{"id":52964,"date":"2017-07-20T00:20:48","date_gmt":"2017-07-19T22:20:48","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=52964"},"modified":"2017-07-20T00:20:48","modified_gmt":"2017-07-19T22:20:48","slug":"die-ferienfamlie","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=52964","title":{"rendered":"Die Ferienfamilie"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Sommerbuch, ein \u00e4lteres aus dem B\u00fccherschrank und eines, das ich schon nach dem Erscheinen gern gelesen h\u00e4tte, aber damals war ich zu geizig, um mir <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/07\/fest-fuer-barbara-frischmuth-und-literaturpreise-der-stadt-wien\/\">Barbara Frischmuths<\/a> &#8220;Ferienfamilie&#8221; zu kaufen. Das Buch war aber, wenn ich mich nicht irre, in der &#8220;Frau&#8221; als Fortsetzungsgeschichte und ich bin, als ich damals auf einen &#8220;Ferientag&#8221; nach Linz gefahren bin, dort in eine alternative Buchhandlung gegangen und dort ein bi\u00dfchen hineingelesen.<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration:underline;\">Und in der Beschrreibung des 1981 erschienenen Buches, die gefundene dtv-Ausgabe,stammt aus 1984, aber damals war die Anna schon geboren und ich bin nicht mehr allein nach Linz gefahren, steht etwas von &#8220;literarischer Kunstlosigkeit&#8221;. Damit ist vielleicht die Beil\u00e4ufigkeit gemeint, mit der Barbara Frischmuth hier von einer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/16\/zehntelbrueder\/\">Patschworkfamili<\/a>e und dem Leben einer alleinerziehenden Mutter erz\u00e4hlt, ein Schicksal von dem sie\u00a0 damals, glaube ich, auch betroffen war.<\/span><\/p>\n<p>Da ist Nora, die Mutter von Pu, eine \u00dcbersetzerin und die hat im Sommer ein Haus am Land gemietet, um mit ihren Sohn dort die Ferien zu verbringen, acht Wochen, also eine Art <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2008\/07\/03\/sommerfrische\/\">Sommerfrische<\/a> und das H\u00e4uschen ist so gro\u00df, da\u00df es einige leere Zimmer h\u00e4tte, so kommt die Schwester und Vater Nummer eins oder zwei, denn Pu hat noch einen Halbbruder und die geben Nora\u00a0 ihre Kinder dazu.<\/p>\n<p>Also reist sie noch mit dem zw\u00f6lfj\u00e4hrigen Fenek und der achtj\u00e4hrigen Laja los und Vater eins oder zwei r\u00e4t , da\u00df sie allen erz\u00e4hlen sollen, da\u00df sie eine richtige Familie seien, damit keine Fragen kommen.<\/p>\n<p>Etwas was heut zutage vielleicht\u00a0 nicht mehr so verst\u00e4ndlich ist, aber es kommen ohnehin keine Fragen. Nur die B\u00e4urin die das Haus vermietet hat, erkl\u00e4rt Nora, wie sie den Herd zu bedienen hat. Die B\u00e4urin hat auch einige kinder und einen Fernseher, so ist die Freizeitfrage gekl\u00e4rt, denn am Nachmittag will Nora in der Laube arbeiten und ihre Ruhe haben.<\/p>\n<p>Sie kocht am Abend Palatschinken und mu\u00df dann die Kinder suchen, die sich beim Fernsehen verplaudert haben und langsam\u00a0 h\u00f6rt es auch zu regnen auf und die Ferienfamilie kann schwimmen gehen.<\/p>\n<p>Ein wenig auff\u00e4llig wirkt auch noch die Altklugheit mit der der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Fenek mit Nora Erwachsenengespr\u00e4che\u00a0 \u00fcber Behiehungen f\u00fchrt, aber der lebt ja in einem Internat, weil Vater eins oder zwei mit Mutt drei in Amerika ist und seine Mutter in Australien und Nora trifft im Schwimmbad ihren Schulfreund\u00a0 Lajos Molnar wieder und f\u00e4ngt mit ihm eine Ferienbeziehung an.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr bekommt Pu ein K\u00e4tzchen geschenkt und streitet sich deshalb mit Laja, die traurig ist, weil ihre Mutter ihr im Gegensatz zu Feneks Vater keinen Brief schreibt.<\/p>\n<p>Zu einer fast Katastrophe kommt es in dieser &#8220;literarischen Belanglosigkeit&#8221; auch, Fenek st\u00fcrzt, hat einen Sch\u00e4delbasisbruch und Nora mu\u00df\u00a0 nun der Schwester, keiner B\u00fcrokraft?, im Krankenhaus erkl\u00e4ren, wie das\u00a0 mit Feneks Vater und seiner Mutter ist und, wie\u00a0 in Zweifelf\u00e4llen \u00fcblich\u00a0 eine Kaution erlegen. Die teilt sie sich mit dem hilfreichen Lajos und alles geht gut aus. Fenek gesundet, darf im n\u00e4chsten Jahr auch wieder mit zur Ferienfamilie fahren und seine Eltern kommen aus der fernen USA und\u00a0 Australien zur\u00fcck, um nach ihrem Sohn zu sehen.<\/p>\n<p>Eine allt\u00e4gliche leichte Sommergeschichte und etwas, was wahrscheinlich sowohl Barbara Frischmuth als auch Elfriede <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/16\/mude-bin-ich-kanguruh\/\">Hammerl,<\/a> die ja auch eine Spezialistin von Patschworkfamilien ist, erlebt haben werden.<\/p>\n<blockquote><p>Interessant, da\u00df dem Buch Alterserscheinungen anzumerken ist, nicht vielleicht, da\u00df Lajos Pu zwanzig Schilling gibt, damit die Kinder sich ein Eis kaufen k\u00f6nnen und der nun schnell nachrechnet, wie man das durch drei dividiert, sondern Wendungen wie, &#8220;Sich vor Lachen biegen&#8221; oder &#8220;Plagegeister&#8221; erscheinen heute fast liebevoll altmodisch oder liebevoll \u00d6sterreichisch, wo ja schon im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/09\/wieder-einmal-bachmannpreis\/\">Netz diskutiert <\/a>wird, ob der Verlag nicht aus einem &#8220;Kindl&#8221; ein &#8220;Kind&#8221; machen soll, um Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse zu vermeiden.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8220;Ein leichtes lockeres Sommerbuch und wieder eine Erinnerung, an die sp\u00e4ten Siebziger- bzw. fr\u00fchen Achtzigerjahren, wo ich Barbara Frischmuth gelesen habe und mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/17\/kontinent-doderer\/\">Doderer<\/a> im Stadtpark gelegen bin.<\/p>\n<p>Heute mache ich dagegen nur mehr <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/09\/in-den-sommer\/\">Sommerfrischenwochenenden<\/a>, aber das auch acht, beziehungsweise sieben Wochen lang, habe keine Kinder zu beaufsichtigen und hatte, das auch\u00a0 nur bei einem und bin froh, diese fr\u00fche Frischmuth jetzt gelesen zu haben.<\/p>\n<p>&#8220;Die Schrift des Freundes&#8221; ein etwas sp\u00e4teres Werk habe ich mir \u00fcbrigens <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/06\/fuer-kaiser-und-vaterland\/\">vorige Woche<\/a> antwquarisch um zwei Euro gekauft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt noch ein Sommerbuch, ein \u00e4lteres aus dem B\u00fccherschrank und eines, das ich schon nach dem Erscheinen gern gelesen h\u00e4tte, aber damals war ich zu geizig, um mir Barbara Frischmuths &#8220;Ferienfamilie&#8221; zu kaufen. 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