{"id":50572,"date":"2017-03-17T00:42:25","date_gmt":"2017-03-16T23:42:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=50572"},"modified":"2017-03-17T00:42:25","modified_gmt":"2017-03-16T23:42:25","slug":"falsch-entschieden","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=50572","title":{"rendered":"Falsch entschieden oder dreimal Schragl?"},"content":{"rendered":"<p>Diesmal wieder\u00a0 die Qual der Wahl, denn ein Abend und sechs literarische Veranstaltungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/26\/viktor-frankl-richard-schuberth-edward-snowden\/\"> Richard Schuberth<\/a> hat mich zu seinen Essays in &#8220;Radiokulturcafe&#8221; eingeladen, in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; las Bodo Hell, im Literaturhaus <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/24\/zweimal-experimentelles-crossover\/\">Brigitta Falkner,<\/a> in der Hauptb\u00fccherei h\u00e4tte es gleich zwei Veranstaltungen gegeben, n\u00e4mlich &#8220;Tea for three&#8221;, wo<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/01\/biografien\/\"> Daniela Strigl, Klaus N\u00fcchtern <\/a>und wie ich jetzt erst sehe, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/08\/lyrik-am-frauentag\/\">Cornelia Travnicek<\/a> \u00fcber die neuen B\u00fccher von Tereza Mora, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/13\/tiere-fuer-fortgeschrittene\/\">Eva Menasse<\/a> und David Garnett diskutieren, was mich schon wegen dem Menasse-Buch, das ich ja sehr kompliziert fand, interessiert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Dann gabs noch eine Buchpr\u00e4sentation von Jutta Winckelmann &#8220;Mein Leben ohne mich&#8221;, wo es wieder um eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/17\/mein-schlimmster-schoenster-sommer\/\">Krebserkrankung <\/a>geht, also auch sehr interessant und Radek Knapp in der &#8220;Gesellschaft der Literatur&#8221;.<\/p>\n<p>Die Qual der Wahl, wo man vielleicht einen W\u00fcrfel br\u00e4uchte, aber irgendwie habe ich dann meine Entscheidung zwischen der B\u00fccherdiskussion und dem &#8220;Mann der zum Fr\u00fchst\u00fcck Luft a\u00df&#8221;, getroffen, denn das andere vielleicht zu experimentell und bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/09\/parallelwelten-bei-den-textvorstellungen-und-richtard-schuberth-im-schwarzenberg\/\">Richard Schuberth bin ich ja erst gewesen<\/a>, mich dann f\u00fcr Radek Knapp entschieden, vielleicht weil er auf der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/16\/vom-centrope-zu-peter-nadas-vorlesung\/\">&#8220;Centrope-Leseliste&#8221;<\/a> steht, obwohl ich ja erst k\u00fcrzlich geschrieben habe, da\u00df ich mit dem 1964 in Warschau geborenen Autor, meine Schwierigkeiten habe, weil er mir zu lustig ist.<\/p>\n<p>Man sieht, ich bin nicht sehr konsequent oder ist es das, was ich &#8220;\u00dcber den Tellerrand schauen&#8221; nenne?<\/p>\n<p>Irgendwie war es ein Bauchgef\u00fchl und es war in der &#8220;Gesellschat&#8221; auch sehr voll. Ich bin wieder in der zweiten Reihe links, meistens w\u00e4hle ich ja die rechte Seite, neben<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/11\/06\/krilit-und-geburtstagslesung\/\"> Stefan Eibl-Erzberg <\/a>und seiner Frau gesessen. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/20\/zwei-erzaehlbaende\/\">Lydia Mischkulnig<\/a> war da und<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/28\/schlagabtausch-zwischen-deuticke-und-jung-und-jung\/\"> Martina Schmidt, denn Radek Knapp neues Buch &#8220;Der Mann der zum Fr\u00fchst\u00fcck Luft a\u00df&#8221;, ist bei &#8220;Deuticke&#8221;<\/a> erschienen.<\/p>\n<p>&#8220;Wieder!&#8221;, sagte Manfred M\u00fcller in seiner Einleitung, denn das erste\u00a0 Buch &#8220;Franio&#8221; ist 1994 bei &#8220;Deuticke&#8221; erschienen, dann ist &#8220;Radek Knapp nach M\u00fcnchen und zu &#8220;Piper&#8221; gegangen, dort erschien auch das letzte Buch der &#8220;Gipfeldieb&#8221; und wahrscheinlich auch die anderen.<\/p>\n<p>Mit &#8220;Herrrn Kukas Empfehlungen&#8221; ist er, wie Manfred M\u00fcller erkl\u00e4rte, ber\u00fchmt geworden. Dann gibts, glaube ich noch die &#8220;Gebrauchsanweisungen f\u00fcr Polen&#8221; und den &#8220;Papiertiger&#8221; 2003, ein Buch das vom Schreiben und nicht von der Autobiografie eines Polen, der nach \u00d6sterreich kommt, handelt und das ich mir, glaube ich, von einem der Gutscheine eintauschte, die ich einem der &#8220;Luitpold Stern-Preise&#8221; bekommen habe und das mich, wenn ich mich richtig erinnerte,\u00a0 entt\u00e4uschte, weil es mir &#8220;zu wenig abgehoben&#8221; erschien.<\/p>\n<p>Aber das Buch hat Manfred M\u00fcller, der von der sch\u00f6nen Tradition, da\u00df Radek Knapp jedes seiner B\u00fccher in der &#8220;Gesellschaft&#8221; vorstellt, sprach, nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Er erw\u00e4hnte, die, wo sich die Biografie des polnischen Emigranten nahtlos fortsetzt und meinte noch, da\u00df das sehr d\u00fcnne Buch in knapp zwei Monaten entstanden sei.<\/p>\n<p>Beim<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/09\/radek-knapps-neues-buch\/\"> &#8220;Gipfeldieb&#8221; <\/a>war ich bei der Pr\u00e4sentation und das neue, f\u00fcr das \u00fcrigens sehr viel Werbung gemacht wird und von dem ich schon einiges geh\u00f6rt habe, soll sich daran direkt anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Aber zuerst gab Radek Knapp in seiner launigen Art, die Antwort auf Manfred M\u00fcllers Fragen und erkundigte sich bei ihm, warum er Germanistik studiert hat?<\/p>\n<p>&#8220;Damit ich \u00fcber B\u00fccher wie dieses schreiben kann!&#8221;, war seine ebenfalls launige Antwort und dann kam schon der erste Teil der Lesung, wo es um einen Valerian ging, der so hei\u00dft, weil das Schlafmittel, das seine Mutter bei seiner Geburt zur Beruhigung genommen hat, so hie\u00df.<\/p>\n<p>Sie gab das S\u00f6hnchen, f\u00fcr ein Wochenende bei der Oma ab und kam nach elf Jahren wieder, blieb dann eine Zeit, bis sie ihm zu einem Stadtspaziergang mitnahm, der \u00fcber die \u00f6sterreichische Grenze f\u00fchrte und das sch\u00f6ne neue Leben begann.<\/p>\n<p>Und als Valerian alt genug geworden war, begann er bei einer Zeitung zu arbeiten, las Radek Knapp.Ich dachte Uje&#8221; und verstand jetzt etwas besser, was Manfred M\u00fcller mit dem nahtlos anschlie\u00dfen gemeint hat, denn jetzt h\u00f6rte ich die Geschichte von dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/04\/20\/ubergrenzen-in-der-hauptbucherei\/\">Schragl, das er in der Halle B holen sollte, wo er nur ein Holztischen bekam und den ganzen Tag hin und hergeschickt wurde<\/a> zum dritten Mal.<\/p>\n<p>Radek Knapp las wieder dazu, da\u00df er bis heute nicht wei\u00df, was ein Schragl ist, der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/11\/07\/jurorenlesung\/#comments\">Otto hat mir beim ersten Mal kommentiert, aber da habe ich Schragerl<\/a> geschrieben und eigentlich kenne ich, die echte Wienerin, mit der behmischen Omama, diesen Ausdruck auch nicht.<\/p>\n<p>Nun ja, nun ja, das Leben in der Emigration geht weiter, die deutsche Sprache wird gelernt und die Mutter will f\u00fcr den Sohn die beste Ausbildung in der Handelsakademie am Karlsplatz. Dort will er aber nicht hin, so beginnt er die Schule zu schw\u00e4nzen, setzt sich ins kunsthistorische Museum und sp\u00e4ter vor die Stufen des Musikvereins, wo er angeblich oder auch tats\u00e4chlich Leonhard Bernstein trifft, so da\u00df er beschlie\u00dft, statt Rechnungsweisen, Blockfl\u00f6te zu erlernen.<\/p>\n<p>In Wirklichkeit hat Radek Knapp wohl zu schreiben begonnen und ich stie\u00df, das erste Mal auf seinen Namen, als ich in der Jury f\u00fcr das Nachwuchsstipendium war.<\/p>\n<p>In der Diskussion hat er noch beklagt, da\u00df es ihm nicht gelingt, aus der Migrantenschublade herauszukommen, da\u00df er den n\u00e4chsten Roman aber nicht \u00fcber einen Polen in Wien schreiben wird. Mal sehen, obs gelingt oder ob ich im n\u00e4chsten Jahr die Geschichte mit dem Schragl zum vierten Mal h\u00f6re?<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte denken, Radek Knapp macht es sich sehr leicht, den Leuten hat es aber gefallen, nur eine Frau fragte, wie es seiner Mutter mit seinen B\u00fcchern geht und Manfred M\u00fcller erg\u00e4nzte noch, da\u00df es im &#8220;Gipfeldieb&#8221; sehr viel um die Erlangung der \u00f6sterreichischen Staatsb\u00fcrgerschaft geht.<\/p>\n<p>An diese Stellen kann ich mich auch erinnern und Radek Knapp erw\u00e4hnte, die zwei Briefe die er bekommen hat, Karten f\u00fcr &#8220;Cats&#8221; und die Einberufung zum Bundesheer, worauf er Zivildienst machte und, um meine Radek Knapp Biografie zu wiederholen oder zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Er war auch eine Zeitlang in der Jury f\u00fcr den &#8220;Siemens-Preis&#8221;, als ich dort noch meine Texte einreichte. Da habe ich ihm, glaube ich, auch einmal einen Brief geschrieben und mit G\u00fcnter Kaindlsdorfer moderierte er bei der letzten <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/13\/die-neunte-buch-wien\/\">&#8220;Buch-Wien&#8221; den B\u00fccherquiz<\/a>, wo ich zwar antreten durfte, aber nicht sehr erfolgreich war.<\/p>\n<p>Radek Knapp ist das sicher viel mehr als ich und einer der wenigen humoristischen Autoren, wie Manfred M\u00fcller noch erkl\u00e4rte, die wir in \u00d6sterreich haben. Das liegt mir nicht so sehr, aber trotzdem habe ich mich f\u00fcr die Lesung entschieden.<\/p>\n<p>Das d\u00fcnne B\u00fcchlein nicht gekauft, &#8220;Franio&#8221; und &#8220;Herrn Kukas Empfehlungen&#8221; habe ich aber in meinen Regalen, ob ich sie gelesen habe, wei\u00df ich gar nicht und was ein Schragl ist wei\u00df ich auch noch immer nicht oder doch nat\u00fcrlich, eine &#8220;Art Regal auf R\u00e4dern&#8221;, wie Radek Knapp las und ich bin jetzt gespannt, wie ich mich bei den n\u00e4chsten Terminkollusionen entscheiden werde, ob da dann die Experimentellen \u00fcber die Lustigen siegen werden oder wieder nicht?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesmal wieder\u00a0 die Qual der Wahl, denn ein Abend und sechs literarische Veranstaltungen. Richard Schuberth hat mich zu seinen Essays in &#8220;Radiokulturcafe&#8221; eingeladen, in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; las Bodo Hell, im Literaturhaus Brigitta Falkner, in der Hauptb\u00fccherei h\u00e4tte es gleich &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=50572\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[26,1408,2356,4034,4598,4701,5035],"class_list":["post-50572","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veranstaltungen","tag-neuerscheinung","tag-deuticke","tag-gesellschaft-fuer-literatur","tag-migrantenschicksal","tag-pole-in-wien","tag-radek-knapp","tag-satirischer-roman"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50572","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=50572"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/50572\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=50572"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=50572"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=50572"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}