{"id":49556,"date":"2017-01-23T23:59:01","date_gmt":"2017-01-23T22:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49556"},"modified":"2017-01-23T23:59:01","modified_gmt":"2017-01-23T22:59:01","slug":"liaisonen-abhaengigkeiten-und-vermeintlich-berichtenswertes","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49556","title":{"rendered":"Liaisonen, Abh\u00e4ngigkeiten und vermeintlich Berichtenswertes"},"content":{"rendered":"<p>So ganz habe ich den Titel der heutigen von Renata Zuniga moderierten &#8220;Textvorstellungen&#8221;, was das vermeintliche betrifft, nicht verstanden, wurden da ja drei sehr unterschiedliche B\u00fccher, die dann irgendwie doch zusammenpassten, vorgestellt und eines davon habe ich sogar <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/15\/die-alte-dichterin-die-literatur-und-die-kunst\/\">schon gelesen<\/a> und habe es bei einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/18\/ruth-aspoecks-poetischer-diskurs\/\">Lesung <\/a>geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Bin aber obwohl ich das dann ja nicht mehr so gerne tue, trotzdem in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; gegangen, weil ich au\u00dfer Ruth Asp\u00f6ck, noch Carina Nakolny, die Frau oder Freundin des Tischlers, der Alfreds K\u00fcche in der Krongasse machte und mit der ich beim ersten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/13\/art-magareten\/\">&#8220;Fest f\u00fcr Kunst und Kultur&#8221; im Amtshaus Margareten<\/a> aufgetreten bin, kannte.<\/p>\n<p>Ja, die Leute sind aufgestiegen, w\u00e4hrend ich mir von meinen Kritiker die Frage gefallen lassen mu\u00df, ob ich sicher bin, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/04\/vom-suppenkaspar-max-und-moritz-guten-oder-schlechten-frauen\/#comments\">da\u00df das Schreiben das richtige f\u00fcr mich ist<\/a> und\u00a0 vom Dritten im Bunde, de 1952 in Feldkirch geborenen und in der Steiermark lebenden G\u00fcnther Freitag habe ich schon den Namen geh\u00f6rt und bin mir nicht ganz sicher, ob ich nicht schon einen Ausschnitt seines 2015 bei &#8220;Wieser&#8221; erschienenen Romans &#8220;Die Entf\u00fchrung der Anna Netrebko&#8221;im Radio h\u00f6rte.<\/p>\n<p>Und der hat nach einer kurzen Einleitung von Renata Zuniga auch mit dem Lesen begonnen und ich mu\u00df sagen, es ist ein Buch das mich sehr interessierte, ging es darin ja nicht nur \u00fcber Opern, sondern auch um psychologisch schwierige Beziehungen.<\/p>\n<p>Zumindest habe ich das so verstanden, es kann sein, da\u00df G\u00fcnther Freitag es eher gesellschaftskritisch anlegte und um Abh\u00e4ngigkeiten ging es auch, zumindest hat der Autor\u00a0 diese St\u00fccke gelesen.<\/p>\n<p>Der Ich-Erz\u00e4hler ist ein vierzigj\u00e4hriger Sohn einer ber\u00fchmten Anw\u00e4lte, bei der er noch immer lebt und in deren Praxis er die langweiligen F\u00e4lle \u00fcbernehmen darf, w\u00e4hrend ihm die Mutter st\u00e4ndig vorwirft, da\u00df er ein Versager ist.<\/p>\n<p>Die geht in jede Oper und h\u00f6rt sich alle ber\u00fchmten Ten\u00f6re aller ber\u00fchmten Verdi, Puccini etcetera Opern an, dann schleppt sie, wenn der Sohn vierzig ist, wird sie wohl so zwischen sechzig und siebzig sein, junge Aspiranten unter Vorspieglung ihnen vielleicht einen Job zu verschaffen ins Bett und der Sohn mu\u00df sich die V\u00f6gelger\u00e4usche anh\u00f6ren. Das ist vielleicht ein bi\u00dfchen m\u00e4nnlich \u00fcbertrieben, aber lustig war die Stelle, wo einer der Kandtiten kurz vor dem Orgasmus abbricht und eine schriftliche Zusage eine fixe Stelle in ihre Praxis zu erhalten verlangt.<\/p>\n<p>Er hat sie nicht bekommen, die Mutter war frustriert und der Sohn mu\u00dfte wieder eine Operarie h\u00f6ren und, als dann die ehrgeizige autorit\u00e4re Mutter einen Schlaganfall erleidet, f\u00e4hrt sie mit einem roten Helm superschnell mit einem Rollstuhl durch die Gegend das ist auch tragisch.<\/p>\n<p>Der Sohn d\u00fcrfte sich dann von der Mutter ab- oder doch nicht abl\u00f6sen, in dem er sich in die Stimme der Anna Netrebko verliebt.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich sehr nachvollziehbar und spannend,\u00a0<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/06\/3-veza-canetti-preis-statt-buchdebuts\/\"> Ilse Kilic <\/a>hat es, glaube ich, nicht gefallen, da\u00df die Frau als ein Monstrum bezeichnet wurde, der Sohn der mit Vierzig noch bei der Mutter lebt, zwar \u00fcber sie schimpft, sich aber weder abl\u00f6sen noch eine Stelle bei einem anderen Anwalt suchen kannt, ist selber eines meinte sie. Ich denke er wurde durch die Mutter zerbrochen, halte das leider sehr realistisch und w\u00fcrde das Buch gern lesen.<\/p>\n<p>Das Buch der 1963 in Linz geborenen Carina Nekolny &#8220;Fingerspitzen&#8221; in der &#8220;Edition Meerauge&#8221; erschienen, passt in einer ganz anderen Art und Weise zu den Abh\u00e4ngigkeiten.<\/p>\n<p>Wieder sehr psycholigisch, tragisch und wahrscheinlich etwas weniger lustig, handelt es doch von einer Familie, die Zimmer vermietet und einen achtzehnj\u00e4hrigen taubblinden Sohn hat.<\/p>\n<p>Einen solchen hat Carina Nekolny einmal in einer Pension kennengelernt und schildert jetzt seinen Schicksal aus der Sicht des Vaters, der Mutter und des kleinen Bruders.<\/p>\n<p>Ruth Asp\u00f6cks essayistisches Teilmemoir &#8220;Die alte Dichterin, die Literatur und die Kunst&#8221; passt da scheinbar viel weniger hinzu oder doch ein bi\u00dfchen, geht es\u00a0 irgendwie auch, um Abh\u00e4ngigkeiten und, wie ich meine h\u00f6chstwahrscheinlich tats\u00e4chlich Berichtenswertes, berichtet sie darin doch ausgehend vom Ausr\u00e4umen ihrer B\u00fccherei \u00fcber ihr vers\u00e4umtes Leben, ihren literarischen Werdegang und und und.<\/p>\n<p>Es war sehr voll in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, viele bekannte, aber auch unbekannte Gesichter. <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/rezension.lorelena.kk.html\">Klaus Khittl<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/29\/denken-sie-mit-joe-berger\/\">Ottwald John<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/10\/entlassung-aus-dem-paradies\/\">Erika Kronabitter,<\/a> Ilse Kilic, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/20\/recherchebeginn-und-gluecksschweinmuseum\/\">Fritz Widhalm<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/08\/die-zeit-und-wir\/\">Christl Greller<\/a>,\u00a0<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/01\/wieder-ein-jahr-podiumportraits\/\"> Axel Karner<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/14\/das-froehliche-wohnzimmer-im-readingroom\/\">Michaela Hinterleitner<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/11\/zum-dritten-mal-gesellschaft-fur-literatur\/\">Lukas Cejpek<\/a> und\u00a0 ebenfalls noch viele mehr.<\/p>\n<p>Mit Klaus Khittl, Oswald John, der Ruth und dem Alfred sind wir dann noch inc Cafe Hawelka, das ehemals und immer noch sehr ber\u00fchmte K\u00fcnstlercafe in die Dorotheagasse gegangen und die Ruth wird morgen in Linz im Stifterhaus ebenfalls aus ihrem Buch lesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So ganz habe ich den Titel der heutigen von Renata Zuniga moderierten &#8220;Textvorstellungen&#8221;, was das vermeintliche betrifft, nicht verstanden, wurden da ja drei sehr unterschiedliche B\u00fccher, die dann irgendwie doch zusammenpassten, vorgestellt und eines davon habe ich sogar schon gelesen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49556\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[199,1035,2256,4814,4970,5709],"class_list":["post-49556","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-alte-schmiede","tag-carina-nekolny","tag-guenther-freitag","tag-renata-zuniga","tag-ruth-aspoeck","tag-textvorstellungen"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=49556"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/49556\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=49556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=49556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=49556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}