{"id":54240,"date":"2017-09-08T00:39:49","date_gmt":"2017-09-07T22:39:49","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=54240"},"modified":"2017-09-08T00:39:49","modified_gmt":"2017-09-07T22:39:49","slug":"refugees-worldwide","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=54240","title":{"rendered":"Refugees Worldwide"},"content":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit den mir von <a href=\"https:\/\/www.wagenbach.de\/buecher\/titel\/1120-refugees-worldwide.html\">&#8220;Wagenbach&#8221; zur Verf\u00fcgung gestellten literarischen Reportagen.<\/a> Diesesmal geht es von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/13\/aus-dem-cafe-groessenwahn\/\">Berlin und den Neuzehnhundertzwanziger Jahren <\/a>in die ganze Welt. Denn da haben sich, in dem von Luisa Donnerberg und Ulrich Schreiber herausgegebenen Buch,\u00a0 Schriftsteller \u00fcberall zusammengesetzt und \u00fcber die Fl\u00fcchtlingssituation in ihrem Land einen Essay,\u00a0 eine Kolumne geschrieben oder eben eine literarische Rweportage zu schreiben.<\/p>\n<p>Den Auftakt macht die in Bremen geborene <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/05\/neununddreisigstes-bachmannlesen\/\">Nora Bosong,<\/a> bestens bekannt aus dem Bachmannpreistext, den Nora Gomringer gewonnen hat und die schreibt nicht \u00fcber Deutschland, sondern \u00fcber New York, denn dort war sie im vorigen Sommer vierzehn Tage, interviewte Fl\u00fcchtlingsberater, die ihr meistens alle die Unm\u00f6glichkeit versicherten, das Donald Trump die Wahl gewinnen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Da gibt es ja ein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/12\/das-ist-bei-uns-nicht-moeglich\/\">gleinamiges Buch<\/a>, das anl\u00e4\u00dflich des Wahlsieges wieder aufgelegt wurde.<\/p>\n<p>Dann besch\u00e4ftigt sich aber der in Nairobi geborene und in Mogadischu aufgewachsene Journalist Abdi Latif Dahir mit demgr\u00f6\u00dften Fl\u00fcchtlingslager der Welt, Dadaab, das sich, glaube ich, in Kenia befindet und spricht mit Menschen, die dort schon seit einigen Jahrzehnten leben.<\/p>\n<p>Dann geht es nach Brasilien, beziehungsweise nach San Paulo und hier beschreibt die 1975 geborene Autorin Andrea del Fuego unter dem bezeichneten Titel &#8220;Immer noch Menschenfresser&#8221; die Lage in der Stadt.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft sie zitiert zuerst das &#8220;Manifesto Antropofagico&#8221;, wo die Brasilianer im sechzehnten Jahrhundert oder auch sp\u00e4ter gern das wei\u00dfe Fleisch gegessen haben. Dann geht sie aber in Plattenl\u00e4den, wo Fl\u00fcchtlingsabendessen zubereitet werden, interviewt zwei Hidschab tragende Frauen, die sich in ihrer kreativen Schreibgruppe befinden, um besser Portugisisch zu lernen, geht in Kirchen oder in &#8220;Wiedereingliederungseinrichtungen f\u00fcr Gefl\u00fcchtete&#8221; und erf\u00e4hrt, da\u00df die Syrier angeblich bessere Vernetzungsstrategen, als afrikanische Fl\u00fcchtlinge h\u00e4tten und meint, da\u00df die Fl\u00fcchtlinge in Brasilien immer noch, wie Sklaven behandelt w\u00fcrden und f\u00fcr Unterkunft und Essen bis sechzehn Stunden ohne Lohn arbeiten w\u00fcrden m\u00fcssen und endet ihren Bericht damit, da\u00df Brasilien die letzte Nation war, die 1888, die Sklaverei abschaffte.<\/p>\n<p>Die 1979 im Sudan geborene Stella Gaitano berichtet vom Elend der S\u00fcdsudanesen und meint, da\u00df jeder das Recht haben m\u00fc\u00dfte, in seiner Heimat zu leben, ein gutes Leben zu f\u00fchren und seine eigene Kultur aufbauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die ebenfalls 1979 in Marokko geborene und in Spanien lebende Najat El Hachmi von den Fl\u00fcchtlingen schreibt, die sie mit dem Pa\u00df in der Hand auf der Autobahn von Cassablanca traf und die sich auch in in der Grenzstadt Nador aufhalten, um in das gelobte Spanien zu gelangen.<\/p>\n<p>Der Pakistani Mohammed Hanif berichtet \u00fcber die Situation der Hazara, die im s\u00fcdlichen Pakistan verfolgt werden und der 1979 in Nigeria geborene Journalist und Autor Abubakar Adam Ibrahim bringt uns die Situation in dem Bakassi-Fl\u00fcchtlingslager nahe, in das man ihm zuerst gar nicht hineinlassen wollte.<\/p>\n<p>Trotzdem gelingt es ihm Frauen zu interviewen, die mit ihren Kindern dorthin gefl\u00fcchtet sind und erz\u00e4hlt von Fati, die von der Boku Haram zur Heirat\u00a0 gezwungen werden sollte und f\u00fcnfzehn Tage in ein Erdloch gesteckt wurden, als sie das nicht wollte.<\/p>\n<p>Der 1964 in Aleppo geborene und in Damaskus lebende Khaled Khalifa beginnt in seinem Text mit den Anrufen von Mitgliedern seiner Familie, die ihm von ihrer Flucht nach Europa erz\u00e4hlen und macht sich, der in Damaskus bleiben m\u00f6chte, Gedanken, was die Syrier zum Verlassen ihrer Heimat bringt.<\/p>\n<p>Dann geht es nach Belize, wo viel Salvatorianer nach den Bandenkriegen der letzten Jahren gefl\u00fcchtet sind. Der 1986 geborene Antropologe und Autor Juan Jose Martinez d`Aubuisson hat hier mit Alma, Jaime und Wendy gesprochen und berichtet von ihrem Schicksal, das sie und ihre Familie veranla\u00dften nach Belize zu kommen.<\/p>\n<p>Die griechische Autorin Amanda Michalopoulou besucht ein griechisches Fl\u00fcchtlingslager und wird dort von den dunklen Augen eines syrischen M\u00e4dchens, das sich einen Hut und eine Sonnenbrille w\u00fcnscht, gefangengenommen, w\u00e4hrend der 1971 in Hamburg geborene Nils Mohn, die Situation von zwei Fl\u00fcchtlingen in Litauen beschreibt, von denen es einer dort nicht ausgehalten hat.<\/p>\n<p>Der Japaner Masatsugu Ono hat sich mit dem Schicksal des 1975 im Kongo geborenen Massamba Mangala, der 2008 nach Japan emigirierte und dort eine langj\u00e4hrige Odyssee erlebte, bis sein Status als Fl\u00fcchtling anerkannt wurde, auseinandergesetzt, w\u00e4hrend die t\u00fcrkische Autorin Ece Temelkuran vom Schicksal einer syrischen Fl\u00fcchtlingsfrau,\u00a0 zu ihrem eigenen kommt und sich schllie\u00dflich sehr allgemeine poetische Gedanken \u00fcber die Lage der Fl\u00fcchtlingssituation macht und Artem Tschapa entf\u00fchrt und in die Ukraine und erz\u00e4hlt uns dort vom &#8220;Ewigen Tranist&#8221;.<\/p>\n<p>Ein \u00e4u\u00dferst interessantes Buch, diese vierzehn weltweiten Reportagen, die uns auf literarische Art und Weise die Welt der Fl\u00fcchtlinge und ihre Schicksale ein wenig n\u00e4her bringen und uns die Augen \u00f6ffnen kann \u00fcber die Schwierigkeiten dieser Welt, so da\u00df ich das Buch jeden, auch denen, die sich vielleicht vor zuviel Immigration f\u00fcrchten, sehr empfehlen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit den mir von &#8220;Wagenbach&#8221; zur Verf\u00fcgung gestellten literarischen Reportagen. 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