{"id":57673,"date":"2017-12-20T23:59:31","date_gmt":"2017-12-20T22:59:31","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=57673"},"modified":"2017-12-20T23:59:31","modified_gmt":"2017-12-20T22:59:31","slug":"zwanzigster-dezember","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=57673","title":{"rendered":"Zwanzigster Dezember"},"content":{"rendered":"<p>Obwohl auf der Uni schon Ferien, war heute wieder das Partisanenliteratur-Workshop in der Dokumentationsstelle f\u00fcr ost- und mitteleurop\u00e4ische Literatur. Herr Eder hat mir jetzt den Rest von Ladislav Mlackos &#8220;Engelchen&#8221; geschickt. Das werde ich in den Weihnachtsferien lesen, bis jetzt bin ich noch nicht datz gekommen.<\/p>\n<p>Also haben wir am Nachmittag wieder nach Sujetketten gesucht und danach bin ich nach Grinzing hinausgewandert, das hei\u00dft eigentlich nur bis zur U-Bahn Station W\u00e4hringerstra\u00dfe, weil wir uns da zu einer Weinverkostung bei Herrn Fischer von der Firma Marimport getroffen haben und weil dazu nicht besonders viel Literarisches zu schreiben ist, gibt es hier wieder ein Adventkalenderfenster.<\/p>\n<p>Das <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">1<\/a>. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/05\/samstag-5-dezember\/\">5<\/a>. <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/07\/anton-blitzsteins-geburtstag-mit-nika-lesung\/\">7.<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/09\/punschtrinken-und-neuntes-adventkalenderfenster\/\">9.<\/a> und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/19\/vierter-adventsamstag\/\">19<\/a>. gibt es auch schon und hier voila:<\/p>\n<p>&#8220;Sonntag, 20. Dezember<\/p>\n<p>Am Sonntag prangte, wie erwartet ein pr\u00e4chtiger Adventkranz mit einer roten Schleifen, goldenen Kugeln und vier brennenden Kerzen hinter dem Kalenderfenster und Nika hastete, nachdem sie, um halb zw\u00f6lf aufgewacht war, in die K\u00fcche, um nachzuschauen, was im K\u00fchlschrank zu finden war? Denn sie war gestern nicht zum Einkaufen gekommen und jetzt war sie auch nicht in der Stimmung zum West oder Hauptbahnhof zu fahren, um in den \u00fcberteuerten Superm\u00e4rkten, die dort zu finden waren, das Mittagessen zu besorgen. Das war der Nachteil der Berufst\u00e4tigkeit, beziehungsweise das Risiko einer Weihnachtsfrau, die zwar die anderen zum Konsumieren verlocken sollte, selbst aber keine Zeit dazu hatte. Kaffee war im K\u00fcchenkasten aber zu finden und im Eisschrank war ein Rest Milch. Zwar nicht viel und die war schon abgeflaufen, aber f\u00fcr das Fr\u00fchst\u00fcck reichte es und dann w\u00fcrde sie Spaghetti kochen. Befanden sich doch solche in einem Einweckglas und eine Dose Sugo gab es auch! Das Mittagessen war gerettet und um f\u00fcnf w\u00fcrde sie sich mit Harald Schwabeneder, der ihr interessante Neuigkeiten versprochen hatte, in dem Cafe, das sich am Dach der Hauptb\u00fccherei befand, treffen und da konnte sie sich zum Punsch einen Schunken-K\u00e4setoast bestellen und w\u00fcrde nicht verhungern. Dreieinhalb Arbeitstage noch, dann war ihr Weihnachtseinsatz vorbeil. Sie w\u00fcrde sich ihr Geld vom Konto holen k\u00f6nnen, wenn das Kaufhaus schon \u00fcberwiesen hatte und braucht nicht zu kochen, da sie mit Ruth und Vera bei ihren Eltern in G\u00e4nserndorf, wo diese seit Papas Pensionierung wohnten, feiern w\u00fcrden und die Lachsforelle, die die Mutter versprochen hatte, klang verlockend. Da w\u00fcrde es auch Weihnachtskekse geben, denn die Mutter war eine hervorrrragendende Konditorrin, dachte Nika und griff nach der Dose, in der sich noch die Reste von denen befinden mu\u00dften, die sie vor zwei Wochen gebacken hatte. Drei m\u00fcde St\u00fcck waren noch vorhanden, zwei Vanilllekipferln und eine ver\u00fcngl\u00fcckte Rumkugel. Die in den Kaffee getaucht. Die Spaghetti w\u00fcrde es sp\u00e4ter geben. Durschen und Anziehen w\u00fcrde sie sich sp\u00e4ter, denn heute war ihr freier Tag und sie vom gestrigen Kampfshopping m\u00fcde und ersch\u00f6pft.<\/p>\n<p>&#8220;Das war der st\u00e4rkste Einkaufssamstag!&#8221;, hatte Dragana Nicolic zu ihr gesagt, die sie am Abend in der Personalgarderobe \u00fcbrhtrtoffen hatte und die auch sehr erledigt ausgehesehen hatte.<\/p>\n<p>&#8220;Dreieinhalb eher schwache Tage noch, dann ist es vorbei!&#8221;, harte sie hinzugef\u00fcgt und sich bei ihr erkundigt, ob sie schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt\u00a0 hatte? Sie hatte nicht, hatte sie doch\u00a0 Zeit dazu und mu\u00dfte wohl die morgendliche Mittagspause daf\u00fcr opfern und sich da, statt sich in der Kantine mit Widerlich Seidler zu vergn\u00fcgen, ein mitgebrachtes Leberk\u00e4sesemmel in den Mund stopfern.<\/p>\n<p>&#8220;Haben Sie auch einen Brief von Herrrn Schr\u00f6der bekommen? Was halten Sie davon?&#8221;, hatte Jessicas Mutter gefragt und ihr das gleiche blaue Kuverrt hingegengestreckt, das ihr die Kleine am Vormittag \u00fcbergeben hatte.<\/p>\n<p>&#8220;Herr Schr\u00f6der ladet mich und Jessi am Vormittag zu einer Weihnachtsfeier ein\u00a0 und Sie sollen auch dabei sein&#8221;, f\u00fcgte sie hinzu und Nika hatte Daragan Nikolic geaworet, da\u00df sie kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>&#8220;Denn wissen sie, am Heiligenabend bin ich mit meiner Scwester\u00a0 und deren Freundin bei meinen Eltern! Am Christtag hat mich die Freundin einer Freudin eingeladen! Am Stefanitag habe ich aber noch nichts vor und komme gern, denn ich habe mich in den letzten Wochen sowohl mit dem alten Max, als auch mit ihrer Tochter angefreundet&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Dann sind Sie versorgt und werden nicht einsam sein!&#8221;, hatte Jessicas Mutter vermutet und hinzugef\u00fcgt, da\u00df sie sich f\u00fcr Jessi freue.<\/p>\n<p>&#8220;Ich habe Ihnen doch erz\u00e4hlt, da\u00df die Kleine darunter leidet, da\u00df sich ihr Vater nicht um sie k\u00fcmmert. Ich habe mich vor zwei Jahren von ihm getrennt, weil er mich mit seiner B\u00fcrokollegin betrogen hat! Die hat ihm jetzt den kleinen Dominik, Jessicas Halbbruder, geboren und seither scheint er vergessen zu haben, da\u00df er eine Tochter hat und wenn Sie es Jessi nicht erz\u00e4hlen, kann ich Ihnen verragten, da\u00df ich den &#8220;Legobaukasten&#8221;, den sie sich w\u00fcnscht, besorgt habe und ihr notfalls vorschwindeln werde, da\u00df er von ihrem Vater ist,\u00a0 wenn sich der Marco nicht meldet! Das darf ich doch und ist nicht gelogen?&#8221;, erkundigte sie sich dann erschrocken bei der Weihnachtsfrau, die nickend geantwortet hatte, da\u00df sie denke, da\u00df sie das schon k\u00f6nne?<\/p>\n<p>&#8220;Eine kleine Weihnachtsschwindelei ist des Weihnachtsfriedens wegen sicherlich erlaubt!&#8221;<\/p>\n<p>Das dachte sie auch jetzt, als\u00a0 das letzte Vanillekipferl im Mund verschwunden war und sie das Wasser f\u00fcr die Sphaghetti aufsetzte. Um f\u00fcnf w\u00fcrde sie Harald treffen und mit ihm ins Cafe am Dach gehen. Welche Neuigkeiten, er wohl f\u00fcr sie hatte? Es gab doch keine besonderen, hatte sie doch eben erst mit ihrer Schwester telefoniert, um sich einen Treffpunkt f\u00fcr die Fahrt nach G\u00e4nserndorf auszumachen und die hatte ihr verraten, da\u00df ihr davor graue.<\/p>\n<p>&#8220;Denn wei\u00dft du, Schwesterchen, ich habe den Schwangerschaftsblues! Zumindestens nennt Vera das so und mu\u00df schon kotzen, wenn ich nur an die fette Lachsforelle und den Teller mit den Weihnachtskeksen denke. Meine Frauen\u00e4rztin meint zwar,\u00a0 das ist normal und macht jede Schwangere durch! Aber bei uns ist in letzter Zeit mehr als das fr\u00f6hliche Weihnachtskotzen angesagt! Setzt mir das Jugendamt doch wegen Joe Prohaska zu! Die Mama und der Papa schauen Vera noch immer scheel an und werden sich sicher nicht entbl\u00f6den, mir zuzufl\u00fcstern, wie nett\u00a0 doch ein Vater f\u00fcr Zoe-Philippa w\u00e4re und die Mama hat in irgendweiner Gratiszeitung ein Bild von ihm gesehen und h\u00f6rt nicht auf, mir vorzuschw\u00e4rmen, was f\u00fcr ein toller Mann der gute Joe ist und, da\u00df er sicher ein hervorragender Vater w\u00e4re&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das mu\u00dft du nicht so ernst nehmen!&#8221;, hatte Nika die Schwerster ger\u00f6stet und an den sich betrinkenden Joe Prohaska gedacht, der bei der Premierenfeier, kein besonderes Vorbild abgegeben hatte.\u00a0 Gut, das war der Zorn auf ihre Schwester gewesen, da\u00df er sich betrunken hatte. Aber wenn sie das dem Jugendamt meldete, lie\u00dfen die die Idee von der geteilten Vormundschaft vielleicht fallen und Ruth in Ruhe, dachte Nika und war sich nicht sicher, ob sie nicht Joe Prohaska verpetzen solle?\u00a0 Ob das von einer Weihnachtsfrau erwartet wurde? Die Spaghettti hatten aber gut geschmeckt! So hatte sie um vier uhr Nachmittag doch die Z\u00e4hne geputzt und sich unter die Dusche gerstellt. War in Jeans und eine blaue Bluse geschl\u00fcpft. Sa\u00df eine halbe Stunde sp\u00e4ter Harald Schwabeneder gegen\u00fcber, schaute auf den G\u00fcrtel und l\u00e4chelte ihn verliebt an, als sie ihm Max Schr\u00f6ders blauen Brief entgegenstreckte und sich erkundigte, ob er Lust h\u00e4tte mit ihr zu einer weihnachtlichen Jause am Stefanitag zu kommen?<\/p>\n<p>&#8220;W\u00fcrde ich sehr gern, aber da hat mich meine Mama zu einem Oma und Tantenbesuch in ein Altersheim verdonnert!&#8221;, sagte er bedauernd.<\/p>\n<p>&#8220;Aber am Christtag komme ich nat\u00fcrlich zu der Freundin deiner Freundin mit und passe auf, da\u00df ihr der junge raker und der alte Deutschlehrer nicht zu nahe kommen!&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Und ich passe auf dich auf!&#8221;, antwortete Nika l\u00e4chelnd, hob ihr Punschglas und wollte von ihm wissen, welche Neuigkeiten zu erwarten seien?<\/p>\n<p>&#8220;Diese da, Weihnachtsfrau!&#8221;, rief Harald Schwabeneder fr\u00f6hlich und zeigte auf das Paar, das zwei Tische weiter sa\u00df und verliebt H\u00e4ndchen hielt.<\/p>\n<p>&#8220;Was sagst du, zwischen Doro Zelinski und Joe Prohaska hat es gefunkt und die Schauspielerin, die ich vorgestern zu interviewen die Ehre hatte, hat mir auch verraten,\u00a0 da\u00df sie Single ist und gerne Mutter werden m\u00f6chte!<\/p>\n<p>&#8220;Ich bin nicht lesbisch und lebe auch nicht in einer Frauenbeziehung!&#8221;,\u00a0 hat sie noch dazu gesagt und von mir wissen wollen, ob ich glaube, da\u00df sie sich auf ihren &#8220;Faust&#8221; einlassen k\u00f6nne und ob er der Drohbriefschreiber sei? Da habe ich sie beruhigen k\u00f6nnen, denn mein Freund Konfrad, den ich ebenfalls getroffen habe, geht von einem Nachahmungst\u00e4ter aus und die Polizei hat auch einen Psychopathen im Visier, der das schon \u00f6fter machte!\u00a0 Also habe ich die gute Doro beruhigt und jetzt treffen wir sie hier mit Joe Prohaska, das ist doch interessant!&#8221;, hatte Harald Schwabeneder ausgerufen und die Hand gehoben, um ihm und Dorothea Zelinski zuzuwinken. Dann beugte er sich zu ihr, zog ein kleines Weihnachtsengerl aus der Tasche, das er ihr mit strahlednen L\u00e4cheln \u00fcberreichte und behauptete, da\u00df es ihr Schutzengelchen sei und auf sie aufpassen w\u00fcrde, wenn sie sich am Weihnachtsabend nicht sehen und erst am Christtag Weihnachten feiern k\u00f6nnten.&#8221;<\/p>\n<p>So und das n\u00e4chtste Adventkalenderfenster, wird es wahrscheinlich am 24. geben.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl auf der Uni schon Ferien, war heute wieder das Partisanenliteratur-Workshop in der Dokumentationsstelle f\u00fcr ost- und mitteleurop\u00e4ische Literatur. Herr Eder hat mir jetzt den Rest von Ladislav Mlackos &#8220;Engelchen&#8221; geschickt. 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