{"id":61470,"date":"2018-05-18T23:51:04","date_gmt":"2018-05-18T21:51:04","guid":{"rendered":"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=61470"},"modified":"2018-05-18T23:51:04","modified_gmt":"2018-05-18T21:51:04","slug":"elfter-literarischer-lenz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=61470","title":{"rendered":"Elfter literarischer Lenz mit slowenischer Literatur"},"content":{"rendered":"<p>Den literarischen Lenz im Centrope, die Maiveranstaltung, die Stephan Teichgr\u00e4ber zur Literatur Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und \u00d6sterreichs organisiert, gibt es nun schon zum elften Mal.<\/p>\n<p>Ich war leider nur einmal vor <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/05\/29\/literarischer-lernz-in-centrope\/\">drei Jahren<\/a> dort. Vorher ist die Veranstaltung irgendwie an mir vorbei gegangen, obwohl ich Stephan Teichgr\u00e4ber schon seit der Zeit kenne, als er die Veranstaltungen der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/05\/17\/margaretner-literaturgeschichte\/\">Szene Margareten<\/a> organisierte und mich dazu eingeladen hat.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren waren wir wohl in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/06\/13\/ein-souvenier\/\">Kroatien<\/a> und im Vorjahr ist der Alfred gerade aus Amerika zur\u00fcckgekommen oder dorthin gefahren. Da habe ich aber das <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/03\/08\/weiter-mit-dem-centrope-workshop\/\">Centrop Workshop<\/a> besucht und mit Stephan Teichgr\u00e4ber und Jakob Eder sozusagen ein Semester lang die dort vorgestellte Literatur diskutiert.<\/p>\n<p>Jetzt gibt es den<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2018\/05\/16\/vom-doml-in-die-schreibgruppe\/\"> Utopie-Workshop<\/a> und im vorigen Semester den zur<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/11\/partisanenliteratur\/\"> Partisanenliteratur<\/a>, daf\u00fcr geht es sich diesmal aber wieder aus, das Theaterbrett in der M\u00fcnzwardeingasse zu besuchen. Da hei\u00dft, ich habe mir das so organisert, da\u00df wir erst Samstagfr\u00fch nach Harland fahren, denn da ist ja Pfingsten und da will ich gerne wiedermal zum Pfingstmarkt nach Nussdorf an der Traisen.<\/p>\n<p>Stephan Teichgr\u00e4ber ist ja wirklich ein unerm\u00fcdliches Original und es verdient ihm gro\u00dfer Dank, da\u00df er in der Dokumentationsstelle in der Spengergasse Vortr\u00e4ge und Wirkshops organiert, auch wenn da nur ein oder zwei Leute hinkommen und das kleine, aber feine Festival in der M\u00fcnzwardeingasse, wo man ein paar bekannte \u00d6sterreicher und dann meist f\u00fcr mich unbekannte Tschechen, Slowaken oder Ungarn in der Originalsprache und der \u00dcbersetzung h\u00f6ren kann.<\/p>\n<p>So war es auch heuer. Es begann Anna Weidenholzer mit ihren <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/07\/weshalb-die-herren-seesterne-tragen\/\">&#8220;Herren, die die Seesterne&#8221;<\/a> tragen, ein Buch, das ich ja schon gelsen habe und Anna Wiedenholzer, glaube ich, daraus auch einmal in <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/04\/09\/neunzehntes-internationales-kulturenfestival-literatur-wein\/\">G\u00f6ttweig<\/a> lesen h\u00f6rte und das ist ja interessant, denn das &#8220;Literatur und Wein Festival&#8221; ist ja immer bummvoll und sauerteuer ist es auch. W\u00e4hrend das kleine tschechische Theater meist ziemlich leer ist, es aber eine interessante Literatur dort zu h\u00f6ren gibt und meist ziemlich \u00fcbersehen wird.<\/p>\n<p>Stephan Teichgr\u00e4ber f\u00fchrte mit der Autorin ein Gespr\u00e4ch und fragte sie und das war f\u00fcr mich, die mittlerweile einzige Utopie-Workshopteilnehmerin, interessant, ob ihr Roman utopisch ist, weil ja der Karl seine Interviepartner die er zum Thema Gl\u00fcck befragt, M1-.. bzw. F2-&#8230; nennt und erw\u00e4hnte, da\u00df ja Jewegnij Samjatin in &#8220;Wir&#8221; seinen Personen auch Namen und Buchstaben gibt. Ich wei\u00df nicht, ob Anna Weidenholzer, die Anspielung verstanden hat? Sie hat jedenfalls eifrig genickt. Dann kam der 1978 in Bratislava geborene Ondrej\u00a0 Stefanik, der so, wie der tscheoslowakische Staatsgr\u00fcnder hei\u00dft und der las aus seinem Roman &#8220;Ich bin Paula&#8221; f\u00fcr den er, glaube ich, einen Buchpreis gewonnen hat, auf Tschechisch, w\u00e4hrend die deutschen \u00dcbersetzungen von Studenten einer Schauspielschule gelesen wurde.<\/p>\n<p>Dann wurde es Ungarisch und Zoltan Lesi, der seit sieben Jahren in Wien lebt, habe ich, glaube ich, schon im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/04\/27\/wien-budapest-transit\/\">Literaturhaus<\/a> geh\u00f6rt. Der hatte einen Gedichtzyklus, der sich mit transgender Sportlern die in der Olympiade 1936 in Berlin aufgetreten oder nicht aufgetreten sind, besch\u00e4ftigte. Das gab eine interessante Dikussion und Vratislav Manacks Text, der 1988 in Westb\u00f6hmen geboren wurde, wurde nicht nur ins Deutsche sondern auch ins Ungarische \u00fcbersetzt und am Schlu\u00df wurde es wieder \u00f6sterreichisch und bekannt, denn Franzobels<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/10\/07\/das-floss-der-medusa\/\"> &#8220;Flo\u00df der Medusa&#8221;<\/a> mit dem er den bayrischen Literaturpreis gewonnen und auf der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/09\/12\/die-kurze-deutsche-liste\/\"> Shortlist des dBps<\/a> gestanden ist, habe ich ja nicht nur bei den <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2017\/07\/21\/christopher-just-und-franzobel-bei-den-o-toenen\/\">O-T\u00f6nen<\/a> geh\u00f6rt sondern vor zwei Jahren in der <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/07\/06\/vor-der-vermarktung\/\">&#8220;Alten Schmiede&#8221;<\/a> auch in einer Vorschau, als das Buch noch nicht erschienen war.<\/p>\n<p>Dann gabs wieder Br\u00f6tchen und Gelegenheit zu Gespr\u00e4chen in verschiedenen Sprachen, wie im Programm angek\u00fcndigt war und am Freitag ging es am Nachmittag mit einem Vortrag zur slowenischen Literatur im &#8220;Doml&#8221; weiter, obwohl die eigentlich nicht zum &#8220;Centrope&#8221; geh\u00f6rt, Ivan Cankar aber, der gro\u00dfe slowenische Dichter einige Zeit in Wien gelebt hat, so da\u00df es f\u00fcr Stephan Teichgr\u00e4ber in Ordnung war Jana Vollmaier Lubej, die derzeit in Wien eine Gastprofessur hat, einzuladen, um \u00fcber die &#8220;Multikultalit\u00e4t, Mehrsprachigkeit und interkulturelle Kontakte bei der modernen slowenischen Literatur zu sprechen. Ich war die einzige Zuh\u00f6rerin und habe so wieder ein Privatissimum \u00fcber die bedeutensten slowenischen Schriftsteller bekommen, die ja auch \u00f6fter in der &#8220;Alten Schmiede&#8221;, im <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/26\/junge-slowenen\/\">Literatur<\/a><a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2012\/04\/26\/junge-slowenen\/\">haus<\/a> oder bei der<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2015\/11\/15\/die-achte-buch-wien\/\"> &#8220;Buch-Wien&#8221; zu h\u00f6ren sind.<\/a><\/p>\n<p>So habe ich <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/02\/22\/rauschen-im-kopf\/\">Drago Jancar<\/a> schon \u00f6fter in der &#8220;Alten Schmiede&#8221; geh\u00f6rt, von<a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/07\/24\/villa-am-see\/\"> Boris Pahor die &#8220;Villa am See&#8221;<\/a> gelesen und von Lojze Kovacic, das waren die Beispiele die Jana Vollmaier Lubej brachte, habe ich auch schon einiges in meinen Regalen. Sie erw\u00e4hnte dann noch einen jungen, 1980 geborenen Dichter Goran Vojnovic, dessen Roman &#8220;Vaters Land&#8221; bei &#8220;Folio&#8221; erschienen ist und Gabriela Babnik, die, glaube ich, noch nicht auf Deutsch \u00fcbersetzt wurde, sich aber in ihrem Werk viel mit Akfrika besch\u00e4ftigt und auch einige Zeit dort gelebt hat.<\/p>\n<p>Dann hatte ich noch eine Stunde, bevor es wieder in die M\u00fcnzwardeingasse ging und hier er\u00f6ffnete Mechthild Podzeit-L\u00fctjen mit der ich eine Zeitlang in der &#8220;Frauen lesen Frauengruppe&#8221; des ersten Wiener Lesetheaters war, die sich inzwischen\u00a0 Jonke nennt oder nannte. Sie stellte den Band &#8220;welch eine liebe der geheime grund&#8221;, vor, der, glaube ich, vor zwei Jahren erschienen ist, aber Gedichte enthielt, die ich noch von derZeit kannte, wo wir gemeinsam gelesen habe und las dann eine sehr poetische Geschichte, die von Blutrache und einem Mann, der seine Familie bei einem Flugzeugabsturz verlor, handelte.<\/p>\n<p>Poetisch ist es dann auch geblieben, denn die 1947 slowakische Schauspielerin und Autorin Zusanna Ciganova besch\u00e4ftige sich in ihrem Buch &#8220;Aksal oder Ebeil&#8221; mit der Liebe, w\u00e4hrend die 1968 geborene Ungarin Virag Erd\u00f6s sehr sch\u00f6ne und auch sehr politische Gedichte vortrug, Balladen, die auch vertont sind, die ungef\u00e4hr so klingen:<\/p>\n<p>&#8220;He sagt schon ihr Klugschei\u00dfer, wie soll es sein, wen schmei\u00dfen wir raus, wen lassen wir rein?&#8221;, die sich, wie im Gespr\u00e4ch deutlich wurde, auch an Demostrationen in Budapest beteiligt oder solche organisiert.<\/p>\n<p>Reinhard Kaiser-M\u00fchleckers <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/10\/08\/fremde-seele-dunkler-wald\/\">&#8220;Fremde Seele dunkler Wald&#8221;<\/a> habe ich auch schon gelesen, weil es ja 2016 auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/09\/22\/zweifache-longlisten-einfache-shortlistenlesung\/\">beiden Buchlisten<\/a> stand und es bei der deutschen soar auf sie Shortlist schaffte und der wie Stephan Teichgr\u00e4ber zitierte von <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2016\/02\/01\/zwischen-peter-handke-und-jochen-jung\/\">Peter Handke<\/a> aos zwischen <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2014\/06\/04\/mein-stifter\/\">&#8220;Stifter<\/a> und Hamsum&#8221; bezeichnet wurde. ich habe von ihm schon <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2013\/07\/13\/der-lange-gang-uber-die-stationen\/\">zwe<\/a>i <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/05\/01\/wiedersehen-in-fiumcino\/\">andere<\/a> B\u00fccher gelesen und war auch auf <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/28\/reinhard-kaiser-muhlecker\/\">mehreren<\/a>\u00a0 <a href=\"https:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2011\/03\/23\/reinhard-kaiser-muhleckers-neues-buch\/\">Lesungen<\/a> und am Schlu\u00df wurde es audiovisuell, es ging n\u00e4mlich um einen Comic des 1984 geborenen und in Prag lebenden Marek Sindelka &#8220;Heilige Barbbara&#8221;, wo es um Verwandlungen, Mi\u00dfhandlungen, eine Sekte und Journalisten, die die Sache aufkl\u00e4ren wollen, geht.<\/p>\n<p>Sehr sehr spannend der elfte literarische Lenz mit sehr unterschiedlichen Texten j\u00fcngerer und auch \u00e4lterer Autoren, die wahrscheinlich einen guten Einblick der mitteleurop\u00e4ischen Gegenwartsliteratur gibt, so da\u00df man sich, wie Stephan Teichgr\u00e4ber in seinem Schlu\u00dfwort erw\u00e4hnte, schon auf das n\u00e4chste Festival freuen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den literarischen Lenz im Centrope, die Maiveranstaltung, die Stephan Teichgr\u00e4ber zur Literatur Tschechiens, der Slowakei, Ungarns und \u00d6sterreichs organisiert, gibt es nun schon zum elften Mal. 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