{"id":59716,"date":"2018-03-12T00:18:20","date_gmt":"2018-03-11T23:18:20","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=59716"},"modified":"2018-03-12T00:18:20","modified_gmt":"2018-03-11T23:18:20","slug":"wuerzburger-wochenende","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=59716","title":{"rendered":"Literarischer und kultureller  W\u00fcrzburger Zwischenstop"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_59829\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-104019.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59829\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-104019.jpg?w=300\" alt=\"Br\u00fcckenschoppen auf der Alten Mainbr\u00fccke\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-59829\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59829\" class=\"wp-caption-text\">Br\u00fcckenschoppen auf der Alten Mainbr\u00fccke<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_59828\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-134422.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59828\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-134422.jpg?w=300\" alt=\"Alte Mainbr\u00fccke\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-59828\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59828\" class=\"wp-caption-text\">Alte Mainbr\u00fccke<\/p><\/div>\n<p>Wir sind also, weil der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/11\/deutsches-lesen-zweiter-durchgang\/\"> Alfred nicht in einem Tag von Wien nach Essen durchfahren wollte<\/a>, am Samstag von Wien ab- und nach W\u00fcrzburg gefahren, wo wir schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/20\/mit-dem-rad-von-ulm-nach-regensburg\/\">vor drei Jahren waren<\/a> und dort im &#8220;Bockshorn&#8221; im &#8220;Kulturspeicher&#8221; ein Kabarett besuchten.<\/p>\n<p>Da h\u00e4tten wir nat\u00fcrlich auch am Sonntag fahren k\u00f6nnen, allerdings ist sowohl in Essen, als auch in Leipzig, Umweltzone und wir haben ja ein alten Auto, wo wir das diesbez\u00fcgliche Pickerl nicht mehr bekommen. Bisher hat das in Leipzig nichts gemacht. Diesmal wollte sich der Alfred aber ein Auto mieten, konnte das aber nur am Samstag machen, also sind wir nach W\u00fcrzburg gefahren und haben das Wochenende dort verbracht.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wir sind am Samstag, um f\u00fcnf angekommen und hatten diesmal ein Hotel gleich beim &#8220;Kulturspeicher&#8221; und\u00a0 im &#8220;Bockshorn&#8221;gab es wieder ein Kabarett, beziehungsweise ein Konzert von &#8220;Gankino-Circus&#8221; und wir haben sogar Restkarten daf\u00fcr bekommen.<\/p>\n<p>Sind ein bi\u00dfchen in der Stadt herumspaziert, das hei\u00dft zuerst wieder bei der Mainbr\u00fccke, wo die Leute mit den Gl\u00e4sern auf der Stra\u00dfe stehen, einen &#8220;Hugo&#8221; beziehungsweise ein Glas Wein getrunken und sind dann beim\u00a0 &#8220;Hugendubel&#8221; einer dieser deutschen Buchhandlungsgro\u00dfketten gelandet, wo ich mich mit einer Reihe von Leseproben eindeckte und mir auch zwei B\u00fccher f\u00fcr je zwei B\u00fccher besorgte, weil ich bei Abverkaufsb\u00fccher, obwohl ich ja einen deutschen Lesevorrat mithatte und mich bald auf eine Buchmesse begeben werde, nie wirklich nein sagen kann.<\/p>\n<p>Das war also der Samstag, blieb also die Frage wie wir den Sonntag in W\u00fcrzburg verbringen sollten? Wo wir\u00a0 schon vor drei Jahren einen Stadtspaziergang machten. Der Alfred schlug einen Spaziergang auf die Festung Marienberg vor und zu Mittag, das Restaurant, das wir vor drei Jahren nicht gefunden, beziehungsweise verwechselt hatten, aber sonst w\u00e4ren wir ziemlich ratlos geblieben, h\u00e4tte mir der Alfred nicht beim Fr\u00fchst\u00fcck ein kleines Heftchen gezeigt.<\/p>\n<p>&#8220;W\u00fcrzburg liest ein Buch&#8221; war es betitelt und zeigte am Cover den Roman von Jehuda Amichai &#8220;Nicht von jetzt, nicht von hier&#8221; und dann noch ein paar Leute, die damit lesend in der W\u00fcrzburg-Kulisse herumstanden oder sa\u00dfen und darunter war geschrieben &#8220;Die ganze Stadt macht mit: Lesungen, Vortr\u00e4ge, Ausstellungen, diskussionen, Theater und vieles mehr&#8221; und das Programm das in dem Heftchen abgedruckt war, begann, obwohl als Datum der April angegeben war, schon im Februar und hatte auch am Sonntag eine diesbez\u00fcgliche Veranstaltung.<\/p>\n<div id=\"attachment_59827\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-142838.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59827\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-142838.jpg?w=300\" alt=\"Falkenhaus\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-59827\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59827\" class=\"wp-caption-text\">Falkenhaus<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_59826\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-160529.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59826\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-160529.jpg?w=300\" alt=\"Auf der Alten Mainbr\u00fccke\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"size-medium wp-image-59826\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59826\" class=\"wp-caption-text\">Auf der Alten Mainbr\u00fccke<\/p><\/div>\n<p>Jechuda Amichai, nie etwas von ihm geh\u00f6rt. Das Heftchen gab aber auch diesbez\u00fcgliche Auskunft, da\u00df das ein unter dem Namen Namen Ludwig Pfeuffer geborener W\u00fcrzburger Lyriker war, der\u00a0 1936 mit seiner Familie nach Israel emigrierte, 1955 den ersten Gedichtband ver\u00f6ffentlichte, der Roman &#8220;Nicht von jetzt, nicht von hier&#8221; ist 1992 erstmals in deutscher Sprache erschienen und 2000 ist der Autor, dessen Buch in W\u00fcrzburg jetzt gelesen werden wird,\u00a0 in Jerusalem gestorben und am Sonntag,\u00a0 um elf hat es beim Rathaus eine Stadtf\u00fchrung oder eine &#8220;Spurensuche nach der Stadt Jehuda Amichais&#8221; gegeben, die wir besuchen konnten.<\/p>\n<p>Ich habe dann im Hotel noch ein anderes Programmheft gefunden, in dem zu erfahren war, da\u00df am Sonntag in W\u00fcrzburg und wahrscheinlich auch anderswo &#8220;Weltgasttag&#8221; war und es daher von elf bis sechzehn oder siebzehn Uhr kostenlose Stadtf\u00fchrungen zu verschiedenen Themen gab und eine davon war schon, die oben erw\u00e4hnte von einem Dr. Hans Steidle, offenbar ein ehemaliger Lehrer, der sich schon sehr viel mit Ludwig Pfeuffer oder Jehuda\u00a0 Amichai besch\u00e4ftigte und die Orte zeigte, wo er aufwuchs, zur Schule ging, das Gesch\u00e4ft seines Vaters und sich die ehemalige synagoge befand, etcetera und das Buch, das jetzt in der Stadt im April gelesen werden soll, ist, wie Hans Steidle betonte, einerseits sehr kompliziert, andererseits wieder sehr einfach.<\/p>\n<p>Ein junger Archiologe, der in den Neunzehndrei\u00dfigerjahren emigrieren mu\u00dfte, kommt nach dem Krieg nach W\u00fcrzburg oder Weinheim, wie es, glaube ich, in dem Buch hei\u00dft, zur\u00fcck und begibt sich auf die Spuren seiner Vergangenheit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-163635.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-163635.jpg?w=300\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" class=\"alignleft size-medium wp-image-59825\" \/><\/a><\/p>\n<div id=\"attachment_59824\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-182708.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-59824\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/20180311-182708.jpg?w=225\" alt=\"Auf der alten Mainbr\u00fccke\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-59824\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-59824\" class=\"wp-caption-text\">Auf der alten Mainbr\u00fccke<\/p><\/div>\n<p>Hans Steidle hat also, an die Orte gef\u00fchrt und immer wieder Stellen aus dem Buch gelesen, beziehungsweise Bilder von der Familie gezeigt und es war sehr interessant, die Stadt kennenzuleren von ihrer Vergangenheit und einen mir bisher unbekannten Autor zu erfahren und weil es schon angebobten war, haben wir nach dem Essen, in dem Lokal, das wir diesmal gefunden haben, noch zwei F\u00fchrungen gemacht und uns da auf die Spuren der W\u00fcrzburbger Frauen, Malerinnen, Bildhauerinnen, Sozialreformerinnen, aber auch die die W\u00e4sche wuschen oder am Markt Gem\u00fcse verkauften, begeben, beziehungsweise sind wir den &#8220;Stolpersteinen&#8221; nachgegegangen, die es ja auch in Wien gibt und die von den Menschen erz\u00e4hlen, die in den H\u00e4usern, vor denen sie angebracht wurden, gearbeitet und gelebt haben, bevor sie von den Nazis vertrieben wurden.<\/p>\n<p>Dann sind wir noch auf die Festung hinaufgegangen und haben also einen sehr interessanten W\u00fcrzburger Sonntag erlebt, wo es sehr viel und sehr intensiv in die Vergangenheit und das Leben und die Geschichte der j\u00fcdischen Bewohner vor 1933 gegangen ist und ich habe gelernt, da\u00df der sechzehnte M\u00e4rz f\u00fcr W\u00fcrzburg eine tragische Bedeutung hatte, w\u00e4hrend es in \u00d6sterreich ja gerade der zw\u00f6lfte ist, dem gedacht wird und den ich diesmal nicht dort erlebe und der eine das Ende, das sehr zerst\u00f6rte W\u00fcrzburg und das andere den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/22\/gedenkjahr-1938\/\"> \u00f6sterreichischen Beginn des Endes beschreibt.<\/a><\/p>\n<p>&#8220;W\u00fcrzburg liest ein Buch&#8221; wird heuer \u00fcbrigens zum dritten Mal durchgef\u00fchrt, 2014 wurde da Leonhard Franks &#8220;Der J\u00fcnger Jesu&#8221; ausgesucht, dem auch eine Stadtf\u00fchrung gewidmet war und mit dem sichHans Steidle ebenfalls schon besch\u00e4ftigt hat, 2016 war es der mir bekanntere Jakob Wassermann mit dem &#8220;Aufruhr um den Junker Ernst&#8221;, der, was ich nicht wu\u00dfte, auch einen W\u00fcrzburger Bezug hatte, allerdings in\u00a0 Altaussee getorben ist und ich habe ganz zuf\u00e4llig und nebenbei ein St\u00fcck der W\u00fcrzburger Literaturgeschichte kennengelernt, die mir ohne dem Zwischenstop sicherlich entgangen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Und ehe ich es vergesse den B\u00fccherschrank\u00a0 in der Eichhornstra\u00dfe haben wir auch aufgesucht und ein paar &#8220;Diogenes-Krimis&#8221; dort gefunden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir sind also, weil der Alfred nicht in einem Tag von Wien nach Essen durchfahren wollte, am Samstag von Wien ab- und nach W\u00fcrzburg gefahren, wo wir schon vor drei Jahren waren und dort im &#8220;Bockshorn&#8221; im &#8220;Kulturspeicher&#8221; ein Kabarett &hellip; 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