{"id":4958,"date":"2010-11-26T00:01:08","date_gmt":"2010-11-25T23:01:08","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=4958"},"modified":"2010-11-26T00:01:08","modified_gmt":"2010-11-25T23:01:08","slug":"50-jahre-manuskripte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4958","title":{"rendered":"50 Jahre Manuskripte"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00f6sterreichische Literaturzeitschrift ist <a href=\"http:\/\/www.andreastift.at\/2010\/11\/18\/50\/\">f\u00fcnzig Jahre<\/a> alt und das wird nicht nur in Graz gro\u00df gefeiert, sondern auch in der Alten Schmiede in Wien und das ist ja, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erw\u00e4hnte, der \u00e4sthetische Freiraum f\u00fcr die (\u00f6sterreichische) Literatur und Platz f\u00fcr nahezu jede Publikationsm\u00f6glichkeit in allen ihren Formen.<br \/>\nIch w\u00fcrde sagen, das war und ist die Literaturzeitschrift nach den &#8220;Neuen Wegen&#8221;, den &#8220;Protokollen&#8221; und vor dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/27\/vierzig-jahre-wespennest-preis-und-leseankundigung\/\">&#8220;Wespennest&#8221;.<\/a> So war es jedenfalls als ich, in den Siebzigerjahren in den Literaturbetrieb hineinstr\u00f6mte, bzw. zaghaft mein Eckchen darin suchte. Und als ich das begriffen habe, habe ich meine Texte hingeschickt und wieder zur\u00fcckbekommen, bzw. die lapidare Karte mit der Zuschrift &#8220;leider nicht&#8221;, so da\u00df ich sie f\u00fcr eine experimentelle Zeitschrift zu halten begonnen habe und  das &#8220;Wespennest&#8221; f\u00fcr die realistische, bzw. die f\u00fcr die brauchbaren Texte und da ist ja  auch, als ich in die GAV aufgenommen wurde, ein Text von mir erschienen. Heute stimmt das alles nicht mehr und die &#8220;Manuskripte&#8221; sind  wahrscheinlich realistischer als die neue Form des &#8220;Wespennests&#8221;. Ich habe dem Herausgeber Alfred Kolleritsch, aber in meiner Euphorie geschrieben &#8220;Wenn ich es bis ins &#8220;Wespennest&#8221; geschafft habe,  schaffe ich es auch in die &#8220;Manuskripte&#8221; und wohl daran geglaubt. Damals habe ich meine Kurzgeschichten und die Ausz\u00fcge aus den l\u00e4ngeren Arbeiten ziemlich regelm\u00e4\u00dfig an alle Zeitschriften herumgeschickt. Das tue ich  l\u00e4ngst nicht mehr. Nur Gerhard Jaschke habe ich f\u00fcr das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/08\/35-jahre-freibord\/\">&#8220;Freibord&#8221;<\/a> meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/28\/erinnerung-an-helmut-eisendle\/\">&#8220;Erinnerung an Helmut Eisendle&#8221;<\/a> \u00fcbergeben und ungeduldig darauf gewartet, da\u00df die Doppelnummer erscheint. Daf\u00fcr habe ich das Literaturgefl\u00fcster, in dem ich meine Romane und Erz\u00e4hlungen pr\u00e4sentiere. Kurzgeschichten schreibe ich kaum mehr, weil ich auch nicht mehr an Wettbewerben teilnehme und die &#8220;Manuskripte&#8221;, bekomme ich seit einigen Jahren zugeschickt, seit mir Hans J\u00f6rg Waldner einmal fl\u00fcsterte, da\u00df die Stadt Wien Zeitschriftenabos hat, die sie an Autoren verschickt.<br \/>\nSo wei\u00df ich auch, wer heute in den &#8220;Manuskripten&#8221; publiziert.<br \/>\n Andrea Stift macht das Sekretariat und Alfred Kolleritsch hat die Manuskripte 1960 gegr\u00fcndet, dann gibt es noch das Forum Stadtpark und seit 1973 die Grazer Autorenversammlung. Da war ich auch nicht dabei, sondern habe gerade die Kn\u00f6delakademie hinter mir gelassen oder vielleicht nicht noch einmal. Hatte gro\u00dfe literarische bzw. psychologische Pl\u00e4ne und im Sommer  sehr euphorisch im Gartenhaus am Almweg meine erste Erz\u00e4hlung auf der Schreibmaschine getippt. Jahre sp\u00e4ter habe ich wahrscheinlich das erste Mal etwas von den &#8220;Manuskripten&#8221; und Alfred Kolleritsch geh\u00f6rt, aber der hat im alten Residenz Verlag publiziert. Das waren noch Zeiten mit den sch\u00f6nen Residenzb\u00fcchern und die haben ihr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/07\/30\/besuch-im-residenz-verlag-und-sophie-hungers-fur-den-offenen-bucherschrank\/\">f\u00fcnfzig Jahresjubil\u00e4um<\/a> auch schon vorbei.<br \/>\nAlso in Wien eine Veranstaltung mit Alfred Kolleritsch, Michael Donhauser, Friederike Mayr\u00f6cker, Urs Widmer, Franz Weinzettl, Olga Martynova,  Gerhild Steinbuch und ich dachte, wenn die Mayr\u00f6cker liest, mu\u00df ich fr\u00fch im Keller sein und stand um halb sieben vor dem Tor, aber da war es noch verschlossen. Es f\u00fcllte sich bald, ich sah Andrea Stift, die die Zeitschriften in den Keller schleppte, das Jubil\u00e4umsheft ist aber noch nicht erschienen. Marie Therese Kerschbaumer kam, Herbert J. Wimmer, Gustav Ernst,  Andreas Unterweger ect, eine interessante Mischung zwischen \u00e4lteren und j\u00fcngeren Autoren und so waren auch die Lesenden ausgew\u00e4hlt. Nach dem Erscheinungsjahr in den &#8220;Manuskripten&#8221;.<br \/>\nAlfred Kolleritsch, der Gr\u00fcnder, war schon in der ersten Nummer. 1965 ist  Friederike Mayr\u00f6cker hinzugekommen, 1969 Urs Widmer, 1975 Franz Weinzettl, 1985 Michael Donhauser, 1999 Olga Martynova und 2005 Gerhild Steinbuch, erkl\u00e4rte Kurt Neumann, dann stellte Michael Donhauser Alfred Kolleritsch vor, der einige seiner Gedichte las.<br \/>\nNeben mir sa\u00df eine alte Dame mit einem Kolleritsch Lyrikband und der von Jochen Jung herausgegebenen &#8220;Kleinen Fibel des Alltags&#8221;, der Buchgabe des HVB von 2002 zum Tag des Buches, die genau mitschrieb und mir eifrig fl\u00fcsterte, wenn ein besonders sch\u00f6nes Gedicht gelesen wurde. Alfred Kolleritsch schien auch sehr ger\u00fchrt und wollte bald aufh\u00f6ren. Stellte dann aber auf eine sehr pers\u00f6nliche Art und Weise, die anderen Lesenden vor und das hat mir gut gefallen. Friederike Mayr\u00f6cker, die als einzige aus den original Manuskriptheften las, war die n\u00e4chste.  Alfred Kolleritsch lobte ihre Entwicklung von der Lyrik zur Prosa, erw\u00e4hnte Ernst Jandl. Und Urs Widmer hat ihn das erste Mal nach Frankfurt gebracht. Dorthin ist er n\u00e4mlich mit dem Wolfi Bauer geflogen und Urs Widmer war auch in der Jury als Alfred Kolleritsch den Petrarca Preis bekommen hat. Der Schweizer Urs Widmer las drei Autorenportraits, n\u00e4mlich das von Wolfgang Bauer, Gert Jonke und Alfred Kolleritsch, die ich nach diesen Miniaturen nicht erkannt h\u00e4tte, dann kam mit Franz Weinzettl ein j\u00fcngerer Autor an die Reihe, den ich vom Namen kannte, aber  noch nie gesehen habe. Da erz\u00e4hlte Alfred Kolleritsch launig, da\u00df er ihn als jungen Mann kennengelernt hatte und Franz Weinzettl erg\u00e4nzte aus seiner Sicht. Mit sechzehn wurden die ersten Manuskripte im Sch\u00fclerbus verteilt und es gab die ersten Dichterlesungen in der Schule, dann hat Franz Weinzettl zu schreiben begonnen und Kollertisch gefragt, ob er etwas schicken darf. Gelesen hat er einen Text von einem alten Mann der am Grazer Akademieplatz steht.<br \/>\nMichael Donhauser kenne ich schon lang und ich habe seinen Namen m Zusammenhang mit Peter Waterhouse eingepr\u00e4gt, interessant, da\u00df Alfred Kolleritsch in seiner Einleitung  das auch erw\u00e4hnte. Dann kam die 1962 geborene und in Leningrad aufgewachsene Olga Martynova, die mit ihrem Droschl Roman &#8220;Sogar Papageien \u00fcberleben uns&#8221; auf der Longlist zum deutschen Buchpreis stand. Ein Kapitel davon ist in den &#8220;Manuskripten&#8221; erschienen, erz\u00e4hlte sie. Droschl hat sie daraufhin eingeladen, das Manuskript zu schicken und zum Schlu\u00df kam die j\u00fcngste, n\u00e4mlich, die 1983 geborene Gerhild Steinbuch, die schon um den Bachmannpreis gelesen und 2005 den Priessnitzpreis bekommen hat. Eine Dramatikerin und hochtalentierte junge Frau, so hat sie Peter Handke offenbar Alfred Kolleritsch empfohlen.<br \/>\n &#8220;Pa\u00df auf sie auf!&#8221;<br \/>\nAlfred Kolleritsch erw\u00e4hnte auch die Haube, die Gerhild Steinbuch trug. Von der Priessnitzpreisverleihung habe ich noch die fingerlosen Handschuhe in Erinnerung und dachte, die jungen Leute ziehen sich so an. Alfred Kolleritsch interpretierte die Hauben, als Wunsch sich zu verstecken und trotzdem gesehen zu werden und Gerhild Steinbuch sagte, da\u00df sie gerne nach Graz ins Manuskripteb\u00fcro k\u00e4me, weil sie sich dort nicht sch\u00fctzen mu\u00df.<br \/>\nDer Text &#8220;Schnee&#8221; von dem Herr N., der zum Sterben auf einen hohen Berg hinaufsteigt und dann offenbar in einer psychiatrischen Klinik erwacht, hat mir auch gut gefallen. Die Manuskripte haben sich offenbar ver\u00e4ndert, haben, wie der Droschl Verlag nicht nur mehr Experimentelles anzubieten und eine traurige Meldung habe ich von Herwig Bitsche, der sich mit seinem Newsletter verabschiedet hat, weil er Residenz verl\u00e4\u00dft,  vorhin bekommen.<br \/>\nAdelheid Dahimene ist am Sonntag gestorben und die habe ich 1996 kennengelernt, als sie in Klagenfurt gelesen hat und  beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/10\/freiheit-des-wortes-2010\/\">&#8220;Tag der Freiheit des Wortes&#8221;<\/a> das letzte Mal gesehen.  Da\u00df sie Krebs hatte wu\u00dfte ich nicht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00f6sterreichische Literaturzeitschrift ist f\u00fcnzig Jahre alt und das wird nicht nur in Graz gro\u00df gefeiert, sondern auch in der Alten Schmiede in Wien und das ist ja, wie Kurt Neumann in seiner Einleitung erw\u00e4hnte, der \u00e4sthetische Freiraum f\u00fcr die &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=4958\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-4958","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4958","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4958"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4958\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4958"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4958"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4958"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}