{"id":54645,"date":"2017-09-19T00:00:23","date_gmt":"2017-09-18T22:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=54645"},"modified":"2017-09-19T00:00:23","modified_gmt":"2017-09-18T22:00:23","slug":"sex-and-crime-zur-saisoneroeffnung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=54645","title":{"rendered":"Sex and Crime zur Saisoner\u00f6ffnung"},"content":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; ist, wie Kurt Neumann erl\u00e4uterte, die dreiundvierzigste Saison mit &#8220;Sex und Crime&#8221; beziehungsweise einer &#8220;Stunde der literarischen Erleuchtung&#8221; losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. Noll und Alexandra Millner, die inzwischen die Pr\u00e4sidentin der &#8220;Albert Drach Gesellschaft&#8221; ist, Albert Draches 1971 erschienenen Roman &#8220;Untersuchung an M\u00e4del&#8221; vorgestellt.<\/p>\n<p>Ich bin ja keine Kennerin des 1902 in Wien geborenen und 1995 in M\u00f6dling verstorbenen Juristen und Schriftstellers und wei\u00df auch gar nicht, ob ich je eines seiner Protolkolle gelesen habe, da\u00df er aber, als gro\u00dfer und auch eigenwilliger Schriftsteller galt, habe ich gewu\u00dft, pers\u00f6nlich aber, glaube ich, ihn nie gesehen, obwohl er, wie mir Kurt &lt;neumann sagte in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; in den Neunzehnhundertsiebzigerjahren aufgetreten ist, aber nicht selbst gelesen hat.<\/p>\n<p>Ich glaube ,ich bin einmal in die &#8220;Alte Schmiede&#8221; gegangen, wo <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/23\/unerleuchtet-in-die-alte-schmiede\/\">Peter Henisch<\/a> ihm eine Stunde der literarischen Erleuchtung wiedmen wollte, die dann aber ausgefallen ist und da\u00df das Kriminalprotokoll &#8220;Untersuchungen an M\u00e4deln&#8221; 1999 verfilmt wurde, habe ich auch gewu\u00dft, denn da habe ich im Literaturhaus oder sonstwo eine diesbez\u00fcgliche Promotionskarte gefunden.<\/p>\n<p>Alexandra Millner erl\u00e4uterte den Abend und erz\u00e4hlte den Inhalt des Romans, beziehungswweise des Protokolls, denn das war ja die Schreibweise von Albert Drach. Im ersten Teil wird der Kriminalfall geschildert, zwei M\u00e4deln Stella Blumentrost und Esmaralda Nepalek werden beim Autostoppen vom Stechviehh\u00e4ndler Joseph Thugut, man sieht die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/08\/11\/aktueller-korrekturbericht\/#comments\">sprechenden Namen,<\/a> vergewaltigt, worauf sie ihm mit einem Wagenheber ermorden.<\/p>\n<p>Im zweiten Teil kommt es dann zur Untersuchung, da treten bei paar Untersuchungsrichter mit ebenfalls sprechenden Namen auf und im dritten Teil kommt es zur Verhandlung.<\/p>\n<p>Dabei gibt viele Verwirrungen und Verwicklungen, Alfred Noll, der drei Stellen aus dem Roman gelesen hat, erkl\u00e4rte, da\u00df Albert Drach, der, wie er meinte kein guter Rechtsanwalt war, weil er die Moral h\u00f6her, als die Gesetze gestellt hat, in seinen Schriften immer aneckte und von der Justiz auch nicht viel hielt und erl\u00e4uterte dann eine Stelle, wo der Untersuchungsrichter Baldur Mausgrub sehr verwirrt ist, weil er bei der Untersuchung einen Beistift zwischen die Schenkel von Esmaralda Nepalek fallen lie\u00df und sich diesen dann holte.<\/p>\n<p>Die wird, wie Alexandra Millner erl\u00e4uterte, der bildungsfernen Schicht zugeordnet, mit einer Verganenheit, wie Josefine Mutzenbacher, w\u00e4hrend Stella Matura hat und eine Haushaltungsschule besuchte. Die zwei hatten ein Verh\u00e4ltnis zu einem sehr selbstbewu\u00dften Exmatrosen namens Harald Puppinger, der sich dem Gericht nicht unterordnen will und beim Verh\u00f6r einen Sitzplatz einfordert.<\/p>\n<p>Am Schlu\u00df kommt es zur Verhandlung, obwohl man die Leiche des Viehh\u00e4ndlers nie gefunden hat und das letzte Wort hat Stella, die nur &#8220;Ich&#8221; sagt.<\/p>\n<p>Alexandra Millner erl\u00e4uterte dann auch die Schreibweise. Drach hat schon in den Sechzigerjahren mit dem Schreiben angefangen und wurde auf der Autobahn davon inspiriert, als er dort zwei Autostopperinnen gesehen hat.<\/p>\n<p>Alexandra Millner nannte Albert Drach einen Feministen, weil er sich f\u00fcr die Rechte der unterdru\u00fcckten Frauen einsetzte, etwas das meiner Meinung nach ein Mann nicht sein kann. Alexandra Millner ist da anderer Meinung und meinte auch Arthur Schnitzler w\u00e4re ein solcher gewesen.<\/p>\n<p>In der Schmieden Galerie habe ich nach der Veranstaltung die bildende K\u00fcnstlerin Linda Christanell getroffen, die wieder von dem Wort &#8220;M\u00e4deln&#8221; sehr entsetzt war und daher an dem Protokoll keinen Gefallen fand, aber in den Sechzigerjahren hat man wohl\u00a0 so gesprochen.<\/p>\n<p>&#8220;Lesen sie das Buch, es ist nicht leicht, man mu\u00df sich in den Stil einlesen, dann lohnt es sich aber!&#8221;, erl\u00e4uterte noch Alfred Noll und, ich glaube, ich habe mein Interesse an Albert Drach gefunden und hoffe, ich komme einmal zum Lesen dieses oder auch eines anderen Buches. Bei &#8220;Zsolnay&#8221; gibt es jetzt\u00a0 auch eine neue Werkausgabe.<\/p>\n<p>Dann gab es eine Pause, wo ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/16\/marie-therese-kerschbaumer\/\">Marie Therese Kerschbaumer<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/15\/um-den-bodensee-mit-ruth-und-alfred\/\">Ruth Asp\u00f6ck<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/06\/12\/motto-spiegelschrift\/\">Hilde Langthaler,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/12\/06\/weihnachtsbowle-mit-susanne-ayoub\/\">Susanne Ayoub<\/a> und noch viel andere traf.<\/p>\n<p>Dann ging es weiter mit dem zweiten Crime, n\u00e4chmlich dem sechsten &#8220;Herrn Groll&#8221;, Erwin Riess neues Buch, das er schon am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/03\/linkes-wort-und-volksstimmefest\/\">&#8220;Volksstimmefest&#8221;<\/a> vorgestellt hat.<\/p>\n<p>&#8220;Herr Groll\u00a0 und die Stromschnellen des Tiber&#8221; und das ist auch sehr kompliziert und hat diesmal zwei Handlungsstr\u00e4nge. Herr Groll und der Dozent fahren nach Rom, aber der Dozent trifft sich dort mit einer polnischen Historikerin, die \u00fcber den Koran forscht und seltsame sexuelle Vorlieben hat. Herr Groll soll einen verschwundnen Priesterz\u00f6gling finden und auch hier gibt es einige Verwicklungen, die damit enden, da\u00df pl\u00f6tzlich Herr Groll mit dem Papst in einem Taxi sitzt.<\/p>\n<p>Sehr interessant, aber mehr hat Erwin Riess, der durch das Buch gelesen und gef\u00fchrt hat, nicht verraten. Denn man soll auch das selber lesen. Aber ich lese ja gerade mein <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/15\/vier-und-zwei-aus-zwanzig\/\">zw\u00f6lftes Longlist <\/a>und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/12\/die-kurze-deutsche-liste\/\">erstes Shortlist Buch<\/a> n\u00e4mlich Sasha Mariana Salzmann\u00a0 &#8220;Au\u00dfer sich&#8221;.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, ich wollte eigentlich in der Pause zwischen den zwei Veranstaltungen damit beginnen, habe aber mit der Ruth geplaudert, vor uns sa\u00df Renata Schmidtkunz, die Erwin Riess ja k\u00fcrzlich f\u00fcr \u00d61 interwiewte und neben der Ruth <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/27\/die-vierten-o-toene\/\">Karin Peschka<\/a>, die ich wieder fragte, ob sie glaube, da\u00df sie auf die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/05\/die-oesterreichische-lange-liste\/\">\u00f6st. Shortlist <\/a>kommt.<\/p>\n<p>&#8220;Nein!&#8221;, sagte sie oder &#8220;Ich la\u00df mich \u00fcberraschen!&#8221;<\/p>\n<p>Sie hat aber gute Chancen und hat ja einmal auch nicht geglaubt, da\u00df sie und nicht <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/20\/winters-garten\/\">Valerie Fritsch<\/a> den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/17\/alpha-literaturpreis-an-karin-peschka\/\">&#8220;Alpha&#8221;<\/a> gewinnt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der &#8220;Alten Schmiede&#8221; ist, wie Kurt Neumann erl\u00e4uterte, die dreiundvierzigste Saison mit &#8220;Sex und Crime&#8221; beziehungsweise einer &#8220;Stunde der literarischen Erleuchtung&#8221; losgegangen und zwar haben da der Rechtsanwalt Alfred J. 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