{"id":60860,"date":"2018-04-29T00:34:51","date_gmt":"2018-04-28T22:34:51","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=60860"},"modified":"2018-04-29T00:34:51","modified_gmt":"2018-04-28T22:34:51","slug":"die-amerikafalle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=60860","title":{"rendered":"Die Amerikafalle"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines \u00fcblichen &#8220;Beutschemas&#8221; liegt, wie man unken k\u00f6nnte und eines, um das ich mich mit dem <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/blogwart\/\">Alfred<\/a> gestritten habe.<\/p>\n<p>Er hat es jedenfalls, w\u00e4hrend es auf meiner Warteliste stand, nach Harland mitgenommen und ist auch am Dienstag in den &#8220;Thalia&#8221; gegangen, als es dort vorgestellt wurde. Als es Martin Amanshauser in der &#8220;Gesellschaft f\u00fcr Literatur&#8221; vorstellte, habe ich in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/04\/04\/textvorstellungen-mit-begraebnissen\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> gelesen, also war der Alfred nicht dort.<\/p>\n<p>Aber er fliegt ja in einem Monat wieder nach Amerika, w\u00e4hrend ich an dem 1968 in Salzburg Geborenen und Sohn des alten &#8220;Residenz-Autors&#8221; Gerhard Amanshauser bez\u00fcglich seiner literarischen Seite interessiert bin. Hat er doch auch einige eher<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/09\/02\/saisonstart-mit-martin-ammanshauser\/\"> lustige Romane<\/a> geschrieben und einen Gedichtband mit dem Bezeichnenten Titel &#8220;100 000 verkaufte Exemplare&#8221;, hat sich aber in letzter Zeit eher als Reiseschriftsteller etabliert.<\/p>\n<p>In dieser Funktion hat er auch in der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/24\/martin-amanshauser-reisen\/\"> &#8220;Alten Schmiede&#8221; gelesen und ich bin hingegangen<\/a> und\u00a0 jetzt also auch am dem <a href=\"http:\/\/www.kremayr-scheriau.at\/bucher-e-books\/die-amerikafalle-953\">Buch mit dem Untertitel &#8220;oder, wie ich lernter, die Weltmacht zu lieben&#8221;<\/a> sehr interessiert.<\/p>\n<p>Und das ist\u00a0 schon ein bezeichneter Titel, denn sp\u00e4testens seit der Wahl Donald Trumps zum Pr\u00e4sidenten, distanzieren sich alle von Amerika, auf der anderen Seite sind wir aber immer noch davon gepr\u00e4gt und fasziniert. Tragen Jeans, trinken Cola und reden &#8220;Denglisch&#8221; mit amerikanischen Akzent und ich war auch ein paar Mal in Amerika und als ich das erste Mal 1989 in New York war, war ich von der Stadt mit ihrten Wolkenkratzern fasziniert. Jetzt w\u00fcrde ich schon wegen der Sicherheitskontrollen nicht mehr hinfliegen.<\/p>\n<p>Martin Amanshauser war aber, wie so viele andere Autoren im letztenJahr vier Monate &#8220;Writer in Residence&#8221; und in dieser Funktion l\u00e4\u00dft sich nat\u00fcrlich f\u00fcr einen Reiseschriftsteller mit Humor oder Sarkasmus, wie Martin Ammanshauser wahrscheinlich ist, ein herrliches Kolumnenbuch schreiben, das in mehrere Kapitel unterteilt ist.<\/p>\n<p>Das erste hei\u00dft &#8220;Ankommen &amp; Losfahren&#8221; und da beschreibt Martin Amanshauser ausf\u00fchrlich, die amerikanische Kleinstadt in der er tempor\u00e4r zurm Lehrpersonal geh\u00f6rte und schildert, die Sturheit einer Verk\u00e4uferin, die sich weigert ihm Bier zu geben, da er nur \u00fcber einen ausl\u00e4ndischen Pa\u00df verf\u00fcgt und deshalb scheint es Ausl\u00e4ndern offenbar verboten in Amerika Biert zu trinken, etwas, was ich eigentlich so nicht glaube, von Martin Amanshauser aber gen\u00fc\u00dflich dargestellt wird und auch die Football Begeisterung der Amerikaner wird von ihm verrissen.<\/p>\n<p>Unter &#8220;Amerikafalle&#8221; sind, wie man bald versteht, offenbar die Widerspr\u00fcche gemeint, die einem begegnen, wenn man das Land bereist oder den Studenten Unterricht im kreativen Schreiben oder Reiseschriftstellern gibt.<\/p>\n<p>Denn der Alltag in US, der hier beschrieben wird, besteht wahrscheinlich zu einem gro\u00dfen Teil aus ungesunden Essen, \u00fcber das sich der Durchschnittseurop\u00e4er wahrscheinlich nur wundern oder den Kopf sch\u00fctteln wird. H\u00f6rt man doch so viel von der Dickleibigkeit der Amerikaner, dann macht Amanshauser, der mit seinen Kindern die vier Monate in den USAwar und sie dort nat\u00fcrlich in die Schule schicken mu\u00dfte, die Erfahrung, da\u00df das Schulbuffet nur aus Fastfood, da\u00df sich\u00a0\u00a0 aus viel Fett und Zucker zusammensetzt besteht und, da\u00df das Mineralwasser verteufelt wird, w\u00e4hrend die Amerikaner, das Zuckerwassernamens Coca Cola ungefiltert in sich hineinsch\u00fctten, so da\u00df der \u00c4ltere nach \u00d6sterreich zur\u00fcckgekommen, in seinen Schulaufsatz schreibt: &#8220;Ich bin mit meiner Familie nach america f\u00fcr 4 monate lang und ich Bin in die Schule gegangen in America und am ersten Tag gonnte ich nichts verstehen und die Schule is ganz anders und das Essen is grauslich auser am mittwoch\u00a0 gibt es Pizza&#8221;.<\/p>\n<p>\u00dcber die mangelnde Nachhaltigkeit und das mangelnde Umweltbewu\u00dftsein wird philosophiert. So werden einen die Plastikt\u00fcten in den Superm\u00e4rkten offenbar noch immer nachgeschmissen, w\u00e4hrend man sie hier vor allem in den Billigl\u00e4den schon bezahlen mu\u00df und Martin Amanshauser packte sich offenbar aus mangelnder Amerikakenntnis soviel in eine hinein, da\u00df er sich die Zehe dabei verletzte, \u00fcberlegte, ob er den Staat klagen und dadurch zum Million\u00e4r werden k\u00f6nnte, aber auf jeden Fall ordentlich vor sich hinfluchte, was aber niemand h\u00f6rte.<\/p>\n<p>Nach dem &#8220;Ankommen&#8221; werden die ersten Reisen in das Land, die offenbar sp\u00e4ter erfolgten beschrieben, bevor es zum Kapitel &#8220;Aklimatisieren und Wundern&#8221; geht, aus dem vorwiegend die letzten von mir zitierten Beispiele stammen.<\/p>\n<p>Amanshauser fuhr also, mit oder ohne Familie, das wurde mir nicht so ganz klar, nach New Orelans, dem Land der Musik, wo es ja 2005 den Hurrican Katrina gab, der alles oder viel verw\u00fcstete und nach San Fransico und da war ich auch 1989. Da haben mich vor allem die Weihnachtsgesch\u00e4fte, die es dort im Sommer gab,\u00a0 etwas das ich damals nicht kannte, fasziniert. Ich habe begierig, die Gutscheine, die verteilt wurden, eingel\u00f6st und schm\u00fccke in Harland immer noch mit den dort bekommenen Dekorationen, beispielswei\u00dfe einen grauen Plastikapfle, einer Plastikerdbeere und einem Cable Car Aufh\u00e4nger, die Zimmer. Denn mit dem ber\u00fchmten Cable Cars sind wir auch gefahren und die ber\u00fchmte Golden Gate Bridge haben wir ebenfalls bewundert.<\/p>\n<p>Die Weihnachtsgesch\u00e4fte haben Martin Amanshauser, den vielgereisten, offenbar nicht mehr verbl\u00fcfft, daf\u00fcr zitiert er die Museen, nennt Allen Gisberg und sein &#8220;Geheul&#8221; das in den F\u00fcnfzigerjahren einen Skandal ausllste und heute h\u00f6chstwahrscheinlich auch niemanden mehr r\u00fchrt und zitiert auch Jack Kerouac, dessen biografischen Roman von Anthony Mc Carten ich ja gerade gelesen habe, so da\u00df mich das auch verbl\u00fcffte, beziehungsweise ich sehr begierig diese Stellen las.<\/p>\n<p>Die Reisen gehen dann auch nach New York, wo er mit seinen Kindern den Ground Zero besucht und Schwieriigkeiten mit den Sicherheitsdiensten hat, denn nein, man kann die Kinder aus Piet\u00e4tsgr\u00fcnden nicht auf die Namensschilder der dort Umgekommen setzen und, als er mit seinen Kindern Fu\u00dfallspielen will, kommt wieder ein Sicherheitsguard, denn es naht ein Gewitter und da gibt es angeblich ein Gesetzt, da\u00df den Kindern dann verbietet sich aus Sicherheitsgr\u00fcnden drau\u00dfen aufzuhalten.<\/p>\n<p>Wie es \u00fcberhaupt mit den Sicherheitsgr\u00fcnden recht schwierig zu sein scheint, denn zu seiner eigenen Sicherheit darf man vieles nicht. Beispielsweise Fu\u00dfballspielen oder Wein trinken. Als Amanshauser mit einer Flasche Wein an der Rezpetion auftaucht, um nach einem Korkenzieher zu fragen, starrt ihn die diensttuende Studentin entsetzt an.<\/p>\n<p>Aber man darf Motorradfahren ohne Helm, was der Europ\u00e4er nicht ganz versteht, darf Waffentragen und, f\u00fcge ich hinzu, es gibt auch keine Sozialversicherung f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>So testet Amanshauser, wie er in seiner launigen Art schreibt, f\u00fcr seine Leser das Gesundheitssystem der USA aus. Das hei\u00dft, er schneidet sich in den Finger und alles bestens. Die \u00c4rzte und die Schwestern reden mit ihm, er wird gut versorgt, das dicke Ende naht dann erst nach der R\u00fcckkehr nach Wien, n\u00e4mlich die Kranknhausrechnung. Aber da habe ich schon vorgegriffen. Amanshauser war noch in Las Vegas, hat hier die Spielh\u00f6llen beobachtet und in Mexiko und Kanada obwohl er das, wieder so eine absurde Vorschrift, sowohl seiner Bank als auch seiner Universit\u00e4t melden mu\u00dfte.<\/p>\n<p>Hat vieles vom Amerikanischen way of life verstanden und kritisiert und sich schlie\u00dflich auch eingew\u00f6hnt, so da\u00df er auf den letzten Seiten schreibt, da\u00df er schlie\u00dflich und endlich mit den Amerikanern warm geworden ist und\u00a0 vielleicht sogar ein richtiger Amerikaner geworden w\u00e4re.<\/p>\n<p>Ein spannendes Buch, ist mein Fazit, obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob das jetzt etwas f\u00fcr Amerikareisende oder zu Hausegebliebene, die mehr \u00fcber das Land wissen wollen ist und bin auch ein bi\u00dfchen verbl\u00fcfft, da\u00df ich vieles, was in dem Buch beschrieben wird, 1989, als ich das erste Mal dort war, auch so erlebte.<\/p>\n<p>&#8220;For your safety, Sir!&#8221;, sagte die Stewardess zum Alfred, als er sich nicht Anschnallen oder sein Gep\u00e4ck im Sicherheitsfach verstauen wollte.<\/p>\n<p>War verbl\u00fcfft \u00fcber die mir inzwischen nur oberfl\u00e4chlich etscheindene Freundlichkeit der Amerikaner, die zu allen &#8220;honey&#8221; oder &#8220;sweety&#8221; sagen und auch \u00fcber die Buschauffeure, die mit den Worten, da\u00df sie keinen\u00a0 \u00c4rger wollen, die Sandler oder Unangepassten auf die Stra\u00dfe setzten und auch unsere Reiseroute war ziemlich \u00e4hnlich, so da\u00df ich vieles, was Amanshauser beschreibt, best\u00e4tigen kann.<\/p>\n<p>Bur Donald Trump hat es nicht als Pr\u00e4sident gegeben und die Twin Towers sind noch gestanden. Ich bin nicht hinaufgefgahren, sondern den Broadway entlangmarschiert. Daf\u00fcr der Alfred mit der Anna auf der Suche nach dem besten Coffee shop, den Annas beste Freundin Anna L. ihr empfohlen hat.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt ein Buch, das ein wenig abseits meines \u00fcblichen &#8220;Beutschemas&#8221; liegt, wie man unken k\u00f6nnte und eines, um das ich mich mit dem Alfred gestritten habe. 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