{"id":5980,"date":"2011-02-23T00:49:58","date_gmt":"2011-02-22T23:49:58","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=5980"},"modified":"2011-02-23T00:49:58","modified_gmt":"2011-02-22T23:49:58","slug":"essays-reportagen-feuilletons-von-joseph-roth","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5980","title":{"rendered":"Essays, Reportagen, Feuilletons von Joseph Roth"},"content":{"rendered":"<p>Im Literaturhaus gibt es die Joseph Roth Gesellschaft dessen Obmann der ehemalige Leiter Heinz Lunzer ist und weil sich der f\u00fcr Joseph Roth sehr interessiert, gibts und gabs auch immer wieder Joseph Roth Veranstaltungen. In den Neunzigerjahren hat er eine Reise nach Lemberg auf den Spuren Joseph Roths veranstaltet, ich habe mich daf\u00fcr interessiert, bin aber nicht mitgefahren, weil ich mir das Visum selbst besorgen h\u00e4tte m\u00fcssen. Heute tut mir das ein wenig leid. 2008 gab es eine gro\u00dfe Ausstellung \u00fcber Roth und das Exil in Paris, wo der Trinker ja gestorben ist und dar\u00fcber zu h\u00f6ren, hat mich damals sehr ber\u00fchrt. <a href=\"http:\/\/fipsthinks.wordpress.com\/2008\/08\/30\/wau-4\/\">Otto Lambauer<\/a> ist ein gro\u00dfer Roth Verehrer,<a href=\"http:\/\/fipsthinks.wordpress.com\/2009\/12\/26\/25-12-2009\/\">liest <\/a><a href=\"http:\/\/fipsthinks.wordpress.com\/2010\/01\/02\/2-1-2010\/\">und<\/a> <a href=\"http:\/\/fipsthinks.wordpress.com\/2010\/01\/10\/10-1-2010\/\">h\u00f6rt<\/a> alle seine Werke, im letzten Jahr gab es das \u00fcbergreifende Projekt<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/30\/weltspartag-ohrenschmaus-und-reisereportage\/http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/10\/30\/weltspartag-ohrenschmaus-und-reisereportage\/\"> &#8220;Mit Sprache unterwegs &#8211; auf den Spuren Joseph<\/a> Roth&#8221;, bei dem ich auch ein wenig<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/11\/19\/werbefahrt\/\"> mitmachte<\/a>, bei der letzten <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/02\/20\/die-lange-nacht-des-horspiels\/\">langen Nacht des H\u00f6rspiels<\/a> hat die Peschina-Fassung von der 1002. Nacht gewonnen und wenn ich mich nicht irre, gabs noch eine Veranstaltung im Literaturhaus, \u00fcber die ich schon <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/03\/31\/ein-abend-fur-joseph-roth\/\">berichtet habe<\/a> und jetzt die Vorstellung des Wallstein Buchs &#8220;Ich zeichne das Gesicht der Zeit&#8221;.<br \/>\nIch bin ja kein so besonderer Roth Fan, wie ich \u00fcberhaupt kein Fan von irgendjemanden bin, trotzdem hat mich der  1884 in Brody geborene und 1939 in Paris gestorbene Dichter immer interessiert. Im B\u00fccherschrank meines Vaters gab es den &#8220;Radezkymarsch&#8221; und das Buch wurde in den Siebzigerjahren ja verfilmt, das habe ich im Gartenh\u00e4uschen meiner Eltern im gesehen, habe mich dar\u00fcber gewundert, da\u00df da nur eine einzige Frau vorkommt und das ist eine Hure und mit dem Abgesang der Monarchie habe ich damals nicht viel anfangen k\u00f6nnen und vom Lauf der Geschichte nach meiner Kn\u00f6del-Akademie-Matura auch nicht viel verstanden.<br \/>\nDann kam ein runder Geburts- oder Todestag und da ich mir damals noch B\u00fccher kaufte, habe ich mir ein paar der Kiwi-Taschenb\u00fccher gekauft. &#8220;Hotel Savoy&#8221;, &#8220;Rechts und Links&#8221;,&#8221;Das Spinnennetz&#8221;.  &#8220;Unter dem B\u00fclowbogen&#8221; und die Lunzer-Biografie habe ich mir von meinem Vater zu Weihnachten schenken lassen, als ich ihn noch betreute.<br \/>\nJetzt bin ich ins Literaturhaus gegangen, um etwas \u00fcber Roth als Essayisten, Reporter und Feuilletonschreiber zu erfahren und vor allem in die Joseph Roth Gesellschaft einzutauchen.<br \/>\nDas neue Buch und der Ausstellungskatalog von 2008 lagen am B\u00fcchertisch, daneben ein bi\u00dfchen Infomaterial \u00fcber die Gesellschaft &#8220;Werden Sie Mitglied &#8211; Wir brauchen Sie!&#8221;, ein kopierter Zeitungsartikel aus dem Standard \u00fcber die Veranstaltung und ein Artikel \u00fcber einen &#8220;Spaziergang in Paris&#8221;, der allerdings nur f\u00fcr die Mitglieder erh\u00e4ltlich war.<br \/>\nRobert Huez hat eingeleitet, dann kam Heinz Lunzer und erz\u00e4hlte mit begeisterten Gesicht \u00fcber seine Begeisterung bez\u00fcglich der Gesellschaft, die sich vor vielen Jahren daraus entwickelt hatte, da\u00df Roths Schwester, bevor sie in ein Altersheim \u00fcbersiedelte, den Nachla\u00df ihres Bruders an das Literaturhaus schickte und dann konnte Heinz Lunzer noch das Material des ersten \u00dcbersetzers um viel Geld kaufen.<br \/>\nJetzt gibts die Gesellschaft,  sie hat viel zu tun und sie d\u00fcrfte sich auch mit Thedel von Wallmoden vom Wallsteinverlag getroffen haben und mit ihm die Herausgabe des Rothes Briefwechsel und Essay- und Reportagenwerks besprochen haben. Der erste Band ist jedenfalls erschienen und so hielt  der Verleger das Einleitungsreferat und erz\u00e4hlte, da\u00df die siebzig Jahre Urheberschutz vorr\u00fcber sind, jetzt kann jeder Roth verlegen und viele tun das auch, Diogenes, Wallstein, Kiwi und Manesse und zitierte Kurt Wolff, der vor vielen Jahren sagte, da\u00df es B\u00fccher gibt, die die Leute lesen wollen und solche, die sie lesen sollten.<br \/>\nBei Joseph Roth trifft inzwischen beides zu. Dann zitierte er seine Lieblingsstelle aus dem Radetzkymarsch. Dann kam der Herausgeber Helmuth N\u00fcrnberger ein sehr alter Mann und Fonante Spezialist, der aus Schleswig-Holstein kommt und sprach \u00fcber seine Liebe zu Joseph Roth und die Buch-Herausgabe, sein Lieblingstext ist eine Reportage \u00fcber einen Stierkampf. Im Anschlu\u00df kamen sieben Mitglieder der Gesellschaft, ebenfalls meist \u00e4ltere M\u00e4nner und Frau Lunzer mit ihren Lieblingstexten, die meisten bezogen sich zwar nicht auf Reisereportagen, Essay und Reportagen, sondern auf die Romane. Sie waren aber interessant, gab es da ja einen sehr sehr packenden Text aus &#8220;Juden auf Wanderschaft&#8221;, wo es um die Ostjuden ging, die sich im zweiten Bezirk ansiedelten und ihre Schwierigkeiten mit den Polizisten haben, bei denen sie sich anmelden mu\u00dften, denn diese hatten im Allgemeinen etwas gegen Juden und gegen Ostjuden \u00fcberhaupt und diese hatten meist keine Papiere, weil es in den Standes\u00e4mter in Litauen oder der Ukraine offenbar st\u00e4ndig brannte, die Geburtdaten nicht stimmten und die Namen \u00fcberhaupt so komisch sind, da\u00df sich die Ostjuden, nachdem sie drei- bis viermal weggeschickt worden waren, angew\u00f6hnt hatten, falsche Angaben zu machen, so da\u00df sich die Beamten \u00fcber die Ostjuden wunderten und diese \u00fcber die Beamten.<br \/>\nWenn man, wie ich heute im Radio die Debatte \u00fcber die Versch\u00e4rfung des Asylgesetzes geh\u00f6rt hat, \u00fcberkommt einem das Gruseln, denn das ist noch heute so, wie es Roth in den Zwanziger oder Drei\u00dfigerjahren des vorigen Jahrhunderts so scharf beschreibt. Es gab noch eine Stelle aus dem Radetzkymarsch und eine Frau aus  Holland oder Belgien las das Ende des Romans &#8220;Beichte eines M\u00f6rders&#8221;, den Joseph Roth in Amsterdam geschrieben hat, wo er 1936 vier Monate im Hotel Eden in Bahnhofn\u00e4he, im Rotlichtviertel wohnte und, wo er diesem Hotel, wo ihn der Besitzer umsonst wohnen lie\u00df, in der Schlu\u00dfszene auch ein Denkmal setzte.<br \/>\nNachher gab es sehr harte Kekse und was zu Knabbern, Robert Huez schenkte aus und meinte auf meine erstaunte Frage, da\u00df er nicht damit gerechnet h\u00e4tte, da\u00df so viele Leute k\u00e4men. Aber als ich das letzte Mal bei einer Joseph Roth Veranstaltung im Literaturhaus war,  las Elisabeth Reichert einen Text, der sich auf Joseph Roths Frau bezog, die offenbar in der NS-Zeit am Steinhof umgekommen ist und ich, weil ich ein wenig herumgetr\u00f6delt habe, nicht mehr im Hauptraum Platz fand, war es auch sehr voll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Literaturhaus gibt es die Joseph Roth Gesellschaft dessen Obmann der ehemalige Leiter Heinz Lunzer ist und weil sich der f\u00fcr Joseph Roth sehr interessiert, gibts und gabs auch immer wieder Joseph Roth Veranstaltungen. In den Neunzigerjahren hat er eine &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=5980\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-5980","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5980","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5980"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5980\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5980"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5980"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5980"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}