{"id":49342,"date":"2017-01-22T00:35:41","date_gmt":"2017-01-21T23:35:41","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49342"},"modified":"2017-01-22T00:35:41","modified_gmt":"2017-01-21T23:35:41","slug":"das-bildnis-einer-verschollenen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49342","title":{"rendered":"Das Bildnis einer Verschollenen"},"content":{"rendered":"<p>Ich stehe ja auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/31\/alt-oder-neu\/\">alte B\u00fccher,<\/a> so auf Unbekanntes aus der Zwischen- oder Nachkriegszeit, beispielsweise und da habe ich einmal in einem der B\u00fccherschr\u00e4nke Ferdinand K\u00f6gls &#8220;Das Bildnis einer Verschollenen&#8221;, erschienen in der &#8220;F. Speidelschen Verlagsbuchhandlung&#8221;, 1946 ,gefunden und der Name des 1890 in Linz geborenen und 1956 dort verstorbenen Musikers und Schriftstellers erschien mir bekannt, habe ich doch in meinem Bibliothekskatalog, die &#8220;Silberfl\u00f6te&#8221; und die &#8220;Gottesgeige&#8221; eingetragen, aber h\u00f6chstwahrscheinlich noch nicht gelesen.<\/p>\n<p>Jetzt also der 1946 erschienene Unterhaltungs- oder Frauenroman mit einem geheimnisvollen Frauenbild am Cover und man\u00a0 merkt dem Buch wahrscheinlich sein Erscheinungsdatum an, oder doch nicht, denn vom Krieg, der 1946 gerade vor\u00fcber ist, kein Wort und\u00a0 Christian Vockh, der nach vierzehnj\u00e4hriger Abwesenheit aus Los Angeles in seine Heimatstadt zur\u00fcckkehrt, kommt auch in kein zerst\u00f6rtes Wien.<\/p>\n<p>Er kommt in ein Wien, wo man mit dem Auto auf der K\u00e4rtnerstra\u00dfe und den Graben fahren kann, aber das war, glaube ich, noch bis zu den Sechzigerjahren so und er kommt in seine Heimat zur\u00fcck, um endlich einmal einen zweimonatlichen Urlaub zu genie\u00dfen und auch mit seiner Vergangenheit abzurechnen.<\/p>\n<p>Denn die war nicht so sch\u00f6n, hat er doch in einem Bankhaus gearbeitet und mu\u00dfte, weil er in eine Diebstahlsaffaire verwickelt war und bei ihm eine gestohlene Banknote gefunden wurde, nach Amerika fliehen.<\/p>\n<p>Dort machte er allerdings Karriere, ist aufgestiegen und reich geworden und jetzt kann er sich an die Tochter des damaligen Bankdirektors, Brigitte, erinnern, die als einzige an ihm glaubte und\u00a0 auch von seiner Unschuld \u00fcberzeugt war.<\/p>\n<p>Leider war er so besch\u00e4ftigt, da\u00df er nie darauf geantwortet hat. Jetzt hat er vor das nachzuholen, zuerst geht er aber auf die Bank und will dort eine gro\u00dfe Summe abheben. Das passierte damals so, da\u00df der Angestellte nach der Adresse und der Telephonnummer fragte und da\u00df der Prokurist dann die Summe in die Wohnung brachte.<\/p>\n<p>Vockh hat sich auch gleich am Graben bei einer h\u00fcbschen jungen Frau eingemietet, die zwar eigentlich nur an ein Ehepaar vermieten wollte, aber Vockh hat\u00a0 keine Frau.<\/p>\n<p>Der Prokurist, der mit dem Geld kommt, ist ein bekannter, denn er war schon damals in der Bank, er spricht ihm gleich auf die Affaire an, will das Geld zur\u00fcck, was Vockh aber verweigert. Daf\u00fcr geht er sp\u00e4ter in ein Kartenb\u00fcro, kauft eine Opernloge und l\u00e4dt den Prokuristen mit seiner Frau ein, denn er hat inzwischen erfahren, da\u00df die Tochter des ehemaligen Direktors Brigitte Dunhart jetzt die Frau des Prokuristen Prikhil ist.<\/p>\n<p>Sie kommt aber nicht mit ihm in die Oper. Es kommt nur der Prokurist mit seinem Rechtsanwalt und die sind sehr feindselig, sagen Brigitte hat ihren Mann schon lang verlassen, weil sie ja bei Vockh in Amerika ist.<\/p>\n<p>So nimmt sich der einen Detektiven, erf\u00e4hrt etwas von Venerdig und reist der Verschollenen nach. In Venedig verliebt er sich zwar fast in eine andere Frau, macht dort auch die Bekanntschaft eines etwas sonderbaren Schriftstellers und reist weiter von Venedig nach Neapel, dann nach Capri und auch wieder nach Wien oder Altaussee zur\u00fcck, wo der Prokurist mit seiner Freundin Ellen Elpert, die ihn eigentlich heiraten will, aber er ist ja noch nicht verheiratet, Sommerfrische macht.<\/p>\n<p>Er kommt auch nach Salzburg und telefoniert mit seinem Sekeret\u00e4r in Los Angeles, denn die Angelegenheit wird immer komplizierter. Schmuck wurde gestohlen und aus Neapel ist Frau Brigitte auch verschwunden. Ein Verbrechen wird vermutet. Sie hat aber einen Brief geschrieben, in dem auch ein Bild von Vockh enthalten ist und allm\u00e4hlich stellt sich heraus, Prikihl war aus Eifersucht der T\u00e4ter und Brigittes Vater dr\u00e4ngte sie in die Ehe zu ihm. Sie hat aber bald die gestohlenen Banknoten gefunden und ihn deshalb verlassen.<\/p>\n<p>In Los Angeles hatte sie auch einen v\u00e4terlichen Freund, der ihr immer Nachrichten \u00fcber ihre heimliche Liebe, Christian Vockh gab. Sie wollte ihn auch nach Los Angeles nachreisen, hatte auf dem Schiff aber einen Unfall. So da\u00df sie lange in einem Sanatorium lag.<\/p>\n<p>Jetzt ist sie aber wieder gesund und auf dem Weg nach Wien, wo sich nach einigen weiteren Verwicklungen alles aufkl\u00e4ren und die Ehe zwischen den zwei Liebenden geschlossen werden kann.<\/p>\n<p>Ein bi\u00dfchen konstruiert k\u00f6nnte man sagen, aber viel viel <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/19\/schwestern-der-angst\/\">einfacher,<\/a> als die heutigen Romane und interessant nat\u00fcrlich in das Wien von 1946 zur\u00fcckzukehren, in dem offenbar nie ein Krieg stattgefunden hat und in dem man auch ohne Internet und Handy mit Telegrammen und Telegraphen sehr gut miteinander kommunizieren konnte.<\/p>\n<p>Man brauchte nat\u00fcrlich das n\u00f6tige Geld dazu, aber das stand dem aufgestiegenen Christian Vockh, der dann sogar sagte, da\u00df er das alles dem eifers\u00fcchtigen Prokuristen verdankte, zur Verf\u00fcgung, der\u00a0 auch gen\u00fcgend herumreiste. \u00dcberall in den besten Gegenden seine Wohnungen hat und offenbar waren auch die Geschlechterverh\u00e4ltnisse kein Problem.<\/p>\n<p>So hatte der eifers\u00fcchtige Prokurist eine Freundin, eine Modezeichnerin und Frau Maria Osketja nahm den einsamen Herrn dann doch in ihre Wohnung auf und war offenbar auch so emanzipiert, da\u00df sie \u00f6fter erst um Mitternacht nach Hause kam und da dachte ich doch in den Nachkriegsjahren waren die Frauen noch nicht so emanzipiert und selbst\u00e4dnig, aber in den Romanen ist es wahrscheinlich immer etwas anders, als in der Wirklichkeit.<\/p>\n<p>Ein interessantes Buch, auch wenn\u00a0 es wahrscheinlich nicht sehr literatirsch ist. Unterhaltungsliteratur mit einer damals wahrscheinlich gar nicht so geringen Auflage und Ferdinand K\u00f6gl hat sogar eine &#8220;Wikipedia Seite&#8221;, wenn auch seine B\u00fccher inzwischen wahrscheinlich nur mehr antiquarisch erh\u00e4ltlich oder in den B\u00fccherschr\u00e4nken\u00a0 zu finden sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich stehe ja auf alte B\u00fccher, so auf Unbekanntes aus der Zwischen- oder Nachkriegszeit, beispielsweise und da habe ich einmal in einem der B\u00fccherschr\u00e4nke Ferdinand K\u00f6gls &#8220;Das Bildnis einer Verschollenen&#8221;, erschienen in der &#8220;F. 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