{"id":6048,"date":"2011-03-01T22:59:19","date_gmt":"2011-03-01T21:59:19","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6048"},"modified":"2011-03-01T22:59:19","modified_gmt":"2011-03-01T21:59:19","slug":"das-neue-buch-von-michaela-falkner","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6048","title":{"rendered":"Das neue Buch von Michaela Falkner"},"content":{"rendered":"<p>Im Literaturhaus wurde heute Michaela Falkners neues Buch &#8220;Du blutest, du blutest&#8221;, vorgestellt, dar\u00fcber habe ich mich bei der GV der IG Autoren am letzten Wochenende schon mit O.P.Zier unterhalten, der meinte, da\u00df das Buch zum Minderheitenprogramm des Residenz-Verlags z\u00e4hlen w\u00fcrde und ich habe mich \u00fcberhaupt gefragt, was drin stehen w\u00fcrde, kenne ich ja Michaela Falkner haupts\u00e4chlich als Performancerin.Ist sie als solche einige Male im Literaturhaus aufgetreten und ich habe mich auch einmal bei der Verleihung des <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/29\/erich-fried-preis-09\/\">Erich Fried Preises 2009<\/a> mit ihr unterhalten, wie sie das schafft, tagelang in einem Museum auf dem Boden zu liegen? Jetzt dachte ich, da\u00df das vielleicht in dem Buch abgebildet ist und war als ich ins Literaturhaus kam und in dem Buch bl\u00e4tterte, Roman steht darauf, \u00fcberrascht, das es offensichtlich eine erz\u00e4hlende Handlung hat. Auf dem Umschlagbild ist Michaela Falkner mit t\u00e4towierter Hand abgebildet, sie weist auf den handgeschriebenen Titel hin und  das Manifest 34 &#8220;FALKNER &#8211; mit gro\u00dfer Geste wider die Mittellage&#8221;, das anl\u00e4\u00dflich des Erscheinen des Buches im Februar 2011 erschienen ist, lag am B\u00fcchertisch und dort gab es noch einige Falkner B\u00fccher, die wieder zu meinen Erstaunenen nicht der bildendenen Kunst zuzuordnen sind und Michaela Falkner hat seit 2005 auch viel geschrieben.<br \/>\nDa gibt es beispielsweise &#8220;Kaltschwei\u00dfattacken&#8221;, ebenfalls bei Residenz erschienen, &#8220;A fucking masterpeace&#8221; und &#8220;Falkner II- Eine Moritat in siebzehn Bildnern&#8221;. Ich kenne die 1970 in O\u00d6 geborene, die in politischer Psychologie promovierte und seit 2005 als Grenzg\u00e4ngerin zwischen bildender Kunst und Literatur T\u00e4tige, die Perfomances macht und Manifeste herausgeibt, glaube ich seit zwei Jahren. Vorher habe ich sie, das passiert mir ja oft, mit Brigitta Falkner verwechselt, sie ist aber bei den <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/10\/21\/von-schreibstuben-und-schreibschulen\/\">Schreibveranstaltungen<\/a> im Literaturhaus aufgetreten, dann beim Fried Symposium und im jetzt beim <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/01\/22\/die-praxis-des-schreibens\/\">Symposium f\u00fcr Sprachkunst<\/a> noch einmal. Der <a href=\"http:\/\/www.residenzverlag.at\/?m=30&amp;o=2&amp;id_program=31&amp;id_title=1401\">Residenz<\/a> Verlag hat zu der Veranstaltung mit Schnaps und Schokoladekuchen eingeladen. Als ich gekommen bin, habe ich gleich Alexandra Millner, Annas ehemalige Deutschpraktikantin gesehen, die das Buch in der Hand hielt und erz\u00e4hlte, da\u00df sie dar\u00fcber im Spektrum und f\u00fcr ein Projekt im Stifter Haus schreiben wird.<br \/>\nRobert Huez hat eingeleitet im Anschlu\u00df gab es eine Diskussion mit dem Lektor bzw. Programmleiter G\u00fcnther Eisenhuber und dem ORF-Sonderberichterstatter Friedrich Orter, denn in dem Buch geht es, um Krieg und Gewalt. Michaela Falkner las schwarzgekleidet stehend von dem Kind Ivan, das eines Tages von seinen Eltern mit der Mitteilung geweckt wird, da\u00df ab nun Krieg herrscht, das sich daraufhin im Wald versteckt und sich aus den Leichenteilen, die es dort findet, Menschenpuppen bastelt, in die namenlose Stadt zur\u00fcckkehrt, zum Anf\u00fchrer einer Revolte wird und sie mit den Kindern, die es dort noch gibt in eine Apokalyse st\u00fcrzen und mit Gewalt \u00fcberziehen wird.<br \/>\nSo steht es im Literaturhausprogramm. Michaela Falkner las in sprachlich sehr verdichteten Worten von dem Kind, das zuerst mit einem Bus am Tag seines Geburtstags im Sommer ist irgendwohin f\u00e4hrt. Dann von den Kindern, die von einem Zimmer in ein anderes gebracht, unter Drogen gesetzt und den Ersten erschie\u00dfen m\u00fc\u00dfen um vielleicht nach Hause zu d\u00fcrfen. Sp\u00e4ter werden sie den Vater t\u00f6ten und die Mutter vergewaltigen, um dazuzugeh\u00f6ren. Ivan kehrt in das Haus seiner Eltern zur\u00fcck, wo die dreiundsiebzig \u00fcbergebliebenen Kinder sitzen und ihre Namen hundertmal an die Wand schreiben. Michaela Falkner z\u00e4hlte sie alle auf die Pavlovs, Wolfgangs, etc mit Altersangabe, hin und wieder war auch ein M\u00e4dchen dabei. Dann gab es die Diskussion mit dem Kriegsberichterstatter und dem Lektor, den O. P. Zier am Wochenende sehr lobte, der gleich das Publikum in die Diskussion einbezog, so da\u00df ich fragte, wie man auf die Idee kommt so etwas zu schreiben und wie die diesbez\u00fcgliche Recherche stattfindet? Michaela Falkners Antwort war, glaube ich, der Satz aus dem Manifest 35.<br \/>\n&#8220;Der Schriftsteller als &#8220;Fleisch gewordenes Wort&#8221;, die Installation seiner selbst als sprachlich vermittelte Skulptur, als kreat\u00fcrlicher Akt, damit das Sehnen aufh\u00f6re.&#8221;<br \/>\nEin anderer erkundigte sich nach der Sprache mit der man Gewalt ausdr\u00fccken kann.  Friedrich Orter, der auch zwei B\u00fccher \u00fcber seine Kriegsberichterstattung geschrieben hat, l\u00e4\u00dft die Verben weg &#8220;Zum Fr\u00fchst\u00fcck eine Kugel&#8221;. Michaela Falkner verwendet Listen und schreibt in ihrer Art und es war eine sehr beeindruckende Pr\u00e4sentation.<br \/>\nWie dazu der Schnaps und der Schokoladekuchen passt ist nicht ganz klar.Wir sind aber sicher abgeh\u00e4rtet und das Vorhandensein der puren Gewalt von unseren Fernsehbildschirmen gewohnt. Und ich, die ich  nicht fernsehe, bekomme sie meist im Morgenjournal noch vor dem Fr\u00fchst\u00fcck mit. Tun kann man ohnehin nichts dagegen, als h\u00f6chstens diskutieren oder B\u00fccher lesen und interessant, da\u00df da ja einige zum Thema passend vor kurzem erschienen sind. <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/26\/verfahren\/\">Ludwig Lahers &#8220;Verfahren&#8221;<\/a>, das die Fl\u00fcchlingssituation nach dem Krieg auf eine dokumentarische Art und Weise schildert und Susanne Scholls &#8220;Allein zu Haus&#8221; \u00fcber Tschetschenien. Michaela Falkner macht es auf eine k\u00fcnstlerische experimentelle Art, beeindruckend ist es schon und das Vorhandensein von Gewalt l\u00e4\u00dft sich sowieso nicht \u00e4ndern. So habe ich zwei Gl\u00e4schen Wein getrunken, ein bi\u00dfchen Schokoladekuchen gegessen, mich l\u00e4nger mit Alexandra Millner und dann noch mit der Autorin unterhalten, um sie nach dem Ausgang des Buches zu befragen. Au\u00dferdem wollte ich noch wissen, wo man politische Psychologie studiert und wurde so neugierig auf das Buch, da\u00df ich  Petra Eckart von der Presseabteilung darum bat und es mir signieren lie\u00df. Da\u00df ich \u00fcber die Veranstaltung schreiben werde, habe ich Michaela Falkner schon vorher erz\u00e4hlt, damit sie es findet, sagte ich ihr die Adresse. Jetzt habe ich in dem Buch &#8220;f\u00fcr literaturgel\u00fcster.com&#8221;, stehen, die erste Widmung meines Blogs, vielleicht sp\u00e4ter f\u00fcr Literaturwissenschaftler interessant. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Literaturhaus wurde heute Michaela Falkners neues Buch &#8220;Du blutest, du blutest&#8221;, vorgestellt, dar\u00fcber habe ich mich bei der GV der IG Autoren am letzten Wochenende schon mit O.P.Zier unterhalten, der meinte, da\u00df das Buch zum Minderheitenprogramm des Residenz-Verlags z\u00e4hlen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6048\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6048","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6048","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6048"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6048\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6048"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6048"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6048"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}