{"id":57966,"date":"2017-12-30T22:33:14","date_gmt":"2017-12-30T21:33:14","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=57966"},"modified":"2017-12-30T22:33:14","modified_gmt":"2017-12-30T21:33:14","slug":"die-zeit-der-ruhelosen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=57966","title":{"rendered":"Die Zeit der Ruhelosen"},"content":{"rendered":"<p>Das wahrscheinlich letzte Buch in diesem Jahr ist noch ein Nachtrag des Frankreich-Schwerpunkt der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/15\/von-frankfurt\/\"> Frankfurter Buchmesse<\/a> und der war f\u00fcr mich eine \u00dcberraschung, denn, da\u00df die franz\u00f6sische Gegenwartsliteratur so aktuell politisch ist,habe ich nicht gewu\u00dft.<\/p>\n<p>Eduard Louis &#8220;Im Herzen der Gewalt&#8221; habe ich mir zum Geburtstag schenken lassen und werde wahrscheinlich erst im n\u00e4chsten Jahr, wenn \u00fcberhaupt, zum Lesen kommen.<\/p>\n<p>Sophie Divris <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/18\/als-der-teufel-aus-dem-badezimmer-kam\/\">&#8220;Als der Teufel aus dem Badezimmer kam&#8221;<\/a> habe ich schon gelesen und viel \u00dcbereinstimmung mit meinem Schreiben gefunden, habe ich diese Themen ja auch in meinen Texten bearbeitet und von der\u00a0 1972 geborenen promovierten Juristin Karine Tuil, habe ich vor einiger Zeit die &#8220;Gierigen&#8221; im Schrank gefunden.<\/p>\n<p>Da bin ich auch noch nicht zum Lesen gekommen, daf\u00fcr habe mich <a href=\"https:\/\/www.ullstein-buchverlage.de\/nc\/buch\/details\/die-zeit-der-ruhelosen-9783550081750.html\">&#8220;Die Zeit der Ruhelosen&#8221;<\/a> die letzten Tage begleitet und was soll ich sagen, es ist ein verst\u00f6rendes Buch, eines das von sehr viel Gewalt gepr\u00e4gt ist und das Leben der Reichen und der Sch\u00f6nen in Frankreich schildert, die auch nicht gl\u00fccklich sind.<\/p>\n<p>Ein Frankreich nach dem Irak Krieg, das Buch spielt etwa 2009 oder 2010 habe ich mir ausgerechnet und Romain Roller kommt schwer traumatisiert von einem Afghanistan-Einsatz zur\u00fcck und wird bevor er wieder nach Frankreich darf in einem Luxushotel\u00a0 in Zyperbn ein paar Tage lang von Psychologen behandelt.<\/p>\n<p>Dort ist auch die Journalistin Marion Decker und die ist mit einem der reichsten M\u00e4nner Frankreichs, dem Chef einer Telecom-Firma Francois Vely verheiratet, der oder dessen Vater eigentlich Levy hie\u00df, sich aber vom Judentum abwandte oder sich ihm nie zugeh\u00f6rig f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Der ist auch ein gebrochener Mann, hat sich seine zweite Frau doch aus dem Fenster gest\u00fcrzt, als er Marion heiratenwollte, sein Sohn Thiboult ist inzwischen zum Judentum konvertiert und nennt sich Moldechai und Vely, weil sehr an moderner Kunst interessiert, posiert bei einem Interview auf einem Sessel, der eine unterdr\u00fcckte afrikanische Frau darstellt.<\/p>\n<p>Das l\u00f6st eine Well der Emp\u00f6rung aus, Vely wird des Rassismus verd\u00e4chtigt und als Jude beschimpft und bekommt ausgerechnet von dem ehemalisgen Streeworker Osman Diboula, einem Schwarzen, der Berater des Pr\u00e4sidenten war, aber inzwischen in Ungnade gefallen ist, weil er sich nicht von einem Rechten beschimpfen lassen wollte, Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p>Ja, so geht es zu, im Frankreich in den Zweitausenzehnerjahre, die starken M\u00e4nner koksen und trinken und werden erpresst, die Frauen tauchen eher als Schemen auf und im dritten Teil des Buchen finden sich alle im Irak ein.<\/p>\n<p>Roller kehrt, obwohl schwer traumatisiert, als Sicherheitsmann dorthin, Osman, der beim Pr\u00e4sidenten wieder Gnade gefunden hat, wird Staatssekret\u00e4r des \u00c4u\u00dferen und soll in Bagdad eine Messe besuchen. Er kommt auf die Idee, Francois zu bitten, ihn dorthin zu begleiten und der wird dort entf\u00fchrt und letztlich als Geisel erschossen.<\/p>\n<p>&#8220;Eiskalt, fesselnd, furios&#8221;, geschrieben, steht am Buchr\u00fccken und man bleibt wirklich mit einem beklemmenden Gef\u00fchl, ob der Gewalt, der Verzweiflung, der Depression, die im heutigen modernen Leben herrscht und uns umgibt, zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8220;Furios erz\u00e4hlt Karine Tuil von Menschen, die getrieben sind vom Wunsch nach Anerkennung, Geld und Macht, ein gradioses Gesellschaftspanorama unserer Zeit&#8221;, steht noch im Klappentext.<\/p>\n<p>Jetzt bin ich auf die &#8220;Gierigen&#8221; gespannt und weise auf mein letztes <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/30\/weiter-mit-dem-blogroman\/\">Adventkalenderfenster<\/a> hin, das es in diesem Jahr zu \u00f6ffnen gibt.<\/p>\n<p>Was bisher geschah l\u00e4\u00dft sich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/29\/zwischen-weihnachten-und-neuen-jahr\/\">hier<\/a> erfahren und die <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_nika.html\">&#8220;Nika,Weihnachtsfrau&#8221;<\/a>, vor zwei Jahren im Rahmen des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/21\/der-advent-war-im-november\/\">&#8220;Nanowrimos&#8221;<\/a> geschrieben, ist wahrscheinlich auch ein Gesellschaftspanorama unserer Zeit, zumindestens eines im kleineres Rahmen, das sich\u00a0 vielleicht w\u00e4hrend der Fl\u00fcchtlingskrise auf der Wiener Mariahilferstra\u00dfe abgespielt hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das wahrscheinlich letzte Buch in diesem Jahr ist noch ein Nachtrag des Frankreich-Schwerpunkt der Frankfurter Buchmesse und der war f\u00fcr mich eine \u00dcberraschung, denn, da\u00df die franz\u00f6sische Gegenwartsliteratur so aktuell politisch ist,habe ich nicht gewu\u00dft. 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