{"id":5107,"date":"2010-12-09T10:33:42","date_gmt":"2010-12-09T09:33:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5107"},"modified":"2010-12-09T10:33:42","modified_gmt":"2010-12-09T09:33:42","slug":"nichts-und-niemand","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5107","title":{"rendered":"Nichts und niemand"},"content":{"rendered":"<p>Chistopher Stainingers Liebes- und Hassgedichte &#8220;Nichts und niemand&#8221;, habe ich von der Anna zum Geburtstag bekommen, da sie den Autor von einem ihrer Praktika kennt, hat sie das Buch \u00fcber ihn bezogen, es hat auch eine handgeschriebene Widmung an die liebe Eva. Die Gedichte haben es in sich. In klaren, knappen wirklich sehr verdichteten Worten wird in wenigen Zeilen mit dem gesamten Spektrum der menschlichen Gef\u00fchlswelt gespielt. Liebe, Ha\u00df, Verzweiflung, Einsamkeit, das Aneinandergekettetsein, das Voneinanderloswollen und nicht k\u00f6nnen und vieles mehr wird in  schlichten S\u00e4tzen auf h\u00f6chst beklemmende Weise, die noch lange anh\u00e4lt, dargestellt.<br \/>\nHier eine kleine Auswahl, eigentlich k\u00f6nnte man jedes Gedicht zitieren, man liest sie, denkt das ist doch ganz banal, der Inhalt ist aber hinterfotzig, verzweifelt, bitter usw.<br \/>\nDie ganze Psychologie der menschlichen Gef\u00fchle in wenigen Worten ausgedr\u00fcckt.<br \/>\nSo kann ich das Lesen des bei der Literaturedition N\u00d6 erschienenen Buches wirklich sehr empfehlen und w\u00fcnsche dem Autor nicht alles selbst erlebt zu haben oder wenigstens nur die paar sch\u00f6nen Gedichte.<\/p>\n<p>Du willst<br \/>\nnichts von mir<br \/>\nich nichts von dir<br \/>\nDiese Gemeinsamkeit<br \/>\nst\u00f6rt mich schon lange<\/p>\n<p>Dich<br \/>\nhabe ich mir<br \/>\nauf jeden Fall<br \/>\nverdient<br \/>\nBescheidener<br \/>\nmu\u00df ich nicht sein<\/p>\n<p>Ein paar Tage<br \/>\nhatte ich das Gef\u00fchl<br \/>\ndass du gern<br \/>\nbei mir bist<br \/>\nEin paar Tage<br \/>\nkann ich mir<br \/>\nalles einreden<\/p>\n<p>Wenn du schl\u00e4fst<br \/>\nentkommst du<br \/>\nmir nicht<br \/>\nIch umarme dich<br \/>\ndie ganze Nacht<\/p>\n<p>Nichts und niemanden<br \/>\nliebe ich<br \/>\nmehr als dich<br \/>\nsagst du<br \/>\nVerflucht<br \/>\nWas ist nichts<br \/>\nWer ist niemand<\/p>\n<p>Die Nase habe ich mir gebrochen<br \/>\nWollte ich dich nicht mehr riechen<br \/>\nDie Haut habe ich mir abgezogen<br \/>\nWollte deine Ber\u00fchrungen nicht mehr sp\u00fcren<br \/>\nDie Ohren habe ich mir abgetrennt<br \/>\nWollte dich nicht mehr h\u00f6ren<br \/>\nDie Augen habe ich mir ausgestochen<br \/>\nWollte dich nicht mehr sehen<br \/>\nDie Zunge habe ich mir herausgerissen<br \/>\nWollte dich nicht mehr schmecken<br \/>\nDen Schwanz habe ich mir abgeschnitten<br \/>\nWollte nicht mehr von dir gefickt werden<br \/>\nDas Herz habe ich mir herausgerissen<br \/>\nWollte dich nicht mehr lieben<br \/>\nJetzt will ich dich zur\u00fcck<\/p>\n<p>Verzweiflung pur und das auf fast jeder der hundertelf Seiten. Dazwischen gibt es ein paar Illustrationen von J\u00fcrgen Hofer, wo man das Gesicht des Autors rot und schwarz umrandet sehen kann.<br \/>\nChristopher Staininger wurde 1970 in Wien geboren, lebt in Wien und Nieder\u00f6sterreich, hat mehrere nieder\u00f6sterreichische Literaturpreise bekommen, war eine Zeitlang im Podium Vorstand, hat mehrere B\u00fccher bei Resistenz und anderen Verlagen herausgebracht.<br \/>\nIch wei\u00df nicht, ob man das Buch als Weihnachtsgeschenk empfehlen kann, die verzweifelte Sprache beeindruckt aber sehr und gibt Anla\u00df zum Nachdenken, wie man vielleicht besser kommunizieren kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chistopher Stainingers Liebes- und Hassgedichte &#8220;Nichts und niemand&#8221;, habe ich von der Anna zum Geburtstag bekommen, da sie den Autor von einem ihrer Praktika kennt, hat sie das Buch \u00fcber ihn bezogen, es hat auch eine handgeschriebene Widmung an die &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5107\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5107","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5107"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5107\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5107"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}