{"id":5596,"date":"2011-01-21T00:11:18","date_gmt":"2011-01-20T23:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5596"},"modified":"2011-01-21T00:11:18","modified_gmt":"2011-01-20T23:11:18","slug":"verpatzte-werbefahrt-symposiumeroffnung-dorothee-elmiger","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5596","title":{"rendered":"Verpatzte Werbefahrt, Symposiumer\u00f6ffnung, Dorothee Elmiger"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr die, die mich f\u00fcr einen langweiligen Menschen halten, ich  bin am gestern f\u00fcnfundneunzig Kilometer \u00fcber die slowakische Grenze zu einem allerdings sehr guten Fr\u00fchst\u00fcck  gefahren und danach gleich wieder zur\u00fcck. Richtig, eine Werbefahrt mit diesmal nur sehr wenigen Teilnehmern in die Strickwarenfabrik Nitra mit einem angeblich sehr g\u00fcnstigen Abverkauf ist angestanden,  einen Schal sollte es gratis auch noch geben. Deshalb bin ich um halb sechs Uhr aufgestanden, zum Westbahnhof marschiert und mich gewundert, da\u00df der Bus mit vierzehn Personen gefahren ist. Denn einmal bin ich da ja schon ausgestiegen, diesmal ging es aber los und sogar sehr weit in die Slowakeit hinein, der Buschauffeur erkl\u00e4rte alles sehr genau. Herr Mark war angefressen und deutete den Vierzehn das Einladungsschreiben &#8220;Alle versprochenen Leistungen werden von uns garantiert!&#8221; um, nur war die Gruppendynamik interessanterweise so, da\u00df die Leute widersprochen haben und sich Herr Mark verarscht vorgekommen sein d\u00fcrfte. Er brach jedenfalls die Show ab und es ging ohne Schal, Mittagessen und Strickfabrik zur\u00fcck, macht ja nichts, ich habe ohnehin zu korrigieren. Au\u00dferdem sind mir die Bus die einige Einf\u00e4lle gekommen und ein vorl\u00e4ufiger Arbeitstitel &#8220;Bis nach vorn&#8221;.<br \/>\nElisabeth und Katharina sind Zwillingsschwestern und strukturieren beide ihre Leben nach dem sechzigsten Geburtstag um. Die eine will ihre B\u00fccher lesen, die Andere f\u00e4hrt mit einem alten Bus durch Europa oder \u00d6sterreich. Sie erz\u00e4hlen dabei ihr Leben und erleben ihre Konflikte. Etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches sollte auch noch vorommen. Was originelles, noch nie Geschriebenes..<br \/>\nWieder zur\u00fcck kam ich darauf, da\u00df ich, wenn ich um sieben in die Hauptb\u00fccherei zu der Lesung von Dorothee Elmiger will, am Literaturhaus vorbeigehen k\u00f6nnte, denn da wurde um sechs das Symposium &#8220;Die Praxis des Schreibens&#8221; mit einem Festvortrag von Robert Schindel er\u00f6ffnet. Ganz sicher war ich mir ja nicht, ob diese Veranstaltung der Hochschule f\u00fcr Sprachkunst wirklich \u00f6ffentlich zug\u00e4ngig ist, es wurde aber im Kulturjournal dar\u00fcber berichtet und da sagte Robert Schindel etwas Bahnbrechendes, n\u00e4mlich, da\u00df die Schreibschulen, das gute Handwerk vermitteln, die tollen Ideen w\u00fcrden aber denen, die damit nach Klagenfurt kommen, oft fehlen. Eh ganz klar, ist das, nachdem doch schon so viel geschrieben wurde, nicht mehr so leicht.<br \/>\nDas Literaturhaus war, als ich es vor sechs Uhr erreichte  bummvoll. Die gesamte literarische Prominenz hat sich da getummelt. Christl Greller, Ruth Asp\u00f6ck, Ferdinand Schmatz, Olga Flor, Gustav Ernst, Klaus Kastberger, Alexandra Millner, Christel Fallenstein und viele junge Leute.<br \/>\nVielleicht,  weil um sieben Friederike Mayr\u00f6cker gelesen hat, vielleicht auch, weil sich doch einige f\u00fcr die Praxis des Schreibens interessieren. Einige sind, wie ich auch bald gegangen, so wollte Ruth Asp\u00f6ck eigentlich ins Theater und hat nur kurz vorbei geschaut.<br \/>\nEs waren  zwei zus\u00e4tzliche Sesselreihen aufgestellt und eine Video\u00fcbertragung in den Nebenraum gab es auch. Die Frau Minister Karl wurde begr\u00fc\u00dft, Rektor Bast hat er\u00f6ffnet und Sabine Scholl, dann hielt Robert Schindel seine Rede \u00fcber den &#8220;Werkzeugkasten des Schreibens&#8221; und der hat von sch\u00f6nen Worten nur so gewimmelt.<\/p>\n<div id=\"attachment_5601\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-5601\" src=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909.jpg?w=225\" alt=\"Dorothee Elmiger\" title=\"Dorothee Elmiger\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-5601\" srcset=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909.jpg 1536w, http:\/\/literaturgefluester.at\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909-225x300.jpg 225w, http:\/\/literaturgefluester.at\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909-768x1024.jpg 768w, http:\/\/literaturgefluester.at\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/20110120-201909-1152x1536.jpg 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-5601\" class=\"wp-caption-text\">Dorothee Elmiger<\/p><\/div>\n<p> &#8220;Wenn einem nichts  einf\u00e4llt am fr\u00fchen Morgen, zwischen dem Wortgesims und dem Schweigepropfen, aber ja, es geht schon, denn Einf\u00e4lle kommen immer, auch wenn es schwer ist, sie mit den Flossen aufzuschreiben, um zu der Dichterin im Kaffeehaus hin\u00fcberzuschwenken, die sitzt und schaut, dann aufschreibt, wie der Kellner den Kaffee serviert und schlie\u00dflich wartet, ob sie auf die Longlist des deutschen Buchpreises kommt!&#8221;<br \/>\nDann wars dreiviertel sieben, Robert Schindel beendete seine Rede, ich bin in die Hauptb\u00fccherei gegangen, denn dort habe ich mit dem Alfred und Otto Lambauer verabredet, las Dorothee Elmiger doch zum ersten Mal nach Klagenfurt in \u00d6sterreich und die halte ich f\u00fcr eine sehr talentierte Schriftstellerin, in der Mayr\u00f6cker Nachfolge, wenn man soetwas von einer jungen Schweizerin sagen kann. Eine, obwohl mir Otto Lambauer widersprach, die nicht nur mit wundersch\u00f6nen Worten spielt, sondern auch ein originelles Thema beschrieben hat.<br \/>\n&#8220;Die Einladung an die Waghalsigen&#8221; ist bei Dumont herausgekommen und war, wie Dorothee Elmiger im Gespr\u00e4ch mit Zita Bereuter, erz\u00e4hlte, schon fertig, als sie damit beim Bachmannpreis angetreten ist und gleich drei Preise gewonnen hat. Den Aspekte Literaturpreis f\u00fcr den besten Debutroman hat sie auch bekommen, jetzt ist sie f\u00fcr Rauris nominiert.<br \/>\n&#8220;Vom Geheimtip zum Kultroman&#8221;, steht im B\u00fcchereiprogramm. Zitha Bereuter hat den Roman mit &#8220;Axolotl Roadkill&#8221; verglichen, weil er auch mit Montagen und Zitaten arbeitet. Es geht aber um ein weniger brisantes Thema. Eine Stadt ist durch einen Bergwerkbrand verschwundet. Zwei junge Frauen, die in einer Polizeiwachstelle wohnen, versuchen aus B\u00fcchern die Vergangenheit zu rekapitulieren und einen Flu\u00df zu finden. Die <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/24\/bachmannlesen-und-dichtfest\/\">Bachmannpreislesung<\/a> im Juni habe ich geh\u00f6rt und auch ein Interview bei der <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/10\/frankfurt-und-friedenspreis-des-deutschen-buchhandels\/\">Frankfurter Buchmesse<\/a>. Ein Ton der mir als interessant und neu erschienen ist, so da\u00df ich mir vom Alfred das Buch kaufen lie\u00df. Die junge Frau, schwarzhaarig und schwarzgekleidet, wie Friederike Mayr\u00f6cker wirkt sehr sympathisch und hatte wegen der Kultveranstaltung im Literaturhaus wenig prominentes Publikum. Der Sascha hat allerdings fotografiert. Markus K\u00f6hle und Mieze Medusa habe ich gesehen und die haben mich sogar gegr\u00fc\u00dft. Es ist schon interessant an einem Abend zwei literarische Highlights zu erleben. Auf der einen Seite ein Symposium des Schreibens, auf der anderen eine junge Autorin, die in Wien vielleicht noch als Geheimtip gilt.<br \/>\nDorothee Elmiger wurde 1985 in der Scweiz geboren, hat ihr Philosophiestudium abgebrochen, zuerst am Schweizer Literaturinstitut studiert, bevor sie nach Leipzig gegangen ist. Jetzt lebt sie in Berlin, schreibt noch nicht am zweiten Roman und hat vorher nur ein paar Erz\u00e4hlungen ver\u00f6ffentlicht. Mich hat es sehr beeindruckt, Otto Lambauer war viel kritischer und wir sind  lange in dem Cafe, das jetzt glaube ich nicht mehr &#8220;Canetti&#8221; sondern &#8220;Oben&#8221; hei\u00dft gesessen und haben diskutiert und Gutschein verkonsumiert, den es als Beilage zum Programm gegeben hat. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr die, die mich f\u00fcr einen langweiligen Menschen halten, ich bin am gestern f\u00fcnfundneunzig Kilometer \u00fcber die slowakische Grenze zu einem allerdings sehr guten Fr\u00fchst\u00fcck gefahren und danach gleich wieder zur\u00fcck. 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