{"id":5284,"date":"2010-12-28T09:41:43","date_gmt":"2010-12-28T08:41:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5284"},"modified":"2010-12-28T09:41:43","modified_gmt":"2010-12-28T08:41:43","slug":"auf-den-spuren-mayor-bronsteins","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5284","title":{"rendered":"Auf den Spuren Mayor Bronsteins"},"content":{"rendered":"<p>Oder eigentlich umgekehrt bin ich gestern zu Alfreds alter Freundin Ingrid nach Neuwaldegg hinausgewandert, denn der tat das ja von seiner kalten Dornbacher Wohnung zuerst in seine Polizeidienststelle und dann nach Margareten, um kurz vorm  Zerfall der Monarchie, den Mord am Fr\u00e4ulein Feigl aufzukl\u00e4ren und Andreas Pittler, habe ich inzwischen ergooglet, wurde in Wien-Dornbach geboren und ist mit zwei Wochen nach Margareten \u00fcbersiedelt, wo er seither lebt, daher die Lokalkenntnisse,  bei mir ist das sehr \u00e4hnlich. In der Wattgasse aufgewachsen, als Studentin zuerst in die Otto Bauergasse gezogen, die fr\u00fcher, glaube ich, Kasernengasse hie\u00df, danach \u00fcber die Gumpendorferstra\u00dfe in den f\u00fcnften Bezirk gekommen und weil uns  die Ingrid, mit der und deren israelischen Bekannten, wir das Jahr 2010, am Heiligendreik\u00f6nigstag sozusagen begonnen haben, zum Jahresende eingeladen hat und ich eine bekannte Spazierg\u00e4ngerin bzw. Stadtflaneurin bin, dadurch bekommt man Inspiration, gesund soll es auch sein und erspart das Fitnessstudio, machte ich es umgekehrt, obwohl die Stra\u00dfenbahnen fuhren und die Elektrizit\u00e4t funktionierte und schaute mir noch einmal die beleuchteten Christb\u00e4ume an, einige Frauen hatten sehr glitzernde M\u00fctzen. Kalt war es auch, der Schnee aber schon ziemlich weg und soviel ins Kaffeehaus, wie Mayor Bronstein gehe ich nicht, obwohl ich mich sehr f\u00fcr die Geschichte und auch den Beginn des vorigen Jahrhunderts interessiere und noch etwas war anders. Mayor Bronstein hatte noch keine offenen B\u00fccherschr\u00e4nke und, da\u00df die mich sehr interessieren, habe ich schon gestern geschrieben. Da gestern auch viel vom Umtauschen nicht passender Weihnachtsgeschenke die Rede war, habe ich gedacht, schaue ich mir an, ob ich vielleicht  Originalverpacktes in Weihnachtspapier finde. So war es nicht, der B\u00fccherschrank in der Zieglergasse aber trotzdem voll und sehr bev\u00f6lkert und Spurensuchen konnte ich  auch. Erkenne ich doch gleich, ob vorher meine Freundin Ruth Asp\u00f6ck dort war und die Best\u00e4nde ihrer Edition versorgte. Wems interessiert, Doris Kloimsteins &#8220;Kleine Zehen&#8221; habe ich gesehen. Schnell hingehen, vielleichts ist es noch dort, denn das habe ich schon vor Jahren gelesen und eine Rezension f\u00fcr Thalia oder Amadeus geschrieben, die allerdings nicht ver\u00f6ffentlicht wurde.<br \/>\nEs haben auch noch andere ihre zeitgen\u00f6ssischen Buchbest\u00e4nde ausger\u00e4umt, die Parteischule der KP\u00d6 hat sich beispielsweise Gustav Ernsts &#8220;Fr\u00fchling in der Via Condotti&#8221; entledigt, na klar, der neue Gustav Ernst erscheint schon im Februar und ich habe wieder etwas f\u00fcr meine Leseliste. Ludwig Roman Fleischers &#8220;Aus der Schule&#8221;, Roman aus dem Jahr 1999 gab es auch, da war ich, wenn ich mich nicht irre, bei der Weihnachtspr\u00e4sentation im Literaturhaus vor elf Jahren.<br \/>\nDieser Schrank war also  belebt, w\u00e4hrend der andere ziemlich einsam im Schatten des Brunnenmarkts lag und ein paar Elisabeth G\u00fcrt Ausgaben anzubieten hatte und ich bin den Brunnenmarkt in Richtung Hernals hununtergewandert. Ob Mayor Bronstein so gegangen ist, wei\u00df ich nicht, meine Mutter ist dagegen am Freitag oft auf den Brunnenmarkt spaziert und hat mich mitgenommen und da haben wir meine Volksschullehrerin, eine strenge \u00e4ltere Dame mit einem sp\u00e4ten Kind, die in der N\u00e4he wohnte, manchmal getroffen und die Hauptschule Geblergasse ist auch nicht weit entfernt. An der bin ich schon sehr lange nicht mehr vorbeigegangen, erinnerte mich also an die Gef\u00fchle der Zehn bis Vierzehnj\u00e4hrigen, die am Morgen am Gymnasium vorbei, nur in die Hauptschule mu\u00dfte und die Akademikerin, die in den Siebzigerjahren unter Kreisky problemlos studieren konnte, dachte gestern wieder einmal nicht sehr freundlich an die \u00d6VP mit ihrer Gesamtschulphobie, der als Heilmittel gegen schlechten Pisa-Resultate, nichts als ein beschr\u00e4nkter Hochschulzugang und der Satz, die Eltern seien schuld, weil sie zuviel Fernsehen, einf\u00e4llt. Das betrifft die Nichtfernseherin nicht und lesen  kann ich auch. So ging ich durch die Kalvarienberggasse, wo es, als ich in die Hauptschule ging, den Christkindlmarkt gab. Beim Zehnerwagen bin ich in den 43 eingestiegen, um nicht zu sp\u00e4t zur Ingrid zu kommen, in einen modernen Gro\u00dfraumwagen und habe an die alten Stra\u00dfenbahnwaggons gedacht, an die ich mich noch erinnern kann. Die, die zu Zeiten Mayor Bronsteins fuhren, werden noch anders ausgesehen haben.<br \/>\nDie Ingrid wohnt zwischen dem Gemeindebau in der Wattgasse und dem Gartenh\u00e4uschen am Almweg,so da\u00df ich die Gegend von meinen Kindertagen kenne und auch fr\u00fcher oft gegangen bin, ist Vegetarierin und TCM-Medizinerin, die von ihrem Vorruhestand erz\u00e4hlte. Ich erz\u00e4hlte ihrem israelischen Freund vom dritten Roman meiner Weihnachtsbuchempfehliung n\u00e4mlich Doron Rabinovicis &#8220;Andernorts&#8221; und von David Grossmann, der heuer in Frankfurt deutscher Friedenspreistr\u00e4ger wurde. Es gab sehr viel zu essen und sch\u00f6ne leise Musik und nachdem wir zur G\u00e4nze mit der Stra\u00dfenbahn zur\u00fcckgefahren sind und dabei den 13A vers\u00e4umten, wollte ich gleich meinen Blogeintrag schreiben, nur leider funktionierte das Internet schon wieder nicht, auch ein Segen, den sich Mayor Bronstein ersparte.<br \/>\nDas elektronische Abrechnen mit der Krankenkassa ging gerade noch und, da\u00df Peter Kreisky, der Sohn Bruno Kreiskys, der am 22. J\u00e4nner hundert wird und, wie ich  im Radio h\u00f6rte, von H.C. Strache am FP\u00d6 Parteitag gro\u00df gefeiert werden soll, gestorben ist, habe ich auch noch geh\u00f6rt.  Peter Kreisky habe ich in den letzten Jahren immer wieder wo getroffen, in der Rahlgasse bei den Elternsprechtagen, auf einer Demo oder in Eva Brenners &#8220;Fleischerei&#8221; mit der er befreundet war.<br \/>\nSo bin ich wieder ins Einundzwanzigstejahrhundert zur\u00fcckgegkommen, wo man ganz einfach das Licht und die Heizung aufdrehen kann und nur ein bi\u00dfchen flucht, wenn das Internet nicht funktioniert und seine Aktivit\u00e4ten f\u00fcr ein paar Stunden lahm legt.  Andreas Pittlers <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/23\/chuzpe\/\">&#8220;Chuzpe&#8221;<\/a> werde ich somit in das noch nicht gelieferte Regal einr\u00e4umen, es hat, dank Klaudia Zotzmanns Adventkalender,  Weihhnachten 2010 bereichert, dann ein paar Stunden und meine nicht-elektronische Abrechnung machen, bevor es wieder aufs Land geht.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder eigentlich umgekehrt bin ich gestern zu Alfreds alter Freundin Ingrid nach Neuwaldegg hinausgewandert, denn der tat das ja von seiner kalten Dornbacher Wohnung zuerst in seine Polizeidienststelle und dann nach Margareten, um kurz vorm Zerfall der Monarchie, den Mord &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5284\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5284","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5284","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5284"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5284\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5284"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5284"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5284"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}