{"id":6306,"date":"2011-03-23T08:03:31","date_gmt":"2011-03-23T07:03:31","guid":{"rendered":"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/?p=6306"},"modified":"2011-03-23T08:03:31","modified_gmt":"2011-03-23T07:03:31","slug":"reinhard-kaiser-muhleckers-neues-buch","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/literaturgefluester.at\/?p=6306","title":{"rendered":"Reinhard Kaiser-M\u00fchleckers neues Buch"},"content":{"rendered":"<p>Reinhard Kaiser-M\u00fchleckers  &#8220;Wiedersehen in Fiumcino&#8221; wurde gestern in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur vorgestellt. Das ist der dritte Roman des 1982 in Kirchdorf an der Krems Geborenen, der 2007 mit seinem bei Hoffmann und Campe erschienenen Debut &#8220;Der lange Gang \u00fcber die Stationen&#8221;, in den Literaturbetrieb eingetreten ist. Das Buch wurde, wie Manfred M\u00fcller in seiner Moderation erkl\u00e4rte, vor drei Jahren in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur vorgestellt, da war ich nicht dabei, aber irgendwann, noch vor den Zeiten des Literaturgefl\u00fcsters, im Radiocafe bei einer literarischen Soiree, wo sich alle wunderten, da\u00df ein so junger \u00d6sterreicher gleich bei Hoffmann und Campe erscheinen kann.<br \/>\nDas Buch wurde sehr kontrovers besprochen, hat einige Preise bekommen u.a. 2009,  den  Buchpreis der \u00d6O Arbeiterkammer, wo ich einmal zwei meiner Digitalb\u00fccher hinschickte, um zu h\u00f6ren, da\u00df man Selbstgemachtes dort nicht einreichen kann.<br \/>\n2009 erschien der zweite Roman &#8220;Magdalenenberg&#8221;. Da war ich bei der Lesung im <a href=\"http:\/\/literaturgefluester.wordpress.com\/2009\/09\/28\/reinhard-kaiser-muhlecker\/\">Literaturhaus<\/a>. Jetzt ist das dritte Buch erschienen.<br \/>\nIn der Gesellschaft f\u00fcr Literatur waren wieder auff\u00e4llig viele junge Leute, die sich auch Pl\u00e4tze reservieren lie\u00dfen. Robert Prosser, der ganz anders schreibt habe ich gesehen und gefragt, wie seine Lesung in Leipzig war? Der stellt sein zweites Klever-Buch &#8220;Feuerwerk&#8221; n\u00e4chste Woche im Palais Wilczek vor.<br \/>\n&#8220;Wiedersehen in Fiumcino&#8221; wird, wie Manfred M\u00fcller in seiner Einleitung erkl\u00e4rte, von vier Erz\u00e4hlerstimmen, drei M\u00e4nnern und einer Frau erz\u00e4hlt.<br \/>\n&#8220;Nach sieben Monaten in Argentinien kehrt Joseph zur\u00fcck nach Europa und trifft seine Freundin wieder, von der er sich nicht einmal verabschiedet hat&#8221;.<br \/>\nSo stehts im Programmt. Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker las, wie Christiane Schmidt, die Cheflektorin, die wieder begr\u00fc\u00dfte, betonte, aus allen diesen Perspektiven vor. Josef ist die erste, die zweite, die verlassene Freundin Sabina, dann gibt es noch einen argentinischen Arzt namens Augusto und einen Freund Hans oder Juan, der in einem Museum arbeitet.<br \/>\nIm Gespr\u00e4ch mit Manfred M\u00fcller betonte dieser, das Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker vor drei Jahren \u00fcberrascht gewesen w\u00e4re, pl\u00f6tzlich Mittelpunkt des Literaturbetriebs zu sein und wollte von ihm wissen, wie es ihm inzwischen damit ginge, betonte, da\u00df er ein sehr schneller Arbeiter sei und lie\u00df uns wissen, da\u00df er den ersten linear erz\u00e4hlten Roman in einigen Wochen oder Monaten geschrieben hat.<br \/>\nAn &#8220;Wiedersehen in Fiumcino&#8221;, der nicht linear geschrieben ist, hat Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker vier Jahre geschrieben und Manfred M\u00fcller wunderte sich dar\u00fcber, da\u00df er gleichzeitig nur an einem Projekt arbeiten w\u00fcrde, weil das die meisten Autoren anders machen. Da habe ich wohl den Kopf gesch\u00fcttelt und mich gewundert. Kenne ich ja  nur <a href=\"http:\/\/www.juliakroehn.at\/Blog.htm\">Julia Kr\u00f6hn<\/a>, die in ihren Blog von den vier oder f\u00fcnf gleichzeitig in Arbeit befindeten Projekten erz\u00e4hlt und ich schreibe eigentlich sehr linear eine Sache nach der anderen. Als mich Manfred M\u00fcller beim Wein und den Knabberstangen darauf ansprach ist mir eingefallen, da\u00df das nicht stimmt. Schreiben tue ich nur an einem, aber es gibt ja die Korrekturen, der noch nicht erschienenen B\u00fccher, jetzt z.B. &#8220;Absturzgefahr&#8221;, die ich zwischendurch ansehe und manchmal habe ich schon Ideen f\u00fcr das n\u00e4chste, die ich sammle, w\u00e4hrend ich beim Schreiben bin.<br \/>\n&#8220;Wiedersehen in Fiumjcino&#8221; ist jedenfalls ein erz\u00e4hlendes Buch, bei den <a href=\"http:\/\/www.literadio.org\/\">Leipzig Interviews<\/a>, die ich vor ein paar Tagen h\u00f6rte, habe ich gerade von den \u00d6sterreichern, beispielsweise Peter Clar, der auch bald in die Gesellschaft f\u00fcr Literatur kommen wird, geh\u00f6rt, da\u00df sie nicht erz\u00e4hlend schreiben. Das wird ja immer wieder angeprangert, da\u00df Realit\u00e4t zu platt ist und niemanden interessiert.<br \/>\nReinhard Kaiser-M\u00fchlecker fiel mir aber durch seine sehr sch\u00f6nen klaren S\u00e4tze auf und platt scheint die Handlung von dem Mann, der einfach nach Argentinien verschwindet und seiner Freundin, als sie die Flugtickets liegen sieht, vorschwindelt, er w\u00fcrde nach Rom zu einem Kongre\u00df oder so fliegen, nicht zu sein, sondern eher geheimnisvoll, zumindest ist mir das bei den paar vorgetragenen Stellen so vorgekommen.<br \/>\nAm Ende zieht sich dieser Josef in ein kleines Dorf namens Rohr zur\u00fcck, um zu schreiben, als ich gestern meinen Eintrag \u00fcber Magdalenenberg gelesen habe, ist mir aufgefallen, da\u00df der Protagonist dort auch Josef hei\u00dft. Interessant, da\u00df das Manfred M\u00fcller in seinem Gespr\u00e4ch nicht erw\u00e4hnte und nicht fragte, ob es derselbe Ich-Erz\u00e4hler sei?<br \/>\nEr bezog sich aber auf das einsame Schreiben in Rohr, Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker scheint sich inzwischen auch irgendwohin zur\u00fcckgezogen zu haben, vorher hat er in Wien gelebt und meinte, da\u00df er beim ersten Buch den Vergleich zu Thomas Bernhard gezogen habe, da sei Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker emp\u00f6rt gewesen, jetzt hat er gemeint, Bernhard ist ja ein interessanter Autor und er sei auch in seiner N\u00e4he aufgewachsen und h\u00e4tte sich sein Haus \u00f6fter angesehen.<br \/>\nDas Publikum wollte dann noch wissen, wie es sich mit einem Stipendium lebe und ob man damit leichter schreiben kann, was Reinhard Kaiser M\u00fchlecker bejahte und bedauerte, da\u00df es beispielsweise in Italien weniger oder vielleicht sogar keine Literaturstipendien mehr g\u00e4be, ein anderer fragte, ob der Autor sein Studium beenden w\u00fcrde, was dieser energisch verneinte.<br \/>\nEin interessanter Abend mit einer interessanten Diskussion, die Einblick in das Entstehen von Literatur gab. Sehr klar ist mir die Handlung aus den paar Stellen nicht geworden, so da\u00df ich gespannt bin, ob ich die Gelegenheit bekomme das ganze Buch zu lesen.<br \/>\nNachher gab es was zu Trinken und zu Knabbern, ich habe mit ein paar Leuten gesprochen und mir die Szene sonst von au\u00dfen angesehen. Denn da sieht man, wie  Reinhard Kaiser-M\u00fchlecker ebenfalls erw\u00e4hnte, ja am meisten.<br \/>\nEin interessanter junger Autor in dem, wie ich finde, sehr vielschichtigen \u00f6sterreichischen Literaturbetrieb.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reinhard Kaiser-M\u00fchleckers &#8220;Wiedersehen in Fiumcino&#8221; wurde gestern in der Gesellschaft f\u00fcr Literatur vorgestellt. 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