{"id":51536,"date":"2017-05-12T21:10:24","date_gmt":"2017-05-12T19:10:24","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=51536"},"modified":"2017-05-12T21:10:24","modified_gmt":"2017-05-12T19:10:24","slug":"verwuestung-der-zellen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=51536","title":{"rendered":"Verw\u00fcstung der Zellen"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Buch das im Vorjahr auf Longlist zum &#8220;Debutpreis&#8221; stand, eines das <a href=\"https:\/\/lesenmachtgluecklich.wordpress.com\/2016\/11\/18\/rezension-markus-mittmannsgruber-verwuestung-der-zellen\/\">Marc Richter<\/a> sehr gefallen hat und das er sich f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/27\/durchgelesen\/\">Shortlist<\/a> w\u00fcnschte. Er hat es dann zu Weihnachten verlost, ich habe es bekommen und so habe ich Markus Mittmansgruber, ein Buch aus dem \u00f6sterreichischen &#8220;Luftschacht-Verlag&#8221; &#8220;Verw\u00fcstung derZellen&#8221; gelesen, obwohl ich l\u00e4nger gez\u00f6gert habe, schien es mir doch sehr experimentell zu sein und das habe ich ja nicht so gerne.<\/p>\n<p>Der mir bisher unbekannte Markus Mittmansgruber wurde 1981 inLinz geboren, studierte Philosophie an der Uni Wien, hat verschiedene Ver\u00f6ffentlichungen in &#8220;Kolik&#8221;, &#8220;Rampe&#8221;, &#8220;Podium&#8221; und hat mit der &#8220;Verw\u00fcstung der Zellen&#8221; 2016 seinen Debutroman herausgebracht.<\/p>\n<p>In der Beschreibung steht etwas vom &#8220;Verfall einer Familie&#8221; und zwei Erz\u00e4hlstr\u00e4ngen und dann f\u00e4ngt es gleich ein wenig schwierig in der Kleinschrift an und ich dachte schon &#8220;Uje!&#8221;, bis es dann im zweiten Handlungsstrang etwas konkreter wurde.<\/p>\n<p>Da wird n\u00e4mlich von einem Sohn erz\u00e4hlt, dessen Vater eine degenerative Krankheit hat und sich damit sozusagen von seiner Familie verabschiedet. Er will nicht besucht, vielleicht auch nicht beim Sterben beobachtet werden. Die Mutter nimmt das hin, der Sohn ein abgeborochener Philosophiestudent, der jetzt in einer Consultingfirma arbeitet, nicht.<\/p>\n<p>Der Vater kommt dann in ein Pflegeheim, der Sohn besucht ihn dort, die Mutter, die er auch besucht, hat im K\u00fchlschrank lauter abgelaufenes Essen, geht viel spazieren und, als ein Arzt anruft und von einem Aggressionsschub des Vaters erz\u00e4hlt, geht die Mutter mit ihm in das Heim.<\/p>\n<p>Der Sohn, der unter &#8220;Tinnitus&#8221; und &#8220;Angstzust\u00e4nden&#8221; leidet und auch die entsprechenden Medikamente nimmt, besucht dann auch eine etwas seltsame K\u00f6rpergruppe, die von einem Paar geleitet wird.<\/p>\n<p>Da mu\u00df man aus sich herausgehen, &#8220;das Kamel in sich hinter sich lassen und zum L\u00f6wen werden&#8221; und ganz eigene kreative \u00dcbungen abliefern.<\/p>\n<p>Johanna, mit der der Sohn sich befreudet und die an einen schwachen Magen leidet und glaubt von einem Wurm befallen zu sein, macht das sehr eskatisch und wird vom Christian, dem Leiter, der mit einer &#8220;Burgerkingkrone&#8221; auf einem Lehnsessel sitzt, auch gelobt, w\u00e4hrend der Sohn, in Erinnerung an seinem Vater immer etwas von einem &#8220;T\u00fcrspalt&#8221; erz\u00e4hlt, was dem Leiter nicht gef\u00e4llt und die Leiterin zum G\u00e4hnen bringt.<\/p>\n<p>Das Ganze wird manchmal sehr spannend und auch in einer sehr sch\u00f6nen\u00a0 Sprache erz\u00e4hlt, dann wird es wieder sehr theoretisch und unverst\u00e4ndlich und die Ebenen und die Handlungsf\u00e4den wechseln sich auch sehr rasant ab, so da\u00df ich das Lesen etwas m\u00fchsam fand und eigentlich eine realistischere Erz\u00e4hlweise \u00fcber das \u00c4lterwerden und den Tod, wie Beispielsweise dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/18\/und-dann-steht-einer-auf-und-oeffnet-das-fenster\/\">Roman von Susann Pasztor<\/a>, den ich vor kurzem gelesen habe, vorziehen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Denn irgendwie wirkt das Ganze distanziert und die Suche des Sohnes, der von psychischen Leiden gequ\u00e4lt wird, nach\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_klara.html\">Familiengeheimnissen<\/a>,sehr philosophisch abstrakt.<\/p>\n<p>Nun der Autor hat Philosophie studiert und arbeit auch in einen wissenschaftlichen Verlag. Ob viele Leute das Buch lesen werden erscheint mir aber etwas fraglich und ich bin auch nicht sicher, was der sogenannte &#8220;Mehrwert&#8221; ist, den man ja bei &#8220;guter Literatur&#8221; haben und sich mitnehmen soll.<\/p>\n<p>So h\u00e4tte die realistische Autorin in mir, es wahrscheinlich auch nicht auf die Shortlist gesetzt, bin aber gespannt, was ich noch von den dem Autor h\u00f6ren und lesen werde und werde jetzt auch nachgoolen, ob er\u00a0 GAV-Mitglied ist und ich ihn vielleicht auch schon bei einer der &#8220;Neuaufnahme-Lesungen&#8221; geh\u00f6rt habe.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Buch das im Vorjahr auf Longlist zum &#8220;Debutpreis&#8221; stand, eines das Marc Richter sehr gefallen hat und das er sich f\u00fcr die Shortlist w\u00fcnschte. 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