{"id":5195,"date":"2010-12-18T17:06:21","date_gmt":"2010-12-18T16:06:21","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5195"},"modified":"2010-12-18T17:06:21","modified_gmt":"2010-12-18T16:06:21","slug":"advent-in-harland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5195","title":{"rendered":"Advent in Harland"},"content":{"rendered":"<p>Gestern sind wir wieder nach Harland gefahren, wo wir jetzt schon l\u00e4nger nicht waren, da durch die Buch Wien, die GAV-GV, das Geburtstagsfest,etc., die Wochenenden besetzt waren. Vvor drei Wochen waren wir  am Samstag hier, weil sich Alfreds Wandergruppe in Traisen getroffen hatte, sind Sonntag fr\u00fch aber schon zur\u00fcck, weil der Erich Fried Preis im Literaturhaus vergeben wurde und vorige Woche, als ich eigentlich fahren wollte, waren Alfreds Eltern im B\u00fck, so da\u00df Alfred nicht wollte, weil er ohnehin immer an den Wochenenden nachschauen f\u00e4hrt, ob etwas zu erledigen ist. Schneeschaufeln beispielsweise, da\u00df hat er am Donnerstag getan, obwohl in Harland gar nicht so vel Schnee, als in Wien lag. Jetzt sind wir hier, die Weihnachtsdekorationen sind herausgeholt und die Weihnachtsb\u00fccher, die es auch gibt. Ein Geschichtenbuch &#8220;Als Weihnachten noch Weihnachten war&#8221;, das noch von meiner Mutter stammt und das Amadeus Weihnachtsbuch &#8220;Sch\u00f6ne Geschichte!&#8221;. Da erinnere ich mich genau, wie das in meinen Besitz gekommen ist. Das war vor zehn elf Jahren, als der Thalia Amadues hie\u00df und der in der Kremsergasse er\u00f6ffnet  wurde. Da gab es in den Zeitungen Inserate, da\u00df die ersten f\u00fcnfzig Besucher am fr\u00fchen Einkaufssamstagmorgen so ein Buch bekommen. Ich war  die Erste, habe mich herumgefragt, es mir aus dem Lager holen lassen, es war gar nicht sowas Besonderes. Ein kleines blaues B\u00fcchlein mit einem Buch das Fl\u00fcgel hat und ein paar Weihnachtssternchen als Decor. Dann stand etwas darinnen, da\u00df die Eltern den Kindern vorlesen sollen und sechs Ausz\u00fcge aus Weihnachtsb\u00fcchern, so z.B. &#8220;Erd\u00e4pfel und Kohlen&#8221; von Christine N\u00f6stlinger, &#8220;Aladin und die Wunderlampe&#8221;, &#8220;Der Tannenbaum&#8221; von Hans Christian Andersen und &#8220;Das Mikroskop&#8221; von Mira Lobe. Also was f\u00fcr Kinder. Ich hole es  trotzdem immer heraus, wenn ich die Weihnachtsdekorationen hervorhole und lege es im Zimmer auf den Tisch und dann habe ich, weil ich ja ein Hedwig Courthts-Mahler Fan bin, wahrscheinlich alle ihre B\u00fccher gelesen habe und sie f\u00fcr eine sehr packende zeitgeschichtliche Beschreibung des Berlins der neunzehnhundertzwanziger Jahre halte, mit all der Mahlerischen Verklemmung, da\u00df eine Frau unbedingt Jungfrau sein mu\u00df, die sie dann selbst in wenigen F\u00e4llen wieder aufhebt,  ein Hedwig Courths-Mahler Kochbuch &#8220;Pflaumenmus und rote Rosen&#8221;. Da gibt es ein Kapitel &#8220;Weihnachten im Hause Courths&#8221; mit Rezepten wie Dattelwurst und Dresdner Christstollen und in den Romanen spielt Weihnachten auch eine gro\u00dfe Rolle. Das richtige ohne den rotb\u00e4ckigen Coca Cola trinkenden Weihnachtsmann mit seinen neuen Renntieren und der Spielzeugwerkstatt am Nordpol, sondern das der armen M\u00e4dchen, die um das letzte Geld, das sie als Tippfr\u00e4uleins verdienen, ein achtel Pfund Sprotten erstehen und das im Haus, der Reichen, wo gebacken und gesotten wird. In einem Roman wird eine B\u00fcrgertochter mit einem jungen Mann verheiratet, der hat aber schon ein Kind von der Gouvernante, was die V\u00e4ter der Braut verschweigen, sie bekommt es aber heraus und trifft die Gro\u00dfmutter mit dem Kind am Grab der Gouvernante, die ins Wasser oder sonstwohin ging, weil sie ihren Ehemann jeden Donnerstag mit Geschenkpaketen, aus denen einmal eine Puppe f\u00e4llt, das Haus verlassen sieht. So kleidet sie das Kind als Christkindlein ein und holt es ihrem Ehemann zu Weihnachten nach Hause. Ganz sch\u00f6n r\u00fchrend und nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df. Ich lese Courths Mahler auch nicht mehr. Romantische Weihnachtserinnerungen kann man aber, wenn man sie braucht, von ihr holen. Ich brauche sie nicht so sehr. Obwohl ich, wie meine Leser sicher gemerkt haben, versuche eine Art Adventkalender aus dem Literaturgefl\u00fcster im Dezember zu machen und alles beschreibe, was irgendwie zum Thema passt. Ein entromantisiertes Weihnachten und auch eines wo der Konsumrausch fehlt, obwohl ich an den letzten beiden Einkaufssamstagen auf der Mariahilferstra\u00dfe gewesen bin. Vor zwei Wochen habe ich mit Alfred das B\u00fccherregal bei der gr\u00fcnen Erde bestellt. Da liefen die Leute mit Schaukelpferden aus Papier auf der Stra\u00dfe, die offenbar von einer Telecomfirma stammten. Vorige Woche bin ich \u00fcber die Mariahilferstra\u00dfe zur Jahresendaussch\u00fcttung ins Weinhaus Sittl gegangen und am R\u00fcckweg im offenen B\u00fccherschrank am Brunnenmarkt, das Kaffeehausbuch von Georg K\u00f6vary gefunden, das an sich nichts mit Weihnachten zu tun hat, aber gut zum Adventkalender der Klaudia Zotzmann passt, der ja heuer \u00fcberhaupt das Adventhighlight ist. Heute bin ich etwas krank, verk\u00fchlt, Alfred und Anna haben mich, glaube ich, angesteckt und so bin ich, weil jetzt Schnee in Harland liegt und man nicht Radfahren kann, nicht aus dem Haus gegangen. Ich habe korrigiert und damit komme ich langsam langsam weiter. Jetzt bin ich bei Szene drei\u00dfig und auf Seite hundertsieben, beziehungsweise bei 60372 Worten und vorl\u00e4ufig mit meiner Sprache  zufrieden. Obwohl sie ist wie sie ist, also grammatikalisch nicht ganz perfekt, die Themen so, wie man sie in der Therapiestunde erlebt und das Thomas Bernhard Geschimpfe mir nicht liegt. Bis jetzt finde ich &#8220;Die Absturzgefahr&#8221; interessant, wie ich den Literaturbetrieb darauf aufmerksam machen kann, wei\u00df ich nicht.<br \/>\nIn Harland habe ich auch die Adventkalender, die ich im Laufe meines Lebens geschrieben habe. Das sind drei vier Schulhefte, in denen ich Tag f\u00fcr Tag meine Dezembereindr\u00fccke aufgeschrieben habe. Die habe ich aber noch nicht herausgesucht. Nur von dem vor zwei Wochen geschrieben, der im &#8220;Best of &#8211; Eva Jancak Geschichtenbuch&#8221; enthalten ist. Da habe ich eins bis drei Exemplare interessierten Lesern zur Verf\u00fcgung gestellt. Aber Gewinnspiele sind bei mir kein Erfolg, so werde ich auch die Idee fahren lassen, da\u00df ich im n\u00e4chsten Jahr, da ich inzwischen schon vierundzwanzig B\u00fccher habe, jeden Tag eines verlosen k\u00f6nnte. Denn erstens habe ich dann schon wieder eines mehr, zweites k\u00f6nnten kritische Stimmen anmerken, da\u00df ich damit meine B\u00fccher unters Volk bringen will, wenn es schon sonst nicht geht. Also lasse ich das monomanische Gewinnspiel, bis Weihnachten jeden Tag ein Eva Jancak Buch zu verlosen. Sollte sich aber trotzdem ein Interessent finden, der erste der sich bis n\u00e4chsten Freitag siebzehn Uhr bei mir meldet, bekommt &#8220;Mimis B\u00fccher&#8221;. Das passt zwar nicht in die Jahreszeit, aber wohl zum Thema. Ich bin gespannt, wenn nicht, ist es auch egal, da es unter den B\u00fccherbloggern, derzeit viele Gewinnspiele gibt. So habe ich mich heute f\u00fcr eines bei libromanie gemeldet, die verlost ein tolles Buch, in dem es in andere Zeiten geht und Zwillingsleiden liestet auch immer auf, wo man was gewinnen kann. Ich bleibe im allgemeinen bei Klaudia Zotzmanns Kaffeehausadventkalender und habe im \u00fcbrigen eine lange Liste B\u00fccher, die ich  demn\u00e4chst lesen will. In Harland habe ich mir Ulla Berkewicz &#8220;Josef Stirbt&#8221; ins Bad gelegt. In Wien warten die von der Buch Wien und vom B\u00fccherschrank. Dazu habe ich bei Anni B\u00fcrkl einen passenden Link zu einer interessanten Sendung gefunden. &#8220;Die Ungelesenen&#8221;, da bedauert ein Buch, da\u00df es nicht gelesen wird, dazu kommen die passenden Zahlen. N\u00e4mlich hunderttausend Neuerscheinungen pro Jahr w\u00e4hrend auch Vielleser nur vierzig bis sechzig B\u00fccher schaffen. Klar, da\u00df da vieles \u00fcberbleibt, was die Autoren sehr betr\u00fcbt. Mir ist es eigentlich egal, wieviel ich gelesen werde. Schreibe ich ja haupts\u00e4chlich f\u00fcr mich und die jeweils f\u00fcnfzig B\u00fccher lasse ich mir drucken, um mein Tun zu dokumentieren, was in Zeiten wie diesen, ja interessant und auch m\u00f6glich ist. Morgen geht es wieder nach Wien zur\u00fcck, wo noch vier Arbeitstage warten. Veranstaltungen gibt es keine mehr, so da\u00df ich lesen und vielleicht noch etwas Adventliches von mir geben kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern sind wir wieder nach Harland gefahren, wo wir jetzt schon l\u00e4nger nicht waren, da durch die Buch Wien, die GAV-GV, das Geburtstagsfest,etc., die Wochenenden besetzt waren. 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