{"id":5172,"date":"2010-12-16T00:06:22","date_gmt":"2010-12-15T23:06:22","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5172"},"modified":"2010-12-16T00:06:22","modified_gmt":"2010-12-15T23:06:22","slug":"die-liebe-das-gluck-die-blodheit","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5172","title":{"rendered":"Die Liebe, das Gl\u00fcck, die Bl\u00f6dheit"},"content":{"rendered":"<p>&#8230;oder die dritte Literaturhauslesung in Zusammenarbeit mit dem Lehrgang f\u00fcr <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/01\/28\/vom-open-house-zu-walter-grond\/\">Sprachkunst der Angewandten<\/a>. Ein bi\u00dfchen habe ich schon \u00fcber die neue Literaturhausschiene geschrieben, die den Studenten des Hochschullehrganges, die M\u00f6glichkeit geben soll, arrivierte Schriftsteller zu treffen und so gab es im November und Dezember drei diesbez\u00fcgliche Veranstaltung, n\u00e4mlich Gerhard R\u00fchm am 8. 11., die ich vers\u00e4umte, die Lesung der Fried Preistr\u00e4gerin Terezia Moira am 29. 11. und  jetzt den B\u00fcchnerpreistr\u00e4ger Wilhelm Genazino mit Lesungen aus seinen Romanen &#8220;Das Gl\u00fcck in gl\u00fccksfernen Zeiten&#8221; von 2009  und &#8220;Die Liebesbl\u00f6digkeit&#8221; von 2005.<br \/>\nBei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/28\/erich-fried-preis-2010\/\">Terezia Moira Lesung<\/a> war ich, habe aber nur ein paar Zeilen meinem Fried Preis Artikel angef\u00fcgt, so da\u00df ich erst jetzt die Gelegenheit ergreife, meine Anmerkungen zu der Lesarten der Sprachkunst Reihe zu machen.<br \/>\nDas Literaturhaus hat ja jetzt ein neues Logo und wenn eine Veranstaltung der Angewandten ist, prangt auf der einen Seite das gr\u00fcne Logo, auf der anderen ein rotes.<br \/>\nRobert Huez begr\u00fc\u00dft, dann kommt Robert Schindel und sagt,  da\u00df die Veranstaltung dazu dient, damit die Studenten in Kontakt mit ber\u00fchmten Schriftstellern kommen, was er sich als junger Autor sehr gew\u00fcnscht h\u00e4tte. So war es das letzte Mal, wo nur  wenige Leute waren. Die beiden Klassen der Studenten h\u00f6chstwahrscheinlich, also zweimal f\u00fcnfzehn, so die Zahl der Zugelassenen,  Robert Schindel und sonst noch ein paar Besucher.<br \/>\nTerezia Moira hat gelesen, nachher gabs das Gl\u00e4schen Wein, Robert Schindel hat sich mit den Studenten unterhalten und ich habe mich gewundert, da\u00df es keine Diskussion gab, ungef\u00e4hr so &#8220;Warum schreiben, Sie?&#8221;<br \/>\nIch wei\u00df, das ist verp\u00f6nt, schlie\u00dflich lese ich ja Cornelia Travniceks Blog und habe das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/03\/putzen-zdenka-becker-und-thalia-besuch\/\">Burkhard Spinnen Buch<\/a> durchgebl\u00e4ttert. Aber wenn man schon eine eigene Veranstaltungsreihe macht, man k\u00f6nnte ja auch sagen, da\u00df die Studenten ohnehin  Gelegenheit haben, zu den Veranstaltungen ins Literaturhaus, in die Alte Schmiede ect. zu gehen, h\u00e4tte mich mir gedacht, da\u00df nachher dar\u00fcber gesprochen wird und die Studenten das Wort ergreifen, um mit dem eingeladenen  Schriftsteller zu sprechen. Das letzte Mal war es nicht so. Da sind die Studenten unter sich gestanden und Terezia Moira hat sich mit einem ungarisch sprechenden Herrn unterhalten.<br \/>\nDiesmal war es anders, da bin ich zu sp\u00e4t gekommen, weil um sechs noch eine Stunde, dann ist der Bus wahrscheinlich wegen der dichten Schneelage nicht dahergekommen und so war die Lesung schon im Gang, als ich das Literaturhaus erreichte und ich habe Einleitungszeremonie  vers\u00e4umt. Das Literaturhaus war auch sehr voll, so da\u00df in dem Raum, wo die Ausstellung ist, Sessel aufgestellt waren.<br \/>\nWilhelm Genazino hat von einem Mann zwischen zwei Frau gelesen, dem seine Tr\u00e4nens\u00e4cke an den Augen, Sorgen machen, vielleicht demn\u00e4chst an Krebs zu sterben und wer r\u00e4umt dann die B\u00fccherberge in seinem Arbeitszimmer aus? Ist es Judith oder Sandra? Au\u00dferdem hat er  eigene Theorien \u00fcber den Freizeitfaschismus erstellt, wor\u00fcber er in Interlaken Seminare h\u00e4lt. Auch da macht er sich Gedanken, welche der zwei Frauen er mitnehmen soll? Dann geht er im Park spazieren und macht sich Gedanken \u00fcber die Weltordnung an Hand eines Schlafenden auf einer Bank, w\u00e4hrend Kinder mit dessen Sandalen Fu\u00dfball spielen. Das stammte, wie ich sp\u00e4ter mitbekommen habe, aus der &#8220;Liebesbl\u00f6digkeit&#8221;. Dann kam &#8220;Das Gl\u00fcck in gl\u00fccksfernen Zeiten&#8221;. Da ging es wieder \u00fcber die neurotischen Sorgen eines Mannes, Angeh\u00f6riger der intellektuellen Mittelschicht vielleicht, der mit seiner Frau oder Freundin ins Theater geht. Er sieht ein St\u00fcck von O Neil, wird an seinem Vater erinnern, der sich sein ganzes Leben \u00fcber seine Frau, seinen Beruf, seine Kinder und sein Haus Sorgen machte und denkt, da\u00df seine Freundin Traudl, eine Sparkassenangestellte, ein Kind von ihm  wollen k\u00f6nnte, was ihn in Panik versetzt&#8230;<br \/>\nAlso das Tragische, das Komische, das Absurde, das L\u00e4cherliche, das R\u00fchrende und alles andere, wie Hubert Spiegel in der FAZ \u00fcber Genazino schrieb und inzwischen auch von Kristina Pfoser im Morgenjournal erw\u00e4hnt wurde.<br \/>\nAm B\u00fcchertisch lagen noch anderen Romane, des 1949 in Mannheim geborenen und in Frankfurt lebenden Autors, der unter anderen 2004 den B\u00fcchner Preis, 2007 den Kleist Preis bekommen hat.<br \/>\nIch habe noch nichts von ihm gelesen, nur im Exlibris die Rezension des 2009 erschienenen Romans geh\u00f6rt und wurde bei dem Vortrag an eine Lesung, die ich vor Jahren in der Alten Schmiede h\u00f6rte, erinnert, wo Gustav Ernst und Helmut Eisendle aus ihren neu erschienen B\u00fcchern gelesen haben, wo es bei beiden, um die Angst vor Krankheiten und die Sexualit\u00e4t von \u00e4lter werdenden M\u00e4nnern ging.<br \/>\nDas habe ich auch bei dieser Lesung so empfunden. Ein bi\u00dfchen Bernhard Ton, glaube ich, auch entdeckt zu haben, aber den braucht es wohl, um den B\u00fcchner Preis zu bekommen, den jungen Leuten um mich herum hat es gefallen, wie an ihrem Gel\u00e4chter zu merken war.<br \/>\nDiesmal war auch Gustav Ernst und Sabine Konrath, die Institutsmanagerin, die fr\u00fcher mit Silvia Bartl das Literaturhausprogramm gestaltet hat, da. Angelika Reitzer, glaube ich, gesehen zu haben und Sandra Gugic, aber die war auch das letzte Mal da und die Studenten haben sich diesmal mehr mit dem Autor unterhalten, beziehungsweise sind sie um ihn herumgestanden.<br \/>\nIch habe Gustav Ernst nach seinem neuen Roman gefragt, der, glaube ich, im Februar erscheinen wird und nach dem Kolik Slam am Donnerstag in der Gesellschaft der Literatur, zu dem ich eigentlich gehen wollte, bin ich aber zu Hause geblieben, um zu lesen und zu schreiben.<br \/>\nIm J\u00e4nner wird es dann eine Lesung der Studenten geben, auf die ich mich schon freue, denn das ist ja das wirklich Interessante, zu h\u00f6ren, was  in diesem Sprachlehrgang passiert, weil ich ja zu einer Genazino Lesung auch gehen w\u00fcrde, wenn sie nicht als Lesarten der Sprachkunst angek\u00fcndigt ist, aber nat\u00fcrlich ist es interessant, beim Gl\u00e4schen Wein, den Haufen junger Leute zu betrachten, von denen ich nur <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/03\/meine-welthier-war-immer-schon-jetzt\/\">Sandra Gugic<\/a> erkannte und mich zu fragen, wer von ihnen es wohl  schaffen wird. Nat\u00fcrlich ist ein bi\u00dfchen Neid dabei,  obwohl ich ja auch viel schreibe&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230;oder die dritte Literaturhauslesung in Zusammenarbeit mit dem Lehrgang f\u00fcr Sprachkunst der Angewandten. 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