{"id":58285,"date":"2018-01-11T00:54:58","date_gmt":"2018-01-10T23:54:58","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=58285"},"modified":"2018-01-11T00:54:58","modified_gmt":"2018-01-10T23:54:58","slug":"sickster","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=58285","title":{"rendered":"Sickster"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt gehts vorerst mal mit der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/leseliste\/\">Wiener Leseliste aus den Vorjahren<\/a> weiter und da steht ja &#8220;Sixster&#8221;, Thomas Melles Debutroman mit dem er <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/08\/17\/literaturherbst-2\/\">2011 auf der Longlist des dBp<\/a> stand, ganz oben.<\/p>\n<p>Ein buch das ich mir an dem Tag, an dem in der &#8220;<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/23\/unerleuchtet-in-die-alte-schmiede\/\">Alten Schmiede&#8221;, die literarische Erleuchtung ausgefallen ist und ich nicht wu\u00dfte, wie ich die zeit bis zur &#8220;Kolik Lounge&#8221;<\/a> verbringen sollte, um einen Euro bei &#8220;Kupptisch&#8221; aus der Abverkaufskiste zog, weil es\u00a0 am Buchr\u00fccken einige Einschnitte hatte und das Buch ist gleich zweimal interessant. Erstens einmal passt es bestens zu der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/12\/09\/die-blogger-debut-preis-entscheidung\/#comments\">Unverst\u00e4ndlichkeitdiskussion<\/a> oder dem was sich die Buchh\u00e4ndler auf den Buchpreislisten w\u00fcnschen, weil die Leser lieber etwas leicht verst\u00e4ndliches Spannendes, als etwas sprachlich Kompliziertes kaufen und dann ist es ja der erste &#8220;Depressions oder Psychoseroman&#8221; von den drei mit dem Thomas Melle mit seinem Memoir <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/13\/die-welt-im-ruecken\/\">&#8220;Die Welt im R\u00fccken&#8221;<\/a> den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/08\/23\/ueberraschende-longlisttitel\/\">dBp 2016<\/a> dann doch nicht gewonnen hat.<\/p>\n<p>Mit Buch zwei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/28\/3000-euro\/\">&#8220;Dreitausend Euro&#8221;<\/a> ist er ja, gaube ich, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/08\/28\/longlistenlesen\/\">2014 auch auf der Shortlist<\/a> gestanden und das Buch habe ich mir weil mich das Thema interessierte, vom Alfred schenken lassen und\u00a0 damals nicht gewu\u00dft, da\u00df Melle da auch, aber auf ganz anderere und viel leichter lesbarere Art und Weise das Thema psychische Krankheit beschreibrt, in der &#8220;Welt im R\u00fccken&#8221; macht er es biobgraphisch und bei &#8220;Sickster&#8221; w\u00fcrde ich mal sagen, sehr kompliziert, so da\u00df auch ich, eine glaube ich schon sehr versiierte Leserin, die ersten hundert Seiten brauchte, um in den Stil hineinzukommen und halbwegs zu verstehen, um was des da geht.<\/p>\n<p>Auf den buchr\u00fccken hat glaube ich die Zeitschrift &#8220;Literaturen&#8221; von Sigrid L\u00f6ffler begr\u00fcndet und nicht der Blog von Sophie Weigard geschrieben &#8220;Ein absch\u00fc\u00dfiges hartes und herzergreifendes Debut. Melle nimmt das voll Risiko. Er bricht K\u00e4lte durch Pathos und ist ganz sicher eines nicht, der n\u00e4chste Popliterat&#8221;.<\/p>\n<p>Ob das stimmt, wei\u00df ich nicht, wei\u00df ich ja nicht einmal genau, was ich mir unter einen Popliteraten vorstellen kann, aber ich k\u00f6nnte mir vorstellen, da\u00df das Buch das ist, wie die Literaturkritiker von der qualifiziertesten Sorte, die gute Literatur haben wollen.<\/p>\n<p>Neu und unverst\u00e4ndlich, sprachlich auf hohen Niveau und ohne R\u00fccksicht auf die psychischen Befindlichkeiten des Autors w\u00fcrde ich noch keck einwerfen, denn Thomas Melle hat sich ja inzwischen geoutet und damit, wie man vielleicht auch unken k\u00f6nnte, die eleit\u00e4ren abgehobenen Kriitiker entlarvt, die ja in dem Buch noch euphorisch schreiben:<\/p>\n<p>&#8220;Ein besch\u00e4digtet Text \u00fcber Lebens- und Systemfehler. Ein kaputter Roman \u00fcber eine kaputte\u00a0 Gegenwart, so nah an jetzt, dass es wehtut&#8221; Berliner Morgenpost oder<\/p>\n<p>&#8220;Ein besseres Buch \u00fcber trostlose junge Gro\u00dfst\u00e4dter ist in den letzten Jahren nicht geschrieben worden.&#8221; Spex.<\/p>\n<p>Worum geht es in dem Buch werden jetzt meine Leser von mir wissen wollen und das, Leute, ist gar nicht so einfach zu erz\u00e4hen oder doch nat\u00fcrlich, denn das steht ja auch am Buchr\u00fccken.<\/p>\n<p>Es geht um einen Magnus der ist Journalist bei einer Tankstellenzeitung, dann gibt es noch einen Thorsten, der ist in der \u00d6lfirma, der die Tankstellen geh\u00f6ren Manager und trinkt, um das harte Leben, in das er da geraten ist, zu packen, sich munter dahin. Dann kokst und kifft er auch und hat eine Freundin namens Laura und die \u00fcbt sich in Selbstverletzungen und kratzt ihre Wunden immer wieder auf, wohl auch, um auch das harte Leben der fr\u00fchen Zweitausenderjahren mit allen ihren Krisen und Neoliberalismus durchzustehen und am Buchr\u00fccken steht noch etwa,s da\u00df Magnus, der inThorsten einen Schulfreund wiedergetroffen hat, ihm seine Freundein wegnimmt. Das Klappentexter, habe ich nun ganz anders gelesen, f\u00fcr mich war da nichts von zarter Liebesgeschichte, sonder eher das rauhe Leben der Erfolgsgesellschaft pur.<\/p>\n<p>Das Buch ist in einigen Teilegegliedert, beginnt mit Magunus Abiturentenzeit, die glaube ich, in Bonn passierte, dann s\u00e4uft und kifft sich Thorsten im zweiten Teil durch das Leben und die Vorstandsetage. Dann gibt es jahreszeitlich besonders interessant, ein Christmas Kapitel, wo Magnus Familiengeschichte erl\u00e4uert wird und um die Psychose, in &#8220;Die Welt am R\u00fccken&#8221;,\u00a0 bestens beschrieben, geht es im vierten Teil.<\/p>\n<p>2016 hat mich verwirrt, das einige der Blogger, die ewig wiederkehrenden Sch\u00fcbe in dem Buch langweilig fanden.<\/p>\n<p>&#8220;H\u00e4?&#8221;, dachte da die Psychologin in mir.<\/p>\n<p>In &#8220;Sixster&#8221; gehts, vom Autor abgewandt im Crashkurs durch die sensible Journalistenseele und dann treffen Magnus und Laura sich in der Klinik wieder und thorsten steht drau\u00dfen, von seiner firma inzwischen beurlaubt, da ein kleiner Probedialog, um in den Stil des Buches einzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>&#8220;Glauben Sie, ich br\u00e4uchte ruhe?&#8221;, fragte Thorsten.<\/p>\n<p>&#8220;Ein wenig Urlaub, vielleicht.&#8221;<\/p>\n<p>Das t\u00e4te Ihnen sicherlich gut!&#8221;, sagt Francoise Starck&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Wenn Sie meinen.&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das meinen wir&#8221;<\/p>\n<p>Dann meine ich das auch&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Das will ich auch gemeint haben&#8221;<\/p>\n<p>So geht es offenbar zu in den Vorstandsetagen, wenn untragbar gewordenen Mitarbeiter entlassen werden und dann steht er also vor der Klinik und s\u00e4uft und kotzt. Aber nicht sehr lange, denn Magnus und Laura holen ihn, glaube ich, hinein, beziehungsweisen machen sie dann zu dritt einen Aufstand und eine Revolution in der \u00d6lfirma und so endet das Buch, Teil eins von Thomas Melles Krankekengeschichte, einem sprachlich nicht sehr leicht zu lesenden Buch, das damit die Befindlichkeit der 2000er Jahre ausdr\u00fcckt, wie die Literaturkritiker jubelten und die wahrscheinlich erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter begriffen, da\u00df damit auch Thomas Melles psychische Befindlichkeit mit gemeint war und der Durchschnittsleser, der, der sich nach seiner harten Arbeit in einem Tankstellenshop oder einer \u00d6llfirma unterhalten und erholen m\u00f6chte und daher lieber zum Krimi oder Chick Lit greift, wird an dem Buch nicht viel Gefallen finden und &#8220;Das ist mir zu komplierzt sagen!&#8221;, wie ich f\u00fcrchte und denke, die ich ja manchen meinen Lesern auch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/23\/unverstaendlich-schreiben\/\">nicht sehr verst\u00e4ndlich<\/a> bin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt gehts vorerst mal mit der Wiener Leseliste aus den Vorjahren weiter und da steht ja &#8220;Sixster&#8221;, Thomas Melles Debutroman mit dem er 2011 auf der Longlist des dBp stand, ganz oben. 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