{"id":60887,"date":"2018-04-30T00:51:46","date_gmt":"2018-04-29T22:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=60887"},"modified":"2018-04-30T00:51:46","modified_gmt":"2018-04-29T22:51:46","slug":"still-leben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=60887","title":{"rendered":"Still leben"},"content":{"rendered":"<p>Was jetzt kommt ist, glaube ich, ohne jeden Zweifel ein Personal Essay. Die Literaturkritik und die Verlagswelt tut sich ja recht schwer mit den Begriffen oder den Workshoparten, die man beispielsweise bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/23\/fuenfzehn-jahre-writersstudio\/\">&#8220;Open days&#8221;\u00a0 des &#8220;Writersstudios&#8221;<\/a> lernen kann.<\/p>\n<p>Da ist alles ein Roman und ein Debut, damit man es besser verkaufen kann, obwohl <a href=\"https:\/\/www.piper.de\/buecher\/stillleben-isbn-978-3-492-05820-9\">&#8220;Still leben&#8221;<\/a> der 1984 deutschen Autorin, Antonia Baums, die ich vom <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/07\/07\/donnerstag-in-harland-und-in-klagenfurt\/\">&#8220;Bachmann-Lesen&#8221;<\/a> kennen,\u00a0 wurde, glaube ich, in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/03\/17\/messeimpressionen-iii\/\">&#8220;Leipzig&#8221;<\/a> als Essayband vorgestellt und es hat ein sehr interessantes Thema, geht es doch auf der einen Seite, um die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/04\/traurige-freiheit\/\"> prek\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse der drei\u00dfigj\u00e4hrigen Akademikerinnen<\/a> der deutschen Mittelschicht und auf der anderen um die &#8220;Mutterschaft&#8221;.<\/p>\n<p>&#8220;Aha!&#8221;, k\u00f6nnte man jetzt sagen und etwas verwirrt schauen.<\/p>\n<p>&#8220;Wie passt das denn zusammen?&#8221;<\/p>\n<p>Ich tue es nicht, habe ich doch in letzter Zeit einige Klientinen die um die Drei\u00dfig sind, gerade in Instituten\u00a0 oder\u00a0 B\u00fcros zu arbeiten beeginnen und entweder von ihren Nichten und Neffen oder den Kinderbegr\u00fc\u00dfungsparties ihrer Freundinnen oder schon von den eigenen Kindern erz\u00e4hlen, die sie jeden Morgen sich abhetzend in den Kindergarten bringen.<\/p>\n<p>Auf noch einer anderen Seite h\u00f6re ich von den meist sehr gepflegten sch\u00f6nen blonden\u00a0 Identit\u00e4rinnen, wie sehr die Frau von heute angeblich unter den von ihren M\u00fcttern aufgezwungenen falschen Feminismus leiden w\u00fcrde, der ihnen vorschw\u00e4tzte auf jeden Fall zu studieren und auf keinen Fall ein Kind zu bekommen und, die unter diesen Vorgaben, wie sie meinen, totungl\u00fccklich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die meisten dieser jungen Frauen haben zwar noch keine Kinder und versucht mal eine ein unruhiges Zweij\u00e4hriges zu beruhigen, regen sich prompt die m\u00e4nnlichen Identit\u00e4ren dar\u00fcber auf und die sechunddrei\u00dfigj\u00e4hrige Antonia Baum oder ihre Ich-erz\u00e4hlerin steht am Fenster,\u00a0 starrt in die Leere und denkt &#8220;Ich will ein Mann sein!&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Aha!&#8221;, k\u00f6nnte man jetzt denken, wenn man nichts dar\u00fcber wei\u00df, da\u00df das ein Personal Essay \u00fcber die Mutterschaft ist, &#8220;es geht, um das ebenfalls sehr moderne Transthema!&#8221;<\/p>\n<p>Aber nein, die Erz\u00e4hlerin ist schwanger oder hat gerade ein Kind geboren und denkt dar\u00fcber nach, wie dieses ihr Leben ver\u00e4ndert wird?<\/p>\n<p>Sie ist \u00fcber drei\u00df\u00edg, hat studiert oder offenbar beim &#8220;Bachmann-Preis&#8221; gelesen und schon ein paar B\u00fccher geschrieben. Steht also auf der einen Seite des m\u00f6glicherweisen Berlins, wo man hinausgehen kann in die hippen Gesch\u00e4fte, wo es die Markenkleider zu kaufen gibt, die einen sofort von denen in no name Billigklamotten Gekleideten unterscheidet und die, merke ich kritisch an, wahrscheinlich in der gleichen Fabrik in Bangladesh von hungrigen chancenlosen Kindern erzeugt wurden.<\/p>\n<p>Aber das ist nicht das Thema des Buches, sondern die Frage, wie sehr Mutterschaft eine ver\u00e4ndern kann und was sie damit auf sich nimmt, denn es geh\u00f6rt ja zu den Aufgaben der Frauen, sich um ihre Kinder zu k\u00fcmmern und Annika B\u00fchnemann von &#8220;Vom Schreiben leben.de&#8221;, deren Schreibtipps ich ja sehr intensiv verfolge, hat vor drei Monaten auch ein Kind geboren und postet jetzt zwar auch noch Videos \u00fcber die h\u00e4ufigsten Anfangsfehler der Autoren, aber auch jede Woche eines, wo sie sich beispielsweise dar\u00fcber beklagt, da\u00df man nicht zum Schlafen, kommt, wenn die kleine Maus die ganze Nacht lang durchschreit und man wei\u00df nicht wieso.<\/p>\n<p>Mutterschaft ist aber etwas, was zum Leben einer Frau dazugeh\u00f6rt und, da\u00df etwas fehlt, wenn man diese Erfahrung nicht gemacht hat, ist auch ein Satz den Antonia Baum gleich am Anfang ihres Essysband schreibt und ich habe diese Erfahrung vor vetzt schon mehr als f\u00fcnfunddrei\u00dfig Jahren auch gemacht.<\/p>\n<p>Da gab es noch keine prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse, zumindest haben sie nicht so gehei\u00dfen. <em>I<\/em>ch war gerade mit meinem Studium fertig, hatte das Akademikertrainig hinter mich gebracht und ein Inserat im &#8220;Falter&#8221; aufgegeben: &#8220;Habe viel Erfahrung im Alleineleben und m\u00f6chte jetzt eine Zweierbeziehungs ausprobieren!&#8221;<\/p>\n<p>Aber eigentlich habe ich gewu\u00dft, ich will ein Kind. Als ich dann Drei\u00dfig wurde, war ich, Vertragsassistentin an der II\u00a0 HNO-Klinik, schon schwanger und habe das nicht bereut, w\u00e4hrend sich Antonia Baum die Frage stellte, ob sie das dann mit dem schreienden Kind am Bauch\u00a0 am Hinausgehen in die schicke Hipsterwelt vielleicht bereuen w\u00fcrde, denn Antonia Baum lebt mit ihrem Freund vielleicht aus Kostengr\u00fcnden in einem der Multikultih\u00e4user, die die Ident\u00e4ten auch nicht haben wollen, schaut in die Nacht, h\u00f6rt auf die Ger\u00e4usche und \u00fcberlegt, da\u00df sie die meisten ihrer Nachbarn gar nicht oder h\u00f6chstens nur vom Sehen kennt.<\/p>\n<p>Als Antonia Baum erf\u00e4hrt, da\u00df sie schwanger ist, ist sie mit ihrem Freund in Israel, der ihr voll die Entscheidung \u00fcberl\u00e4\u00dft, wie sie mit dieser Tatsache umgehen will, was sie vielleicht auch \u00fcberfordert.<\/p>\n<p>Wieder zur\u00fcckgekommen, steht sie erneut am Fenster ihrer Wohnung, die Nachrichten von dem Terroranschlag in Paris am f\u00fcnfzehnten November 2015 f\u00e4llt in die Zeit ihrer Schwangerschaft. Ebenfalls die Ereignisse in K\u00f6ln in der anschlie\u00dfenden Silvesternacht, was das Ich -Bild der Erz\u00e4hlerin sehr durcheinander bringt. So gesehen ist das Buch sehr poltisch, obwohl man auf dem ersten Blick gar nicht denken w\u00fcrde, da\u00df es das ist. Vielleicht politischer sogar als<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/04\/23\/politische-olga-flor\/\"> Olga Flors Essayband.<\/a><\/p>\n<p>Sie sucht weiter die hippen Orten ihrer Umgebung, beispielsweise ein Yogastudi f\u00fcr Schwangere auf, wo sie die gepflegten Mittelschichtschwangeren ein wenig verwirrend. Verwirrend sind vielleicht auch die Leute die auf ihren Bauch starren oder darauf greifen und ihr gute Ratschl\u00e4ge geben.<\/p>\n<p>Klinik oder Geburtshaus w\u00e4re eine solche Frage? Die Hausgeburt f\u00fcr die mich\u00a0 entschieden habe, kommt, glaube ich, in ihren \u00dcberlegungen nicht vor. Daf\u00fcr aber die Frage, die ich ebenfalls hatte, wie das dann mit dem Schreiben werden wird?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich war das in der Phase vor und nach der Geburt etwas schwierig, in dem Text <a href=\"http:\/\/www.jancak.at\/poesie_und_brotberuf.html\">&#8220;Poesie und Brotberuf&#8221;<\/a> im &#8220;Poldis Galeriecafe&#8221; vorgetragen, habe ich das thematisiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/21\/lange-erzaehlspiele\/\"> Bettina Balaka<\/a>, die mit mir gelesen hat, hat damals gesagt, sie hatte als Alleinerzieher keine Wahl gehabt, sie mu\u00dfte schreiben, ob sie wollte oder nicht. Antonia Baum schreibt, glaube ich, einen Roman prophylaktisch voraus, der wie sie gleich erw\u00e4hnt, nie fertig wird.<\/p>\n<p>Dann kommt meiner Meinung nach ein eher klischeehafter Excurs \u00fcber die Benachteiligung der Frauen im Literaturbetrieb. Hier z\u00e4hlt Antonia Baum nur drei weibliche Autorennamen auf, als h\u00e4tte sie noch etwas von<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/20\/elfriede-jelineks-siebzigster-geburtstag\/\"> Elfriede Jelinek<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/11\/22\/atemschaukel\/\"> Herta M\u00fcller<\/a>,<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/03\/von-marlene-streeruwitz-vorlesung-zum-dicht-fest-fragment\/\"> Marlene Streeruwitz<\/a> etcetera geh\u00f6rt und w\u00fcrden alle anderen weiblichen Schreiberinnen &#8220;Herzchen- oder Mami-Romane&#8221; schreiben, was meiner Sicht nach nicht stimmt.<\/p>\n<p>Das Baby wird geboren. Antonia Baum verbringt die erste Nacht es anzusehen. Dann bricht die H\u00e4rte der Mutterschaft \u00fcber sie herein. Sie mu\u00df es stillen, denn ihrer Meinung nach w\u00fcrde sie von den Still-Blogs und der Still-Maffia gesteinigt werden, wenn sie es nicht t\u00e4ten. Dazu passt dann gleich die Nazi-Ideologie, von der der Stillkult vielleicht kommt und Johanna Haarers &#8220;Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind&#8221; wird zitiert, das unter modizierten Namen bis in die Siebzigerjahre oder sogar Neunzigerjahre verkauft und verlegt wurde.<\/p>\n<p>Antonia Baum bleibt das erste halbe Jahr zu Hause und das, was dann kommt, kann man vielleicht mit einer Still- Depression vergleichen, obwohl das Wort nicht erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<p>Es bleibt die Angst, die die Famlie lebt ja in einem eher Abbruchhaus, wenn ich es richtig verstanden habe, mit komischen Bewohnern, die wahrscheinlich, die AfD w\u00e4hlen und psychische Probleme haben. Jedenfalls gibt es da einen Mann, der st\u00e4ndig &#8220;Heil Hitler!&#8221; aus dem Fenster schreit. Die Psychiater werden jetzt vermuten, er leide an einem &#8220;Tourette-Syndrom&#8221;. Er laubert aber auch Antonia Baum und ihrem Freund auf, als die mit ihrem Baby von der Klinik nach Hause kommen, stellt sich vor sie hin und sagt &#8220;Aha!&#8221;<\/p>\n<p>Sp\u00e4ter l\u00e4utet er mit einem Essensrest an seinen Z\u00e4hnen an Antonia Baums T\u00fcr, die sie erschrocken verschlie\u00dft und mit Freund und Anwalt \u00fcberlegt ob sie die Polizei rufen soll?<\/p>\n<p>Da klingeln bei mir die Alarmglocken und ich denke &#8220;Uje, wenn so das Mobbing oder Stalking beginnt!&#8221;<\/p>\n<p>W\u00e4re es vielleicht nicht besser mit dem Mann zu reden, als gleich die Polizei zu holen oder zu \u00fcberlegen, sich vielleicht ein andere, &#8220;bessere&#8221;, schreibt Antona Baum, Wohngegen zu suchen, was auch \u00fcberlegt wird, aber so schnell findet man keine andere Wohnung.<\/p>\n<p>Also bleibt Antonia Baum das erste halbe Jahr vorwiegend zu Hause, zieht sich von der Gesellschaft zur\u00fcck, wodurch die Decke \u00fcbern Kopf wahrscheinlich auch nicht kleiner wird. Denn als sie mal mit dem Babya aus dem Haus wollte, fing es prompt zu schreien an. Die junge Mutter konnte es nicht beruhigen und das Fenster \u00f6ffnete sich und ein Frau schaut heraus und fing an sie zu beschimp\u00fcfen, weil sie durch das Geschrei gest\u00f6rt wurde Interessant, da\u00df sich auch Antonia Baum durch den schreienden Mann gest\u00f6rt f\u00fchlte.<\/p>\n<p>Excurse \u00fcber die Benachteiligung von Mann und Frau folgen. Wer ist f\u00fcr die Hausarbeit zust\u00e4ndig? Gibt es da einen Hausarbeits- oder M\u00fcttergen? Wahrscheinlich nicht. Aber es gibt die M\u00f6glichkeit eine Putzfrau zu engagieren, die aus dem Osten kommt, eigentlich Biologie studierte, auch nicht gerne putzt, f\u00fcr Geld macht man aber alles. Was Antonia Baum auch mit schlechten Gewissen auch tut, w\u00e4hrend sie nach dem halben M\u00fctterjahr vier Stunden t\u00e4glich aus dem Haus geht und an dem Buch zu schreiben beginnt, nicht ohne zu betonen, da\u00df sie ihr Baby selbstverst\u00e4ndlich liebt und nur das erste halbe Jahr allein zu Haus sehr anstrengend oder f\u00fcrchterlich war, was mich jetzt wieder ein bi\u00dfchen an <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/15\/bernhard-und-handke-in-der-osterreichischen-literatur\/\">Thomas Bernhard,<\/a> beziehungsweise an seinen Schreibstil erinnert.<\/p>\n<p>Sie geht dann in eine Krabbelgruppe, wo die andereren hippen Akademiker- oder Mittelschichtm\u00fctter mit ihren Fair trade Markenklamotten hingehen und ist dort auch nicht gl\u00fccklich, weil die alle kindische Babylieder singen und mit ihr sprechen, als ob sie auch ein solches w\u00e4re.<\/p>\n<p>Dann werden\u00a0 Zeitungsartikel, auch die von &#8220;Spiegel&#8221;, &#8220;Zeit&#8221;, etcetera nach ihren Aussagen \u00fcber M\u00fctter untersucht und uje, die machen entweder zu viel oder gar nicht f\u00fcr ihre Pxvpension, arbeiten zu viel oder gar nicht, trinken Latte Macchiatto oder gehen nie aus dem Haus, etcetera, etcetera.<\/p>\n<p>Die neue Wohnung wird Realit\u00e4t, Antonia Baum, ihr Freund und ihr Baby k\u00f6nnen zu\u00fcck jenseits der Grenze in die schicke oder vielleicht auch nicht so tolle Mittelschichtwelt.<\/p>\n<p>Vorher werden sie noch von einer netten Polizistin zu dem Mann befragt. Denn inzwischen hat es nicht nur den Anschlag am Berliner Weihnachtsmarkt gegeben, sondern es wurde auch ein Jugendzentrum in der N\u00e4he angez\u00fcndet und der Mann wurde kurz davor gesehen.<\/p>\n<p>&#8220;Was geschieht mit ihm?&#8221;, fragt Antonia Baum die Polizistin, die zuckt die Achseln und antwortet &#8220;da\u00df er vielleicht in eine Einrichtung komme oder ins Gef\u00e4ngnis oder auf Bew\u00e4hrung, sie k\u00f6nne es nicht sage, sie wisse es nicht&#8221; und nur das Protokoll aufnehmen f\u00fcge ich hinzu.<\/p>\n<p>Antonia Baum zieht also weg. Detail dam Rande, da\u00df kurz danach das Haus einen neuen Eigent\u00fcmer bekommt, der alles aufrei\u00dfen l\u00e4\u00dft, die alten Mieter hinausekelt und die neuen f\u00fcr das nun sch\u00f6ne hippe Haus wahrscheinlich h\u00f6here Mieten zahlen l\u00e4\u00dft, was ich auch f\u00fcr keine L\u00f6sung halte.<\/p>\n<p>Antonia Baum resumiert aber weiter \u00fcber die Mutterschaft, zitiert Studien dazu und schlie\u00dft mit den Worten &#8220;Nein, das Problem ist nicht das Kind. Das Problem liegt in dem Versuch, das Kind zusammenzubringen mit den Ideen, Erdornissen und Sachzw\u00e4ngen eines modernen Erwachsenenlebens, wie es sich die Erwachsenen gemacht haben.&#8221;<\/p>\n<p>Und ich habe ein sehr interessantes Buch gelesen, dessen scharfer Ton und Antonia Baums starke Distanzierung von ihrem Kind ,das sie machnmal auch als &#8220;Baby-dings&#8221; bezeichnet und von &#8220;Schweine-M\u00fcttern&#8221; spricht, mich manchmal \u00fcberraschten und das Buch vielleicht auf dem ersten Blick unsympathisch machen, wie man auch bei <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/customer-reviews\/R3IKWRD7WKCLWL\/ref=cm_cr_arp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&amp;ASIN=3492058205\">&#8220;Amazon&#8221;<\/a> finden kann.<\/p>\n<p>Auf dem Zweiten ist es dann sehr politisch und da haben mich die Einsch\u00fcbe mit dem Mann, den ich ganz ehrlich f\u00fcr einen armen Teufel halte und mit dem ich reden w\u00fcrde, statt mich hinter meiner T\u00fcr zu verbunkern, am meisten interessiert, weil das das Lesen auch sehr spannend machte und ich mir die ganze Zeit dachte, was passiert mit ihm? Werden sie sich am Ende zum Tee treffen und er vielleicht mit dem Kind spielen oder etwas f\u00fcr es basteln?<\/p>\n<p>Aber ich wei\u00df schon, da\u00df das zu kitschig w\u00e4re und in Zeiten, wie diesen vielleicht nicht m\u00f6glich, weil er ja auch &#8220;Heil Hitler!&#8221; schreit und wenn \u00fcberhaupt, vielleicht die &#8220;AfD&#8221; w\u00e4hlt und Antonia Baums Angst vor der Still-Maffia erscheint mir zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/02\/12\/12-februar\/\">Bernhardesk<\/a> \u00fcbertrieben oder wird man in Deutschland wirklich angezeigt, weil man sein Kind nicht stillt? Vielleicht schon eher, wenn man es nicht gegen Masern impfen l\u00e4\u00dft, aber da ist ja Antonia Baum eher gegen die Impfgegener, wenn ich das richtig verstanden habe.<\/p>\n<p>Sie hat auch im Leipzig auf dem <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/kultur\/das-blaue-sofa\/baum-blaues-sofa-17-03-2018-100.html\">&#8220;Blauen Sofa&#8221;<\/a> gelesen oder \u00fcber das Buch diskutiert. Da bin ich aber fr\u00fcher weggegangen, obwohl ich damals noch nicht realisiert hatte, da\u00df ich das Buch ohnehin bestellt hatte. Wenn man genau hinsieht, kann man mich kurz auf dem Video sehen und ich denke, es ist ein sehr spannendes Buch, wenn auch eines \u00fcber das man viel diskutieren kann und das auch tun sollte!<\/p>\n<p>Ein Muterbeispiel dar\u00fcber was ein Personal-Essay ist, ist es, glaube ich auch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was jetzt kommt ist, glaube ich, ohne jeden Zweifel ein Personal Essay. Die Literaturkritik und die Verlagswelt tut sich ja recht schwer mit den Begriffen oder den Workshoparten, die man beispielsweise bei den &#8220;Open days&#8221;\u00a0 des &#8220;Writersstudios&#8221; lernen kann. 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