{"id":61244,"date":"2018-05-07T23:59:57","date_gmt":"2018-05-07T21:59:57","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=61244"},"modified":"2018-05-07T23:59:57","modified_gmt":"2018-05-07T21:59:57","slug":"zerissenheit-und-spannung","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=61244","title":{"rendered":"Zerissenheit und Spannung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_61242\" style=\"width: 209px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507-204117.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-61242\" src=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/wp-content\/uploads\/2018\/05\/20180507-204117.jpg?w=199\" alt=\"Michael K\u00f6hlmeier\" width=\"199\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-61242\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-61242\" class=\"wp-caption-text\">Michael K\u00f6hlmeier<\/p><\/div>\n<p>Jetzt ist es sich doch noch f\u00fcr den dreizehnten Abend des heurigen Poliversale-Festival ausgegangen, zu zwei Drittel jedenfalls, das erste Drittel zu <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/01\/31\/hertha-kraeftners-gedichte-prosa-briefe-und-tagebucheintragungen\/\">Hertha Kr\u00e4ftners<\/a> neunzigsten Geburtstag habe ich vers\u00e4umt, obwohl mich<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/01\/18\/hertha-kraftners-wirklichkeit\/\"> Dine Petrik<\/a>, die ihre Gedichte gelesen hat, extra dazu eingeladen hat und meiner nat\u00fcrlich h\u00f6chst unliteraturwissenschaftlichen Meinung nach, waren es h\u00f6chstwahrscheinlich, die einzigen Gedichte dieses Abends.<\/p>\n<p>Denn Petra Ganglbauers experimentelle Textmontagen w\u00fcrde ich eigentlich, die ich ja immer noch von Gerald Bisingers Gedichtvariantion &#8220;Ich sitze im Zug, trinke ein Glas Rotwein und denke an Karl August&#8221;, die ja eigentlich auch keines ist, begeistert bin, nicht f\u00fcr ein solches halten.<\/p>\n<p>Sie hat aber bei &#8220;Art und Science&#8221;, wo ich wegen unserer <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/02\/11\/fotoshooting-am-faschingswochenende\/\">&#8220;Kunst im \u00f6ffentlichen Raum-Spontantete&#8221;<\/a> jetzt auch hingeschrieben habe. Mal sehen ob eine Antwort kommt, einen Band &#8220;Zur Lage&#8221; herausgebracht und den hat Kurt Neumann sehr genau erk\u00e4utert. Es gehe um drei Zyklen, einen terristischen, einen sprachlichen und einen extratertrestrischen. Er erz\u00e4hlte noch etwas von zwei Erz\u00e4hlstimmen und\u00a0 Listentexten und Petra Ganglbauer, deren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/03\/15\/wasser-im-gespraech\/\">&#8220;Wasser im Gespr\u00e4ch&#8221;<\/a>, ich ja gelesen habe, begann mit ihten Wortlisten zum <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/11\/16\/ein-abend-zum-thema-flucht-und-migration\/\">Thema Flucht, Vertreibung<\/a> und Entgrenzung, ein Thema, das sie, wie sie im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch erl\u00e4uterte, schon sehr lange verfolge und da setzte es dann die Listen in allen ihren Varianten und Widerholungsformen.<\/p>\n<p>&#8220;Windel &#8211;\u00a0 Wiege &#8211; Ursprung&#8221; &#8211; &#8220;Hautgrenze- Sprachgrenze, Bewegungsgrenze&#8230;.&#8221;.- und so weiter und so fort, bis es zum zweiten Teil, der sprachlichen Begrenzung ging und im dritten extraterrestischen, ging es dann astronomisch zu und um ein Buch und dessen leeren Seiten mit dessen Inhalt sich der Leser auseinanderzusetzten hat, ging es in irgendeinen dieser Teile auch und schade, da\u00df ich in das B\u00e4ndchen nicht hineingeschaut habe, da es dort, wie Kurt &lt;neumann um Gro\u00dfschreibung und graphische Gestaltung ging, die man beim Lesen nat\u00fcrlich nicht so h\u00f6ren konnte, obwohl Petra Ganglbauer deutliche Zeichen setzte, die\u00a0 f\u00fcr mich aber nicht so leicht zu erkennen waren.<\/p>\n<p>Dann ging es in den Keller zum Doyen, der \u00f6sterreichischen Gegenwartsliteratur, wie ich Michael K\u00f6hlmeier fast bezeichnen m\u00f6chte und den, den gro\u00dfen habe ich schon heute morgen im &#8220;Leporello&#8221; geh\u00f6rt. Da ging es um ein H\u00f6rspiel und, da\u00df &#8220;Ein Vorbild f\u00fcr die Tiere&#8221;, sein zweiter bei &#8220;Hanser&#8221; erschienenener Gedichtband ist, habe ich, wie ich gestehen mu\u00df, erst bei der Veranstaltung mitbekommen, bin aber immer noch der Meinung, da\u00df es keine Gedichte sind, die<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/05\/16\/zwei-herren-am-strand\/\"> Michael K\u00f6hlmeier<\/a> da vortrug, obwohl Kurt Nneumann in seiner Einleitung von verschiedenen Textformen in Strophen und sogar in Sonettform sprach.<\/p>\n<p>Da habe ich wohl etwas verschlafen oder \u00fcberh\u00f6rt, denn f\u00fcr mich waren es Prosatexte, die die Erz\u00e4hlstimme \u00d6sterreichs, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/12\/antonio-fians-schwimmunterricht\/\">Antonio Fian<\/a> hat da, glaube ich, einmal ein Dramulett geschrieben, wo Michael K\u00f6hlmeier das Telfonbuch verliest, da vorgetragen hat und der Titel des Bandes, stammt aus einem Text namens &#8220;Der Idiot&#8221;.<\/p>\n<p>Der Lektor hat dann f\u00fcnf Kapitel, die alle Tiernamen tragen, daraus gemacht und interessant ist auch die Entstehungsweise, die Michael K\u00f6hlmeier im anschlie\u00dfenden Gespr\u00e4ch freim\u00fctig \u00e4u\u00dferte. Er setzt sich in den Zug oder in den Park, nimmt den Bleistift, \u00fcbt\u00a0 das freie Schreiben und da,s was dann herauskommt, bearbeitet er, solange bis ein Gedicht entsteht, w\u00e4hrend er bei seine Romanen und Erz\u00e4hlungen anders vorgeht.<\/p>\n<p>Interessant, habe ich gedacht, da habe ich doch bisher immer geh\u00f6rt, da\u00df Gedichte ganz anders entstehen, aber Michael K\u00f6hlmeier ist wahrscheinlich kein Lyriker und sprach auch selbst beim Vorlesen von &#8220;Prosagedichten&#8221;, mit denen er offenbar auch Schwierigkeiten hatte, denn nach einer Weile des Lesens hat er sich selber unterbrochen und sich fortan selber kommentiert.<\/p>\n<p>Das Publikum das aus einer Reihe von \u00e4lteren damen bestand, gefragt, ob er die Texte nicht zweimal lesen solle, die begeistert nickten, <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/03\/22\/leipzig-liest\/\">Rainer Kunze<\/a> tut das auch, ist aber wahrscheinlich der reinere Lyriker und so schwer verst\u00e4ndlich waren die Prosatextsammlungen meiner Meinung nach auch nicht, schienen Michael K\u00f6hlmeier aber teilweise, wie er sich kommentierte, selber zu begl\u00fccken uind er erz\u00e4hlte dann immer wieder etwas ihm faszinierendes dazu.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich waren zwei Passagen besonders eindrucksvoll, das &#8220;Der Roman&#8221; genannte Gedicht, eigentlich eine Shortstory. wie Kurt Neumann erl\u00e4uterte.<\/p>\n<p>&#8220;Echt wahr!&#8221;, sagte der Dichter und Kurt Neumann verwies auch auf den Blues, etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte.<\/p>\n<p>Beindruckt hat mich aber der Text, da schickt ihm ein elfj\u00e4hriges M\u00e4dchen den Roman seiner Mutter und bittet ihm, den ber\u00fchmten Dichter, daf\u00fcr einen guten Verlag zu suchen.<\/p>\n<p>&#8220;Wow!&#8221;, h\u00e4tte ich da gedacht.<\/p>\n<p>&#8220;So eine Tochter m\u00fc\u00dfte man haben, wo bekommt man eine solche Tochter her?&#8221;, vielleicht war das Erlebnis autobiografisch und heute habe ich auch eine Doko bei &#8220;You Tube&#8221; gesehen, wo zwei Hartz IV Empf\u00e4nger gemobbt wurden, weil der \u00e4ltere gerne mit den Kindern der Siedlung spielte und ihnen auch mal ein Eis einkaufte, Es wurde dann gleich eine Azeige wegen sexuellen Miu\u00dfbrauc hdrauras und einen solchen Prosatext hat Michael K\u00f6hlmeier auch geschrieben.<\/p>\n<p>Es folgten dann auch, noch zweimal gelesen, &#8220;Drei Eindr\u00fccke&#8221;, die der wei\u00dfen M\u00e4nnerhaut auf wei\u00dfen Laken, die der Knien der osteurop\u00e4ischen Freuen und das Vogelschwingen bei <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/10\/21\/kanada\/\">Richard Ford<\/a> kam dann auch noch vor.<\/p>\n<p>Ein sehr interessanter Abend der lyrischen Kontraste, habe ich dann zu P<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/04\/26\/zwei-runde-geburtstage\/\">etra Ganglbauer<\/a> gesagt, die sich freute, da\u00df ich doch kommen konnte.<\/p>\n<p>Ein anderer h\u00e4tte die K\u00f6hlmeier Lyrik vielleicht kitschig emfpunden, die Damen im Publikum waren aber, glaube ich, begeistert und Petra Ganlbauers Lyrik war mehr experimentell und Hertha Kr\u00e4ftner habe ich vers\u00e4umt, obwohl sie Dine Petriksicherlich emphatisch vertreten hat, kann sie aber, da ich in Harland ein paar iherer B\u00e4nde habe, jederzeit nachlesen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jetzt ist es sich doch noch f\u00fcr den dreizehnten Abend des heurigen Poliversale-Festival ausgegangen, zu zwei Drittel jedenfalls, das erste Drittel zu Hertha Kr\u00e4ftners neunzigsten Geburtstag habe ich vers\u00e4umt, obwohl mich Dine Petrik, die ihre Gedichte gelesen hat, extra dazu &hellip; 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