{"id":59596,"date":"2018-03-06T22:11:32","date_gmt":"2018-03-06T21:11:32","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=59596"},"modified":"2018-03-06T22:11:32","modified_gmt":"2018-03-06T21:11:32","slug":"ausgeschlossen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=59596","title":{"rendered":"Die dritte Schreibgruppenvariante"},"content":{"rendered":"<p>Heute also wieder<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/05\/zwischenberichte\/\"> Schreibgruppe<\/a>, die unter einem ung\u00fcnstigen Stern gestanden ist. Seit Februar <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/02\/03\/schreiben-in-der-krongasse\/\">2017<\/a>, seit das Cafe Fortuna, vormals Ludwig geschlossen wurde, finden ja die einmonatigen Schreibtreffs bei mir statt und seit die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/04\/05\/ruth-und-roberts-schreibgruppe\/\"> Kilics<\/a> nicht mehr dabei sind, sind wir sechs Personen, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/21\/schliessung-der-schreibegruppe\/\">Peter\u00a0 Czak, der sich ja schon einmal krankheitshalber zur\u00fcckgezogen<\/a> hat, Klaus Khittl, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/07\/08\/zu-doris-kloimstein-ins-cafe-schubert\/\">Doris Klomstein<\/a> aus St.P\u00f6lten, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/15\/um-den-bodensee-mit-ruth-und-alfred\/\">Ruth Asp\u00f6ck,<\/a> <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/02\/reisen-auf-eigene-faust\/\">Robert Eglhofer<\/a> und ich.<\/p>\n<p>Im J\u00e4nner war<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/11\/margit-heumanns-wilde-worte\/\"> Margit Heumann<\/a> einmal Gast und die Schreibtreffen bei mir klappten immer erstaunlich gut, im Herbst 2016 noch im Cafe Ludwig waren sie ja ohne dem Peter eher schwach besucht und diesmal war das Treffen besonders wichtig, hatte Peter Czak ja um eine Verschiebung von Dienstag auf Montag gebeten, was ich mit der Gruppe besprechen wollte, er hat dann aber auch f\u00fcr heute abgesagt, die Ruth ist noch krank und der Robert hatte, obwohl er ja mit der Ruth zu Jasminka Derveaux Vortrag \u00fcber dieLiteratur in Triest in den Pensionistenclub gehen sollte, eine Vorlesung und ist sp\u00e4ter gekommen. Er kann am Montag nicht, die Ruth auch nicht und zu dritt oder viert kann man ja eher keine Gruppenentscheidungen treffen.<\/p>\n<p>Der Robert ist dann um sieben gekommen, obwohl wir die Treffen der St. P\u00f6ltner wegen auf sechs vorverlegt haben und als Thema habe ich, weil ich ja immer schon an meinem neuen Projekt arbeiten will, &#8220;Anf\u00e4nge&#8221; vorgeschlagen, das war dem Klaus aber zu allgemein, so schlug die Doris ein seltenes Tier vor, das war dann wieder zu konkret, also einigten wir uns auf &#8220;Auschlu\u00df&#8221; weil der Doris vor kurzem etwas Derartiges passierte oder sie miterlebte und ich dachte, klar ich kann ja bez\u00fcglich meiner Magdalena Kirchberg \u00fcber alles schreiben oder eigentlich auch \u00fcber nichts, denn so wirklich wei\u00df ich ja schon wieder nicht, \u00fcber was ich jetzt schreiben will. \u00dcber eine Frau, die sich in ihrer Pension zuir\u00fcckgezogen hat, die eine gleichnamige Tochter hat, ihr Leben ins Netz stellen will und am Abend vom Literaturhaus nach Hause geht und an der Kreuzug Ecke Hofm\u00fchlgasse-Pilgramgasse einen wei\u00dfen BMW stehen sieht.<\/p>\n<p>Das hatten wir nicht nur<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/01\/09\/schreibgruppe-kreuzung\/\"> ein<\/a> sondern sogar schon<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/06\/bruchstellen\/\"> zweimal<\/a> und f\u00fcr allle Kontrollfreas ich habe jetzt wirklich die selbe Szene dreimal geschrieben. Die J\u00e4nner und die Februarvariante gibt es oben zu sehen und, wie es weiter geht, werden wir vielleicht im April wissen und ebenfalls, wie und wann es mit der Schreibgruppe weitergeht, die ja jetzt schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/03\/06\/westbahn-spontan\/\">sehr lang<\/a> besteht und die eigentlich sehr lustig ist und zu der ich ja einmal nur dem Robert zuliebe als Gast hingehen und sie mir ansehen wollte.<\/p>\n<p>&#8220;Ausschlu\u00df- ausgeschlossen- finito aus. Was sind denn das f\u00fcr Worte, die mir da durch den Kopf gehen, dachte Magdalena Kirchberg und seufzte aus. Sehr b\u00f6se Worte, die an unangenehme Momente ihres Lebens erinnern konnten. An Ausschlu\u00dfmomente- K\u00fcndigungserfahrungen-\u00a0 und Abgrenzungen. Traumatische Ereignisse ihres Lebens, die sie gepr\u00e4gt hatten, noch pr\u00e4gen konnten und jetzt doch vor\u00fcber waren. Vorbei- finito- aus. Dabei hatte sie doch noch gar nicht mit ihrem Leben abgeschlossen, sondern war gerade erst einmal in Pension gegangen.<\/p>\n<p>Ein Anfang also sozusogen, ein Neubeginn, eine neuen Lebensphase, in der sie sich gerade befand. Die sie seit Beginn des Monats angetreten hatte und auch geno\u00df, weshalb ihr eigentlich unklar war, wieso sie sich ausgerechnet heute, als sie\u00a0 von der Abendveranstaltung im Literaturhaus kommend, mit der Ausschlu\u00dffrage besch\u00e4ftigte.<\/p>\n<p>Ausschlu\u00df- ausgeschlossen- finito, aus, hatte sie gedacht, als sie den wei\u00dfen BMW vorhin an der Kreuzung Wienzeile &#8211; Hofm\u00fchlgasse stehen sehen hatte und sie die Silouetten, der drei sich darin befindenden Personen, an Oberarzt Dr. R\u00f6ssler von der Station 6B der psychiatrischen Universit\u00e4tsklinik des\u00a0 AKHs erinnert hatte und die sich im Fond befindende Frauengestalt erinnerte\u00a0 an Schwester Hildegard. Was eigentlich ein Wahnsinn war und g\u00e4nzlich unwahrscheinlich, denn ihr Aufenthalt auf Station 6B im AKH, war\u00a0 drei\u00dfig Jahre her, so da\u00df sich Dr. R\u00f6ssler l\u00e4ngst in Pension befinden mu\u00dfte und die psychiatrische Krankenschwester Hildegard w\u00fcrde auch schon an die sechzig sein, w\u00e4hrend die\u00a0 im Auto befindene Frauen zwischen zwanzig und drei\u00dfig gewesen war und sie sich also auf einer Reise in die Vergangenheit befand.<\/p>\n<p>In ihre Vergangenheit, in eine unangenehme Phase ihres Lebens, an das sie das wei\u00dfe Auto erinnert hatte. An eine schlimme Lebensphase, wo sie sich sehr ausgeschlossen, ausgegrenzt und abgeschoben gef\u00fchlt hatte, was zu dem damaligen Psychiatrieaufenthalt gef\u00fchrt hatte, der heute, da sie ihre Pension inzwischen angetreten hatte, lange schon vergessen war. Zumindest hatte sie das geglaubt. Das wei\u00dfe Auto an der Kreuzung vor der sie auf das Gr\u00fcnwerden der Ampel gewartet hatte, hatte aber\u00a0 alte Wunden wieder aufgerissen und sie eines anderen belehrt.<\/p>\n<p>Magdalena Kirchberg hatte inzwischen ihre gr\u00fcne Jacke ausgezogen und sie auf den Garderobenst\u00e4nder geh\u00e4ngt, danach die kleine K\u00fcche betreten. Hatte ein Glas von einem der offenen Regale genommen und sich Rotwein eingeschenkt. Einen tiefen Schluck genommen und danach, ein- beziehungsweise ausgeatmebnt. Sich zugeprostet und &#8220;Ausschlu\u00df- ausgeschlosen finito aus&#8221;, den Gedanken wiederholt, den sie seit einer halben Stunde ununderbrochen dachte und der nicht, obwohl er solange nicht vorhanden war, aus ihrem Kopf zu bekommen war.<\/p>\n<p>In der Pension, das hatte sie sich schon\u00a0 lange vorgenommen, w\u00fcrde sie sich ihrer Vergangenheit stellen und ihre Memoiren schreiben, beziehungsweise diese in Form eines Blogromans ins Internet stellen. Das hatte sie geplant und trotzdem, obwohl sie nun schon seit zwei Wochen Pensionistin war, noch nicht damit begonnen. Wahrscheinlich, weil es ihr nicht gelungen war, einen diesbez\u00fcglichen Anfang daf\u00fcr zu finden. Was jetzt anders werden k\u00f6nnte, wie sie energisch dachte, als sie einen zweiten tiefen Schluck nahm und sich zuprostete. Ganz anders, denn wenn sie sie \u00fcber ihren Ausschlu\u00df damals, die Ausgrenzung und Kr\u00e4nkung, die ihr einmal widerfahren war, schreiben wollte, k\u00f6nnte sie doch mit der Begegnung im wei\u00dfen BMW mit Dr. R\u00f6ssler, Schwester Hildegard und auch mit dem Unfallchirurgen Joachim Sandter, der eigentlich und ganz genau genommen, am Anfang ihrer Ausgrenzung stand, beginnen.&#8221;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute also wieder Schreibgruppe, die unter einem ung\u00fcnstigen Stern gestanden ist. 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