{"id":61132,"date":"2018-05-04T00:44:58","date_gmt":"2018-05-03T22:44:58","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=61132"},"modified":"2018-05-04T00:44:58","modified_gmt":"2018-05-03T22:44:58","slug":"tentakel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=61132","title":{"rendered":"Tentakel"},"content":{"rendered":"<p>Da habe ich doch <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/03\/visby-infra-ordinaire\/\">etwas gro\u00dfspurig versprochen, als n\u00e4chstes Buch etwas Verst\u00e4ndlicheres<\/a> zu lesen und bin prompt \u00fcber Rita Indianas &#8220;Tentaktel&#8221; gestolpert, das <a href=\"https:\/\/www.wagenbach.de\/buecher\/titel\/1124-tentakel.html\">&#8220;Quartbuch&#8221; das mir &#8220;Wagenbach&#8221;<\/a> freundlicherweise geschickt hat und das, wie der Klappentext ebenso gro\u00dfmundig verspricht &#8220;mit magischen Treibstoff lateinamerikanische und karibische Traditionen zu verbinden und die Grezenen\u00a0 hinter sich zu lassen.&#8221;<\/p>\n<p>Also &#8220;Einen Roman, der unsere Fragen nach Identit\u00e4t, Sex und Gender auf ganz eigene Weise verhandelt &#8211; und eine so bemerkenswerte, wie befreiende Antwort findet.&#8221;<\/p>\n<p>Das macht na\u00fcrlich neugierig, umsomehr, als die obige Buchbeschreibung etwas von &#8220;einer verw\u00fcsteten Strandpromenade der dominikanischen Republik, \u00dcberwachungsrobotern, die die haitischen Fl\u00fcchtlinge t\u00f6ten&#8221; und dem Hausm\u00e4dchen Alcide erz\u00e4hlt, &#8220;das bei einer Voodoo- Priesterin arbeitet und sowohl Restaurantchef, als auch ein Mmann werden will&#8221; erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Und Rita Indiana liest man auf der anderen Seite des Klappentextes, wurde 1977 in Santa Domingo geboren und ist eine der bekanntesten dominikanischen Musikerinnen.<\/p>\n<p>Das macht auch neugierig und dann war ich etwas verwirrt von der Verquickung, des magischen Schreibstils mit den lateinamerikanischen und karibischen Traditionen und stellte fest, da\u00df sich der nicht weniger schwierig, als Elisabeth Wandeler-Decks Konzeptkunst liest.<\/p>\n<blockquote><p>Obwohl nat\u00fcrlich es gibt eine Handlung und die kann man wahrscheinlich nacherz\u00e4hlen oder auch nicht, denn die Handlungsst\u00e4r\u00f6nge spielen sich mindestens in zwei oder drei Zeitebenen ab und, um Konzeptkunst geht es in einer dieser Ebenen zuf\u00e4lligerweise auch. Aber nicht nur, sondern auch, um vieles anderes und dabei liest sich der Klappentext von dem dominikanischen Hausm\u00e4dchen, das vor der Entscheidung steht, ob sie dem &#8220;Kult oder sich selbst vertrtauen soll?&#8221; ganz einfach.<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Buch f\u00fcge ich gleich hinzu, ist das nicht, sondern sehr verwirrend und so habe ich mich \u00e4hnlich, wie bei Elisabeth Wandelers Decks Konzeptkunst nicht ganz ausgekannt.<\/p>\n<p>Es beginnt dystopisch, das Hausm\u00e4dchen saugt Staub bei ihrer Herrin und beobachtet dabei, wie die Roboter, die sp\u00e4ter keine Rolle mehr spielen, einen Fl\u00fcchtig t\u00f6ten und wir sind, wie \u00f6fter in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/16\/die-verteidigung-des-paradieses\/\">Romanen<\/a>, in einer d\u00fcsteren, heruntergewirtschafteten &lt;zukunftswelt.<\/p>\n<p>Das Hausm\u00e4dchen war einmal Stricherin und will eigentlich ein Mann werden. Dazu gibt es, das Buch scheint in der Zukunft zu spielen, aber auch das ist nicht so ganz klar, beziehungsweise wird sich das ver\u00e4ndern, eine neue Methode, die ihr, wenn sie das Geld dazu hat, der Assistent der Priesterin, der kubanischer\u00a0 Arzt Eric verhelfen kann.<\/p>\n<p>Die Vodoo-Pristerin hat eine geheimnisvolle Seeanemone, die will Alcide verkaufen, ein Stricherfreund soll ihr dazu verhelfen. Der t\u00f6tet die Pristerin. Alcide mu\u00df mit der Seeanmone im Rucksack fliehen und wird ein Mann und inzwischen lernen wir in einem anderen Kapitel einen &lt;Maler namens Argenis kennen, der sich offenbar auf einem Sommercamp in Santa Domingo befindet und etwas malen soll, das die Meeresbiologin Linda, die das Camp veranstaltet, verkaufen kann, um damit das Meer und die Umwelt zu retten.<\/p>\n<p>Aber das Meer soll auch, die zum Mann umbegewandelte Alcide retten und der Maler hat w\u00e4hrend er den Vortr\u00e4gen lauscht, Hallizinationen, die ihn in eine andere Zeitebene versetzen, wo er Rinder zerlegen soll.<\/p>\n<p>Beide Charaktere haben Meereserfahrungen. Das hei\u00dft, sie werden aus ihm wiedergeboren oder herausgefischt und w\u00e4hrend das Alcide bei einem G\u00e4rtner tut, ist er gleichzeitig im Gef\u00e4ngnis. Man sieht also, der magische Schreibstil ist nicht weniger verwirrender, als die Konzeptkunst.<\/p>\n<p>Dabei lesen sich die Klappentexte und die Buchbeschreibungen sehr einfach:<\/p>\n<p>&#8220;Alcide f\u00fchlt sich nicht wohl in ihrer Haut, und Dienstm\u00e4dchen zu sein, gen\u00fcgt ihr nicht. Ein Voodoo-Kult erkennt in ihr die Auserw\u00e4hlte &#8211; und Alcide mu\u00df sich entscheiden, ob sie der Prophezeiung gehorcht oder ihrem Eigensinn&#8230;<\/p>\n<p>Ein kompromi\u00dfloser und unkonventioneller Roman vom Strand der Zukunft &#8211; und die uralte Frage,\u00a0 brennend wie der Kuss einer Seeanemone: WER IST ICH?&#8221;<\/p>\n<p>Und am Klappentext steht noch etwas von:<\/p>\n<p>&#8220;Ein kompromi\u00dfloses schnelles, unversch\u00e4mtes Buch, an dem sich nicht nur die Voodoo-Geister scheiden &#8211; wie immer wenn Literatur etwas wagt.&#8221;<\/p>\n<p>Mir war es, wie schon beschrieben, etwas zu schnell. Ich habe mich in den verschiednen Zeitebenen nicht ganz zurechtgefunden, beziehungsweise ist mir das Konzept des Buches nicht ganz losgisch oder eben sehr verwirrend erschienen.<\/p>\n<p>Trotzdem war es sehr interessant, etwas sehr Magisches von einer dominikanischen Musikerin zu lesen und zu erfahren, da\u00df die Literatur dort offenbar ganz anders ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da habe ich doch etwas gro\u00dfspurig versprochen, als n\u00e4chstes Buch etwas Verst\u00e4ndlicheres zu lesen und bin prompt \u00fcber Rita Indianas &#8220;Tentaktel&#8221; gestolpert, das &#8220;Quartbuch&#8221; das mir &#8220;Wagenbach&#8221; freundlicherweise geschickt hat und das, wie der Klappentext ebenso gro\u00dfmundig verspricht &#8220;mit magischen &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=61132\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[1553,3799,4849,6100],"class_list":["post-61132","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buecher","tag-dominikanische-republik","tag-magischer-realismus","tag-rita-indianer","tag-wagenbach"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/61132","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=61132"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/61132\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=61132"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=61132"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=61132"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}