{"id":61144,"date":"2018-05-05T00:27:37","date_gmt":"2018-05-04T22:27:37","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=61144"},"modified":"2018-05-05T00:27:37","modified_gmt":"2018-05-04T22:27:37","slug":"die-politik-und-ihr-wahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=61144","title":{"rendered":"Die Politik und ihr Wahnsinn"},"content":{"rendered":"<p>Jetzt kommt wirklich etwas leichter zu Lesendes und, auch wenn es der Titel nicht verr\u00e4t, etwas sehr viel Spannenderes. Ein Krimi, ein Politthriller, eine Satire auf das gegenw\u00e4rtige Unbehagen auf die Zust\u00e4nde im deutschen Lande, das ja sowohl die Rechtspopulisten, die AfD, als auch die sogenannte Reichsb\u00fcrgerbewegung, von der ich bis vor kurzem noch nicht wu\u00dfte, da\u00df es eine solche gibt, auf den Plan ruft und nat\u00fcrlich die Autoren und da ich ja gerne etwas Politisches lese und mich gerade auch selbst darin versuche, eine<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/11\/05\/nanowrimo-schreibmarathon\/\"> unsichtbare Frau<\/a> auf den Plan zu rufen, die n\u00e4chtesns die M\u00e4chtigen der Welt besucht, um sich aus ihrer Hilflosigkeite zu befreien, habe ich gerne zugegriffen, als mir &#8220;Literaturtest&#8221; ein solches Buch angeboten hat, das mir noch dazu vom\u00a0 Ralph Llewellyn, seinem Autor, der in den USA geboren wurde und heute in Heidelberg lebt, als &lt;Informatiker und Gesellschafter einer Immobilienfirma gearbeitet hat und seit 2005 Fanatsy-Romane und mystische Thriller schreibt, handschriftlich gewdmet hat.<\/p>\n<p>&#8220;F\u00fcr Eva, ich w\u00fcsche Dir viel Spa\u00df beim Lesen!&#8221;, hat er\u00a0 geschrieben und ich kann gleich spoilern, den habe ich gehabt und das Buch fast nicht mehr aus der Hand gelegt und in zwei Z\u00fcgen ausgelesen, obwohl der Inhalt nat\u00fcrlich v\u00f6llig unrealistisch ist, aber das w\u00fcnschen sich ja auch manchmal realistisch schreibende Autoren und hoffen auf das Unm\u00f6gliche und so ganz unrealistisch beziehungsweise mystisch-phantastisch ist es auch nicht, denn es wird im Gegenteil\u00a0 sehr viel Politik zitiert und es beginnt auch gleich mit den ber\u00fchmten Worten der deutschen Kanzlerin, die in den letzten zwei Jahren soviel Unmut erregten und Bewegungen, wie die oben genannten ausriefen oder verst\u00e4rkten und die ich eigentlich ganz ehrlich immer noch f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich halte und aus der deutschen Geschichte heraus auch gut verstehen kann.<\/p>\n<p>Es bleibt dann auch gleich realistisch, denn es geht in die Welt von vier Iimmobilienmaklern, das hei\u00dft eigentlich dreien, denn die vierte hei\u00dft Susanne und ist eine Maklerin und die sind, wie auch im Beschreibungstext steht, so unterschiedlich, wie es gar nicht anders sein kann.<\/p>\n<p>Hans ist ein Zwangsneurotiker und ich, die ich ja einige solcher Klienten habe, finde die Charatasierung eines Mannes, der sich niemanden die Hand zu geben traut, \u00fcberall Bakterien und Viren vermuten, die ihn auch in zwischenmenschliche Schwierigkeiten beziehungsweise in ein starkes Vermeidungsverhalten bringen, treffend geschildert.<\/p>\n<p>Dann gibt es Frank, den Alkoholiker, der sich gern so stark betrinkt, da\u00df er am Morgen an der Seite von fremden Frauen und manchmal auch M\u00e4nnern aufwacht und er sich an das Davorgeschehende nicht mehr erinnern kann und ihn, obwohl\u00a0 nicht gl\u00e4ubig, zu Gespr\u00e4chen mit dem lieben Gott veranla\u00dft.<\/p>\n<p>Ronaldo, ein schwuler J\u00fcngling, der gerade von seinem Freund verlassen wurde und die schon erw\u00e4hnte Susanne, die sehr ordentlichund sehr ehrgeizig ist, bei ihren Gesch\u00e4ften aber auch manchmal ihren weiblichen Charme einzusetzen wei\u00df.<\/p>\n<p>Sie alle haben einen schlechten Tag gehabt, denn das Maklergewerbe ist\u00a0 von der Politik und der Gesellschaft nicht hoch angesehen und so finden sie sich, die alle an einem Symposium teilnehmen, am Abend in einer Bar ein, betrinken sich\u00a0 schandhaft und beschlie\u00dfen in diesem Zustand sich an der Welt und den Politikern zu r\u00e4chen und den Reichstag zu verkaufen.<\/p>\n<p>&#8220;Ja, d\u00fcrfen sie denn das?&#8221;, w\u00fcrde der alte \u00f6sterreichische Kaiser nun sicherlich fragen und die Leser werden aufschreien, den Kopf sch\u00fctteln und &#8220;So ein Unsinn!&#8221;, murren.<\/p>\n<p>Aber es gibt auch einen Notar, den Susanne offenbar sp\u00e4t nachts angerufen hat, der zwar auch den Kopf sch\u00fcttelt, aber nachdenklich dazusetzt, da\u00df das eigentlich gehen d\u00fcrfte. Denn der Reichstag geh\u00f6rt dem deutschen Reich und daf\u00fcr ist die BRD eigentlich kein Rechtsnachfolger oder so, wie sich die Gelehrten streiten und die Verschw\u00f6rungsfanatiker auf den Plan gerufen haben.<\/p>\n<p>Die Nacht vergeht und die vier wollen eigentlich nur nach Hause,\u00a0 um den Kater auszuschlafen. Hans kotzt sich dabei noch ein bi\u00dfchen an. Aber da, wie Ralph Llewellyn gen\u00fc\u00dflich ausf\u00fchrt, Deutschland ein \u00dcberwachungsstaat ist und der CIA sogar das Handy der deutschen Kanzlerin \u00fcberwacht, hat die besoffene Geschichte der vier l\u00e4ngt den BND, den CIA und den KGB auf den Plan gerufen.<\/p>\n<p>Russland will den Reichstag kaufen, der amerikanische Pr\u00e4sident zitiert seine Berater, der CIA den deutschen Botschafter, der BND wird aktiv, Susannes Wohnung untersucht, was sie wieder aktiv werden l\u00e4\u00dft und so weiter uns sofort&#8230;.<\/p>\n<p>Was jetzt passiert ist eigentlich wieder die ganz banale und schon oft gelesene Thrillergeschichte. Die vier werden \u00fcberwacht und bedroht. Der russische K\u00e4ufer bietet die Millionen, aber wenn das schiefgeht, sind die Helden tot, der Bundesnachrichtendienstt ein Schweigegeld und r\u00e4t der entsprechenden Ministerin den Reichstag selbst zu kaufen, damit die Russen ihn nicht bekommen.<\/p>\n<p>Es kommt noch zu einigen Verkleidungs- und Verwirrungssspielchen, bevor sich die vier bei dem schon erw\u00e4hnten Notar, der das Gesch\u00e4ft vermittelt in seinem eleganten B\u00fcro in der Bundeshauptstadt treffen. Die \u00dcberwachungsdienste haben sich auch eingefunden.<\/p>\n<p>Der Deutsche wird als ein bi\u00dfchen vertrottelt geschildert, Russland droht mit Waffengewalt und der amerikanische \u00dcbervater wei\u00df zu vermittelt, so da\u00df der Coup gelingt. Am Ende sind alle zufrieden und die vier k\u00f6nnen, &#8220;Wir schaffen, das!&#8221;, sagen und befinden sich schlie\u00dflich auf einem herrlichen Sandstrand, mit dem nur Hans seine Schwierigkeiten hat und lieber seine Schuhe anl\u00e4\u00dft, schl\u00fcrfen Champagner und k\u00f6nnen sich\u00a0 schon den n\u00e4chsten Cooup \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>&#8220;Wi\u00dft ihr eigentlich, wenn die golden Gate Bridge in San Fransico geh\u00f6rt&#8221;, fragt Frank und l\u00e4chelt breit.<\/p>\n<p>Nein, das ist nicht das Ende des Buches. Denn dem geh\u00f6rt noch ein\u00a0 Epilog, wo die politische Lage noch einmal phiosophierend moralisch belehrend zusammengefa\u00dft wird, was zwar eine Spezialt\u00e4t von Ralph Llewellyn sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Ich aber weglassen w\u00fcrde, weil es dem Ganzen, glaube ich, die Spannung nimmt und ich h\u00e4tte auch das Buch rei\u00dferischer genannt &#8220;Der Reichstag wird verkauft&#8221;, beispielsweise. Und auch der Beschreibungstext ist nicht so dramatisch, wie er sein k\u00f6nnte. Hat da dem Autor vielleicht der Mut gefehlt?<\/p>\n<p>Und spannend w\u00e4re es nat\u00fcrlich sich zu \u00fcberlegen was passieren w\u00fcrde, wenn jemand wirklich versucht, den Reichstag zu verkaufen, aber wahrscheinlich ist das noch niemanden eingefallen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt kommt wirklich etwas leichter zu Lesendes und, auch wenn es der Titel nicht verr\u00e4t, etwas sehr viel Spannenderes. 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