{"id":515,"date":"2008-11-17T00:05:09","date_gmt":"2008-11-16T23:05:09","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=515"},"modified":"2008-11-17T00:05:09","modified_gmt":"2008-11-16T23:05:09","slug":"ukrainisches-wochenende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=515","title":{"rendered":"Ukrainisches Wochenende"},"content":{"rendered":"<p>Dieses Wochenende wieder voll  literarisch unterwegs mit der Literatur im Herbst, der alten Schmiede, die schon Freitag Abend losgegangen ist. Aber da habe ich im Palais Nieder\u00f6sterreich B\u00fccher geschnorrt, also erst ab Samstag Nachmittag, aber daf\u00fcr voll durch.<br \/>\nDie Literatur im Herbst ist ja \u00e4u\u00dferst interessant, wird da meist ein osteurop\u00e4isches Land, Griechenland und die T\u00fcrkei waren auch schon dabei, vorgestellt und man bekommt Texte und Autoren zu h\u00f6ren, zu denen man sonst keine Gelegenheit hat.<br \/>\nIch bin zwar erst vor einigen Jahren eingestiegen, damals war Bulgarien das Gastland, weil es meistens an meinem Geburtstagswochenende stattfand, die von Walter Famler mit seinen Ko-Kuratoren organisierte Veranstaltung ist aber ein echtes Gustost\u00fcck zum Erweitern des literarischen Horizonts und Hinausschauen \u00fcber den Tellerrand.<br \/>\nDiesmal also Ukrainie und da war ich weniger unbedarft, als  bei anderen L\u00e4nderschwerpunkten, denn es gab  schon vor zwei Jahren eine Veranstaltungsreihe von Kulturkontakt und von Andrej Kurkow, mit dem ich mich damals am Karlsplatz sogar intensiv unterhalten habe, habe ich auch  &#8220;Picknick auf dem Eis&#8221; gelesen und f\u00fcr Thalia besprochen.<br \/>\nDie ukrainische Literatur war mir also nicht so unbekannt, sondern ist bei mir durch die orange Revolution als sehr aktiv eingespeichert.<br \/>\nEs gibt aber auch einen  anderen Aspekt der Ukraine, n\u00e4mlich Czernowitz mit  Josef Burg und den K. u. K. Pflastersteinen, die es auch Lemberg geben soll. Aber das habe ich immer als zwei paar Schuhe voneinander getrennt.<br \/>\nDiese Veranstaltung hat  beides zusammengebracht. Und so ist Erich Klein in seiner Er\u00f6ffnungsrede, von der K. u. K. Monarchie und dem Kaiser Franz Josef ausgegangen, was ich nicht erwartet habe, aber nat\u00fcrlich geh\u00f6rt es dazu und so sind die jungen Poetry Slammer,  Jury Andruchowytsch und  Andrej Kurkow, von dem oben Erw\u00e4hnten auch nicht zu trennen.<br \/>\nGestern  ist es mit einer alten Ex-Kommunistin losgegangen, die in Moskau in die Schule ging und Wassili Grossmann \u00fcbersetzte, der zwei Stalingrad-Romane geschrieben hat, bei Stalin aber in Ungnade fiel und so erst sp\u00e4t herauskam. Dann kam die \u00dcbersetzerin von Bruno Schulz &#8220;Zimtl\u00e4den&#8221; und auch der B\u00fcchertisch war sehr vielf\u00e4ltig best\u00fcckt.<br \/>\nDann hat schon Andrej Kurkow  aus  &#8220;Herbstfeuer&#8221; gelesen, wo eine alte Dame ihren Gatten verbrennt, weil sie ihn in ihrer beiderseitigen Sprachlosigkeit zuf\u00e4llig erschlagen hat, dann folgte eine Podiumsdiskussion zum Thema &#8220;Ukraine-Zentrum Europas?&#8221;, wo zwar auch der 12. November hineinschwirrte, aber einige interessante Themen zur Sprache kamen, von den Kindern n\u00e4mlich, die mit viel Geld  alleine aufwachsen, weil die Eltern Gastarbeiter sind und der gro\u00dfen Eurohoffnung, aber auch die ukrainische Zweisprachigkeit.  Interessant ist auch, da\u00df viele der  eingeladenen Autoren Germanistik studiert haben, bzw. gut Deutsch k\u00f6nnen.<br \/>\nDann kam der zweite Star des Abends, n\u00e4mlich Juri Andruchowytsch mit seinem neuen Roman, der auch in Frankfurt vorgestellt wurde und f\u00fcr mich besonders interessant, eine Nachempfindung seiner legend\u00e4ren Performance Gruppe &#8220;Bu-Ba-Bu&#8221;,  sowas wie ukrainischer Poetry Slam, von dem ich gar nicht wu\u00dfte, da\u00df es das gibt.<br \/>\nHeute ging  es an einem  besonders sch\u00f6nen Ort weiter, n\u00e4mlich am Brigittenauer Sporn, wo der Donaukanal beginnt, mit einer Pr\u00e4sentation des Buches &#8220;Graue Donau &#8211; schwarzes Meer&#8221;, bei der auch der Serbe Dragan Velikic und der Rum\u00e4ne  Mircea Catarescu teilnehmen sollten und  mich an meine Donauradfahrt  von Ybbs bis Regensburg mit Ruth Asp\u00f6cks &#8220;Edition die Donau hinunter&#8221; vor eineinhalb Jahren erinnert hat.<br \/>\nEs war aber auch ein sch\u00f6ner Spaziergang bei  sehr sch\u00f6nem Herbstwetter am Donaukanal mit einer F\u00fchrung durch die &#8220;Via Donau&#8221; und einem Buffet mit Canapes und wundervollen Torten der Konditorei Oberlaa.<br \/>\nDanach zur\u00fcck ins Odeon,  da las Claudia Erdheim weiter, die auch nicht unbedingt eine ukrainische Autorin ist, aber mit ihrem Roman &#8220;L\u00e4ngst nicht mehr koscher&#8221;, ihre Familengeschichte beschrieben hat. Dann gab es noch Gedichte und zum Schlu\u00df, als Special Guest, Mircea Catarescu, weil Erich Klein ein noch umfassenderes Konzept verfolgte, aus dem dann nichts geworden ist. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses Wochenende wieder voll literarisch unterwegs mit der Literatur im Herbst, der alten Schmiede, die schon Freitag Abend losgegangen ist. Aber da habe ich im Palais Nieder\u00f6sterreich B\u00fccher geschnorrt, also erst ab Samstag Nachmittag, aber daf\u00fcr voll durch. 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