{"id":54320,"date":"2017-09-06T00:00:25","date_gmt":"2017-09-05T22:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=54320"},"modified":"2017-09-06T00:00:25","modified_gmt":"2017-09-05T22:00:25","slug":"muse-musse","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=54320","title":{"rendered":"Von der Muse zur Mu\u00dfe"},"content":{"rendered":"<p>Nach der Sommerpause heute wieder <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/06\/schreibgruppe-denkmaeler\/\">Schreibgruppe<\/a> in der Krongasse, Peter Czak,\u00a0 Klaus Khittl, respektive Gloria G, der Egelhofer und Ruth Asp\u00f6ck waren da.\u00a0 Doris Kloimstein hat kurzfristig abgesagt, weil sie sich in St. P\u00f6lten auf eine Ausstellungser\u00f6ffnung vorbereiten mu\u00dfte und der Peter hat die beiden Themen &#8220;Muse-Mu\u00dfe&#8221; vorgeschlagen.<\/p>\n<p>Ich hatte &#8220;unsichtbar&#8221; im Koffer, weil ich ja mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/14\/gestern-heute-morgen\/\">meiner unsichtbaren Frau beginnen wollte,<\/a> aber ich kann ja kombinieren und so ist folgendes herausgekommen:<\/p>\n<p>&#8220;Muse &#8211; Mu\u00dfe!&#8221;, dachte Slavenka Jagoda und blickte auf das gelbe Post it-Notizzettelchen, das Lily Schmidt vorhin auf den Schreibtisch gelegt hatte.<\/p>\n<p>Ob sie damit etwas anfangen k\u00f6nne?, hatte sie sie gefragt.\u00a0 Slavenka hatte eifrig genickt und eilfertig &#8220;Nat\u00fcrlich, selbstverst\u00e4ndlich!&#8221; geantwortet und dabei geflunkert.<\/p>\n<p>Was tut man denn nicht alles, um bei seinen Vorgesetzten, respektive Stipendiumsbetreuern, einen guten Eindruck zu machen? Man tut sehr viel. Ihr jedenfalls war es sehr wichtig, Lily, ihr Engagement und guten Willen zu beweisen. Dann war die zu ihrem Chef ins\u00a0 B\u00fcro gerufen worden, weil der ber\u00fchmte Starautor Jonathan Franzen, der heute Abend im Institut gemeinsam mit dem\u00a0 ebenso anerkannten Daniel Kehlmann, eine Lesung halten sollte und sie war mit dem Zettel und dem Vorschlag mit diesen zwei Worten, ihre unsichtbare Frau auf ihre erste Blogtour zu schicken, in Lilys Arbeitszimmer zur\u00fcckgeblieben.<\/p>\n<p>Sa\u00df an\u00a0 deren Schreibtisch, schaute den Zettel an und \u00fcberlegte, wie das mit der Muse gehen k\u00f6nnte? Die Muse war die sch\u00f6ne Dame, die zu den K\u00fcnstlern zu kommen pflegte, um sie sanft auf die Stirn oder auf den Hals zu k\u00fcssen, damit diese ihre kreativen Kr\u00e4fte entfalten konnten und der Welt ein noch nie dagewesenes Opus Magnum schenkten.<\/p>\n<p>Nein, der Hals war es nicht, der daf\u00fcr in Frage kam. Der war eher <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/03\/09\/dracula\/\">Graf Dracula<\/a> vorbehalten, um die damit getroffenen Opfer zu Vampiren zu machen und es w\u00fcrde sicherlich nicht passen, wenn Jonathan Franzen und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/12\/30\/ruhm\/\">Daniel Kehlmann<\/a> heute, als solche Monster ihre Doppelconference im \u00f6sterreichischen Kulturinstitut von New York halten w\u00fcrde, dachte Slavenka Jagoda und grinste jetzt schon etwas zuversichlicher vor sich hin.<\/p>\n<p>Genauer gesagt, grinste sie \u00e4hnlich lausbubenhaft, wie es ihr Bruder Petr\u00a0 im Plattenbau im weitentfernten Kosice zu tun pflegte, wenn der Vater ihn aufforderte, ihm doch in der Garage zu helfen oder f\u00fcr die Mutter den Mist in den M\u00fcllraum zu kippen.<\/p>\n<p>&#8220;Mu\u00dfe, Papa, tief durchchatmen und entspannen!&#8221;, pflegte er ihm\u00a0 frech zu antworten, was den Vater meistens \u00e4rgerte und er ihm schon einmal eine Ohrfeige angetragen und sie auch sicher ausgeteilt h\u00e4tte, w\u00e4re die Mutter nicht rechtzeitig aus der K\u00fcche gest\u00fcrzt, um ihren Liebling zu verteidigen.<\/p>\n<p>&#8220;Muse\u00a0 -Mu\u00dfe&#8221;, hatte Lilly Schmidt, die Kuratorin im New Yorker Kulturinstitut auf einen kleinen gelben Haftnotizzettel geschrieben und ihn ihr schnell hingehalten, bevor sie in Doktor Hartners B\u00fcro geeilt war, um mit <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/16\/unter-der-sonne\/\">Daniel Kehlmann<\/a> und Jonathan Franzen, den ber\u00fchmten Starautoren, die heutigen Lesung zu besprechen.<\/p>\n<p>&#8220;Kannst du dir vorstellen, Slavenki, daraus einen Text f\u00fcr unseren Blog zu machen!&#8221;, hatte sie noch schnell hinzugef\u00fcgt, bevor sie aus dem Zimmer eilte und dem schon ungeduldigen Dr. Hartner ein &#8220;Bin schon unterwegs! I am ready, Mister Franzen und coming soon!&#8221;, zuzurufen.<\/p>\n<p>Lily w\u00fcrde mit den beiden also die heutige Abendveranstaltung besprechen, w\u00e4hrend sie einen Blogartikel schreiben sollte, in dem Amanda Siebenstern, ihre unsichtbare Frau, mit dem Ku\u00df der Muse am Morgen aufwachen w\u00fcrde und danach in aller Mu\u00dfe und nicht in Eile ins wei\u00dfe Haus zu Donald Trump zu st\u00fcrzen, um ihm an dem Blitzkrieg in Richtung Norkorea zu hindern, den er heute in seinen Twitternews angek\u00fcndigt hatte.&#8221;<\/p>\n<p>Das wars der Beginn und der Einstieg in mein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/02\/in-die-herbstarbeit\/\">m\u00f6gliches k\u00fcnftiges Opus Magnum.<\/a> Die anderen haben auch ihre Texte zu diesem Tehma pr\u00e4sentiert und es wurde sehr viel dar\u00fcber diskutiert, ob in einer zwanzigmin\u00fctigen Schreibezeit wirklich ein literarischer Text entsteht oder, ob das nicht vielmehr\u00a0 nur ein erster Entwurf sein kann, der noch bearbeitet werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8220;Sonntagspredigt&#8221; wurde in die Runde gebracht\u00a0 und die Frage aufgeworfen, ob Kunst nicht schwarz, negativ und an die Substanz gehen mu\u00df, um als solche zu gelten, was ich eigentlich inzwischen bestreiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ein interessanter Einstieg in das Schreiben nach der Sommerpause\u00a0 und ich habe mein neues Werk begonnen und bin gespannt, sowie erwartungsvoll, wie es mir dabei gehen wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach der Sommerpause heute wieder Schreibgruppe in der Krongasse, Peter Czak,\u00a0 Klaus Khittl, respektive Gloria G, der Egelhofer und Ruth Asp\u00f6ck waren da.\u00a0 Doris Kloimstein hat kurzfristig abgesagt, weil sie sich in St. P\u00f6lten auf eine Ausstellungser\u00f6ffnung vorbereiten mu\u00dfte und &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=54320\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,17,18],"tags":[1392,1479,5128,5932],"class_list":["post-54320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schreibbericht","category-textbeispiel","category-uncategorized","tag-der-einstieg","tag-die-erste-szene","tag-schreibgruppe","tag-unsichtbare-frau"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=54320"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/54320\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=54320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=54320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=54320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}