{"id":5772,"date":"2011-02-07T17:48:43","date_gmt":"2011-02-07T16:48:43","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5772"},"modified":"2011-02-07T17:48:43","modified_gmt":"2011-02-07T16:48:43","slug":"nachrichten-vom-wochenende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5772","title":{"rendered":"Nachrichten vom Schreiben"},"content":{"rendered":"<p>Am Freitag und am Wochenende bin ich sch\u00f6n zu Hause gesessen und habe meine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/03\/abschlus-und-neuanfang\/\">Vors\u00e4tze<\/a> ausgef\u00fchrt. N\u00e4mlich die &#8220;Mittleren-Lesung&#8221; vorbereitet, den 14. 3. als Vorbereitungstreffen fixiert, die Frauen eingeladen, das Einleitungsreferat zusammengestellt, das Flugblatt entworfen. Am Samstag habe ich mein &#8220;Schreiblernbuch&#8221; f\u00fcr meinen neuen Text, n\u00e4mlich Angela Leinens <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/06\/wie-man-den-bachmannpreis-gewinnt\/\">&#8220;Wie man den Bachmannpreis gewinnt&#8221;<\/a> gelesen und es interessant gefunden, nicht unbedingt ein Ratgeber f\u00fcr mein neues Projekt oder doch, denn Angela Leinen steht ja auf der Leserseite und ist  eine, die von den Autoren hohe Sorgfalt fordert, damit sie sich nicht beim Lesen langweilt und das war ja ein Thema, das mich in den letzten  Wochen sehr besch\u00e4ftigt hat.<br \/>\nWie gut oder schlecht ich schreibe und ob ich f\u00fcr Qualit\u00e4t oder Quantit\u00e4t stehe? Da\u00df ich in eine <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/19\/schreibkrisen-und-lesestress\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/19\/schreibkrisen-und-lesestress\/\">Schreibkrise<\/a> geraten k\u00f6nnte, wenn ich an eine neue Arbeit denke und  der Gedanken kommt, wozu tue ich mir das an oder wor\u00fcber soll ich schreiben, wenn ohnehin schon alles gesagt ist?, dar\u00fcber habe ich ja schon refektiert, bevor ich ins Literaturhaus zur<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\"> &#8220;Praxis des Schreibens&#8221;<\/a> gegangen bin und JuSophie kennenlernte, die mir  eine Woche lang interessante Kommentare schickte.<br \/>\nEinerseits ist mir das Schreiben sehr wichtig, andererseits bringe ich es nicht zusammen, einen Verlag f\u00fcr meine B\u00fccher zu finden und weil ich in den letzten siebenunddrei\u00dfig Jahren so viel geschrieben habe, bin ich sicher schon ein wenig ausgeschrieben und die Ideen f\u00fcr Digitalbuch f\u00fcnfundzwanzig, die in meinem gr\u00fcnen Notizbuch stehen, unterscheiden sich auch nicht sehr, von dem was schon geschrieben ist. Andererseits schaffe ich es nicht, nicht zu schreiben und will das auch nicht. Ein \u00dcbungsprogramm zum Nichtschreiben werde ich mir nicht entwerfen und denke auch, da\u00df ich es kann und viel gelernt habe seit der Zeit, als die sehr sch\u00fcchterne  Studentin ihre erste Erz\u00e4hlung schrieb, jetzt auch einige der Kritikpunkte verstehe und sicher noch die n\u00e4chsten zwanzig, f\u00fcnfundzwanzig Jahre weiterlernen werde.<br \/>\nSo habe ich in dem Leinen-Buch auch einige kritische Punkte gefunden. Meine Dialoge k\u00f6nnte ich mir anschauen, meine Figurenf\u00fchrung verbessern und sicher auch die Themen, denn es ist ja schon so viel geschrieben worden. Da ist eine b\u00fcchers\u00fcchtige Zwillingsschwester, die sich vom Leben zur\u00fcckzieht nicht so neu. Andererseits ist es vielleicht das, was ich zu sagen habe, wo ich mich auskenne und Expertin bin, aber die Idee mit dem Zeit lassen ist sicher gut und da hilft auch ein \u00dcbungssprogramm.<br \/>\nWas steht also in dem gr\u00fcnen Buch? Die erste Idee zum neuen Roman, ist schon im September oder Oktober gekommen, als ich Ulrich Bechers &#8220;Kurz nach vier&#8221; gelesen habe. Ich k\u00f6nnte eine Frauenfigur auf eine Reise durch Europa schicken, die erz\u00e4hlt dabei ihr Leben und liegt gleichzeitig im Hotelbett oder geht ins Museum etc. Die zweite Schwester ist die depressive Aussteigerin, die ihre B\u00fccher liest und daraus Geschichten entstehen l\u00e4\u00dft. Ein Thema das mich interessiert und \u00fcber das ich schon \u00f6fter geschrieben hat, denn man schreibt ja immer an einem Roman, ein ganzes Leben lang, das steht als Vorwort in einem meiner B\u00fccher, ich habe das aber nicht erfunden.<br \/>\nDem Ganzen fehlt sicher auch der Schwung, das habe ich am Donnerstag geschrieben, als ich \u00fcber den Abschlu\u00df und den Neuanfang reflektierte. Es m\u00fc\u00dfte mir also gelingen, etwas Neues aus dem bekannten Ger\u00fcst zu machen. Mittwoch Nacht sind mir zwei alte Ideen eingefallen, n\u00e4mlich die Geschichte der Martha Binder, ein Kind aus einer sozial schwachen Familie, das in den Siebzigerjahren von der Jugendwohlfahrt von Linz in die Stadt des Kindes geschickt wird und von der Volksschullehrerin getr\u00f6stet wird, dann kannst du  ins Gymnasium gehen, sie wird in die Hauptschule geschickt und als sie sich dar\u00fcber \u00e4rgert, tr\u00f6stet sie der Freund ihrer Mutter mit einem Fern&#8211;Matura-Kurs, den sie buchen k\u00f6nnte, sie tut das und geht, w\u00e4hrend es mit der Friseurlehre nicht klappt, statt in den Jugend am Werk Kurs zum Knochenkolloqium, bekommt dann keine Gemeindewohnung, sondern einen Platz in einer Frauenwohngemeinschaft und lernt schlie\u00dflich den Jugendamtsleiter kennen, der ihren Fall supervidieren soll.<br \/>\nEine alte Geschichte, passt aber gut zu den Jugendwohlfahrtsmeldungen, die in der letzten Zeit zu h\u00f6ren waren, das w\u00e4re unter dem Titel &#8220;Martha, die L\u00fcgnerin&#8221;, interessant aufzurollen, dann habe ich noch ein anderes Szenario im Kopf, n\u00e4mlich das der Lenka Riegler, die knapp vor der Matura eine Psychose bekommt, in einer betreuten WG verschwindet und als sie Jahre sp\u00e4ter von einem Psychiater schwanger wird, versucht herauszubekommen.<br \/>\nDer Besuch bei meiner Cousine Irmi am Donnerstag hat mich auf die Idee gebracht, den Zwillingsschwestern Lisbeth und Katharina eine Mutter zu geben, die sich, als die Kinder siebenundzwanzig sind, von ihnen trennt und verschwindet. Als sie mit Achtzig stirbt, hinterl\u00e4\u00dft sie ihrer Katze ihr Verm\u00f6gen, die Schwestern, beide vielleicht vor kurzem in Pension gegangen, treffen sich beim Begr\u00e4bnis, Katharina, die Sozialarbeiterin war, geht mit ihrem Bus auf Europa oder \u00d6sterreichreise, Martha Binder und Lenka Riegler waren vielleicht ihre F\u00e4lle, an die sie sich erinnert. Lisbeth, die Bibliothekarin zieht sich zu ihren B\u00fcchern zur\u00fcck.<br \/>\nZum Schreiben habe ich noch nicht angefangen. Ich wei\u00df auch nicht, ob und, wie sich das verbinden lie\u00dfe. W\u00e4re aber ein Szenario, das ich den Rest des Jahres entwickeln k\u00f6nnte, zumindest nehme ich mir das vor. Vielleicht mache ich es auch ganz anders, schreibe die zwei Geschichten linear und lasse die Zwillingsschwestern weg. Denn da h\u00e4tte ich erst die Begr\u00e4bnisszene im Kopf und was mache ich dann? Wie weit ist der Beginn der Anfang der Geschichte,  wie weit ist das Muttertrauma relevant, das zur Martha Binder und der Lenka Riegler ja in keinem Zusammenhang steht?<br \/>\nEin bi\u00dfchen in meinen eigenen B\u00fcchern schm\u00f6kern will ich auch noch, bevor ich mit was Neuem beginne. Es gibt auch die Idee, die Katharina in Linz auf die Fritzi Jelinek treffen zu lassen und die k\u00f6nnte ihre Beziehung zu Janusz Warszinski wieder aufnehmen, also eine Fortsetzung und die Idee, zuerst meinen Kopf ausleeren und dann neu von vorn zu beginnen, gibt es auch, auch wenn ich da ein wenig ratlos bin, ob und wie mir das gelingen k\u00f6nnte. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag und am Wochenende bin ich sch\u00f6n zu Hause gesessen und habe meine Vors\u00e4tze ausgef\u00fchrt. 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