>Dann aber etwas vom Buddhismus erz\u00e4hlte und es gab einen Auszug aus seinem Roman &#8220;Der wei\u00dfe Buddah&#8221;, der wie der Autor dann doch erz\u00e4hlte, das Leben seines Gro\u00dfvaters schildert.<\/p>\n<p>Danach kam die 1959 geborene <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/04\/15\/peter-clar-und-sabine-scholl\/\">Sabine Scholl<\/a>, die jetzt in Berlin lebt, aber dreimal je ein Semester in Japan war und jetzt einen Roman herausgegeben hat, der die &#8220;F\u00fcchsin spricht&#8221; hei\u00dft, daraus las sie drei Stellen, die von Japan handeln und zwar ist die Protagonistin mit ihrer Tochter Kiki aus Japan nach Berlin zur\u00fcckgekommen, der Vater ist dort geblieben und hat sich auch mit einer Japanerin verheiratet.<\/p>\n<p>Fukushima wird thematisiert und die japanischen Mythologien, so ist das Fuchsmotiv ja ein beliebtes Thema und da stand ja auf der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/25\/der-fuchs-und-dr-schimamura\/?preview_id=38732\"> vorigen deutschen LL ein solches Buch<\/a>, das es auch am B\u00fcchertisch gab und noch einiges anderes aus der Sicht von Personen, die Japan schon verlassen haben und nur mehr ihre Fiktion davon wiedergeben.<\/p>\n<p>Zuletzt kam wieder eine Japanerin, n\u00e4mlich, die 1983\u00a0 geborene Nanae\u00a0 Aojama, die ihren Roman &#8220;Eigenwetter&#8221; vorstellte, wo es um eine zwanzigj\u00e4hrige junge Frau geht, die, weil ihre Mutter nach China geht, in das Haus einer alten Verwandten zieht und dabei einige Erfahrungen macht, Beziehungen eingeht und schlie\u00dflich einen Job findet. Der Flu\u00df oder die Eisenbahnschienen werden dabei, als Metaphern des Lebens beschrieben und\u00a0 Thomas Eggenberg, der zwar nicht sie, aber Banana\u00a0 Yoshimoto \u00fcbersetzte, fragte die junge Frau nach ihren Leseerfahrungen und, ob sie schon einmal in \u00d6sterreich gewesen w\u00e4re?<\/p>\n<p>Am Sonntag\u00a0 gabs in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; ein Werkstattgespr\u00e4ch zwischen Lydia Mischkulnig, Sabine Scholl, Miri Yu und Fuminori\u00a0 Nakamura, der am Freitag gelesen hat, zum Thema &#8220;Global und Lokal&#8221;, aber da wurde zeitgleich im Literaturhaus der &#8220;Erich Fried Preis&#8221; an Leif Randt verliehen, so bin ich erst knapp nach zwei ins Odeon gekommen, wo der Film <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/28\/dichtertreffen\/\">&#8220;Kirschbl\u00fcten und rote Bohnen&#8221; <\/a>schon gelaufen ist, den ich schon mit dem Alfred im Februar gesehen habe.<\/p>\n<p>Der Film ist nach einem Roman des 1962 in Tokio geborenen Durian Sukegava und handelt von der Diskriminierung an Lepra erkrankten, die in den F\u00fcnfziger Jahren in Japan weggesperrt wurden. Er handelt auch von drei einsamen Menschen, einem M\u00e4dchen, das mit ihrem Vogel bei ihrer Mutter lebt, die aber nicht viel Zeit f\u00fcr sie hat, einen vorbestraften Dorayaki-B\u00e4cker und einer alten an Lepra erkrankten Frau, die in den Neunzigerjahren wieder in die Freiheit durfte und ihm das Rezept der besten Bohnenpaste lehrte.<\/p>\n<p>Danach gab es eine Pause mit den japanischen Autoren, das hei\u00dft, es wurden Lydia Mischkulnig und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/16\/zwei-japanromane\/\">Anne Cotten <\/a>vorgestellt, die wie Sabine Scholl und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/07\/02\/ubwersetzt-von\/\">Leopold Federmair <\/a>einige Semester an einer japanischen Universit\u00e4t lehrten und nun von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/10\/stromung\/\">Martin Kubaczek<\/a>, der das auch einmal tat, genau zu den japanischen Einfl\u00fc\u00dfen in ihren Werken, die dadurch entstanden, befragt.<\/p>\n<p>Die 1963 in Klagenfurt geborene Lydia Mischkulnig, die ich pers\u00f6nlich sehr abgehoben empfinde, hat dazu wieder aus ihrem neuen Erz\u00e4hlband die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/20\/zwei-erzaehlbaende\/\">Geschichte &#8220;Ein Tier wie jedes andere&#8221;<\/a> gelesen, in dem es, um einen Heuschreck am Fenster einer Angestellten, in deren Firma abgebaut wird, geht, gelesen.<\/p>\n<p>Anne Cotten hat sich in einigen ihrer B\u00fcchern mit dem Japanthema besch\u00e4ftigt und als sie dort war, auch versucht die japanischen Schriftzeichen zu erlernen, au\u00dferdem hat sie ihren Figuren japanische Kunstnamen gegeben, so zum Beispielen einen Studenten, der an der Hochschule f\u00fcr Bodenkultur studiert, Boku genannt.<\/p>\n<p>Die 1980 in St. P\u00f6lten geborene Milena Michiko Flasar, hat durch ihre japanische Mutter und auch durch das Thema, ihres preisgekr\u00f6nten Romans &#8220;Ich nannte ihn Krawatte&#8221;, wahrscheinlich einen gr\u00f6\u00dferen Japapbezug und interessant ist auch, da\u00df ich heute im &#8220;Wortschatz&#8221; am Margaretenplatz, die Anthologie &#8220;schreibART AUSTRIA&#8221;- Das Literaturprogramm der Kultursektion\u00a0 des Au\u00dfenministeriums gefunden hat, wo unter anderen auch Milena Michiko Flasar mit einem Auszug aus ihrem &#8220;Krawatten-Buch&#8221; aus dem ich ja <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/12\/milena-michiko-flasar-und-festwocheneroffnung\/\">schon<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/03\/18\/zuruck-aus-leipzig\/\">einige<\/a> Lesungen h\u00f6rte, da aber leider <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\">noch nicht zu mir gekommen ist<\/a>, enthalten ist.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df kamwieder eine japanische Autorin, allerdings eine mit koreanischen Wurzeln, die schon erw\u00e4hnte, Miri Yu, 1968 geboren, sie stellte ihren auf Deutsch erschienen Roman &#8220;Gold Rush&#8221; vor, in dem es, um einen Vierzehnj\u00e4hrigen geht, der seinen Vater erschlagen hat und bevor er sich der Polizei stellt, noch einmal mit seinem behinderten Bruder in den Zoo geht.<\/p>\n<p>Diese Stelle wurde von Robert Reinagl auf Deutsch gelesen. Im Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlte die Autorin, da\u00df sie jetzt an einer Fortsetzung schreibt, in der es darum geht, was mit dem Vierzehnj\u00e4hrigen zwanzig Jahre sp\u00e4ter, nachdem er aus dem Gef\u00e4ngnis entlassen wird, passiert.<\/p>\n<p>Also interessant und spannend, vielleicht werden wir auch\u00a0 etwas von dem Buch h\u00f6ren, inzwischen kann man sich auch so in die japanische Literatur einlesen, das &#8220;Kirschbl\u00fctenbuch&#8221; war allerdings am B\u00fcchertisch, den wieder die Buchhandlung der Brigitte Salanda machte, bald ausverkauft. Es lagen aber andere darauf und ich habe auch noch einige ungelesene B\u00fccher von\u00a0 japanischen Autoren in meinen Regalen und die japanische Literatur ist auch, wie ich bei den Blogs, die ich gerne lese, bemerken kann, derzeit sehr modern und sehr geliebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal &#8220;Literatur im Herbst&#8221;, dem Nachfolger der &#8220;Literatur im M\u00e4rz&#8221;, das Walter Famler von der &#8220;Alten Schmiede&#8221; seit einigen Jahren im November, meistens mit Literatur aus einem bestimmten Gastland macht. 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