{"id":49812,"date":"2017-02-09T23:30:31","date_gmt":"2017-02-09T22:30:31","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=49812"},"modified":"2017-02-09T23:30:31","modified_gmt":"2017-02-09T22:30:31","slug":"parallelwelten-bei-den-textvorstellungen-und-richtard-schuberth-im-schwarzenberg","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=49812","title":{"rendered":"Parallelwelten bei den Textvorstellungen und Richard Schuberth im Schwarzenberg"},"content":{"rendered":"<p>Heute gab es wieder einmal Parallelveranstaltungen, n\u00e4mlich, um sieben &#8220;Textvorstellungen&#8221; in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; wo Friedrich Hahn unter dem Titel &#8220;Anderswelten&#8221;, Texte von Christian Locker, Anett Krenlesberger und Alfred Paul Schmidt vorstellte.<\/p>\n<p>Der 1963 in Wien geborene Maler und Autor Christian Locker begann mit seinem Parallelroman &#8220;Den Galgenvogel abgeschossen&#8221;, in der &#8220;Edition Roesner&#8221; erschienen, ein buntes dickes Buch, ich wu\u00dfte gar nicht, da\u00df es bei &#8220;Roesner&#8221; statt Gedichte und kurzen Texte auch Romane gibt, das Bild am R\u00fccken, da\u00df den Autor als Skizze f\u00fcr den Plotaufbau diente, hat er selbt gemalt und es geht dabei, um einen Ministeriualbeamten, einen Juristen, Burschenschaftler, also ziemlich unsampathisch, der zum Zahnarzt geht, zuviel \u00c4ther w\u00e4hrend der Bet\u00e4ubung bekommt und dann in einer anderen Welt aufwacht.<\/p>\n<p>So bringt ihm die Kellnerin in dem Wirtshaus wo er zu Mittag ist, das &#8220;Wiener Tagblatt&#8221; in gotischer Schrift, statt dem &#8220;Standard&#8221; und obwohl die Zeitung das heutige Datum hat, ist er trotzdem in die Monarchie versetzt. Dann geht er nach Hause, das Stubenm\u00e4dchen macht dem Hern von Prunnh\u00fcbner auf und sagt knickesend &#8220;Die Frau Mutter wartet schon mit dem Tee!&#8221;, dabei ist seine Mutter schon l\u00e4ngst in einem Altersheim gestorben.<\/p>\n<p>Ein interessanter Text von einem interessanten Autor, der betonte, da\u00df er seine Texte gut recherchiert hat und das mit den Parallelwelten auch von einem Wissenschaftler \u00fcberpr\u00fcfen lie\u00df, der ihm erkl\u00e4rte, da\u00df es Parallelwelten und nicht Zeitreisen hei\u00dft und in eine &#8220;Empathiewelt&#8221;, wie Friedrich Hahn so sch\u00f6n formulierte, ging es dann gleich mit dem dritten Erz\u00e4hlband der 1967 in Wien geborenen Anett Krendlelsberger, bei &#8220;Kitab&#8221; erschienen.<\/p>\n<p>&#8220;Gute Literatur in kleinen Verlagen, also nicht nur immer &#8220;Suhrkamp&#8221; &#8220;Fischer&#8221; und &#8220;Hanser&#8221; lesen!&#8221;, empfahl Friedrich Hahn noch und AnettKrendelsberger las eine Geschichte, die aus einer Szenenfolge zusammengesetzt war.<\/p>\n<p>&#8220;Beziehungslose Beziehung&#8221;, nannte es Friedrich Hahn.<\/p>\n<p>Zuerst kamen eine Reihe S\u00e4tze, wie &#8220;die Z\u00e4hne putzen, ein Butterbrot essen, in die Knie gehen&#8221;, etcetera, also so, wie ich in meiner Fr\u00fchphase auch geschrieben habe, es aber aufgab, weil es keine Anerkennung fand.<\/p>\n<p>Man kann aber offenbar mit dieser Indirektform auch Literaturpreise und Stipendien bekommen, aber einige kleine Preiserln habe ich ja auch und der Text von Anett Krendlessberger, die ich glaube ich schon mal bei einer Veranstaltung h\u00f6rte, ging dann weiter, wo sich zwei in einem Kaffeehaus gegen\u00fcbersitzen und aneinander vorbeireden und im dritten Teil gaben sie sich dann noch Anweisungen oder waren mit einander unzufrieden.<\/p>\n<p>Den dritten Autor, den 1944 geborenen Grazer, Urgestein der Grazer Literaturszene, kann man so sagen, Alfred Paul Schmidt kenne ich schon von einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/26\/ein-souveraner-jongleur\/\">&#8220;Schmiede-Veranstaltung&#8221;<\/a>, habe auch eines seiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/26\/funf-finger-im-wind\/\">fr\u00fchen B\u00fccher <\/a>gelesen und ein anderes, ebenfalls bei dem eher kleinen Verlag &#8220;Keiper&#8221; erschienen, wie das, das er heute vorstellte, habe ich mir. glaube ich, einmal beim &#8220;Morawa-Abverkauf&#8221; gekauft und der Autor hat schon wie er sagte, zweiundzwanzig B\u00fccher und drei\u00dfig Drehb\u00fccher geschrieben, weil er schon seit seinem drei\u00dfigsten LA schreibt und in dem Roman &#8220;Aus dem Grenzenlosen komm ich dir entgegen&#8221;, geht es um den Literaturbetrieb und, um einen Autor, Schmidts Alterego, der auch in ein Kaffeehaus geht, dort einen Roman \u00fcber einen Graf und eine Gr\u00e4fin schreibt, Schmidt philosophiert dabei \u00fcber Gott und die Welt und l\u00e4\u00dft den Autor seinen Text dann auch noch ins Internet stellen, damit die Leser ihm sagen, wie es damit weitergehen soll. Also eigentlich sehr fortschrittlich f\u00fcr einen F\u00fcnfundsiebzij\u00e4hrigen.<\/p>\n<p>Die Lesung dauerte eine gute Stunde, jeder Leser hatte zwanzig Minuten und dann gab es noch ein kurzes Gespr\u00e4ch dazu und um acht stellte es im &#8220;Schwarzenberg&#8221; im ehemaligen &#8220;Ostclub&#8221; Richard Schuberth, der mir ja immer die Einladungen zu seinen Veranstaltungen schickt, seinen bei &#8220;Klever&#8221; auch ein kleiner \u00f6sterreichischer Verlag wiederaufgelgetes Karl Kraus Buch &#8220;30 und drei Anstiftungen vor und es gab wieder ein Konzert dazu.<\/p>\n<p>Bei einem solchen bin ich ja schon bei der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/26\/viktor-frankl-richard-schuberth-edward-snowden\/\"> Pr\u00e4sentation<\/a> seiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/26\/chronik-einer-froehlichen-verschwoerung\/\">&#8220;Chronik einer fr\u00f6hlichen Verschw\u00f6rung&#8221;<\/a> gewesen, da bin ich fr\u00fcher weggeangen, weil der Alfred noch ins Kino wollte, diesmal bin ich sp\u00e4ter hingegangen, weil ich den Zyniker und ebenfalls scharfen Sprachanalytiker, obwohl er mir\u00a0 ein wenig zu derb m\u00e4nnlich ist, gerne mag und ich eigentlich gar nicht wu\u00dfte, da\u00df er ein Karl Kraus Experte ist.<\/p>\n<p>Draruaf hat mich erst <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/02\/zum-achtzigsten-todestag-von-karl-kraus\/\">Hilde Schm\u00f6lzer, die ja ebenfalls ein Buch \u00fcber Karl Kraus, beziehungsweise \u00fcber seine Frauen geschrieben hat<\/a>, beim letzten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/04\/das-siebzigste-volksstimmefest\/\">&#8220;Volksstimmefest&#8221;<\/a> hin.<\/p>\n<p>Seine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/13\/von-richard-schubert-zu-gerhard-jaschke\/\">Aphorismen<\/a> kenne ich aber, war auch bei einigen Lesungen und jetzt bin ich gerade zurecht gekommen, als Richard Schuberth gerade seine &#8220;Kleine Einf\u00fchrung in die Sprachkritik der elektronischen Sprachm\u00fcllhalden&#8221; las, die sehr scharf und sehr analystisch war.<\/p>\n<p>Als er damit fertig war sang Jelena Poprzan eine Lied aus der &#8220;Herzogin von Geroldstein&#8221;, war Karl Kraus ja Offenbachhfan.<\/p>\n<p>Dann las Richard Schubert noch zwei Buchstaben aus seinem Personenregister vor und wies auf den B\u00fcchertisch hin und im Anschlu\u00df einige Kraus Aphorsmen, bevor er sich bez\u00fcglich seiner Kraus-Liebe outete. Die stammt schon von seinem Vater und seinem Gro\u00dfvater her, so da\u00df er die &#8220;Letzten Tage der Menscheit&#8221;, die ich nur als <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/12\/12\/die-letzten-tage-der-menschheit\/\">&#8220;Cartoon&#8221; <\/a>kenne,\u00a0 noch in der Original-Fackel gelesen hat.<\/p>\n<p>Dann sang wieder Jelena Poprzan begleitet von Lena Neuner einige Lieder, Apohorismen von Nestroy und von Richard Schuberth und ich habe eine sehr interessante literarische Parallelveranstaltung erlebt,\u00a0 obwohl ich den Konzertteil ausgelassen habe und schon in der Pause gegangen bin, um nicht zum Bloggen zu sp\u00e4t zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gab es wieder einmal Parallelveranstaltungen, n\u00e4mlich, um sieben &#8220;Textvorstellungen&#8221; in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; wo Friedrich Hahn unter dem Titel &#8220;Anderswelten&#8221;, Texte von Christian Locker, Anett Krenlesberger und Alfred Paul Schmidt vorstellte. 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