{"id":49237,"date":"2017-01-14T00:40:59","date_gmt":"2017-01-13T23:40:59","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49237"},"modified":"2017-01-14T00:40:59","modified_gmt":"2017-01-13T23:40:59","slug":"verpfaendetes-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49237","title":{"rendered":"Verpf\u00e4ndetes Leben"},"content":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit einem Buch aus meinem Vicki Baum Schwerpunkt, da hatte ich ja 2016 sechs B\u00fccher auf meiner Leseliste, die ich so nach und nach aus den Schr\u00e4nken angesammelt habe und seltsamerweise, waren die ersten drei sp\u00e4te,\u00a0 die anderen\u00a0 fr\u00fchere Werke. Dann habe ich die B\u00fccher bis auf die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/28\/48924\/\">&#8220;Karriere der Doris Hart&#8221;<\/a>, 1936 geschreiben oder erschienen, auf 2017 verschoben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/02\/liebe-und-tod-auf-bali\/\">&#8220;Liebe und Tod auf Bali&#8221;<\/a> zwischen den Jahre gelesen und mir jetzt &#8220;Verpf\u00e4ndetes Leben&#8221;, 1946, steht in &#8220;Wikipedia&#8221;, im Buch und auch im Netz habe ich gefunden, das es posthum erschienen ist und das ist interessant, denn es finden sich einige Elemente, der &#8220;Doris Hart&#8221; darin, der Schu\u00df, der aus Liebe oder Eifersucht abgegeben wird, das Opfer, das sich mit dem T\u00e4ter solidarisiert, das Krankenhausszenarium, der reiche Mann, der alles zahlt und auch die Gesangslehrerin, die Stimmen kaputt macht, der k\u00fcnstlerische Aufstieg eines armen M\u00e4dchens, beispielsweise.<\/p>\n<p>Ein bi\u00dfchen dichter komponiert ist es mir zumindest am Anfang erschienen, bei der &#8220;Doris Hart&#8221; ist mir ja das Spiel, um die Moral oder Unmoral der kleinen M\u00e4dchen ein bi\u00dfchen auf die Nerven gegangen, hier geht es eher um die starken oder auch vermeintlich schwachen Frauen, aber irgendwie ist die Handlung genauso unglaubw\u00fcrdig und operettenhaft, obwohl sie irgendwie packender geschildert scheint.<\/p>\n<p>&#8220;In dieser souver\u00e4n psychologischen Studie\u00a0 erz\u00e4hlt Vicki Baum\u00a0 die Geschichte der attraktiven Broadway-S\u00e4ngerin Marylinn und ihrer Managerin Bess, die selbstlos und unerm\u00fcdlich zum Ruhm des faszinierenden Stars arbeitet, dieses h\u00fcbschen aber einf\u00e4ltigen M\u00e4dchen aus einer Kleindstadt, das nun gefeiert im Rampenlicht steht, als ihr Gesch\u00f6pf, das Ergebnis ihrer rastlosen Energie. Als Bess jedoch pl\u00f6tzlich ihren Lebensinhalt gef\u00e4hrdet sieht, schl\u00e4gt ihre Hingabe in Hass um..&#8221; steht in meiner &#8220;Buchgemeinschaftsausgabe&#8221; die auch ein h\u00fcbsches Monroe \u00e4hnliches Bildchen am Cover hat und im Netz.<\/p>\n<p>Wenn man das Buch liest, erscheint aber alles anders und mir gar nicht so psychologisch auskompniert oder vielleicht verstehe ich etwas anderes darunter und eigentlich kann man diese hundertausend Verwicklungen und Wendungen, die da auf den hundertneunzig Seiten passieren, auf einen\u00a0 kurzen Plot zusammenfassen, der aber r\u00fcckw\u00e4rts aufgerollt wird und wieder sind auch einige sehr sch\u00f6ne realistische Schilderungen, enthalten, die das Nachkriegsamerika das wohl die Vicki Baum erlebte, gut vorstellbar machen lassen.<\/p>\n<p>Bess Poker, auch Poky oder Pokerface genannt, die enorm t\u00fcchtige, intelligente, aber, wie sie selber meint, sehr h\u00e4\u00dfliche, erschie\u00dft den Star, weil dieser einen ganz einfachen dummen Mann heiraten und nie wieder singen will.<\/p>\n<p>So denkt sie jedenfalls, als sie die Polizei anruft, die verh\u00f6rt sie und Elisabeth Poker beginnt zu erz\u00e4hlen. Sie hat Mary Lynn vor zehn Jahren in der Pension ihrer Mutter in Brooklyn kennengelernt. Da wurde sie der Wirtschaftskrise wegen gerade entlassen, sie war irgendwo Stenotypistin, obwohl sie solange studierte, als das Geld ihres Vaters reichte und schreibt einen Bewerbungsbrief, der an die der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/10\/04\/wir-zerschneiden-die-schwerkraft\/\"> Irmi Fuchs <\/a>herankommt, der\u00a0 die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/04\/traurige-freiheit\/\"> prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse,<\/a> des fr\u00fchen einundzwanzigsten Jahrhunderts schildert.<\/p>\n<p>Sie wird unterbrochen, Luke Jordan, der als Hausmeister in der Pension t\u00e4tig ist, daf\u00fcr kann er im Keller schlafen, sein Essen verdient er sich durchs Klavierspielen bei einer Gesangslehrerin, die auch die Stimmen verdirbt. Er ist n\u00e4mlich Schlagerkomponist und immer fr\u00f6hlich. Er lenkt Bess ab, will mit ihr ins Kino gehen, wenn sie, die T\u00fcchtige ihm das Geld daf\u00fcr borgt, wird aber von Mary Lynn, dem wundersch\u00f6nen M\u00e4dchen vom Land unterbrochen, das in der Pension wohnt, der Mutter aber schon lang die Miete schuldig bleibt, weil es mit dem Vorsingen in den Reuven nicht so klappt.<\/p>\n<p>Luke sagt mit Marys Sch\u00f6nheit und Bess Verstand kann man etwas machen und die Idee des Gesch\u00f6pfs beginnt, denn die Mutter stirbt, Bess erbt etwas, zieht mit Mary nach Paris, l\u00e4\u00dft sie dort singen und franz\u00f6sisch lernen.<\/p>\n<p>Das alles erz\u00e4hlt sie dem Polizeiinspektor, inzwischen stellt sich heraus Marylynn ist gar nicht tot, nur angescho\u00dfen und es tauchen jetzt eine Reihe von einflu\u00dfreichen M\u00e4nnern im Krankenhaus auf, der Zeitungszar mit dem Mary mal verlobt war, der ist es auch der den Herzspezialisten herankarrt, der operiert, Luke Jordan, der geschiedene Ehemann und auch sehr aktuell, ein Pr\u00e4s\u00e4dientschaftskanditat und Anwalt, mit dem sie am Abend vor der Tat aus war.<\/p>\n<p>Die drei streiten sich nun, wer die Unterschrift zur Operation abgeben darf, da taucht pl\u00f6tzlich der Typ vom Land auf und sagt er ist der Ehemann.<\/p>\n<p>Es geht aber mit der Lebensgeschichte weiter, der Polizist glaubt Bess nicht so recht, da\u00df sie die T\u00e4terin ist, sie sagt auch was von Selbstmord. Er verd\u00e4chtigt Luke, so da\u00df die starke Frau zusammenbricht, ihrer W\u00e4chterin erz\u00e4hlt, wie sie Marylynn, die sie als Franz\u00f6sin in ein Kabarett einschmuggeln wollte, das ist es das &#8220;wehrlose Gesch\u00f6pf&#8221;, das den Spuk beendet und sagt, ich komme aus einer kalifornischen Kleinstadt und singe die Schlager von Luke, einmal vor einem Brandt mit dem Einsatz ihrer eigenen Haut rettete und will dann pl\u00f6tzlich doch einen Verteidiger.<\/p>\n<p>Wir gehen zur\u00fcck ins Krankenhaus, das wacht Marylynn langsam auf, beziehungssweise sieht sie sich noch nach dem Brandt im Koma und auch die Geschichte, wie das Gesch\u00f6pf an den reichen Zeitungszar vermittelt werden soll, wird erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Bess denkt sich eine falsche Lebensgeschichte aus und fl\u00f6tet sie der neunzigj\u00e4hrigen schwerh\u00f6rigen Mutter des Tycons ins Ohr, aber Marys entlarvt wieder und stellt sich pl\u00f6tzlich als Pflanzenexperitin heraus, so da\u00df sie das Herz der alten Frau gewinnt. Sie l\u00f6st aber die Verlobung und heiratet Luke, wahrscheinlich auch von Bess arangiert, die aber Luke liebt, wie der Pr\u00e4sidentschaftskanditat, der der Verteidugung, herausfindet.<\/p>\n<p>Der \u00dcberclou bekannt aus der &#8220;Doris Hart&#8221; ist dann Marylynns Aussagen, nein Bess hat nicht gewu\u00dft, da\u00df der Revolver geladen war, sie hat auch nicht auf Marylynn gescho\u00dfen, es war alles ein Irrtum.<\/p>\n<p>So wird Bess entlassen, Marylynn, die sich pl\u00f6tzlich als superstarke Konstiution entpuppt, ist noch mit ihrem echten Ehemann im Krankenhaus, Bess geht nach Haus, will sich umbringen. Da kommt pl\u00f6tzlich Luke herein und sagt &#8220;Ich kann dich doch nicht allein lassen, Pokergesicht!&#8221;<\/p>\n<p>Er sagt ihr auch, da\u00df sie sch\u00f6n ist und sie hat schon wieder Pl\u00e4ne aus einem Revuem\u00e4del, das n\u00e4chste Gesch\u00f6pf f\u00fcr Lukes Operette, an der er gerade arbeitet zu machen&#8230;.<\/p>\n<p>So endet das Buch ich habe wieder eine interessante Facette aus Vicki Baums Schreibenn\u00e4hk\u00e4stchen kennengelernt. Denn auch sie arbeitete offenbar auf Vorrat, wiederholte sich und verwendete die selben Schemen \u00f6fter, kann bei einer Vielschreiberin wahrscheinlich auch nicht anders sein. Bei der Courths Mahler gibt es auch solche Wiederhohungen und bei meinen &#8220;Krimis&#8221; werden die Leute ja auch \u00f6fter von <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">\u00c4sten<\/a> erschlagen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/13\/abschreiben-kopieren-textmontagen\/\">Plagiat <\/a>kann man das bei sich selbst bedienen wahrscheinlich nicht nennen, obwohl die Leser manchmal dar\u00fcber schimpfen.<\/p>\n<p>Eine Satire auf den Broadwaybetrieb ist das Buch wohl auch undnochmals interessant, bei <a href=\"https:\/\/www.lovelybooks.de\/autor\/Vicki-Baum\/Verpf%C3%A4ndetes-Leben-233831468-w\/\">&#8220;lovelybook&#8221;<\/a> ist eine &#8220;Rezension&#8221; zu finden, die ohne Anf\u00fchrungszeichen ziemlich genau mit der Beschreibung aus dem Buch beginnt und eine hat daraufhin kommentiert, &#8220;Gro\u00dfartige Rezi, vor allem der erste Satz!&#8221;, was wohl auch wenig satirisch ist und viel mehr gab es bisher \u00fcber das Buch im Netz nicht zu finden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit einem Buch aus meinem Vicki Baum Schwerpunkt, da hatte ich ja 2016 sechs B\u00fccher auf meiner Leseliste, die ich so nach und nach aus den Schr\u00e4nken angesammelt habe und seltsamerweise, waren die ersten drei sp\u00e4te,\u00a0 die &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49237\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[550,3129,5936,6039],"class_list":["post-49237","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-aeltere-buecher-lesen","tag-kuenstlerroman","tag-unterhaltungsroman","tag-vicki-baum-schwerpunkt"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49237","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49237"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49237\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49237"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49237"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49237"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}