{"id":49351,"date":"2017-01-12T22:07:08","date_gmt":"2017-01-12T21:07:08","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49351"},"modified":"2017-01-12T22:07:08","modified_gmt":"2017-01-12T21:07:08","slug":"drei-geschichten-zur-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49351","title":{"rendered":"Drei Geschichten zur Geschichte"},"content":{"rendered":"<p>In den Siebzigerjahren als Studentin, als meine Reisem\u00f6glichkeiten sehr beschr\u00e4nkt waren, denn allein und sehr sch\u00fcchtern, bin ich gelegentlich im Sommer mit dem Zug nach Linz gefahren und habe mir die Stadt angesehen und in den Buchhandlungen bin ich da auf die &#8220;Aufbau-B\u00fccher&#8221;, des 1922 in Bad Goisern geborenen Schriftsteller und Kommunisten Franz Kain gesto\u00dfen.<\/p>\n<p>&#8220;Das Sch\u00fctzenmahl&#8221; und der Wirtshausroman &#8220;Das Ende der ewigen Ruh&#8221;, sowie &#8220;Die Donau flie\u00dft vorbei&#8221;,\u00a0 stehen in meinen Bibliothekskatalog.<\/p>\n<p>Ich habe Franz Kain dann wahrscheinlich bald pers\u00f6nlich kennengelernt, habe ich ja auch\u00a0 das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/08\/\">Volksstimmefest <\/a>besucht, wo er regelm\u00e4\u00dfig gelesen hat.<\/p>\n<p>Ab 1989 lese ich dort regelm\u00e4\u00dfig und ich kann mich an eine Lesung erinnern, wo er den Regenschirm \u00fcber mich ausgebreitet hat.<\/p>\n<p>1997 ist der Gemeinderat in Linz gestorben, seine B\u00fccher werden seither in der &#8220;Bibliothek der Provinz&#8221; herausgegeben und in der DDR ist er in den Siebzigerjahren erschienen, weil er, wie Judith Gruber Rizy, die eine Dissertation \u00fcber ihn geschrieben hat, einige Jahre dort Korrespondet der Volksstimme war und in diesen Zusammenhang auch Anna Senghers kennenlernte,\u00a0 im &#8220;Werkl im Goehtehof&#8221; erw\u00e4hnte, denn dort gabs heute eine Lesung aus seinen Werken.<\/p>\n<p>Drei Erz\u00e4hlungen aus dem Band &#8220;Der Weg zum \u00d6densee&#8221;, keine &#8220;Frauen lesen Frauen Veranstaltung&#8221;, des ersten Wiener Lesetheaters, denn Franz Kain, der ja auch eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/30\/eugenie-kain-gedenklesung\/\">schreibende Tochter <\/a>hatte, die ich ebenfalls am Volksstimmefest kennenlernt, war ja ein\u00a0 Mann.<\/p>\n<p>Es haben aber die Lesetheaterfrauen gelesen, n\u00e4mlich<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/15\/wortreich-verlagspraesentation\/\"> Judith Gruber Rizy<\/a> und Gabriela Schmoll und dann noch die GAV-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Magdalena Knapp Menzel und f\u00fcr mich \u00fcberraschend Vera Albert, die ich ja durch den \u00d6AAG-Supervisorenpool kennenlernte, die aber seit<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/19\/elfriede-gerstl-auf-hebraisch\/\"> einigen Jahren\u00a0 literarisch behziehungsweise verlegerisch t\u00e4tig ist.<\/a><\/p>\n<p>Das &#8220;Werkl im Goethehof&#8221; in Kaiserm\u00fchlen, in dem ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/27\/selbstgemacht-dreisig-bucher-in-funfzehn-jahren\/\">auch schon mal gelesen habe<\/a>, war bummvoll, als ich es erreichte,\u00a0 sehr viele Bekannte, die ich vom Lesetheater beziehungsweise von den Volksstimmefesten kennen.<\/p>\n<p>Werner Gr\u00fcner, Hilde Langthaler, Elfi Resch, Matria Lautischer und und &#8230;<\/p>\n<p>Und Judith Gruber-Rzy, die die Veranstaltung zusammenstellte, erz\u00e4hlte, da\u00df Franz Kain, dessen Vater an der Oktoberrevolutin beteiligt war, schon mit vierzehn Jahren\u00a0 Mitglied\u00a0 des kommunistischen Jugendbundes war, dort verhaftet wurde, dadurch nur mehr Holzarbeiter werden konnte und sp\u00e4ter, die Geschichte durch Geschichten erz\u00e4hlen wollte.<\/p>\n<p>Drei davon wurden von den Frauen vorgetragen und ich mu\u00df sagen, sie waren \u00e4u\u00dferst spannend und eine gute Erinnerung an Franz Kain, der inzwischen, glaube ich, schon ziemlich vergessen ist.<\/p>\n<p>Die erste &#8220;Nachrede f\u00fcr Habsburg&#8221;, erz\u00e4hlte wahrscheinlich eher, die Geschichte von Franz Kains Vater.<\/p>\n<p>Denn da sa\u00df der Ich-Erz\u00e4hler\u00a0 in Sibirien, weil ihn\u00a0 sein Kaiser dorthin schickte und erz\u00e4hlt, weil er Zigaretten will, einem Holzh\u00e4ndler Geschichten \u00fcber das Kaiserreich oder Franz Josef, denn Bad Goisern liegt ja in der N\u00e4he von Bad Ischl und in Bad Ischl war die Kaiservilla, wo Franz Josef sechzig Jahre lang seine Sommer verbrachte und so erz\u00e4hlte der Protagnoist und erz\u00e4hlte und fing schon selber an seine Geschichten zu glauben, wie die warmen Eier f\u00fcr die Kaiserin Elisabeth jeden Morgen geliefert werden mu\u00dften, weil sie das Klar f\u00fcr ihre Haare brauchte und eine Kuh viertelliterweise gemelkt wurde, damit die Herrschaften ihren Gesundheitstrunk trinken konnte und 1914 als der Thornfolger erscho\u00dfen wurde, stand der Prtogonist auf der Leier und wei\u00dfte das Vorzimmer der kaiserlichen Gem\u00e4cher aus und wurde angebeblich so zum Zeugen, wie dem Kaiser diese Nachricht \u00fcbermittelt wurde, die nicht sehr sch\u00f6n war und wahrscheinlich auch nicht freute.<\/p>\n<p>Die zweite Geschichte &#8220;Revolutinsferien&#8221;, ist nicht weniger originell und packend, die haben, die Kinder 1934 bekommen und pr\u00fcsten sich damit, die Knaben spielen Krieg und die Hahnenschw\u00e4nzler bek\u00e4mpfen die Sozischweine, w\u00e4hrend das M\u00e4dchen lieber beschwichtigend am Feuer sitzt und Kartoffeln br\u00e4t.<\/p>\n<p>Die dritte Geschichte geht noch ein St\u00fcckchen in der Geschichte weiter, denn da geht es in das Strafbataillon in das Franz Kain geschickt wurde und da liegen die Soldaten in einem Mohnfeld, erleben ihre Kindertage und wissen, da\u00df\u00a0 sie nicht mehr nach Hause kommen.<\/p>\n<p>Sehr interessant wieder einmal an den ober\u00f6sterreichischen Dichter und an meine alten DDR-Ausgaben erinnert zu werden, die wohl in Harland in den Regalen stehen.<\/p>\n<p>W\u00e4re spannend sie wieder zu lesen und Judith Gruber Rizy hat auch noch zwei Aufs\u00e4tze \u00fcber sein Leben geschrieben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Siebzigerjahren als Studentin, als meine Reisem\u00f6glichkeiten sehr beschr\u00e4nkt waren, denn allein und sehr sch\u00fcchtern, bin ich gelegentlich im Sommer mit dem Zug nach Linz gefahren und habe mir die Stadt angesehen und in den Buchhandlungen bin ich da &hellip; 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