{"id":51138,"date":"2017-04-18T00:31:59","date_gmt":"2017-04-17T22:31:59","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=51138"},"modified":"2017-04-18T00:31:59","modified_gmt":"2017-04-17T22:31:59","slug":"und-dann-steht-einer-auf-und-oeffnet-das-fenster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=51138","title":{"rendered":"Und dann steht einer auf und \u00f6ffnet das Fenster"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt Susann Pasztors Buch, das in<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/27\/von-der-leipziger-messe\/\"> Leipzig bei dem &#8220;Kiwi-Bloggertreffen&#8221;<\/a> vorgestellt wurde. Eine Mischung zwischen einem Jugend- und einem All-Age Buch w\u00fcrde ich mal sch\u00e4tzen oder nein, ein reines Jugendbuch ist es wohl nicht, dazu ist das Thema zu schwierg, geht es dabei doch um das Sterben.<\/p>\n<p>Ein Thema f\u00fcr mich k\u00f6nnte man so sch\u00e4tzen, denn ich habe ja meinen Vater betreut, dazwischen Sterbeseminare im damaligen Geiatrie-Zentrum Wiederwald gemacht, dort dort die Pflegehelferinnen in Kommunikation ausgebildet und habe auch manchmal Klienten, die ihre Angeh\u00f6rigen verloren haben oder verlieren werden und mich in meinen B\u00fcchern auch schon <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_vergessen.html\">mehrmals<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_vater.html\">mit <\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_sterben.html\">diesem <\/a><a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_paulanebel.html\">Thema<\/a> <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_novembernebel.html\">auseinandergesetzt<\/a>.<\/p>\n<p>Zum &#8220;Kiwi-Blogger-Treffen&#8221; bin ich etwas zu sp\u00e4t gekommen, weil ich ja vorher mit dem Alfred in diesem Messerestaurant essen war und habe, als ich das Zimmer im dem Congre\u00dfzentrum endlich gefunden habe, Susann Pasztor, die 1957 in Solenau geboren wurde, jetzt ihr drittes Buch bei &#8220;Kiwi&#8221; herausbrachte und auch eine Ausbildung zur Sterbebegleiterin machte, daraus schon lesen geh\u00f6rt und zwar ziemlich bald die Stelle, wo Max der Schulfreund von Phil, dem dreizehnj\u00e4hrigen Jungen, der eine wichtige Rolle in dem Buch spielt, gro\u00dfschneuzig davon spricht, da\u00df Sterbebegleiter, die sind, die den Menschen streng geheim, die Giftcocktails \u00fcberreichen, als der ihm von der Ausbildung seines Vaters erz\u00e4hlt und habe schon bef\u00fcrchtet, da\u00df da vielleicht etwas vermischt wird, denn ein Sterbegleiter gibt ja keine Sterbehilfe, zumindest keine mit dem Cocktail.<\/p>\n<p>Aber nat\u00fcrlich wird in der \u00d6ffentlichkeit bei diesem Tabuthema viel gewitzelt, verdr\u00e4ngt,\u00a0 gel\u00e4stert und die Literatur ist ja dazu da zu \u00fcbertreiben und zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Aber Susann Pasztor umschlifft diese Kurve und das ist auch die einzige Stelle, wo es darum geht, sonst geht es um etwas ganz anderes, n\u00e4mlich, um Fred, den vierzigj\u00e4hrigen \u00fcbergewichtigen alleinerziehenden Vater, der in irgendeinem Amt sitzt und Pensionsantr\u00e4ge bearbeitet und endlich was Sinnvolles machen will.<\/p>\n<p>So wird er ehrenamtlicher Hospitzmitarbeiter und soll nun seinen ersten Fall \u00fcbernehmen, n\u00e4mlich die sechzigj\u00e4hrige krebskranke Klara begleiten.<\/p>\n<p>Susann Paszor schildert den \u00dcbergewichtigen am Anfang des Buches etwas tolpatschig. So, wie gut gemeint ist das Gegenteil von gut.<\/p>\n<p>Auch da nimmt das Buch eine Wende, denn Klara wei\u00df, wie es wahrscheinlich wohl vielen Hospitzpatienten geht, nicht, ob sie wirklich einen Sterbebegleiter will.<\/p>\n<p>No na, so gelingt der Start etwas schwierig, obwohl Fred ja eine Supervisonsgruppe hat und da gibt es auch eine sehr aufm\u00fcpfige Theolgiestudentin namens Maria, die immer kritische Fragen stellt.<\/p>\n<p>Fred hat auch eine Mappe, wo Unterlagen \u00fcber Klara stehen, zum Beispiel die Telefonnummer der Schwester, die im Todesfall benachtrichtigt werden soll.<\/p>\n<p>Sonst scheint es aber Spannungen zwischen ihr und Klara zu geben, \u00fcber die Klara nicht spricht und nun hat Fred, das Buch spielt kurz vor Weihnachten, einen Einfall, der eigentlich ganz nat\u00fcrlich sein sollte, aber entsetzlich schiefgeht, er l\u00e4dt beide Schwestern zu sich und zu seinem dreizehnj\u00e4hrigen Sohn Phil zu einer Weihnachtsfeier ein.<\/p>\n<p>Klara verl\u00e4\u00dft, sobald sie die Schwester sieht, die Wohnung und bricht die Begleitung ab. Fred mu\u00df sich deswegen auch in der Supervisionsgruppe entsetzt ansehen lassen.<\/p>\n<p>Wie kann man denn nur, diese Grenze \u00fcberschreiten und wird stattdessen den Nachtwachen zugeteilt, wo man nichts mehr falsch machen kann.<\/p>\n<p>Denn dort ist immer das Fenster offen, damit die Seele leichter hinausgleiten kann, wenn einer gegangen ist und solche Geschichten habe ich auch schon bei meinen Supervisionen geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Klara hat aber vorher schon den dreizehnj\u00e4hrigen Phil, der ein heimlicher Dichter ist und Schwierigkeiten mit seiner esoterischen Mutter hat, die ihm immer Wachstumspr\u00e4perate schickt, weil er ein wenig kleinw\u00fcchsig ist, engagiert, um ihre Fotos zu scannen.<\/p>\n<p>Klara war T\u00e4nzerin oder Musikerin. In ihrer Wohnung h\u00e4ngen Bilder von einer Rockgruppe aus den Siebzigerjahren namens &#8220;Grateful Dead&#8221;.<\/p>\n<p>Sie hat auch lange in Spanien gelebt,\u00a0 einen Spanier geheiratet, so hei\u00dft sie Jenner-Garcia und ist erst zum Sterben wieder nach Deutschland zur\u00fcckgekommen und so ist Phil eine Zeitlang, der Ersatz- Sterbebegleiter, weil Fred ja nicht mehr zu ihr darf.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch eine junge Frau namens Rona, die in in einem Cafe jobbt und sich in Prostituiertenkleidung von einem Maler im Haus malen l\u00e4\u00dft, was auch zu Mi\u00dfverst\u00e4ndnissen f\u00fchrt und einen Hausmeister namens Leo Klaffki, ein Althippie, der im Gegensatz zu Fred, die Rockband kennt und sich, um Klara k\u00fcmmert, gibt es auch.<\/p>\n<p>So ruft Leo Klaffki Fred auf einmal an, als Klara im Lift steckengeblieben ist und es dauern kann, bis der Reparaturdienst erscheint. Er soll kommen und sich mit Klara unterhalten.<\/p>\n<p>So darf Fred wieder zu ihr und betreut zusammen mit Phil, der unbedingt noch alle Fotos einscannen will, obwohl die Zeit wahrscheinlich nicht mehr dazu reicht, in Verbindung mit dem Hausarzt und der Frau vom Pflegedienst, weiter Klara, die beschlie\u00dft, ihr Sterben etwas zu beschleunigen, in dem sie nichts mehr i\u00dft und trinkt.<\/p>\n<p>Rona schl\u00e4ft bei ihr in der Nacht, Vater und Sohn wachen am Tag, der Hausmeister stiftet eine Fu\u00dfballkerze. Phil, der ihre Kameria geschenkt bekommen hat, liest ihr vor und am Schlu\u00df \u00fcbergibt Klara noch das Fotoalbum, das sie mit Achtzehn ihrer Schwester davongetragen hat und weshalb es vielleicht zum Bruch kam, damit er es an sie zur\u00fcckschicken kann.<\/p>\n<p>Ein sehr einf\u00fchlsames Buch, das alle Konflikte eines allt\u00e4glichen Leben leicht \u00fcberh\u00f6ht, wie es f\u00fcr einen Publikumsverlag wahrscheinlich sein mu\u00df, enth\u00e4lt und das ich allen, die sich mit diesem schwierigen Thema, das man, wie ich glaube, nicht verdr\u00e4ngen soll, weil es einen ja einholen und betreffen wird, nur empfehlen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt Susann Pasztors Buch, das in Leipzig bei dem &#8220;Kiwi-Bloggertreffen&#8221; vorgestellt wurde. 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