{"id":5511,"date":"2011-01-11T23:17:35","date_gmt":"2011-01-11T22:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5511"},"modified":"2011-01-11T23:17:35","modified_gmt":"2011-01-11T22:17:35","slug":"lisa-spalt-und-elfriede-czurda","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5511","title":{"rendered":"Lisa Spalt und Elfriede Czurda"},"content":{"rendered":"<p>Die Literaturveranstaltungen im neuen Jahr fangen bei mir meistens in der Alten Schmiede an. Vor einem Jahr war es eine Menasse-Lesung, vor zwei das &#8220;Kleine Fest des Lesens&#8221;, wo man zu den Lesungen zwischen dem Parterresaal und dem Schmiedemuseum hin- und hergegangen sind. Das ist jetzt vorbei, jetzt geht man von der Schmiede in den Keller, um in Bewegung zu bleiben und, da\u00df das neue Jahr literarisch in der Alten Schmiede beginnt ist nat\u00fcrlich Zufall.<br \/>\nDiesmall wollte ich am Freitag mit der Lesung von Ludwig Fels anfangen, dann habe ich am 1. J\u00e4nner ein Neujahrsmail von E.A.Richter bekommen, wo er mich fragte, ob ich schon sein Buch besprochen habe und in die Czurda Lesung, deren Buch auch in der Edition Korrespondezen erschienen ist, gehe?<br \/>\nDas hatte ich zuerst nicht vor, erschien mir doch die 1946  geborene Elfriede Czurda, die Lektorin bei der Edition neuer Texte war, so experimentell, da\u00df ich noch nicht bei vielen ihrer Lesungen war. Das habe ich E. A. Richter geschrieben, das Mail aber zur\u00fcckbekommen und weil ich sehr gewissenhaft bin, dachte ich, gehe ich zu der Lesung, dann kann ich es ihm pers\u00f6nlich sagen. Er war aber gar nicht da, f\u00fcr mich hat es aber gepasst, weil jetzt schon fast ein Monat bei keiner Lesung und au\u00dferdem hat Lisa Spalt zu lesen begonnen und die kenne ich von den Ilse Kilic Veranstaltungen im Amerlinghaus, hat sie da bei xxx-small \u00f6fter einen Stand betreut. Ebenfalls eine experimentelle Autorin, die mit dem Komponisten Clemens Gadenst\u00e4dter befreundet ist, bzw. ein Schreibspiel mit ihm geschrieben hat. 2003 hat sie in Rauris einen F\u00f6rderpreis bekommen, jetzt ist bei Czernin &#8220;Bl\u00fcten-Ein Gebrauchsgegenstand&#8221; herausgekommen.<br \/>\nInteressanterweise war fast niemand aus dem Wohnzimmerkreis in der alten Schmiede. Ich bin ziemlich zeitgleich mit Bodo Hell angekommen, vor mich setzte sich Birgit Schwaner, hinter mir war Christian Steinbacher zu entdecken, Hanno Millesi, Herbert J. Wimmer, Angelika Kaufmann waren da, also ein ziemlich illustrer Kreis der \u00f6sterreichischen experimentellen Dichterszene, der \u00fcber das fr\u00f6hliche Wohnzimmer hinausging. Wolfgang Helmart habe ich aber, glaube ich, schon gesehen. Florian Huber hat eingeleitet. Dann war ich ziemlich ratlos, denn ich habe nicht viel verstanden, kenne ich mich bei den experimentellen Texten ja nicht so besonders aus, bzw. suche ich immer nach dem Sinn und wenn die S\u00e4tze nur sch\u00f6n sind, mir aber nicht besonders einleuchten, habe ich Schwierigkeiten, wie man wei\u00df.<br \/>\nEs ging also um Tulpen, Zwiebeln, Frankenstein und das Second Life, was ein ziemlicher Kontrast ist, um Banken ging es, glaube ich auch, zumindest war bei den Einleitungszitaten ein sch\u00f6nes von B. Franklin zu finden &#8220;Wenn sich ein Geldschein im Kopf festsetzt, kann niemand die Vernunft entfernen&#8221; oder so und dann ist der Text hin und hergesprungen, hat sich in Kommentaren erkl\u00e4rt, das kenne ich von Ilse Kilic Texten, von der Tulpenmanie war die Rede und die Frage wurde aufgeworfen, ob Sch\u00f6nheit Krankheit ist, was sich auf Tulpenmuster bezog, die eigentlich ein Virus waren. Die Sprache war sch\u00f6n, der Sinn hat sich, wie bereits erw\u00e4hnt, mir nicht ganz aufgetan, bzw. war es mir zu abstrakt, um zu verstehen. Lisa Spalt hat aber  ein bi\u00dfchen erkl\u00e4rt, da\u00df sie drei Jahre versuchte, den Text in eine lineare Form zu fassen und sich dabei auch auf Gertrude Stein bezogen.<br \/>\nNachher gab es eine l\u00e4ngere Pause, wo ich im Foyer herumstand, Martin Kubaczek entdeckte und im Booklet 44 eine Rezension von Evelyne Polt-Heinzl &#8220;Von Tulpenhype  und Konsumgl\u00fcck&#8221;, zu Lisa Spalts &#8220;Bl\u00fcten&#8221; fand. Jetzt kann ich nachlesen, was ich nicht verstanden habe. Julian Schutting erschien, Birgit Schwaner verabschiedete sich und ich ging mit Angelika Kaufmann in den Keller. Elfriede Czurda und ihr Verleger waren schon da und ich sa\u00df auf einmal zwischen Angelika Kaufmann und Julia Schutting und h\u00f6rte zu, wie sie sich unterhielten.<br \/>\nLiesl Uljvary war auch da und in dem Buch &#8220;Dunkelziffer&#8221;,  geht es um Zahlen, wie Florian Huber erkl\u00e4rte. Diese und die Texte wurden auf die Wand projiziert.  Elfriede Czurda f\u00fchrte sehr genau ein und erw\u00e4hnte eine &#8220;Universalgeschichte der Zahlen&#8221;, die sie sehr faszinierte, daraus ist  der Versuch entstanden, magische W\u00fcrfel in Texte und  zu fassen, die sich &#8220;Schneelandschaft&#8221;, &#8220;Sprachlandschaft&#8221; Maschinenlandschaft&#8221; etc. nannten. Nachher gab es eine rege Diskussion der experimentellen Dichter, die viel  mehr in die Texte hineininterpretierten, als die Autorin beabsichtigt hatte.  Der realistischen Autorin scheinen diese Sprachspiele, wie z B. aus jedem  zehnten Wort eines Lexikons einen Text zu machen und seinen Lebenslauf in Zahlen zu schreiben, zwar ein wenig simpel, Elfriede Czurda scheint es aber fasziniert zu haben. Ich habe einen intensiven Eindruck von der Autorin bekommen und sehe gerade, da\u00df ich &#8220;Voik Gehirn Stockung Notat St\u00fcrme&#8221; aus der edition neue Texte, aus dem Jahr 1993 habe und besonders interessant war es nat\u00fcrlich die experimentellen Dichterszene so hautnah zu erleben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Literaturveranstaltungen im neuen Jahr fangen bei mir meistens in der Alten Schmiede an. 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