{"id":5250,"date":"2010-12-25T14:56:42","date_gmt":"2010-12-25T13:56:42","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5250"},"modified":"2010-12-25T14:56:42","modified_gmt":"2010-12-25T13:56:42","slug":"schreibgedanken","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5250","title":{"rendered":"Schreibgedanken"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man mehrmals in der Woche zu einer Literaturveranstaltung geht und sich bem\u00fcht, die \u00dcbersicht \u00fcber den Berg ungelesener B\u00fccher zu behalten, obwohl man an den offenen B\u00fccherschr\u00e4nken nicht vorbei gehen kann, dann handeln die Artikel zu einem gro\u00dfen Teil \u00fcber neue oder alte Schreibtalente, bzw Rezensionen, die eigentlich Buchberichte sind und obwohl, das dritte Bein des Literaturgefl\u00fcsters, die eigene Schreibwerkstatt ist, nicht so oft davon, denn es ist ja langweilg zu schreiben, heute habe ich zehn, zwanzig oder auch f\u00fcnfzig Seiten korrigiert.<br \/>\nDenn das Korrigieren macht einen gro\u00dfen Teil der Schreibarbeit aus, zumindestens bei meiner Produktionsweise. Aber nat\u00fcrlich ist ein wesentlicher Teil des Literaturgefl\u00fcster, da\u00df ich \u00fcber mein Schreiben Auskunft geben und meine Leser und Leserinnen in meine Werkstatt schauen lassen will. Denn ich glaube, das h\u00e4tte ich mir vor drei\u00dfig Jahren sehr gew\u00fcnscht, jemanden zu haben, der mich in seine Produktionsweise hineinschauen l\u00e4\u00dft.<br \/>\nDeshalb sollte ein Drittel der Artikel diesem Thema gewidmet sein. Geht nicht immer. Denn am meistens l\u00e4\u00dft es sich nat\u00fcrlich in der aktiven Schreibphase plaudern und die nimmt bei mir ein F\u00fcnftel oder ein Sechstel der Produktionszeit  ein. Also wars in der letzten Zeit diesbez\u00fcglich ein wenig ruhig, aufmerksame Leser wissen es. Ich habe im Jahr 2010 drei neue B\u00fccher herausgebracht. &#8220;Sophie Hungers Krisenwelt&#8221;, &#8220;Heimsuchung oder halb eins&#8221; und zuletzt &#8220;Mimis B\u00fccher&#8221;.<br \/>\n\u00dcber alle drei l\u00e4\u00dft sich im Literaturgefl\u00fcster  nachlesen. Die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/06\/sophie-hungers-in-der-alten-schmiede\/\">&#8220;Sophie Hungers&#8221; wurde vor kurzem in der Alten Schmiede<\/a> vorgestellt. Ein St\u00fcckchen daraus gibt es auch in der letzten Volksstimmeanthologie zu lesen. Rezensionen findet man im Literaturgefl\u00fcster, einige andere Lesungen daraus gab es auch, bzw. wird es noch im Herbst des n\u00e4chsten Jahres geben.<br \/>\nBei der &#8220;Heimsuchung&#8221;, das ist die Erz\u00e4hlung, die im Rahmen des NANOWRIMO 2009 entstanden ist, ist das \u00e4hnlich. Anfang des Jahres habe ich &#8220;Mimis B\u00fcchers&#8221; geschrieben, das ist im Herbst erschienen und da habe ich erst einmal, n\u00e4mlich bei meinen <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/13\/geburtstag-feiern\/\">Geburtstagsfest<\/a> daraus gelesen und schicke es auch noch herum, so da\u00df die Rezensionen noch auf sich warten.  Drei B\u00fccher in einem Jahr sind sehr viel. Einerseits bin ich stolz darauf, andererseits f\u00fcrchte ich mich nat\u00fcrlich davor, f\u00fcr eine Vielschreiberin gehalten zu werden. Aber wer hat, der hat, so schlimm ist das auch wieder nicht und soll mir erst einer nachmachen, bevor er dar\u00fcber m\u00e4kelt. Hat auch noch keiner, nur Richard Langthaler hat, als ich ihm &#8220;Mimis B\u00fccher&#8221; bei der Judith Gruber Lesung zeigte, gesagt &#8220;Deine B\u00fccher werden auch immer d\u00fcnner!&#8221;<br \/>\nNun ja f\u00fcr die &#8220;Heimsuchung&#8221; und &#8220;Mimis B\u00fccher&#8221; trifft das zu. Die &#8220;Absturzgefahr&#8221; wird wieder etwas l\u00e4nger und das ist das zweite Buch, das ich 2010 geschrieben habe. Ende Juni habe ich damit angefangen, wieder manisch und besessen, den Sommer vor mich hingeschrieben und bin, meine Leser wissen es, beim Korrigieren in eine Art <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/17\/in-eigener-sache\/\">Schreibunlustphase<\/a> gekommen, bzw. habe ich vor mich hinged\u00fcmpfelt. Zuerst hat es mir nicht mehr gefallen. Dann bin ich im November durch die Buch Wien und den anderern Veranstaltungsreigen nicht dazu gekommen. Und habe <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/31\/korrigiermonat\/\">\u00fcber ein Monat gebraucht<\/a> die hundertzwanzig Seite Szene f\u00fcr Szene durchzugehen.  Vor ein paar Tagen wurde ich damit fertig und jetzt gehts in einem Wurf solange durch, bis ich es f\u00fcr fehlerfrei halte, was sch\u00e4tzungsweise bis Ostern dauern wird, bevor es der Alfred  zum Endlektorieren und  Setzen bekommt, wenn man das so nennen kann. Meine Leser wissen ebenfalls, da\u00df ich keine gro\u00dfe Korrigiererin bin. Das Buch ist wahrscheinlich zehn bis f\u00fcnfzehn Prozent k\u00fcrzer, als die Rohfassung. Die Handlung aber zu f\u00fcnfundneunzig Prozent die Gleiche. Hin und wieder kommt eine Szene dazu oder eine weg.<br \/>\nIch habe zwar immer vor zu ver\u00e4ndern, es bleibt aber meistens so. Hat wahrscheinlich seinen Grund und ist gut so, wie es ist. Was ich allerdings in der letzten Zeit  vermehrt mache ist, da\u00df ich es mir sprachlich vornehme. Denn das ist ja, was  manche Leser bem\u00e4ngeln, da\u00df ich nicht so eine gute Sprache habe. Gut, <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/19\/rechtschreibregeln\/\">meine Meinung zur Rechtschreibung<\/a> habe ich schon in einem Artikel festgelegt, das ist f\u00fcr mich irgendwie ein Ort der Freiheit, so bleibe ich bei meinen falschen oder scharfen s. Der Alfred oder wenn es sich ergibt, ein Lektor, kann das ruhig korrigieren und das mit dem Erheben oder nicht Erheben, was mir Karl-Markus Gauss einmal in einem langen Brief ausf\u00fchrlich daregte, den ich damals, es war in den Neunzigern, nicht so recht verstanden habe, ist auch so was, was mir nicht recht liegt. Mit hunderttausend sch\u00f6nen Worten in der Wiese liegen und eine Blume  beschreiben, will ich, glaube ich nicht und ich will auch nicht dauernd &#8220;\u00d6sterreich ist das F\u00fcrchterlichste vom F\u00fcrchterlichsten!&#8221;, vor mich hinschimpfen. Da h\u00e4tte ich wahrscheinlich nicht Verhaltenstherapeutin werden d\u00fcrfen. Von der Frau Professor Friedl in der Strassergasse, habe ich schon geschrieben. Die hat mir oder war das vielleicht schon die Frau Linser in der Hauptschule Geblergasse etwas vom Adalbert Stifter und seinen sanften Steinen erz\u00e4hlt. &#8220;Nicht das Gro\u00dfe, sondern das Kleine halte ich f\u00fcr sch\u00f6n!&#8221; oder so.  Das hat sich bei mir eingepr\u00e4gt. Da gibt eine psyologisch-psychotherapeutische Praxis auch etwas her und so versuche ich jetzt wirklich mehr meine einfach strukturierten S\u00e4tze zu verbessern und das nicht erst seit es das Literaturgefl\u00fcster gibt oder Andrea Winkler beim Bachmannpreis gelesen hat.<br \/>\nDas erste Mal habe ich das schon bei der &#8220;Fluchtbewegung&#8221; getan. Denn damit war ich 2005 in der Text- und Kritikwerkstatt der Erika Kronabitter im Silvrettahaus Bielerh\u00f6he eingeladen und habe im kleinen Kreis zwei Szenen vorgetragen, die bearbeitet wurden. Damit bin ich nach Hause gefahren und da ist mir das erste Mal aufgefallen, da\u00df ich es sprachlich genauer nehme. Dann kamen noch einige andere B\u00fccher und ab Sommer 2008 das Literaturgefl\u00fcster, das jetzt bald seinen sechshundertsten Artikel hat und auch, wenn ich wirklich glaube, da\u00df ich vielleicht eine nicht so sch\u00f6ne Sprache habe und orthographisch nicht perfekt bin, glaube ich auch, da\u00df man nicht sechshundert Artikel schreiben kann, ohne in der einen oder anderen Weise davon zu profitieren und bin, das merke ich sehr wohl, selbstsicherer geworden. Ein Jahr sp\u00e4ter kam das Bachmannlesen mit Andrea Winkler und der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/06\/30\/traumtinte\/\">&#8220;Wundersch\u00f6ne Tintentraum&#8221;<\/a> und seither denke ich immer wieder, das mu\u00df doch zu vereinen sein, da\u00df man das, was man erz\u00e4hlen will, in einer sch\u00f6nen Sprachen tun kann und es kann auch positiv sein und vielleicht ein wenig m\u00e4rchenhaft. Denn das ist auch etwas, was ich gelegentlich h\u00f6re, da\u00df ich das bin, was ich eigentlich nicht recht verstehe. Denn positiv, denke ich, sind meine Geschichten nicht. Was ist denn positiv, wenn einer am Abend ins Bett steigt und sich nichts anderers w\u00fcnscht, als am n\u00e4chsten Morgen nicht mehr aufzuwachen und da\u00df er, wenn er es trotzdem tun, so gut wie m\u00f6glich weiter zu machen versucht?<br \/>\nGut, da spricht dann sicher irgendwie die Verhaltenstherapeutin mit, die kann und soll sich nat\u00fcrlich nicht verleugnen und, da\u00df die ihren Klienten nicht sagt &#8220;\u00d6sterreich ist das F\u00fcrchterlichste vom F\u00fcrchterlichsten!&#8221;, sondern &#8220;Versuchen Sie es noch einmal, es gibt doch so vieles, was Ihnen gelingt!&#8221;, ist auch ganz klar.<br \/>\nMein Pech ist, da\u00df das Realistische nicht f\u00fcr so Literarisch gilt. Das habe ich bemerken k\u00f6nnen, als ich in der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/07\/augustin-schreibwerkstatt\/\">Augustin Schreibwerkstatt<\/a> aus der &#8220;Sopie Hungers&#8221; gelesen habe. Aber das ist halt das \u00fcber was ich schreiben will und wahrscheinlich auch das, was im am Besten kann. So gesehen liegt also wieder die Korrierarbeit an der &#8220;Absturzgefahr&#8221; vor mir und ein paar Gedanken f\u00fcr das n\u00e4chste Buch habe ich auch schon im meinem gr\u00fcnen Telecom Notizbuch und die sind, wie ich f\u00fcrchte, auch nicht so neu. Die f\u00fcnf oder sechs W\u00fcnsche der &#8220;Radiosonate&#8221; kann man darin finden, die beiden Schwestern von denen eine durch \u00d6sterreich f\u00e4hrt, die anderen ihre B\u00fccher liest und dann kann noch eine Therapiestation oder ein Seniorenheim eine Rolle spielen. Mal sehen, das ist noch nicht so ausgereift, das kann noch anderes werden. Denn eines gelingt mir jetzt ein bi\u00dfchen besser. Das Zeitlassen. Erst einmal die &#8220;Absturzgefahr&#8221; in Ruhe fertigkorrigieren und dann zum N\u00e4chsten gehen. Ich wei\u00df, sp\u00e4testens ab diesen Zeitpunkt werde ich schnell und ungeduldig und haste mit einer vielleicht unfertigen Idee davon. Da w\u00e4re ein Schreibcoach gut. Aber den habe ich erstens nicht, zweitens gilt solches immer noch f\u00fcr unprofessionell. Das Literaturgefl\u00fcster soll oder kann aber vielleicht ein Schreibcoach f\u00fcr andere sein. Wenn es jemanden gibt, dem meine Schreibgedanken weiterhelfen, soll mich das freuen. So gesehen passt die Dreiteilung auch  sehr gut. Denn irgendwie, ich wei\u00df auch nicht warum, ist das zu Veranstaltungen gehen, sehr wichtig f\u00fcr mich und das, was ich schon seit drei\u00dfig Jahren mehr oder weniger intensiv betreibe. Dadurch entdecke ich die neuen Literaturtalente, kenne mich und das m\u00f6chte ich schon behaupten, in der Gegenwartsliteratur gut aus, obwohl ich manchmal denke, das kann auch nicht alles sein und ich darf nicht auf mich vergessen. Denn was n\u00fctzt es, wenn ich die Arbeiten der Cornelia Travnicek, der Andrea Winkler, Valerie Fritsch, Angelika Reitzer ect gut kenne und sie kennen mich nicht.<br \/>\nDas stimmt seit ich das Literaturgefl\u00fcster betreibe auch nicht mehr so ganz und das ist ein Vorteil des Bloggens, den ich durchaus n\u00fctzen will. Da\u00df das Lesen mich schon immer sehr gereitzt hat und, da\u00df <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/20\/erinnerungen\/\">unterm Weihnachtsbaum in der Wattgasse<\/a> immer B\u00fccher der Wiener Kinderfreunde und der B\u00fcchergilde Gutenberg gelegen sind, habe ich schon geschrieben. Daraus habe ich die Idee entwickelt eine Intellektuelle zu werden und  habe inzwischen zwischen f\u00fcnf- und sechstausend B\u00fccher und die offenen B\u00fccherschr\u00e4nke, die f\u00fcr mich ja auch ein Gottesgeschenk sind. Aber dar\u00fcber werde ich in einem eigenen Artikel schreiben, wenn es \u00fcber die B\u00fccherjahresr\u00fcckschau geht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man mehrmals in der Woche zu einer Literaturveranstaltung geht und sich bem\u00fcht, die \u00dcbersicht \u00fcber den Berg ungelesener B\u00fccher zu behalten, obwohl man an den offenen B\u00fccherschr\u00e4nken nicht vorbei gehen kann, dann handeln die Artikel zu einem gro\u00dfen Teil &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5250\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5250"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5250\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}