{"id":58204,"date":"2018-01-07T11:15:09","date_gmt":"2018-01-07T10:15:09","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=58204"},"modified":"2018-01-07T11:15:09","modified_gmt":"2018-01-07T10:15:09","slug":"lesen-ist-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=58204","title":{"rendered":"Lesen ist Leben"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/06\/der-weg-nach-los-angeles\/\">letzte Rezensionsexemplar von 2017<\/a> gelesen wurde und das erste 2018 auf meinem Wiener <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/04\/die-alten-und-die-neuen-buecher\/\">Badezimmerstapel noch ein wenig warten mu\u00df<\/a>, habe ich Zeit f\u00fcr die \u00e4lteren B\u00fccher, die ja auch auf meiner <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Leseliste<\/a> stehen und da habe ich mit ausnahme des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/23\/der-tod-heisst-engelchen\/\">&#8220;Engelchen&#8221;<\/a> aus dem<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/11\/partisanenliteratur\/\"> &#8220;Partisanenworkshop&#8221;<\/a> schon ein halbes Jahr wegen des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/08\/20\/luecken-oder-dreifach-lesen\/\">dreifachen<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/09\/die-blogger-debut-preis-entscheidung\/\">Buchpreislesen<\/a> nichts mehr davon gelesen und war doch in den letzten Jahren auf einigen Flohm\u00e4rkten, wo sich so einiges \u00c4lteres, also das was vor ein zwei drei Jahren auf den Buchpreis oder Brstsellerlisten stand, bei mir angesammelt hat und weil ich ja gerne \u00fcber das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/10\/ein-buch-pro-tag\/\">&#8220;Lesen von B\u00fcchern&#8221;<\/a> lese, habe ich da, als erstes Buch in diesem Jahr von meinem Harlander Stapel Cornelius Hell &#8220;Lesen ist Leben&#8221; herausgesucht, bespricht der 1956, in Salzburg geborene Literaturkritiker, Essayist und \u00dcbersetzer, den ich auch regelm\u00e4\u00dfig bei<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/03\/09\/noch-einmal-hauptbucherei\/\"> literarischen Veranstaltungen<\/a> oder auf der Donau <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/12\/die-zehnte-buch-wien\/\">Lounge bei der &#8220;Buch Wien&#8221;<\/a> treffe, seit Jahren zu Gedenktagen in \u00d61 seine &#8220;Gedanken f\u00fcr den Tag&#8221; und da ist 2009 bei &#8220;Wieser&#8221; eine Sammlung der Texte herausgekommen, die ich mir vor zwei Jahren eben bei diesem &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/12\/buecherflohmaerkte\/\">Lyons-Flohmarkt&#8221;<\/a> in St. P\u00f6lten vom Alfred kaufen lie\u00df.<\/p>\n<p>Ein paar Tage sp\u00e4ter war ich in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/12\/16\/mariahilferstrassenbummel-und-lese-auslese\/\">&#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221;<\/a> wo ja Cornelius Hell zweimal im Jahr gemeinsam imit Katja GasserBuchempfehlungen gibt und da konnte man das B\u00fcchlein auch kaufen. Die Dame, die gerne zu solchen Veranstaltungen geht und mit der ich dann immer plaudere, hat es begeistert getan.<\/p>\n<p>Ich auch, komme aber erst jetzt zum Lesen, habe aber, glaube ich, auch schon einige der Beitrage im Radio geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Denn es sind die Originalbeitr\u00e4ge mit Ausnahme von Texten \u00fcber Hannah Arendt, Ingeborg Bachmann und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/09\/lyrik-von-christine-busta\/\">Christine Busta<\/a>, die extra f\u00fcr das Buch geschrieben wurden, wie Cornelius Hell in seinem Nachwort schreibt, die\u00a0 abgedruckt wurden.<\/p>\n<p>Los gehts mit einem allgemeinen Essay \u00fcbers Lesen, in dem Cornelius Hell sehr ehrlich beschreibt, wie ihm, der als Kind ein Au\u00dfenseiter war, das Lesen gerettet hat.<\/p>\n<p>Dazu kann ich, die ich meine Meinung \u00fcber das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/23\/warum-ich-lese\/\">Lesen<\/a>, das ich ja auch sehr intensiv betreibe, regelm\u00e4\u00dfig \u00e4u\u00dfere, nur sagen, da\u00df Lesen nat\u00fcrlich nicht Leben, sondern wahrscheinlich schon oft Flucht davor ist, einen Au\u00dfenseiter aber \u00fcber seine Tristesse retten kann und ich habe auch immer schon sehr viel gelesen.<\/p>\n<p>War als Kind wahrscheinlich auch eine Au\u00dfenseiterin.Mir haben meine<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/09\/20\/erinnerungen\/\"> Eltern<\/a>, bzw die Kinderfreunde das Lesen beigebracht. Der B\u00fccherkasten im elterlichen Schlafzimmer dessen Exemplare jetzt bei mir in Harland stehen, waren meine Vorbilder. Als Studentin habe ich viel Geld in Buchhandlungen geleassen. Jetzt pl\u00fcndere ich die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/08\/21\/bucherschrank-geschichten\/\">B\u00fccherschr\u00e4nke<\/a> und frage Rezensionsexemplare an, beziehungsweise lasse ich mir welche schicken und lese wahrscheinlich auch deshalb, weil ich herausfinden will, was die anderen besser, als ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/28\/ein-nicht-rechtschreibwollender-erfolgsfreier-buecher-messie\/\">k\u00f6nnen<\/a>?<\/p>\n<p>Sie sind wahrscheinlich gr\u00fcndlicher als ich, haben im Elititegymnasium wahrscheinlich besser, die Grammatikgelernt, experimentieren vielleicht auch mehr mit der Sprache, w\u00e4hrend ich politischer und realistischer bin.<\/p>\n<p>Aber sonst sehe ich eigentlich nicht sehr viele Unterschiede und denke, da\u00df ich wahrscheinlich mehr als die meisten anderen geschrieben habe. Aber nat\u00fcrlich wird man mir jetzt antworten, es geht um Qualit\u00e4t und nicht um die blo\u00dfe Menge.<\/p>\n<p>Also zur\u00fcck zu Cornelius Hell, beziehungsweise zu Theodor W. Adorno, denn die Beitr\u00e4ge sind in dem blauen B\u00fcchlein alphabetisch angeordnet und sie wurden in \u00d61 wahrscheinlich zu den Gedenktagen gesendet und wenn ich da eine Kritik a\u00e4u\u00dfern darf, st\u00f6rt es mich, da\u00df die Lebensdaten nicht oben angegeben werden und auch nicht steht, zu welchen Anla\u00df wann gesendet oder geschrieben wurde?<\/p>\n<p>Ansonsten gilt, was auch bei anderen B\u00fcchern, beispielsweise bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/16\/unsere-leeren-herzen\/\">Hettches Essays<\/a>, die ich vor kurzem gelesen habe, zu sagen ist, k\u00f6nnen, wie auch Cornelius Hell selber anmerkt, die f\u00fcnfmal\u00a0 zwei bis drei Minuten Texte, nur eine kleine Anregung sein, sich selber weiter in die Werke der Geehrten zu vertiefen und als solches sind es sicher\u00a0 sehr wertvolle Gedanken f\u00fcr den Tag!<\/p>\n<p>Von Theodor W. Adorno, von dem die meisten wahrscheinlich, mich eingeschlossen, Hand aufsHerz nicht sehr viel im Original gelesen haben, gibt es einige ber\u00fchmte S\u00e4tze, die in aller Munde sind und dann meistens noch, wie Cornelius Hell anmerkt,, falsch zitiert werden:<\/p>\n<p>&#8220;Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unversch\u00e4mtheit, wenn sie Ich sagen&#8221;, ist so einer. Aber noch viel ber\u00fchmter &#8220;Es gibt kein richtiges Leben im falschen&#8221; oder &#8220;Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch&#8221;<\/p>\n<p>Da kann ich gleich anmerken, da\u00df es da ein sehr sehr Ber\u00fchmtes gibt, aber das wird wahrscheinlich erst beim Buchstaben &#8220;C&#8221; zitiert und wir sind\u00a0 erst beim A. und weil ein Blogbeitrag ja keine Buchl\u00e4nge haben soll, lasse ich das hier so stehen und gehe weiter zu Hans Christan Andersen, dem ber\u00fchmten d\u00e4nischen M\u00e4rchendichter. Von dem kennen wir &#8220;Des Kaisers neue Kleider&#8221;, &#8220;Die Nachtigall&#8221;, wo die Menschheit und ihr Irglauben entlarvt werden.<\/p>\n<p>Ich f\u00fcge aus eigener Erinnerung noch den &#8220;Schweinehirten&#8221; und wo ich immer noch, wenn ich es lese weinen mu\u00df &#8220;Das M\u00e4dchen mit den Schwefelh\u00f6lzern&#8221; hinzu. Da kann man \u00fcber meine Psyche nachdenken oder\u00a0 wieder zur\u00fcck zum Autor gehen und da erw\u00e4hnt Cornelius Hell, da\u00df Andersen, der Sohn eines atheistischen Schusters und einer frommen W\u00e4scherin war, sich zeit seines Lebens mit der Gesellschaft schwer tat, Angst vor dem scheintot hatte und sein Leben in seiner Biografie offenbar selbst ein bi\u00dfchen sch\u00f6nf\u00e4rbte.<\/p>\n<p>Dann kommen wir, die biografische Auflistung machts m\u00f6glich, da\u00df beim Lesen ein &#8220;literarischer Kraut und R\u00fcben-Salat&#8221;, entsteht zu Hannah Arendt, die obwohl J\u00fcdin mit Martin Heidingerr ein Verh\u00e4ltnis hatte, die Eimann Prozesse iin Jerusalem f\u00fcr dieZeitschrift &#8220;New Yorker&#8221; 1961 beobachtete und dann von der &#8220;Banalit\u00e4t des B\u00f6sen&#8221; sprach.<\/p>\n<p>Dann kommen wir schon zu Ingeobrg Bachmann, sie hat den Einmarsch der Nazis, als entscheidenend Schnitt in ihre Kindheit erlebt, dann das H\u00f6rspiel &#8220;Der gute Gott von Manhatten&#8221; und nat\u00fcrlich die Gedichtsammlung die &#8220;Gestundete Zeit&#8221; geschrieben und ein paar Seiten Eintrag ist nat\u00fcrlich viel zu wenig, das gesammelte Leben der Dichterin zu erfassen, also ran an die Werkausgabe. Es gibt aber auch gen\u00fcgend andere B\u00fccher in dem man sich mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/02\/mythos-bachmann\/\">&#8220;Bachmann Mythos&#8221;<\/a> besch\u00e4ftigen kann.<\/p>\n<p>Gottfried Benn wird, wie Bertold Brecht sehr widerspr\u00fcchlich geschildert. Bei Brecht merkt Cornelius Hell an, da\u00df er auch viele schlechte Texte geschrieben hat, welche, das w\u00e4ren scheibt er nicht, kommt dann zu seinen Frauenbeziehungen, wo er viele sehr schlecht behandelt hat.Einer Frau wollte er, obwohl sie krank war, sogar\u00a0 nicht behalndeln lassen, weil er sie brauchte, dann lie\u00df er sie aber in einem Spital zur\u00fcck. Trotzdem meint Hell, hat Brecht sehr sch\u00f6ne Liebesgedichte geschrieben und ich merke an, obwohl ich mich nur sehr wenig mit Brecht besch\u00e4ftigt habe, da\u00df ihn das in meinen Augen auch eher unsympathisch macht, obwohl ich ja gerade \u00fcber einen anderen literarischen Unsympather etwas anderes geschrieben habe.<\/p>\n<p>Da habe ich jetzt noch Heinrich B\u00f6ll ausgelassen, der ja inzwischen seinen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/12\/heinrich-boell-und-die-deutschen\/\">hundersten Geburtstag<\/a> hatte, die Gedanken sind vielleicht zu seinem neunzigsten\u00a0 erschienen und da werden auch die <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/10\/man-moechte-manchmal-wimmern-wie-ein-kind\/\">Kriegserfahrungen<\/a>, sein Katholizismus und einige seiner Werke erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Die 1915 geborene und 1987 verstorbene Lyrikerin Christine Busta, ist inzwischen, glaube, ich etwas vergessen. Ich habe eine <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/09\/lyrik-von-christine-busta\/\">Lesetheaterauff\u00fchrung ihrer Gedichte einmal im Literaturhaus ge<\/a>h\u00f6rt, im Radio war sie zu ihren Gedenktagen, glaube ich, auch \u00f6fter und in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; gab es glaube ich einmal ein Symposium. Cornelius Hell\u00a0 geht in seinem f\u00fcr dieses Buch geschriebenen Text von ihrer proletarischen Herkunft aus. Die Mutter war Dienstm\u00e4dchen und Verk\u00e4uferin. Christine Busta war bis zu ihrer Pensionierung Bibliothekarin der st\u00e4dtischen B\u00fcchereien, wie so manche anderer Dichter und hat ihre Gedichte ihres Empfindens nach, wie Cornelius Hell erw\u00e4hnt, offenbar nur nebenbei, geschrieben.<\/p>\n<p>Von Albert Camus, der 1913 in einem kleinen Dorf bei Algir geboren wurde, haben wir in der Stra\u00dfergasse die &#8220;Pest&#8221; durchgenommen, beziehungsweise habe ich die, glaube ich, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/05\/24\/vierzig-jahre-matura-vierzig-jahre-schreiben\/\">1973 nach meiner Matura<\/a>, als ich stark in der philosophischen Krise war und mir die Welt erlesen wollte, selbst durchgenommen. 1960 hatte er einen Autounfall und den Nobelpreis hat er, glaube ich, auch bekommen.<\/p>\n<p>Dann gehts zu Paul Celan und zu seiner &#8220;Todesfuge&#8221;, aber auch anderen Gedichte und <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/30\/herzzeit\/\">&#8220;Herzzeit&#8221;<\/a>, den Briefwechsel mit Ingeborg Bachmanm habe 2009 gelesen, der mich sehr beeindruckt hat.<\/p>\n<p>G\u00fcnter Eich war der Ehmann von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/12\/05\/ilse-aichinger-hommage-versaeumtes-dichtfest-und-mehr-denn-je-vdb\/\">Ilse Aichinger<\/a> und der Vater von ihrem Sohn Clemens, das habe ich als ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/13\/die-neunte-buch-wien\/\">2016 bei der Buch-Wien beim B\u00fccherquiz<\/a> angetreten bin, verwechselt, er ist inzwischen fast vergessen schreibt Cornelius Hell und z\u00e4hlt seine Gedichte und H\u00f6rspiele auf und eine Gedichtzeile, \u00e4hnlich beeindruckend, wie Paul Celans Frage an die tote Mutter aus\u00a0 &#8220;N\u00e4he der Gr\u00e4ber &#8220;Und duldest du Mutter, wie einst, ach, daheim, den leisen, den deutschen, den schmerzlichen Reim?&#8221;<\/p>\n<p>Das hat Paul Celan geschrieben und von G\u00fcnter Eich ist das Gedicht, das die harmolse Frage, &#8220;Wie gehts?&#8221; auf sehr traumatisierte\u00a0 Art beantwortet: &#8220;Es geht, es geht, aber wenn der Krieg vorbei ist, fahren wir nach Minsk und holen die Gro\u00dfmutter ab&#8221;, gemeint ist damit nicht seine, sondern die von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/05\/hommage-an-ilse-aichinger\/\">Ilse Aichinger<\/a>, die ja von den Nazis deportiert und ermordet wurde, was sie, glaube ich, auch in der gr\u00f6\u00dferen Hoffnung&#8221;,\u00a0 beschreibt.<\/p>\n<p>Dann kommen Gedanken \u00fcber Goethe, Heinrich Heine und Johann Gottfried Herder und ein Kapitel oder eine Radiowoche ist seltsamerweise dem Gespann Immanuel Kant und Thomas Bernhard gewidmet, die auf dem ersten Blick ja scheinbart\u00a0 nichts gemeinsam haben.<\/p>\n<p>Doch, kl\u00e4rt\u00a0 uns Cornelius Hell auf, beide hatten am <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/12\/12-februar\/\">zw\u00f6lften Februar<\/a> ihren Todestag und Bernhard hat au\u00dferdem noch ein Tbheaterst\u00fcck namens &#8220;Kant&#8221; geschrieben, wo der Hhilosoph einen Papagei hat, der immer &#8220;Imperativ, Imperativ!&#8221; schreit und nach Amerika f\u00e4hrt, um sich ein Ehrendokorat abzuholen und sich einer Augenoperation zu unterziehen.<\/p>\n<p>\u00d6don von Horvath und &#8220;seinem Gott der Wahrheit&#8221; ist ein Kapitel gewidmet und den habe ich als Studentin viel gelesen und seine erbarmungslosen Schilderungen der armen Frauen, in &#8220;Geschichten aus dem Wienerwald&#8221; oder &#8220;Glaube, Liebe, Hoffnung&#8221;, das ich einmal mit dem Alfred und der Anna, w\u00e4hrend unserer Donauradfahrten im Landestheater Linz gesehen habe, haben mich sehr beeindruckt.<\/p>\n<p>&#8220;Die Jugend ohne Gott&#8221;, habe ich glaube ich auch einmal gelesen oder war das &#8220;Der ewige Spie\u00dfer?&#8221; und geboren wurde Horvath am 9. Dezember 1901 in einem Vorort von Rijeka und ist dann mit seinen Eltern nach Belgrad, Budapest und M\u00fcnchen gekommen.\u00a0 Gestorben ist er 1938 in Paris, da wurde er von einem Baum erschlagen und das ist ein Motiv, das ich in meinen &#8220;Krimis&#8221; &#8220;Tod eines Jurymitlglieds&#8221;, sowie &#8220;<a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/auszug_tauben.html\">Taubenf\u00fcttern&#8221;<\/a> verwendet haben.<\/p>\n<p>Dann kommen wir zu Erhard K\u00e4stner, Erhard, nicht Erich, denn der wurde am 13. M\u00e4rz 1904 in Schweinfurt geboren, war einige Jahre Sekret\u00e4r von Gerhard Hauptmann und au\u00dferdem Bibliothekar in Dresden, sowie nach dem Krieg Leiter der Herzog August Bibbliothek in Wolfsb\u00fcttel und au\u00dferdem hat er sich offenbar sehr f\u00fcr Griechenland interessiert und einige B\u00fccher dar\u00fcber geschrieben, was mir, wie ich bekennen mu\u00df, bisher entgangen ist.<\/p>\n<p>Dann gehts zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/11\/19\/die-englische-flagge\/\">Immre Kertez<\/a> dem Nobelpreistr\u00e4ger von 2002, da waren wir gerade in Frankfurt auf der Messe und ich habe das an irgendeinem Stand durch<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/19\/der-fall-des-okonomen\/\"> Gy\u00f6rgy Dalos<\/a> erfahren und habe sogar einen Moment gedacht, das w\u00e4re der Preistr\u00e4ger. Kertez, der mit F\u00fcnfzehn ins KZ kam und dann mit dem &#8220;Roman eines Schicksallosen&#8221; ber\u00fchmt wurde, wurde daf\u00fcr f\u00fcr die Aktion &#8220;Eine Stadt ein Buch&#8221; ausgew\u00e4hlt, das war aber, glaube ich nur das Drehbuch von dem ber\u00fchmten Buch und Cornelius Hell f\u00fchrt in seinen &#8220;Gedanken&#8221; genauer die vier Teile aus, in denen sich Kertez mit seinen Holocausterfahrungen besch\u00e4ftigt und bringt auch seine Gedanken zur &#8220;Reichskristallnacht&#8221;, die ja, glaube ich, heute politisch korrekt &#8220;Novemberprogrom&#8221; hei\u00dft.<\/p>\n<p>Dann kommen gro\u00dfe Namen, von denen heute die meisten niemand etwas gelesen hat oder h\u00f6chstens, die \u00c4lteren im Gymnasium etwas von ihren h\u00f6rte. Cornelius Hell gedachte, sowohl\u00a0 Friedrich Gottlieb Kloppstock, \u00fcber den Lessing sagte &#8220;Wer wird nicht einen Klopptstock loben &#8211; doch wird ihn jeder lesen?&#8221;, als auch Nikolaus Lenau und Eduard M\u00f6rike, von letzteren stammt, die Novelle &#8220;Mozarts Reise nach Prag und viele sch\u00f6ne Gedichte, zu ihrem zweihundertsten Geburtstag und unbekannt ist heute wahrscheinlich auch Karl Philph\u00a0 Moritz, der hat den &#8220;Anton Reisner&#8221; geschrieben, das wei\u00df ich auch, sonst aber nicht sehr viel und auch den evengelischen Theologen, der dann vom Papst zum katholischen Kardinal ernannt wurde, John Henry Newman habe ich nicht gekannt.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr nat\u00fcrlich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/06\/18\/koenigsallee\/\">Thomas Mann<\/a>, denn den habe ich in meiner Studentinnenzeit auch sehr intensiv gelesen und wahrscheinlich nicht verstanden und interessant ist, da\u00df es da nur zwei Kapitel gibt. Was war da los? Hatte die Woche da nur zwei Werktage oder entstand der Text aus einem anderen Grund? Im Nachwort wird das nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>GeorgeOrwells &#8220;1984&#8221; habe ich auch als Studentin gelesen, von ihm gibt es aber, wie Cornelius Hell meint, bessere Texte und zitiert das Leben des 1903 als Eric Arthur Blair in Bengalen geborenen, der l\u00e4ngere Zeit Kolonialpolizist in Burma war. Dort einen Elefanten erschie\u00dfen mu\u00dfte und einen Gefangenen zu seiner Hinrichtung begleitete. Er hat auch die &#8220;Farm der Tiere&#8221; geschrieben, wo er das Sowetregime\u00a0 karikierte. Dieses Buch hat Hell, als er in der ehemaligen SU Lektor war, geschenkt bekommen und mu\u00dfte es, weil dort streng verboten, versteckt lesen, das hat ihm, schreibt er gepr\u00e4gt. Von &#8220;1984&#8221;, das George Orwell weltber\u00fchmt machte, scheint er dagegen nicht viel zu halten.<\/p>\n<p>Das war der Parcour durch die Gedenktage, wo man sich in zwei oder drei Minutentakt an die Ber\u00fchmtheiten der vergangen Jahrhunderte erinnern, ihrer gendenk und sie wieder lesen konnte.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch einen Text \u00fcber die literarischen Verarbeitungen der Jungfrau Maria. Das habe ich, glaube ich, auch einmal versuchen wollen, bin aber gar nicht zum Anfangen gekommen und am Schlu\u00df auch sehr interessant, nachdem ich ja erst vor kurzen die besten Texte des <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/02\/wir-haben-naemlich-beide-eine-zahnspange-aber-er-nur-oben\/\">&#8220;Tagebuch Slams&#8221;<\/a> gelesen habe, einen Gedankenreigen \u00fcber das Tagebuchschreiben, wo Hell bedauert, das lange Zeit nicht getan zu haben.<\/p>\n<p>Ich habe es und tue es im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/03\/neun-jahre-literaturgefluester\/\">&#8220;Literaturgefl\u00fcster&#8221;<\/a> immer noch und jetzt raucht mir der Kopf, ob der schnellen Gedenkrunden, stelle das Buch wieder in das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/01\/31\/storungen\/\">Harlander Regal<\/a> zur\u00fcck, das jetzt schon viel viel voller ist und werde mich demn\u00f6chst den Fr\u00fchjahrsneuerscheinungen auf meiner Leseliste widmen und da kommt, das kann ich schon verraten, Bernhard Schlink, als erster dran.<\/p>\n<p>P.S. Einen Text \u00fcber Simone Weil, die franz\u00f6sische Philosophin und Mysterikerin, die\u00a0 1943 mit vierunddrei\u00dfig Jahren an Tuberkulose und Untern\u00e4hrung gestorben ist, gibt es auch noch. Habe ich sonst noch etwas vergessen?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich, all die anderen neuen Hell Gedanken, die seither in \u00d61 zu h\u00f6ren waren und da war ja, erst<a href=\"http:\/\/oe1.orf.at\/programm\/20180105\/503386\"> letzte Woche<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/06\/25\/blinder-sommer\/\">Rose Ausl\u00e4nder<\/a> dran. Also sollte es schon einen Folgeband geben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem das letzte Rezensionsexemplar von 2017 gelesen wurde und das erste 2018 auf meinem Wiener Badezimmerstapel noch ein wenig warten mu\u00df, habe ich Zeit f\u00fcr die \u00e4lteren B\u00fccher, die ja auch auf meiner Leseliste stehen und da habe ich mit &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=58204\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[549,678,1168,2274,6266],"class_list":["post-58204","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-aeltere-buecher","tag-buecher-uebers-lesen","tag-cornelius-hell","tag-gedanken-fuer-den-tag","tag-wieser"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58204","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=58204"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/58204\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=58204"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=58204"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=58204"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}