{"id":55223,"date":"2017-10-08T00:27:36","date_gmt":"2017-10-07T22:27:36","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=55223"},"modified":"2017-10-08T00:27:36","modified_gmt":"2017-10-07T22:27:36","slug":"wer-hier-schlief","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=55223","title":{"rendered":"Wer hier schlief"},"content":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit der \u00f6sterreichischen Literatur. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/26\/evangelio\/\">Es<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/06\/walter-nowak-bleiben\/\">gibt<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/25\/das-jahr-der-frauen\/\"> aber<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/26\/kraft\/\">zwischen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/30\/katie\/\">dem <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/15\/vier-und-zwei-aus-zwanzig\/\">deutschen<\/a>, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/31\/lichter-als-der-tag\/\">da<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/15\/das-singen-der-sirenen\/\">habe<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/14\/wiener-strasse\/\">ich<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/16\/nach-onkalo\/\">ja<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/18\/peter-holtz\/\">siebzehn<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/21\/ausser-sich\/\">B\u00fccher <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/07\/phantome\/\">geschafft <\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/26\/romeo-oder-julia\/\">und<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/30\/die-kieferninseln\/\">dem<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/05\/die-oesterreichische-lange-liste\/\">\u00f6sterreichischen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/13\/tiere-fuer-fortgeschrittene\/\">Buchpreislesen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/06\/schau-mich-an-wenn-ich-mit-dir-rede\/\">eine<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/07\/das-floss-der-medusa\/\">kleine<\/a> Pause, beziehungsweise gibt es jetzt zwei \u00f6sterreichische Neuerscheinungen, die es es nicht auf die Listent schafften.<\/p>\n<p>Beim Ersten bleiben wir zumindestens, was den<a href=\"https:\/\/isabellastraub.at\/buecher\/wer-hier-schlief\/\"> Verlag <\/a>betrifft in Deutschland, denn Isabella Straubs zweiter Roman &#8220;Wer hier schlief&#8221;, ist bei &#8220;Blumenbar&#8221; erschienen und ich kenne die 1968 geborene, seit sie den FM4 Preis gewonnen hat.<\/p>\n<p>Dann kam ihr erster Roman &#8220;Das Fest des Windrads&#8221; , das hat sie bei einem der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/19\/50-jahre-dokumentationsstelle-fur-neue-osterreichische-literatur\/\">Literaturhausfeste<\/a> vorgestellt. Ich h\u00e4tte es, glaube ich, auch bei &#8220;Thalia&#8221; um zehn Euro kaufen k\u00f6nnen, habe es aber liegenlassen und fange mit dem Straub lesen also erst mit &#8220;Wer hier schlief&#8221; an und das war ein Erlebnis, n\u00e4mlich ein sehr frischer Ton, mit der diese Aussteigergeschichte wiederum sehr ironisch, aber nicht so abgehoben, sondern eher leicht zu lesen, geschrieben ist.<\/p>\n<p>Da geht es um Philipp Kuhn und der spaziert in Wien herum. Das hei\u00dft, ich denke, es ist Wien, wird auch so erw\u00e4hnt, aber viele Stra\u00dfennamen sind, glaube ich, erfunden, w\u00e4hrend es das Museumsquartier und das Kindermuseum, etcetera gibt.<\/p>\n<p>Und f\u00fcr Philipp Kuhn f\u00e4ngt es eigentlich sehr euphorisch an. Er hat seine Freundin Vera in deren Sicherheitst\u00fcrenfirma, er gearbeitet hat und mit der er auch in einer Villa lebte, verlassen, um mit Miriam zusammenzuziehen. In deren Wohnung hat er schon seinen Laptop und seine Sparb\u00fccher deponiert, denn mit ihr will er eine Firma aufmachen. Jetzt tr\u00e4gt er nur den Adam, ich glaube ein Kopie des Bildes von Rudolf Hausner im Arm, um sich mit ihr zu treffen.<\/p>\n<p>Wegen einer Demonstration verpasst er sie aber, kann sie am Handy nicht erreichen und als er bei ihr klingelt, \u00f6ffnet eine fremde Frau. Er geht in das Hotel, wo sie als Rezeptionistin arbeitet, aber dort erscheint die Polizei, Miriam scheint irgendetwas veruntreut zu haben, w\u00e4hrend er noch auf sie wartet, kommt er ins Gesp\u00e4rch mit einem alten Mann, der ihm Locum anbietet und ihm erz\u00e4hlt, da\u00df er sehr oft in das Hotel kommt, um Leute zu beobachten, etcetera.<\/p>\n<p>Ach ja, das habe ich vergessen, Philipp ist nicht ganz gesund, er leidet an Reflux, mu\u00df Tabletten nehmen und Di\u00e4t halten. Er hat aber kein Rezept mehr, so bekommt er einen Anfall und in ein Krankenhaus und vorher oder nachher besucht er seine Mutter um bei ihr zu \u00fcbernachten, denn er hat ja jetzt keine Wohnung mehr.<\/p>\n<p>Die ist aber eine seltsame Frau, die mit ihrer Nachbarin befreundet ist, hat in seinem ehemaligen Zimmer l\u00e4ngst einen Untermieter einquartiert und will von ihm nichts wissen. Seine Schwester Andrea, die in Amerika lebt, ist auch nicht sehr hilfreich, obwohl sie regelm\u00e4\u00dfig anruft, so bleibt ihm nichts anderes \u00fcber, als im Fitne\u00dfstudio, wo er eine Jahreskarte hat zu \u00fcbernachten. Das geht aber nicht unbegrenzt, denn das ist ja verboten. Er lernt in der Ruhekammer aber Tamara kennen und die bringt ihn in einer seltsame Wohngemeinschaft oder Hausbesetzterszene unter, die sich in Altersheimen einquartiert, dort die leerstehenden Wohnungen renoviert und w\u00e4hrend dieser Zeit dort wohnt und f\u00fcr den Abend organisieren sie einen Dienst, die die \u00f6ffentlichen Buffets abklappern und die Buffets abr\u00e4umen.<\/p>\n<p>Man sieht Isabella Straub r\u00e4umt ganz sch\u00f6n mit dem Kapitalismus ab und das ist auch etwas, das ich selber fr\u00fcher <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/04\/26\/leben-ohne-geld\/\">manchmal machte<\/a> und auch dar\u00fcber geschrieben hat.<\/p>\n<p>Ein ehemaliger Arbeitskollege taucht auf, verspricht da\u00df Philipp ein paar N\u00e4chte bei ihm schlafen kann, als er aber dort l\u00e4utet, macht ihm keiner auf. Er erz\u00e4hlt ihm aber, da\u00df Miram offenbar auch Betriebsspionage betrieben hat und die Polizei ermittelt.<\/p>\n<p>So bleibt Philipp nichts anderes \u00fcber, als bei dieser Hausrenovierungssekte mitzumachen. Er besucht aber den alten Herrn, der auch sehr karank ist, in seiner Wohnung. Der f\u00fchrt ihn in ein Erinnerungskabinett und serviert ihm ein Gesundheitselexier, obwohl Philipph ja keinen Alkohol trinken darf. Sp\u00e4ter trifft er ihn\u00a0 im Krankenhaus, wo er seine, inzwischen dort eingelieferte Mutter besuchen will, wieder.<\/p>\n<p>Auch da kommt es zu grotesken Szenen, denn die Patienten werden st\u00e4ndig verlegt und Philipp, der w\u00e4hrend er auf seine Mutter wartet, die Geburtstation besucht, klaut dort einen Blumenstrau\u00df, weil ihm ja inzwischen auch das Geld ausgegangen ist. Aber den bekommt dann der alte Herr Solak und nicht seine Mutter, weil die sich\u00a0 inzwischen ohnehin mit ihrem Untermieter, beziehungweise den Chefarzt, f\u00fcr den sie sich von ihrer Nachbarin schminken l\u00e4\u00df,t vergn\u00fcgt.<\/p>\n<p>Der alte Mann stribt. Philipp zieht in seine Wohnung und am Ende geht er mit seinem &#8220;Adam&#8221; zu einer Vernissage, wo auch die Hausners ausgestellt sind, sperrt sich dort am Klo ein und legt sich schlie\u00dflich mit seinem Bild vor das Original.<\/p>\n<p>&#8220;Es wurde ganz leicht, sein K\u00f6rper l\u00f6ste sich vom Boden, wog nichts mehr, schwebte jetzt, das f\u00fchlte er ganz klar und es \u00fcberrasche ihn nicht.<\/p>\n<p>Als ein milchiger Himmel das Ende der Nacht ank\u00fcndigte, schlief er ein&#8221;.<\/p>\n<p>Ein eindrucksvolles Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Schade da\u00df es nicht auf eine der LLs gekommen ist. Es macht aber auch nichts wirklich, denn man kann es ja trotzdem lesen und soll das meiner Meinung nach, auch tun.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weiter geht es mit der \u00f6sterreichischen Literatur. 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