{"id":5375,"date":"2011-01-02T11:12:47","date_gmt":"2011-01-02T10:12:47","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5375"},"modified":"2011-01-02T11:12:47","modified_gmt":"2011-01-02T10:12:47","slug":"die-grune-eidechse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5375","title":{"rendered":"Die gr\u00fcne Eidechse"},"content":{"rendered":"<p>Der 2001 bei Aufbau erschienene Roman des 1916 geborenen und 2006 gestorbenen sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan &#8220;Die gr\u00fcne Eidechse&#8221;, ist eine leicht zu lesende und ein wenig altmodische Schilderung einer gro\u00dfen Jugendliebe, w\u00e4hrend der Weimarer Republik, sowie, wie in der Buchbeschreibung steht, ein liebevolles Portrait seiner Heimatstadt Bautzen, die im Buch Buschin hei\u00dft und wahrscheinlich auch eine Schilderung Deutschlands im letzten Jahrhundert, hat der Roman doch eine Rahmenhandlung und beginnt zu Himmelfahrt 1999, als ein Journalist in Pension geht und einen alten Koffer seines Vaters findet, der Leiter des Fremdenamtes war, der die Geschichte der Gro\u00dfmutter, bzw. Gro\u00dfvaters seiner Schwiegertochter Doreen aufgeschrieben hat, die an einem Dienstag nach Ostern beginnt&#8230;.<br \/>\nDa wird der einundzwanzigj\u00e4hrige Brasilaner mit deutschen Vorfahren Jaques de Castelnovo oder Jakob Neuhaus, von seinem Vater nach Buschin geschickt, weil er das Verm\u00e4chtnis eines Ahns das deutsche Abitur abzulegen, das der nicht schaffte, erf\u00fcllen soll. Jaques Neuhaus hat schon das Abitur in Bralilien in einem Ordensinternat abgelegt und soll in Deutschland offenbar auch entjungfert werden, jedenfalls schickt ihn der Vater, ein Kaffeebaron, mit Majordomus Marco Polo, einem Pferd und einem Auto in die deutsche Kleinstadt und der mietet ihm eine junge Haush\u00e4lterin, die dieses Amt mit dem Versprechen, danach eine Rolle im &#8220;Vetter in Dingsda&#8221; zu bekommen, \u00fcbernimmt.<br \/>\nDanach verschwindet sie ins Theater und der junge Kaffeebaron, der von den Honoratoren des St\u00e4dtchens &#8220;Conte&#8221; genannt wird, der Leiter des Fremdenamtes \u00fcberwacht ihn getreulich und der Direktor des Gymnasiums nimmt ihm in der Schule auf, weil  der Vater eine Schulbibliothek stiftet, wird gef\u00f6rdert und honoriert und lernt auch bald mehrere junge Frauen kennen. Da ist einmal das Buchh\u00e4ndlerlehrm\u00e4dchen Katharina, die ihm Reclamheftchen und franz\u00f6sische Romane besorgt, Brunhilde die Tochter eines Zeitungsredakteurs und Marion, mit der er in der Klasse sitzt, dann gibt es noch die Arzttochter Gisela.<br \/>\nTrotzdem f\u00fchlt sich der Einundzwanzigj\u00e4hrige fremd in der Klasse, geht nicht mehr oft in den Unterricht, daf\u00fcr schreibt er politische Artikeln, die dann in der falschen Zeitung erscheinen, lernt noch einen anderen Buchh\u00e4ndler kennen, bandelt mit allen M\u00e4dchen an, verliebt sich aber eigentlich nur in Marion, die ihn nackt besucht und mit der er auf einer Wiese eine gr\u00fcne Eidechse findet, obwohl sie sich vor ihr f\u00fcrchtet und er ihr eine solche aus holl\u00e4ndischen Rohdiamanten schleifen lassen will.<br \/>\nMit den Schulkollegen gibt es dagegen Schwierigkeiten, so mu\u00df er in den Karzer, worauf er beschlie\u00dft, das Abitur vorzeitig abzulegen, mit viel Geld ist das kein Problem, so l\u00e4\u00dft er sich noch mehr B\u00fccher schenken, reist in den Sommerferien ein paar Wochen nach Italien und Griechenland, um den Stoff f\u00fcr die Pr\u00fcfungen zu erleben, w\u00e4hrend Marion und Bruni bemerken, da\u00df sie beide schwanger sind. Auch das ist kein Problem und die achtzehnj\u00e4hrigen M\u00e4dchen von denen eine Theaterwissenschaft, die andere Chemie studieren will, verschwinden in einem Schweizer Pensionat, w\u00e4hrend Jakob das Abitur besteht, nach Marion sucht und zum Abschied alle Lehrer, M\u00e4dchen und andere Bekannten zu einem gro\u00dfen Essen einl\u00e4dt, bevor ihm Marco Polo nach Basel in ein Hotelzimmer bringt, in dem er beide M\u00e4dchen trifft. Marion weigert sich mit ihm zu kommen, verspricht ihm aber, da\u00df er f\u00fcr sie und Bruni sorgen darf, wenn sie in Not sind und Jakob verschwindet mit dem Hausmeister nach Brasilien, wo er heiratet, w\u00e4hrend Bruni ihr Kind noch vor der Geburt verliert, Marion einen Jakob Julian bekommt, beide machen in der Schweiz Karriere und am 25.  Mai  1978 treffen  sich Marion und Jakob wieder in Buschin, sie stellt ihm ihre Enkeltochter Doreen vor, Jakob ist inzwischen verwitwet, Marion war nie verheiratet und die beiden bleiben offenbar zusammen, bis sie sterben und der in Pension gegangene Journalist aus den Fremdenakten die Liebesgeschichte eines vergangenen Bautzens schreibt&#8230;<br \/>\nJurij Brezan, der auf Deutsch und Sorbisch schrieb, hat zahlreiche Kinder- und Jugendb\u00fccher verfa\u00dft, die in f\u00fcnfundzwanzig Sprachen \u00fcbersetzt wurden und gilt als der bedeutenste sorbische Schriftsteller des zwanzigsten Jahrhunderts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der 2001 bei Aufbau erschienene Roman des 1916 geborenen und 2006 gestorbenen sorbischen Schriftstellers Jurij Brezan &#8220;Die gr\u00fcne Eidechse&#8221;, ist eine leicht zu lesende und ein wenig altmodische Schilderung einer gro\u00dfen Jugendliebe, w\u00e4hrend der Weimarer Republik, sowie, wie in der &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5375\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5375","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5375","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5375"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5375\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5375"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5375"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5375"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}