{"id":52022,"date":"2017-06-06T23:30:53","date_gmt":"2017-06-06T21:30:53","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=52022"},"modified":"2017-06-06T23:30:53","modified_gmt":"2017-06-06T21:30:53","slug":"schreibgruppe-denkmaeler","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=52022","title":{"rendered":"Schreibgruppe: Denkm\u00e4ler"},"content":{"rendered":"<p>Heute abend wieder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/06\/westbahn-spontan\/\">Schreibgruppe <\/a>und mit Ausnahme des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/02\/reisen-auf-eigene-faust\/\">Roberts <\/a>der ja einen Achillessehnenri\u00df hat, sind auch alle gekommen und ich hatte wieder vor eine Szene beziehungsweise eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/04\/pfingstsonntag-am-wasser-und-fortsetzungsgeschichten-schreiben\/\">Challenge-Geschichte<\/a> zu schreiben, die dann ab Juli ein Roman werden wird.<\/p>\n<p>Da hatte ich ja schon gestern, die mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/06\/etwas-gut-machen\/\">Unvorhersehbaren<\/a> geschrieben und hatte da noch drei, vier Schreibimpulse, die ich als Thema einbringen wollte.<\/p>\n<p>Da ist mir aber dann die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/15\/um-den-bodensee-mit-ruth-und-alfred\/\">Ruth<\/a> zuvor gekommen und hat als Thema Denkm\u00e4ler vorgeschlagen, wahrscheinlich als Referenz auf unsere <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/05\/pfingstmontag-im-oeffentlichen-raum\/\">Erkundungen bez\u00fcglich \u00f6ffentlichen Raum<\/a> und ich habe gedacht, macht ja nichts, denn ich hatte\u00a0 ohnehin vor, da\u00df sich die Mathilde mit dem Moritz am Albertinaplatz vor dem Hrdlicka-Denkmal trifft.<\/p>\n<p>Dem Peter Czak schien das Thema gar nicht recht zu sein und er hat sich dann auch als ein Denkmalgegner erwiesen, dabei ist die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/08\/19\/doris-kloimstein-und-hochsicherheitszone\/\">Doris Kloimstein<\/a> gerade dabei eines zu errichtet, das im September einer Kindergartenp\u00e4dagogin gewidmet, in St. P\u00f6lten aufgestellt werden wird.<\/p>\n<p>Klaus Khittl hat mit den W\u00f6rtern gespielt und mir eine Themenverfehlung vorgeworfen, was ja auch stimmt, denn mir war das Thema\u00a0 nur Mittel zum Zweck und ich habe auch schon lange beschlossen, die Schreibabende, wenn es gerade passt, meiner Romanentstehung zu widmen und habe auch schon mehrmals geschrieben, da\u00df ich gerade das \u00e4u\u00dferst kreativ und spannend finde.<\/p>\n<p>Die Ruth hat dagegen \u00fcberraschend nicht zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/01\/vom-oeffentlichen-raum-zu-brigitte-hamanns-sammlungen\/\">unserem \u00f6ffentlichen Raum <\/a>sondern \u00fcber Kriegerdenkm\u00e4ler geschrieben und nun voila das &#8220;Zusammentreffen auf dem Albertinaplatz&#8221;.<\/p>\n<p>Einen eigenen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/29\/vom-oeffentlichen-raum-zum-kuchldeutsch\/\">Hrdlicka-Denkmal -Text <\/a>gibt es ja auch schon und denn werde ich, wenn sie stattfindet und wir dorthin gehen, bei unserer Veranstaltung im n\u00e4chsten Jahr vortragen.<\/p>\n<p>&#8220;Das Hrdlicka-Denkmal am Albertinaplatz ist ein sehr ber\u00fchmtes und auch umstrittenes Monument, des \u00f6sterreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka, der damit dem dritten Reich und der da stattgefundenen Judenverfolgung etwas dagegen setzten wollte.<\/p>\n<p>&#8220;Ein sehr ber\u00fchmtes Denkmal!&#8221;, dachte Mathilde und erinnerte sich an den Widerstand, der zu Zeiten seiner Errichtung durch die Kronenzeitung ausgerufen wurde. Damals war sie eine alleinerziehende Mutter der halbw\u00fcchsigen pubertierenden Lily gewesen. Heute war die Tochter l\u00e4ngst erwachsen und Kuratorin am \u00f6sterreichischen Kulturinstitut in New York.<\/p>\n<p>Alfred Hrdlicka gestorben und der Stein des Ansto\u00dfes, der den Boden aufreibende Jude, der von den Touristen oft nicht als solcher erkannt wurde, so da\u00df sie sich daraufsetzten und die Ruhe des Ortes st\u00f6rten, war inzwischen mit Stacheldraht umh\u00fcllt worden, so da\u00df niemand die weihevolle\u00a0 Stimmung des Gedenkens untergraben konnte.<\/p>\n<p>Es gab, wie Mathilde sah, als sie den Platz betrat, vor dem sich schon ein paar Japaner mit\u00a0 ihren Handies und Kameras aufgestellt hatten, um die drei Stelen der Erinnerung f\u00fcr das Fotoalbum oder die Facebookseite festzuhalten, auch sonst keine Sitzgelegenheit auf dem gro\u00dfen Platz.<\/p>\n<p>Keine Bank zum Ausruhen und Verweilen, so da\u00df es vielleicht gar keine so gute Idee gewesen war, sich mit Moritz hier zu treffen.<\/p>\n<p>Aber dieser hatte, als er sie am Morgen angerufen hatte, ihr vorgeschlagen, sich mit ihm um zwei hier zu treffen, um alles Weitere zu besprechen. Und sie war zu baff oder auch zu einfallslos gewesen, einen anderen Ort vorzuschlagen. Hatte sie doch ganz ehrlich nicht einmal gewu\u00dft, ob sie ihm treffen und was ihm als Antwort geben sollte.<\/p>\n<p>&#8220;La\u00df uns abhauen und irgendwo neu anfangen, Mathilde!&#8221;, hatte er bei Natalies Begr\u00e4bnis zu ihr gesagt und ihr sein Handy mit dem Schnappschu\u00df von seinem Reisebus hingehalten und sie war zu baff gewesen, irgendwas darauf zu antworten.<\/p>\n<p>Er hatte ihr die Ratlosigkeit von der Nasenspitze abgesehen, ihr beruhigend zugel\u00e4chelt und sanft ihre Hand gedr\u00fcckt.<\/p>\n<p>&#8220;Keine Sorge, Mathilde, du kannst dir Zeit lassen und dir alles in Ruhe \u00fcberlegen. Ich wollte dich nicht \u00fcberfallen!&#8221;, hatte er zu ihr gesagt und hinzugef\u00fcgt, da\u00df er jetzt erst einmal nach Berlin zur\u00fcckfahren und seine Koffer packen werde.<\/p>\n<p>Das war vor sechs Wochen gewesen.Sechs Wochen in denen sie Zeit hatte, nachzudenken und heute um halb neun, hatte er sie angerufen und sie, um sich ihre Antwort anzuh\u00f6ren, hierher auf den gro\u00dfen Platz, zu dem Mahnmal gegen Krieg und Faschismus, bestellt.<\/p>\n<p>Wollte ihre Antwort h\u00f6ren, die sie noch immer nicht wu\u00dfte, obwohl sie in den letzten Wochen Zeit gehabt hatte, dar\u00fcber nachzudenken und sie auch Lily angerufen hatte, um sich mit ihr dar\u00fcber zu unterhalten. Aber die hatte ihr auch keinen Rat geben k\u00f6nnen. Hatte sie stattdessen nach ihrem Vater gefragt, denn Natalie mu\u00dfte in ihrer Todesstunde, die Reue \u00fcberkommen haben. Jedenfalls hatte sie durch einen Notar einen Brief an Lily geschickt, in dem sie ihr mitteilte, da\u00df Moritz ihr Vater war.<\/p>\n<p>&#8220;Einen sch\u00f6nen Nachmittag, Mathilde!&#8221;, h\u00f6rte sie jetzt hinter sich seine dunkle Stimme, sah ihn auftauchen, sich vor sie stellen und ihr eine kleine rose und eine kitschige kleine Souvenierschachtel in der sich sicher Sisy-Taler oder Mozart-Kugeln befanden, hinzuhalten.<\/p>\n<p>&#8220;Sch\u00f6n, da\u00df du gekommen bist! Du bist sehr p\u00fcnktlich! Hast du lange auf mich gewartet?&#8221;, fragte er und lie\u00df ihren Blick \u00fcber das &#8220;Tor der H\u00f6lle&#8221; und den Stacheldraht umwickeltenStra\u00dfenwaschenden Juden\u00a0 schweifen. Dann schien auch er zu realisieren, da\u00df es auf den ber\u00fchmten Platz keine Sitzgelegenheit zu geben schien, den er drehte sich noch einmal um und deutete auf den Schanigarten, den es vor dem Augustinerkeller gab hin, ber\u00fchrte ihr Hand und sagte leise &#8220;Komm, la\u00df uns dort Platz nehmen, Mathilde! Ich lade dich gerne auf einen Kaffee oder ein Glas Rotwein ein!&#8221;<\/p>\n<p>Weitere Texte aus dem Fortsetzungsgescichtenprojekt gibt es hier: <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/29\/der-brief\/\">1<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/26\/angekommen\/\">2<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/18\/das-geheimnis\/\">3<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/05\/eine-gefuerchtete-begegnung\/\">4\u00a0<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute abend wieder Schreibgruppe und mit Ausnahme des Roberts der ja einen Achillessehnenri\u00df hat, sind auch alle gekommen und ich hatte wieder vor eine Szene beziehungsweise eine Challenge-Geschichte zu schreiben, die dann ab Juli ein Roman werden wird. 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