{"id":49706,"date":"2017-02-02T00:00:56","date_gmt":"2017-02-01T23:00:56","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49706"},"modified":"2017-02-02T00:00:56","modified_gmt":"2017-02-01T23:00:56","slug":"zwei-realistische-oberoesterreichische-stadt-wien-stipendiatinnen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49706","title":{"rendered":"Zwei realistische Stadt-Wien Stipendiatinnen aus Ober\u00f6sterreich"},"content":{"rendered":"<p>Wieder einmal MUSA\u00a0 und diesmal wurden zwei realistische Texte von zwei aus Ober\u00f6sterreich stammenden Autorinnen vorgestellt.<\/p>\n<p>Die mir bisher unbekannte 1984 in Linz geborene Cathrin A. Stadler, die auch in Leizpzig studiert und einmal beim Klagenfurter Literaturkurs war, las eine gek\u00fcrzte Fassung ihrer Erz\u00e4hlung &#8220;Tschopperl&#8221;,\u00a0 ein sehr realistischer Text einer Situation, die uns alle treffen kann.<\/p>\n<p>Aus zwei Perspektiven aus heraus erz\u00e4hlt, eine siebenundachtzigj\u00e4hrige Frau, sp\u00e4ter von der Pflegehelferin Helga, Frau Doktor genannt, beginnt das Morgenritual, in dem sie ihren Mann streichelt, der die Hand aber abweist, ein langerprobtes Spiel zwischen beiden, sp\u00e4ter bekommt man heraus, der Mann hat Windeln und wird gepflegt und angezogen.<\/p>\n<p>Alzheimer oder Demenz also und die zweite Perspektive hat die Frau Helga, die das Paar nur Herr oder Frau Doktor nennt, handelt es sich ja um einen ehemaligen Arzt.<\/p>\n<p>Es kommt zu sexuellen \u00dcbergriffen, wobei ich bezweifeln w\u00fcrde, da\u00df das bei einem Alzheimerpatienten solche sind, beziehungsweise geh\u00f6rt es wohl zu den Aufgaben der Pflegerinnen, diese abzuwehren.<\/p>\n<p>Das tut die Frau Helga auch und nennt das &#8220;Natur&#8221;.<\/p>\n<p>Die Gattin mu\u00df aber trotzdem zusehen, was vielleicht\u00a0 der Grund auch ist, da\u00df sie sp\u00e4ter ein warmes Kissen auf den Mund des Gatten dr\u00fcckt. Etwas, das mir nicht gef\u00e4llt, da gab es ja schon einmal einen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/28\/klagenfurt-09\/\">Bachmannpreistr\u00e4ger,<\/a> der sich nicht anders als so zu helfen wu\u00dfte und einen diesbez\u00fcglichen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/03\/der-professor\/\">Krimi habe ich auch einmal gelesen.<\/a><\/p>\n<p>Ich meine es geht anders und der Tod kann warten oder kommt sowieso von allein. In der Diskussion wurde dann von der jungen Frau einiges thematisiert, wie besispielsweise, da\u00df die Pflegehelferinnen f\u00fcr einen Hungerlohn arbeiten w\u00fcrde, was bez\u00fcglich der L\u00f6hne in der Slowakei und Rum\u00e4nien wahrscheinlich nicht so empfunden wird, sind solche Jobs ja sehr begehrt und die jungen oder \u00e4lteren Frauen lassen sich auch umschulen und wenn man seinen Mann Mutter Vater in kein Pflegeheim geben will, ist man wahrscheinlich darauf angewiesen und kann wahrscheinlich nicht mehr als das zahlen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist der Job hart und die Kinder werden oft in der Slowakei zur\u00fcckgelassen, wachsen bei den Gro\u00dfeltern auf, etcetera.<\/p>\n<p>Ein interessanter Text also, ich habe, mu\u00df ich noch erw\u00e4hnen, auch <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sommer.html\">schon<\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_vergessen.html\"> \u00f6fter <\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sterben.html\">dar\u00fcber <\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">geschrieben<\/a> und die zweite Ober\u00f6sterreicherin mit dem realistischen Text, war die Canetti Stipendiatin Karin Peschka, die schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/04\/wieder-einmal-musa-2\/\">im Vorjahr aus &#8220;FanniPold&#8221; <\/a>gelesen hat, da war der Text noch in Arbeit. Inzwischen ist das Buch erschienen, ich habe es <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/09\/fannipold\/\">gelesen<\/a> und auch in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/11\/vom-parlament-in-die-alte-schmiede\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> daraus geh\u00f6rt und Karin Peschka kam gerade aus Innsbruck, wo sie daraus gelesen hat und wird das offenbar auch in Leipzig tun und irgendwie passen die beiden Texte auch gut zusammen, geht es hier ja, um eine Mitlifekrise, um eine Supermarkkassiererin einer Kleinstadt, die mit ihrem Leben nicht zufrieden ist, eine L\u00fcge, den Krebs, erfindet und dann nicht daraus herauskommt, so da\u00df sie in einer zweiten Ebene mit dem Poldl in den B\u00e4umen h\u00e4ngt und dort offenbar den Selbstmord sucht.<\/p>\n<p>Wie es zu der L\u00fcge und den Ritualen gekommen ist?, hat Julia Danielcyck die Autorin gefragt, die hat sehr lang und genau geantwortet, da\u00df sie auch Rituale hat, sie braucht und dann wieder von ihnen belastet wird und, da\u00df man manchmal eine Ausrede gebraucht und sagt, ich habe Bauchweh, wenn man sich mit den Freundinnen nicht treffen will.<\/p>\n<p>Fanni sagt, ich habe Krebs und das halte ich f\u00fcr den dramaturgischen Kniff, den Spannungsbogen, dem man beim literarischen Schreiben ja haben mu\u00df und jetzt habe ich das Buch, bei dem ich mir beim Lesen noch etwas schwer tat, glaube ich, verstanden, habe aber wahrscheinlich trotz der Realististik ein wenig Schwierigkeiten mit dem Peschkaischen Ton, das war, glaube ich, auch schon beim preisgekr\u00f6nten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/09\/01\/watschenmann\/\">&#8220;Watschenmann&#8221;<\/a> so.<\/p>\n<p>Macht aber nichts, ich interessiere mich\u00a0 trotzdem f\u00fcr Literatur und bin gespannt auf alle ihre Formen, aber m\u00f6glicherweise ist mir Karin Peschka irgendwie vielleicht ein bi\u00dfchen zu geheimnisvoll oder konstruiert.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte ja auch sagen, wer \u00fcbertreibt schon so sehr und l\u00e4\u00dft sich dadurch\u00a0 auf die B\u00e4ume treiben? Aber in der Literatur, das habe ich schon beim <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/09\/22\/zwei-jahre-in-zwei-tagen\/\">&#8220;Writerstudio&#8221;<\/a> gelernt, mu\u00df das so sein und jetzt habe ich schon wieder viel zu viel verraten, denn das Ende kam bei der Lesung gar nicht vor, da wurden drei Waldszenen und dann zwei andere, als die vom Vorjahr gelesen und Karin Peschka, das wei\u00df ich noch vom &#8220;Watschenmann&#8221; ist keine Freundin des Spoilern und so hat auch Julia Danielcyck die Lesung beendet, da\u00df sie das Ende des Buches, das man nat\u00fcrlich kaufen konnte, nicht verraten hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wieder einmal MUSA\u00a0 und diesmal wurden zwei realistische Texte von zwei aus Ober\u00f6sterreich stammenden Autorinnen vorgestellt. Die mir bisher unbekannte 1984 in Linz geborene Cathrin A. 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