{"id":51393,"date":"2017-04-27T23:00:21","date_gmt":"2017-04-27T21:00:21","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=51393"},"modified":"2017-04-27T23:00:21","modified_gmt":"2017-04-27T21:00:21","slug":"julya-rabinowitsch-freiert-mela-hartig","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=51393","title":{"rendered":"Julya Rabinowitsch feiert Mela Hartwig"},"content":{"rendered":"<p>Die\u00a0 &#8220;Autorinnen feiert Autorinnen Veranstaltung gibt es jetzt das vierte Mal. Julia Danielcyck hat sie eingef\u00fchrt, als sie von Roul Blahacek das\u00a0 Literaturreferat \u00fcbernommen hat und das war sicher eine engagierte Idee und so hat <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/17\/autorinnen-feiern-autorinnen\/\">Marlene Strerwuwitz Bertha von Suttner gefeiert<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/02\/10\/marlen-schachingers-festrede\/\">Marlene Schachinger Betty Paol<\/a>i und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/28\/ruth-klueger-ueber-marie-von-ebner-eschenbach\/\">Ruth Kl\u00fcger Marie Ebner von Eschenbach.<\/a><\/p>\n<p>Lauter adelige Damen, als ob es es keine andere Autorinnen g\u00e4be und als ob es nicht wert w\u00e4re, diese auch zu feiern.<\/p>\n<p>Else Feldmann vielleicht oder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/10\/16\/buch-wien-info-ohrenschmausjurysitzung-und-hermynia-zur-muhlen-lesung\/\">Hermynia von M\u00fchlen<\/a>, Bingo die ist auch adelig, also Else Feldmann oder eine andere j\u00fcdische Autorin, die im Holocaust \u00d6sterrreich verlassen hat und damit ihre Identit\u00e4t verlor.<\/p>\n<p>Das habe ich Julia Danielcyck vor cirka einem Jahr gesagt und Bingo, Zufallf oder nicht, man soll sich ja nicht selber \u00fcbersch\u00e4tzen, ist diesmal Meta Hartwig, die Auserw\u00e4hlte und Julia Rabinowitsch, die Festrednerin.<\/p>\n<p>Die w\u00e4re ja meine Anw\u00e4rterin f\u00fcr den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/06\/3-veza-canetti-preis-statt-buchdebuts\/\">&#8220;Veza Canetti- Preis&#8221;<\/a>, wenn ich ihn schon nicht selber gewinne und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/12\/schwimmfuchslein\/\">Judith Gruber-Rizy<\/a> vielleicht auch nicht so in der Szene ist, aber Julia Rabinowitsch, die ja mit ihrem &#8220;Spaltkopf&#8221; bei der &#8220;Edition Exil&#8221;, der literarische Aufstieg gelungen ist, w\u00e4re eine Anw\u00e4rttin f\u00fcr mich, ist au\u00dferdem auch eine sehr unkonventionelle Person, wurde f\u00fcr die Festrede auserw\u00e4hlt und hat sich diesbez\u00fcglich auch ordentlich ins Zeug glegt.<\/p>\n<p>Mela Hartwig, eine unbekannte Autorin hat Julya Rabinowitsch gesagt, ja nat\u00fcrlich, auch f\u00fcr mich, ich habe noch nie etwas von ihr gelesen, aber, glaube ich, schon etwas geh\u00f6rt, denn &#8220;Droschl&#8221; hat ja die Werke der\u00a0 1895 in Wien geborenen Tochter von Theodor Herzl wieder aufgelegt und die hat eine Ausbildung als Schauspielerin absolviert und dann expressionistisch zu schreiben begonnen.<\/p>\n<p>&#8220;In zerbrochenen Spiegeln&#8221; war der Titel der Festrede. Aber zuerst ist in Vertretung f\u00fcr den Stadtrat, der auf dem Proramm stand, eine Gemeinder\u00e4tin gekoimmen und hat sich eupnhorisch ge\u00e4u\u00dfert, da\u00df sie gerne eine B\u00fcrermeisterin haben will.<\/p>\n<p>Denn die Veranstaltung hat ja im Staatssenatssitzungsrat stattgefunden, wo die Portraits der B\u00fcrgermeister, lauter w\u00fcrdige Herrn, h\u00e4ngen und ganz vorn, das von Helmut Zilk und der hat sich ja von Maria Lassnig malen lassen.<\/p>\n<p>De Proportionen sind da etwas verrtuscht und das erregt Unmut und so weisen die Er\u00f6ffnungsredner, meistens auf das Portrait hin. Die euphorische Gemeinder\u00e4tin tat das auch, aber leider ist sie keine Lassnig-Liebhaberin oder eine Feindin der verrutschten Proportionen und so \u00e4u\u00dferte sie sich etwas negativ, obwohl Maria Lassnig ja auch eine Frau ist.<\/p>\n<p>Interessant dazu, hinter mir sind Eva Geber und der Mandelbaum-Verleger gesessen und die haben sich auch zu dem Bild ge\u00e4u\u00dfert. Eva Geber meinte, da\u00df Maria Lassnig sich damit \u00fcbver HELMUT Zilk lustig machen wollte, die Gmeinder\u00e4tin meinte eher, da\u00df Zilk den Gemeinderat mit diesen Bild verarschen wollte.<\/p>\n<p>Nun sei es, wie es sei, das Thema war Mela Hartwig und die ist eine expressionistische Autorin und da sind die Proportionen wahrscheinlich auch etwas verrutscht, aber sie ist ja, wie Julia Rabinowitsch in ihrer Rede betonte, wahrscheinlich den meinsten Anwesenden unbekannt.<\/p>\n<p>Sie hat aber sehr eindrucksvolle Geschichten geschrieben in ihrem Novellenband &#8220;Extasen&#8221;, darunter eine, wo die f\u00fcnzehn \u00e4hrige Agnes von ihrem psychoanalytischen Vater mi\u00dfbraucht wird und eine von einer Frau, die sich im Mondlicht schw\u00e4ngern l\u00e4\u00dft und dann wirklich und wahrhaftig wegen Abtreibung verurteilt wird.<\/p>\n<p>Man sieht, ganz sch\u00f6n sozialkritisch, nachdem der Band 1927 bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/25\/leo-perutz-buchvorstellung\/\">&#8220;Zsolnay&#8221;<\/a> erschienen ist. Dann kam das dritte Reich und beendete Mela Hartwigs literarische Karriere und &#8220;Zsonay&#8221; wollte das dritte Buch nicht mehr verlegen.<\/p>\n<p>Sie emigrierte nach London, fing dort zu malen an und ihrem Mann ist es nicht gelungen, auf das Talent seiner Frau aufmerksam zu machen oder doch ein bi\u00dfchen, Ernst Sch\u00f6nwiese brachte etwas in seiner Literaturzeitschrift, die Wien-ibliothek hat den Nachla\u00df aufgekauft und &#8220;Droschl&#8221; hat die wichtigen Werke, der 1967 gestorbenen Autorin, wieder aufgelegt.<\/p>\n<p>Interessant, interessant auch die Paralelen zu Julia Rabinowitsch, die ja auch emigriertrte, in einer fremden Sprache Karriere machte, w\u00e4hrend Mela Hartwig ihre im Exiil verlor. Sie hat zu malen, Julia Rabinowitsch zu schreiben angefangen und ihre Festrede war, glaube ich, die beste, wenn man von der von Marlene Streeruwitz absah, die wahrscheinlich etwas ungew\u00f6hnlich war.<\/p>\n<p>Interessant, interessant, nachher gab es wieder ein Glas Wein, in den ersten zwei Jahren hat es das nicht gegeben und dabei ein paar Gespr\u00e4che und ich bin jetzt nat\u00fcrlich neugierig, wer die n\u00e4chste Canetti Preistr\u00e4gerin wird, schlage Julia Rabinowitsch vor und w\u00fcrde mir als n\u00e4chste gefeierte Autorin Else Feldmann oder Hermynia zur M\u00fchlen w\u00fcnschen, aber <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/05\/22\/hilde-spiels-ruckkehr-nach-wien\/\">Hilde Spiel<\/a> ist wahrscheinlich auch ganz interessant.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die\u00a0 &#8220;Autorinnen feiert Autorinnen Veranstaltung gibt es jetzt das vierte Mal. 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