{"id":49279,"date":"2017-01-10T18:38:49","date_gmt":"2017-01-10T17:38:49","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49279"},"modified":"2017-01-10T18:38:49","modified_gmt":"2017-01-10T17:38:49","slug":"so-wird-das-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49279","title":{"rendered":"So wird das Leben"},"content":{"rendered":"<p>Als es klar war, da\u00df die Bundespr\u00e4sdientenwahl vom 22. Mai wiederholt werden mu\u00dfte, hat die politsch engagierte Autorin <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/03\/von-marlene-streeruwitz-vorlesung-zum-dicht-fest-fragment\/\">Marlene Streeruwitz<\/a> ihren dritten Wahlkampfroman geschrieben, wo sie vom 4. 8. bis zum 1. 2. 2016 jeden Donnerstag ein Kapitel auf ihrer Website einstellte und das noch immer jeweils einer Person oder einem Personenkreis gewidmet hat.<\/p>\n<p>&#8220;Allen Kindern&#8221; beispielsweise, &#8220;die weltweit in Kriegen leben m\u00fcssen&#8221; oder &#8220;Sohair-al Bata`a, die 2013 mit 13 Jahren an den Folgen eines von ihrem Vater erzwungenen Genitalvetrst\u00fcmmelung starb&#8221;, etcera.<\/p>\n<p>Von ersten beiden Romanen, die wahrscheinlich den Nationalratswahlen vor oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/10\/widerstand-im-haiderland\/\">schwarz-blau<\/a> gewidmet waren, habe ich, glaube ich, auch ein bi\u00dfchen mitgelesen und jetzt bin ich mitten in den Roman hineingekommen, auf der Seite von &#8220;Lit 21- dem literarischen Megablog&#8221; bin ich, glaube ich, daraufgesto\u00dfen und habe mir gestern in Folge meines<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/10\/handlung-suchen\/\"> &#8220;Wahlkampfromanes&#8221; &#8211; &#8220;Vor dem Fr\u00fchst\u00fcck kennt dich keiner&#8221;, wo ich jetzt war eine Handlung habe<\/a> und die vormals achtundvierzig Seiten auch schon auf sechsundvierzig beziehungsweise 21 654 Wort schrumpfte, mir das Ganze aber wiedermal, als viel zu flach, unfertig, eindimensional, nicht so gut gelungen, etcetera, erschien, gestern die Kapitel ausgedruckt und jetzt sozusagen als Rechercheliteratur gelesen.<\/p>\n<p>Vorher bin ich die einzelnen Kapiteln, die von einer Vroni handeln, die in Wien auf die Wohnung eines Onkels aufpassen sol lund dabei in wilde Turbulenzen ger\u00e4t, nur \u00fcberflogen. Sie erschienen mir auch irgendwie eindimenisonal und vielleicht nicht ganz so ausgebaut, wie die ver\u00f6ffentlichten Streeruwitz Romane von denen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/12\/die-reise-einer-jungen-anarchistin-in-griechenland\/\">ich ja <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/07\/jessica-30\/\">einige<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/08\/lisas-liebe\/\"> gelesen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/05\/26\/verfuhrungen\/\">habe<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/09\/aktuelle-literarische-gesellschaftsbefunde\/\"> und<\/a> mir auch &#8220;Ysut&#8221;, den letzten, zum Geburtstag w\u00fcnschte.<\/p>\n<p>Die Wahlkampfromane erscheinen nur im Internat und auch das ist interessant, da\u00df die gro\u00dfen \u00f6sterreichischen Autorinnen, wie Elfriede Jelinek und Marlene Streeruwitz das gern tun. Und das Lesen des Kurzromanes, die einzelnen Kaptieln sind jeweils nur etwa ein bis zwei Seiten lang, waren auch sehr lehrreich, denn sie haben mir, glaube ich, geholfen, erstens meine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/07\/gedanken-zur-romanentstehung\/\">schon halbfertige Handlung<\/a> fertig zu konzipieren und zweitens hoffe ich auch dazu, mehr zu mir und meinem Schreiben zu stehen, denn auch ich schreibe eher lineal, realistisch, gesellschaftskritisch und stelle meine Werke im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/30\/weiter-mit-dem-blogroman\/\">Internet <\/a>vor.<\/p>\n<p>Und wenn man von vorn nach hinten liest, dann bekommt man auch die Handlung und das Romankonzept mit und der so typische unverwechselbare Streeruwitz Stil &#8220;Vroni war dann viel zu fr\u00fch dran. Im Cafe Leopold waren sp\u00e4tnachmitt\u00e4glich alle Tische leer&#8221;, beispielsweise.<\/p>\n<p>Da ist also die Vroni, eine Geschichtsstudentin aus Graz, die auf die Wohnung ihres Onkel Franz, der auf Reha ist, aufpassen mu\u00df und wo sie sich wundert, da\u00df der alte Herr, die T\u00fcren dreimal verschlie\u00dft und ihr genau auftr\u00e4gt, da\u00df sie alles gut abschlie\u00dfen soll.<\/p>\n<p>Sie kapiert auch gleich warum, denn da h\u00e4mmert es an ihrer T\u00fcr, es ist der Nachbar Chrobath, ein zuckerkranker alter Herr, der in seiner Wohnung einen brauen Wasserfleck bemerkt haben will und nun Onkel Franz beschuldigt, da\u00df er von seiner Wohnung herkommen soll.<\/p>\n<p>Er beschimpft den Onkel auch als &#8220;schwule Schwuchtel&#8221; und kriecht auf dem Boden des Klos herum, um den Wasserfleck zu orten, da l\u00e4utet es pl\u00f6tzlich noch einmal und es steht ein junger Mann mit einer Zorromaske davor und schl\u00e4gt den Nachbarn nieder.<\/p>\n<p>&#8220;Nicht mich ihr Deppen, das war doch f\u00fcr den Kanindlinger gedacht!&#8221;, schreit der und Vroni, die ihm helfen wollte, mu\u00df ins AKH, um sich ihre geprellte Hand verarzten zu lassen.<\/p>\n<p>Das wird von einer jungen \u00c4rztin erledigt, die ihr zwar ein paar &#8220;Parkemed&#8221; gibt, die anderen Medikamente, soll sie sich vom Hausarzt verschreiben lassen. Der ist aber in Graz und so braucht Vroni ihren Bruder Toni, den Medizinstudenten, der ihr schwarz, die Pulvern besorgt, denn &#8220;Bei der Mafia kann es nicht schlimmer sein. So viel zu unserem tollen Gesundheitssystem!&#8221;<\/p>\n<p>Ja, Marlene Streeruwitz legt den Finger auf die sozialen Wunden und Vroni hat inzwischen erkannt, da\u00df sie den mit der Zorromaske vom H\u00f6rsaal kennt. Da stehe ich ein bi\u00dfchen an, denn eigentlich h\u00e4tte ich gedacht, da\u00df Vroni in Graz studiert, der Schl\u00e4ger aber in Wien, nun gut.<\/p>\n<p>Vroni lernt nun noch ein paar andere Nachbarn kennen, die Frau Doktor Fischer zum Beispiel mit ihrer Tochter Mia und die Frau Prokesch, die zwei Fl\u00fcchtlinge betreut. Sie bekommt wegen des Schlages auch das &#8220;Stockholmsyndrom&#8221; und der Nachbar mu\u00df deshalb oder wegen seines Zuckers auch ins Krankenhaus. Zwei Zivildiener bringen ihm zur\u00fcck. Da tauchen pl\u00f6tzlich vier stramme Burschenschaftler auf, entf\u00fchren den Rollstuhl und bringen den Alten in einer Art Porzession in seine Wohnung. Dann demolieren sie allerding den Rollstruhl, so da\u00df der Zivi Markus, Vroni, um Hilfe ersuchen mu\u00df, weil sie ihre Zeugenaussage brauchen, weil sie sonst selbst f\u00fcr den besch\u00e4digten Rollstuhl aufkommen m\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>Es taucht noch eine Journalistin, die Kristi, auf, die erz\u00e4hlt, da\u00df sie eine Schriftstellerin interviewte, die einen &#8220;Wahlkampfroman&#8221; schreibt, sie aber das Interview nicht in ihrer Zeitung bringen durfte. Ja und um die Wahl geht es auch. Der blaue Kanditat hei\u00dft H\u00f6flein und der Herr Dr. Chrombath und seine Burschenschaftler feierten, da\u00df im Radio gerade die Wahlverschiebung bekanntgegeben wurde.Sehr gut, sehr gut, da bleibt den Blauen noch mehr zum Gewinnen Zeit.<\/p>\n<p>Kristi versucht sich inzwischen a la Tom Turbo, als Detektivin und bekommt heauas, da\u00df der resche fesche Student Sven Mitterer hei\u00dft, der sich dann noch, was vielleicht ein wenig \u00fcbertrieben ist, als Transgender entpuppt.<\/p>\n<p>Aber sch\u00f6n langsam, vorerst \u00fcberlegt sich Vroni, ob sie nicht doch eine Anzeige machen soll. F\u00fcrchtet sich aber vor der Polzei, beziehunsweise deren freiheitlichen Gewerkschaft. Sie geht aber in die H\u00f6hle des L\u00f6wens, beziehungsweise in das Burschenschaftslokal, wo gerade Herr H\u00f6flein auftritt und eine brennende Rede h\u00e4lt und damit Sven, Vroni nicht erkennt, schneidet sie sich noch die Haare ab, beziehungsweise bekommt sie eine trendige blondgef\u00e4rbte Punkfigur von ihren Freundinnen verpasst.<\/p>\n<p>Die Realit\u00e4t holt sie auch immer ein. So mu\u00df nach Klagenfurt, weil dort die Gro\u00dfmutter st\u00fcrzte und ins Krankenhaus mu\u00dfte und wieder gibt es eine absurde Szene. Die Gro\u00dfmutter wird n\u00e4mlich von der Polizei nach Haus gebracht. Denn dann mu\u00dfen die Patienten, beziehungsweise die Angeh\u00f6rigen den Transport zahlen. Denn K\u00e4rtnen ist ja wegen der &#8220;Hypo Alpe Adria Affaire&#8221; bankrott und die resche Tante Roswitha gibt Vroni telefonische Anweisungen, ja nicht die T\u00fcr aufzumachen.<\/p>\n<p>Sehr bizarr und vielleicht \u00fcbertrieben, vielleicht auch nicht. Marlene Streeuwitz legt jedenfalls den Finger auf die Wunden, erzeugt von Woche zu Woche eine spannende Handung, in die dann die gesammt Sozialkritik von den Schwierigkeiten unserer globalen Gesellschaft enthalten ist.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df kl\u00e4rt sich alles auf und Onkel Franz kommt wieder zur\u00fcck und da haben wir den ersten Dezember:<\/p>\n<p>&#8220;Alle trinken Kaffee. Die Vroni l\u00e4chelt. &#8220;Es ist alles so anstrengend&#8221; f\u00fcgt sie hinzu. Der Markus nickte.&#8221; Ich glaube, ich wei\u00df , was du meinst.&#8221; Vronis Handy l\u00e4utet&#8221;<\/p>\n<p>Ja, einen t\u00fcrkischen Freund, der auf Grund der politischen Unruhen nach Chicago fl\u00fcchten mu\u00dfte und Vroni nun nicht wei\u00df, wie sie sich zwischen ihm und Markus entscheiden soll, gibt es auch.<\/p>\n<p>Donald Trump hat die Wahl gewonnen und wie, wir inzwischen wissen, im Roman aber nicht steht, Alexander va der Bellen hat am darauffolgenden Sonntag, die Wahl gewonnen und wenn es heuer oder n\u00e4chstes Jahr eine Nationalratswahl geben wird, k\u00f6nnen wir vielleicht einen vierten Wahlroman im Netz lesen und ich werde jetzt auch an <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/05\/ein-windiger-wintertag\/\">meinem Roman<\/a> weiterschreiben.<\/p>\n<p>Die Handlung meiner drei Str\u00e4nge habe ich, wie schon etw\u00e4hnt jetzt ja.\u00a0 Noch ein weiteres Mal alles druchkorrigieren, damit das mit der Felizitas Fee und Dorotheas Vergangenheit richtig sitzt, mu\u00df ich auch noch und ein bi\u00dfchen selbstbewu\u00dfter hat mich das lineare sozialkritische Schreiben der Marlene Streruwitz gemacht, auf dessen wahrscheinlich k\u00fcnsterlischer ausgearbeiteten Roman &#8220;Yseut&#8221; ich mich auch schon freue.<\/p>\n<p>Und was mich wieder vielleicht ein bi\u00dfchen erstaunte war, da\u00df der &#8220;Wahlkampfroman&#8221; eigentlich von so viel anderem, als von dem Wahlkampf der beiden Kanditaten Norbert Hofer und Alexander van der Bellen handelte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als es klar war, da\u00df die Bundespr\u00e4sdientenwahl vom 22. 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