{"id":6133,"date":"2011-03-09T10:25:00","date_gmt":"2011-03-09T09:25:00","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6133"},"modified":"2011-03-09T10:25:00","modified_gmt":"2011-03-09T09:25:00","slug":"katharinas-reise","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6133","title":{"rendered":"Katharinas Reise"},"content":{"rendered":"<p>Bei meinem letzten Schreibbericht habe ich ja k\u00fchn eine Fahrt ins Blaue angek\u00fcndigt, Stammleser wissen es wahrscheinlich schon, sehr viel ist  daraus nicht geworden und die Katharina h\u00e4ngt immer noch im Autobahnrestaurant Kaiserswalde bzw. in Arnoldstein an der Dreil\u00e4nderecke fest, i\u00dft ihre Sp\u00e4tzlepfanne, liest ihre Krimis, erz\u00e4hlt statt zu erleben und macht, h\u00f6chstwahtrscheinlich das, was meine Kurzleserin JuSophie, das flotte vor sich<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2010\/05\/24\/kurzer-blick-aufs-neue-buch\/\"> Hinschreiben ohne Ecken und Kanten<\/a> nennt.<br \/>\n&#8220;Wollen Sie sich nicht einmal vom sch\u00f6nen Sandstrand auf steinigen Untergrund begeben?&#8221;, hat sie mich vor ca sechs Wochen gefragt und ich habe sie nicht verstanden, denn meine depressiven Heldinnen sind ja kantig genug. Aber wahrscheinlich ist es das, ich habe eine Idee und presche los, viel zu schnell h\u00f6chstwahrscheinlich, tippe wie wahnsinnig und bin dann bald an einer Wand, von der ich so schnell nicht herunterkomme. So war es jetzt auch. Vor ca einem Monat mit der &#8220;Absturzgefahr&#8221; fertiggeworden, die Ideen der Zwillingsschwestern waren da schon im Kopf und auch die Warnung, da\u00df ich nicht vielleicht wieder von einer depressiven B\u00fccherleserin schreiben soll, die ihre B\u00fccher im B\u00fccherschrank findet&#8230; . Der Besuch bei meiner Cousine Irmi hat mich dann auf die Idee mit der Mutter, die ihre Kinder verl\u00e4\u00dft und ihrer Katze alles vermacht, gebracht.<br \/>\nEine tolle Idee, aber sie war nicht sehr ausgereift und ich habe dann auch nach einer Woche Pause, wo ich die Fenster putzte und das <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/02\/06\/wie-man-den-bachmannpreis-gewinnt\/\">Leinen <\/a>Buch las, wieder sehr schnell zu schreiben angefangen. Die Recherchefahrten habe ich ausgelassen und gedacht, das brauche ich jetzt nicht. Es sind dann auch sehr flott sechzig Seiten entstanden. Die Katharina ist zum Begr\u00e4bnis ihrer Mutter losgefahren, zuerst wu\u00dfte ich nicht, wie lange sie nach Linz brauchen wird, denn wenn sie auf der Landstra\u00dfe f\u00e4hrt und in jeden Dorf halt macht und dabei ihr Leben reflektiert, braucht sie sehr lang. Die zwei Fallgeschichten von der Lenka und Martha, zwei nicht geschriebene Romane, sind ja auch sehr bald dazugekommen und die Lisbeth in den Hintergrund getreten.<br \/>\nDie Geschichte der Martha Binder hat sich, wie ich glaube, auch sehr spannend entwickelt, die Katharina war abwechselnd auf dem Jungendamtkongre\u00df vor zwanzig Jahren mit ihrer Freundin Heidrun, dann wieder aktuell im Hotel Wolfinger und hat den wohnungslosen Architekten Harald Schneider kennengelernt. Beim Begr\u00e4bnis ist bez\u00fcglich Mutter nicht sehr viel herausgekommen. Warum sie vor dreiunddrei\u00dfig Jahren ihre T\u00f6chter verlassen hat, erfuhr man nicht so recht. Dann war das Begr\u00e4bnis vor\u00fcber, die Katharina \u00fcberlegte abzureisen und zur Lenka nach Trapani zu fahren. Eigentlich wollte ich sie ja nach Taormina kommen lassen, wo wir vor zwei Jahren ein paar Tage waren, nur ist mir der Name dieser Stadt nicht eingefallen und beim Nachgooglen bin ich auf Trapani, die Stadt mit der ber\u00fchmten Karfreitagsprozession gekommen, da war ich zwar auch schon, aber das ist l\u00e4nger her.<br \/>\nDazwischen entstand noch die Idee mit <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/06\/lisbeths-leseliste-und-andere-neuigkeiten\/\">Lisbeths Leseliste<\/a> und meine Aktion am Freitagabend mir eine solche zu erstellen. Das hat ein bi\u00dfchen Leben in die Geschichte gebracht, aber wieder die Gefahr erh\u00f6ht, in den schon ausgelatschten Pfaden zu verbleiben. Denn wenn ich immer nur schreibe &#8220;Heute habe ich Jurij Brezans &#8220;Die gr\u00fcne Eidechse&#8221; ausgelesen, liebe Schwester!&#8221;, bringt das wahrscheinlich sowohl JuSophie als auch Angela Leinen zum Schreien und es verf\u00fchrt auch zu der Falle, da\u00df sie mit ihren B\u00fcchern in der Wohnung den gew\u00fcnschten passiven Selbstmord begeht, den schon die Josepha Stock in der<a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/03\/09\/radiosonate\/\"> &#8220;Radiosonate&#8221;<\/a> versuchte. Nun gut, die Katharina besuchte mit Harald Schneider einen Jazzuclub und reiste am n\u00e4chsten Morgen ab. Nach Trapani kann sie sich wie bei &#8220;Kurz nach 4&#8221; viel Zeit lassen, aber eigentlich hat sie ja nicht so viel zu erz\u00e4hlen, denn was mit der Mutter vor dreiunddrei\u00dfig Jahren passiert ist, wu\u00dfte ich noch nicht. Also die Lenka Geschichte kommen lassen, wenn mir das so gut gelingt, wie die der Martha Binder, habe ich weitere drei\u00dfig vierzig Seiten und wenn die Katharina in Trapani ist, kann die Lisbeth schon verhungert sein, ganz egal wieviele B\u00fccher sie inzwischen gelesen hat.<br \/>\nGing aber nicht, denn die Lenka Geschichte war schon in Graz am realen letzten Sonntagmorgen auf ein paar Seiten erz\u00e4hlt. Ich ging mit dem <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/07\/die-therapie\/\">Sebastian Fitzek <\/a>in die Badewanne und erlebte ein wirkliches Lehrst\u00fcck von &#8220;Show not tell!&#8221;, das sich gewaschen hat und mich noch ein paar Tage sp\u00e4ter  beeindruckte. Mit der Katharina war es aber vorl\u00e4ufig aus und so bin ich gestern am Laptop gesessen, habe korrigiert und gedacht &#8220;Ich kann es schon wieder nicht und alle, die mir das schon l\u00e4ngst sagen wollen, haben recht!&#8221;<br \/>\nDie Frage soll die Lisbeth eine eigene Stimme bekommen und wie integriere ich das m\u00f6glichst originell stand im Raum. Was da half, au\u00dfer, da\u00df ich die dreiundsechzig Seiten, die ich am Sonntagmorgen hatte, durch neuerliches Korrigieren, in dem ich eineinhalb wegstrich und eineinhalb hinzuschrieb, auf einen neuen Gleichstand brachte, wo die Katharina lustlos von Graz nach Arnoldstein f\u00e4hrt und dort im Rasthaus ein Zimmer bezieht, war, da\u00df ich meine Schreibberichte, die sich im Literaturgefl\u00fcster inzwischen angesammelt haben, nochmals durchgegangen bin. Denn da habe ich ja schon \u00fcber das Schreiben vom &#8220;Haus&#8221;, &#8220;Sophie Hungers&#8221; &#8220;Heimsuchung&#8221;, &#8220;Mimi&#8221; und &#8220;Absturzgefahr&#8221; berichtet, um zu schauen, was wiederholt sich, was bleibt gleich.<br \/>\nDas war sehr konstruktiv, denn es hat mir geholfen, lockerer mit meinem Schreiben umzugehen und danach wu\u00dfte ich, die Katharina wird jetzt ziemlich flott nach Trapani fahren, dort wird ihr die Lenka von ihren Kriminalromanen erz\u00e4hlen, die Lisbeth liest inzwischen ihre B\u00fccher und h\u00f6rt irgendwann auf dar\u00fcber zu berichten oder auch nicht. Wenn sie das tut, kann sich die Katharina Sorgen machen und die Lenka kann ihren Sohn, der in Wien Medizin studiert, nachschauen schicken und die Lenka hat auch ein Problem mit ihrem Bruder, der ihr wegen der verlorenen Sachwalterschaft immer noch sehr b\u00f6se ist.<br \/>\nDa war gestern \u00fcbrigens ein Jugendamtsskandalbericht in den Nachrichten \u00fcber eine Frau, die mit ihren Kindern nicht mehr telefonieren darf, weil der Sohn bei ihr bleiben will, was ja sehr gut zu meinen zwei Geschichten passt.<br \/>\nIdeen habe ich inzwischen wieder genug und damit ein vages vorl\u00e4ufiges Konzept, das sich sicher noch sehr \u00e4ndern l\u00e4\u00dft.<br \/>\nHarald Schneider kann die Katharina zu seiner Wohnungseinweihungsparty nach Linz einladen und Frau Richter hat inzwischen vielleicht doch ein Tagebuch gefunden, in dem etwas von der Depression der Evelina Hahnenpichler steht, derentwegen sie sich mit F\u00fcnfzig zu ihrer Katze zur\u00fcckgezogen hat und die hat sie sich vielleicht deshalb zugelegt, weil sie vorher wegen der Katzenallergie des Vaters keine haben konnte und deshalb Schuldgef\u00fchle wegen der Kinder hatte, etc&#8230;<br \/>\nDer Franz Riegler k\u00f6nnte auch von seiner Frau verlassen werden und sich eine neue Wohnung suchen, die findet er vielleicht neben der der B\u00fccherleserin und borgt sich bei ihr einen Werkzeugkasten oder einen L\u00f6scafe aus und die Geschichte nimmt vielleicht eine andere Wendung. Das habe ich gestern so gedacht und in mein gr\u00fcnes Buch notiert, dann bin ich heute morgen in die Pr\u00e4ventionstagung der Frau Innenminister &#8220;Visionen f\u00fcr starke und gesunde Kinder&#8221; aufgebrochen, die ja ganz gut zum Thema passt, nur leider hat mich meine legasthene Schlamperei \u00fcbersehen lassen, da\u00df die erst morgen ist und da kann ich nicht hin, weil ich eine Diagnostik und zwei Stunden habe.<br \/>\nJa, ja, meine Leser haben schon recht, da\u00df ich mir selbst die Fallen stellen, allerdings habe ich dadurch Zeit zum Weiterschreiben gewonnen und den Recherchetag, den ich mir gestern wieder w\u00fcnschte, scheine ich vorl\u00e4ufig nicht zu brauchen. Und wenn ich \u00fcber meine Fallen schreibe, finde ich vielleicht auch leichter hinaus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei meinem letzten Schreibbericht habe ich ja k\u00fchn eine Fahrt ins Blaue angek\u00fcndigt, Stammleser wissen es wahrscheinlich schon, sehr viel ist daraus nicht geworden und die Katharina h\u00e4ngt immer noch im Autobahnrestaurant Kaiserswalde bzw. in Arnoldstein an der Dreil\u00e4nderecke fest, &hellip; <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6133\">Continue reading <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-6133","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6133"}],"version-history":[{"count":0,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6133\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/literaturgefluester.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}