{"id":48240,"date":"2016-11-21T22:50:13","date_gmt":"2016-11-21T21:50:13","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=48240"},"modified":"2016-11-21T22:50:13","modified_gmt":"2016-11-21T21:50:13","slug":"internationale-erich-fried-tage","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=48240","title":{"rendered":"Internationale Erich-Fried-Tage"},"content":{"rendered":"<p>Im November finden ja meistens die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/10\/erich-fried-tage-2013\/\">&#8220;Erich Fried-Tage&#8221;<\/a> statt, beziehungweise wird da dann der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/11\/facts-an-fiction\/\">&#8220;Erich Fried-Preis&#8221; <\/a>vergeben, manchmal gab es da Paralellen mit meinem Geburtstagsfest, auch mit der &#8220;Buch-Wien&#8221; mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/20\/echos-aus-japan\/\">&#8220;Literatur im Herbst&#8221;<\/a> hat es sich aber noch nie \u00fcberschnitten.<\/p>\n<p>Heuer hat es, was sich dann\u00a0 nicht ganz so schlimm, herausstellen sollte, denn heuer ist ja alles anders und so wurden die &#8220;Fried-Tage&#8221;, die es seit einigen Jahren mit einem j\u00e4hrlichen Symposium gibt, am Samstag mit einer Ausstellung er\u00f6ffnet, da war ich im &#8220;Odeon&#8221;\u00a0 und am Sonntag gabs die Preisverleihung zeitgleich mit dem &#8220;Werkstattgespr\u00e4ch in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; zu &#8220;Echos aus Japan&#8221;, das ich vers\u00e4umte, denn die Preisverleihung wollte ich mir gerne anh\u00f6ren, da ich ja, wie meine Leser wissen, solche <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/08\/27\/alpha-shortlist\/\">sehr mag<\/a> und auch regelm\u00e4\u00dfig besuche, vielleicht weil ich selber keine Preise bekomme und dann ist der Preistr\u00e4ger, der 1983 in Frankfurt am Main geborene, Leif Randt, von dem ich zum ersten Mal etwas h\u00f6rte, als er beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/09\/samstaglesung\/\">&#8220;Bachmannpreis&#8221;<\/a> gewonnen hat, auch sehr interessant.<\/p>\n<p>Ist er doch ein sehr schlagfertiger junger Mann, der seine Preisverleihung &#8220;einen interessanten Vormittag&#8221; nannte, w\u00e4hrend er sonst am Sonntag eher schlafen w\u00fcrde und seinen Erstlingsroman &#8220;Leuchtspielhaus&#8221;, habe ich mir vor einem Jahr, in einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/15\/die-achte-buch-wien\/\">Trafik, um zwei Euro als &#8220;unverk\u00e4ufliches Leseexemplar&#8221;<\/a> auch gekauft, in meinen B\u00fccherbergen versenkt und noch nocht gelesen, vielleicht komme ich einmal dazu.<\/p>\n<p>Beim Bachmannpreis hat er aus seinem zweiten Roman &#8220;Schimmender Dunst \u00fcber Coby County&#8221; gelesen, inzwischen ist noch der dritte Roman &#8220;Planet Magnum&#8221; erschienen und die einzige Jurorin, die, wie das bei diesem Preis so \u00fcblich ist, ihn vorschlug, war Eva Menasse, von der ich &#8220;Vienna&#8221; und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/12\/quasikristalle\/\">&#8220;Quasikristalle&#8221;<\/a> gelesen hat, weil sie damit ja vor zwei Jahren beim<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/10\/der-funfte-alpha-literaturpreis\/\"> &#8220;Alpha&#8221; <\/a>gewonnen hat, deshalb war auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/23\/robert-menasses-faust-und-namensprobleme\/\">Robert Menasse<\/a> bei der Preisverleihung.<\/p>\n<p>das hei\u00dft wahrscheinlich nicht nur deshalb, trat er doch am Abend bei der Tagung &#8220;J\u00fcdische Kultur der Gegenwart&#8221; auf, da war ich\u00a0 im Odeon,\u00a0 aber als ich in der Fr\u00fch ins Literaturhaus gegangen bin, lagen sch\u00f6ne B\u00fccher im &#8220;Wortschatz&#8221; darunter Robert Mensasses &#8220;Schubumkehr&#8221;, jetzt bin ich zwar gar nicht sicher, ob ich das Buch nicht schon habe, habe es aber signieren lassen, finde ich es in meiner Leseliste, lege ich es am Montag\u00a0 mit der taufrischen Unterschrift zur\u00fcck, wenn ich zum &#8220;Round Table Gespr\u00e4ch 1&#8221; ins Literaturhaus gehe.<\/p>\n<p>Es ist mir auch vorgekommen, als w\u00e4ren weniger Leute im Publikum, wahrscheinlich die, die in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; beim &#8220;Werkstattgespr\u00e4ch&#8221; waren, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/22\/gustav-ernst-und-der-dialog\/\">Gustav Ernst <\/a>war aber da, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/25\/herbert-j-wimmers-literarischer-konstruktivismus\/\">Herbert J. Wimmer,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/09\/aufzeichnungen-einer-blumendiebin\/\">Karin Invacsics <\/a>und und&#8230;<\/p>\n<p>Christel Fallenstein und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/08\/der-erste-oesterreichische-buchpreis\/\">Friederike Mayr\u00f6cker,<\/a> die fr\u00fcher gern zur Preisverleihung gekommen sind, nicht mehr, aber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/13\/lagerfeuer\/\">Julia Franck <\/a>sa\u00df in der ersten Reihe und tritt ja am Montag bei den &#8220;Round Table Gespr\u00e4chen, gemeinsam mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/06\/30\/sprachkunstabschluss-und-fest-fur-robert-schindel\/\">Robert Schindel <\/a>auf, der auch im Publikum war.<\/p>\n<p>Es kamen dann auch die Gru\u00dfworte von Robert Stocker vom Bundeskanzleramt und vom deutschen Botschafter, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/10\/25\/ein-fest-fur-heinz-lunzer\/\">Heinz Lunzer,<\/a> der derzeitge Pr\u00e4sident der &#8220;Fried Gesellschaft&#8221; stellte\u00a0 Eva Menasse vor und fand f\u00fcr sie sehr launige Lobesworte.<\/p>\n<p>dann kam die 1970 in Wien geborene, die derzeit in Berlin lebt und hielt ihre Laudatio, erkl\u00e4rte, da\u00df es sich bei &#8220;Planet Magnum&#8221; nicht oder nicht nur um einen &#8220;Science Fiction Roman&#8221; handelt, wie der deutsche Botschafter meinte, da ist auch schon sehr viel Gesellschaftskritik dabei und Leif Randt hielt dann, wie er anmerkte, seine erste Dankesrede, f\u00fcr die er sich sehr bem\u00fcht hatte.<\/p>\n<p>Erich Fried kam dabei nicht sehr vor, wohl aber die Texte des Autors, n\u00e4mlich die, die er gerne schreiben w\u00fcrde und auch die Reisen um die Welt, die er im Rahmen des &#8220;Goethe Instituts&#8221; macht und zu denen er, seit er einmal in Sibirien war, oft eingeladen wird.<\/p>\n<p>Dann wollte er ein Video zeigen, das klappte aber nicht mit der Technik, so da\u00df er die Frage stellte, ob die Leute nicht fernsehen w\u00fcrdenund was sie sonst am Abend machen?<\/p>\n<p>&#8220;B\u00fccher lesen!&#8221;, schrie einer aus dem Publikum und da sowohl Eva Menasse, als auch der Botschafter, den Fernseher in Betrieb setzen konnten, ging es mit der Rede weiter.<\/p>\n<p>Danach gabs Sekt zum Ansto\u00dfen, ein bi\u00dfchen Smalltalk und ich bin\u00a0 ins &#8220;Odeon&#8221; zum zweiten oder dritten Teil des &#8220;Japanischen Echos&#8221; gegangen und da die &#8220;Fried Tage&#8221; diesmal erst begonnen haben, ist es am Montag mit den Round Table Gespr\u00e4chen zum &#8220;J\u00fcdischen Leben&#8221; weitergegangen und da hat es um f\u00fcnf mit Edek Bartz, ein im Kasachtan geborener Musiker und Lektor an der angewandten Kunst, de rin Ostberlin geborenen Barbara Hongmann und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/11\/28\/der-kalte\/\">Robert Schindel<\/a>, moderiert von<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/16\/shortlisten-lesung\/\"> Doron Rabinovici<\/a> zu der Frage &#8220;Erinnerung im globalen Zeitalter&#8221; weitergegangen und die Erinnerungen sind der Holocaust, genauso, wie der Auszug aus \u00c4gypten\u00a0 und der Begriff Holocaust wurde auch erst in den Neunzehnsiebzigerjahren durch den gleichnamigen Film gepr\u00e4gt, an dem ich mich sehr gut erinnern kann, denn da bin ich ja einmal im Wienerwald spazierengegangen, habe am Cobenzel an einem Wirtshaustisch eine Reihe junger M\u00e4nner in brauen Hemden sitzen geeshen, habe b\u00f6se geschaut und gedacht, das w\u00e4ren Nenazis, sp\u00e4ter habe ich dann im Fernsehen gesehen, das waren Filmaufnahmen f\u00fcr die ber\u00fchmte Serie.<\/p>\n<p>Robert Schindel wurde in Wien. als Kind von j\u00fcdischen Kommunisten geboren, Barbara Honigmann, von der ich, glaube ich schon einige B\u00fccher gelesen habe, von j\u00fcdischen Eltern, die nach dem Krieg nach Ostberlin zur\u00fcckgegangen sind und die Diskussion schwankte zwischen Erinnerungen, dann gab es eine lange Pause, wo man sowohl ein Glas Wein trinken, als auch den B\u00fcchertisch betrachten konnte, ich bin aber wieder schon vorher beim B\u00fccherschrank f\u00fcndig geworden und habe dort zwei zum Thema passenden B\u00fccher gefunden, n\u00e4mlich Margot Kleinbergers &#8220;Als Kind in Theresienstadt&#8221; und Eva Mozes Kor und Lisa Rojany Buccien &#8220;Ich habe den Todenengel \u00fcberlebt-Ein Mengele-Opfer erz\u00e4hlt&#8221; und habe mich dar\u00fcber mit meiner Sitznachbarin und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/05\/09\/vom-literaturarchiv-zu-den-wilden-worten\/\">Volker Kaukoreit<\/a> unterhalten.<\/p>\n<p>Dann ging es von Ursula Seeber, der vorigen Leiterin der EXil-Bibliothek eingeleitet, weiter mit dem\u00a0 zeitgen\u00f6ssischen j\u00fcdischen Literatur, die von zwei Lesungen, n\u00e4mlich von Arnon Gr\u00fcnbergs &#8220;Mutermale&#8221; und Deborah Feldmans &#8220;Unorthodox&#8221; begonnen wurden.<\/p>\n<p>Dann wurde dar\u00fcber unter der Leitung von Bettina Banasch, die einen Essay von Mirna Funk, deren Debutroman &#8220;Winterende&#8221; sich auch mit diesem Thema befasst, diskutiert und das war sehr interessant, denn die 1986 geborene Deorrah Feldman, die jetzt in Berlin lebt, ist in dem j\u00fcdischen Stettl Williamsburg in New York in einer orthodoxen Familie und mit Jiddisch aufgewachsen, hat sich dann davon distanziert und einen Roman dar\u00fcber geschrieben und das St\u00fcck, das sie vorlas, beschreibt, wie sie sich den Talmud kauft und beim Lesen die erstaunlichsten Entdeckungen macht.<\/p>\n<p>Arnolds Gr\u00fcnberg &#8220;Muttermale&#8221;, der in Amsterdam, als Kind aus Berlin stammender Eltern, 1971 geboren wurde, habe ich schon w\u00e4hrend meines <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/23\/frankfurter-messesplitter\/\">&#8220;Frankfurtsurfens&#8221;<\/a> kennengelernt, da ja dort Holland das Gastland war.<\/p>\n<p>Er lebt aber jetzt in New York und sagte in der Diskussion, da\u00df er nicht in der Reihe zeitgen\u00f6ssischer j\u00fcdischer Literatur eingereiht werden wolle und, da\u00df sich auch nat\u00fcrlich auch Nichtjuden mit diesem Thema besch\u00e4ftigen k\u00f6nnen, wie auch er \u00fcber mexikanische Lesberinnen schreiben w\u00fcrde d\u00fcrfen und nicht gesagt bekommen wolle, da\u00df er das nicht k\u00f6nne, weil er ein Jude ist.<\/p>\n<p>Das ist ein Vorwurf mit dem ich ja auch \u00f6fter konfrontiert wurde, Chris Bader Zintzen hat mir mal gesagt, ich solle mich mit den Depressionen \u00e4lterer Frauen und nicht mit Transgender besch\u00e4ftigen und die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/18\/ruth-aspoecks-poetischer-diskurs\/\">Ruth<\/a>, da\u00df es sie st\u00f6rt, da\u00df meine Protagonisten oft ausl\u00e4ndische Namen haben, das war in der Schreibgruppe, als ich die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/07\/schreibgruppe-mit-bierdose-oder-dosenbier\/\">&#8220;Bierdosengeschichte&#8221; <\/a>vorgetragen habe.<\/p>\n<p>In der Diskussion im Literaturhaus war noch Julia Frank, die in Ostberlin geborene deutsche Buchpreistr\u00e4gerin von 2007, deren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/04\/12\/die-mittagsfrau\/\">&#8220;Mittagsfrau<\/a>&#8221; ich gelesen habe und die teilweise auch in Tel Aviv lebt und deren Sohn Hebr\u00e4isch lernt, beteiligt und sie war sehr interessant, weil Arnon Gr\u00fcnberg und Deborah Feldman sehr unterschiedliche Ansichten hatten und am Dienstag geht es mit noch einer Round Table Runde und dann mit dem &#8220;Reden \u00fcber Liebe oder dem literarischen Werk von Jeffrey Eugeniden&#8221; im Akademietheater weiter, aber da werde ich nicht kommen k\u00f6nnen, da ich Christel Fallenstein in ihrer Seniorenresidenz besuche, um ihr aus <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_paulundpaula.html\">&#8220;Paul und Paula&#8221;<\/a> oder auch aus etwas anderem vorzulesen und dann am Nachmittag zwei Stunden habe, so da\u00df sich das nicht ausgehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November finden ja meistens die &#8220;Erich Fried-Tage&#8221; 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